Radhika Desai Geopolitical Economist (Medienpräsenz)

58:14

Radhika Desai und Alan Freeman sprechen mit Michael Hudson über ihre Eindrücke von ihrer kürzlichen Russlandreise. Sie analysieren die politische Ökonomie Russlands und dessen Rolle in der sich wandelnden Weltordnung.

Die Diskussion umfasst Russlands Bemühungen um die Integration in die Eurasien, das chinesische Entwicklungsmodell, die Perspektiven einer multipolaren Weltordnung, den Zusammenhang zwischen Faschismus und Imperialismus sowie die öffentliche und politische Stimmung zum Ukraine-Krieg.

26:42

Zeitmarken

1. Aktueller Kontext des Konflikts

  • Opferzahlen: Seit Beginn des US-israelischen Angriffs im Februar 2026 sind über 1.300 Iraner ums Leben gekommen, darunter 175 Schülerinnen bei einem durch „halluzinierende KI“ gesteuerten Angriff auf eine Grundschule [00:28], [01:07].
  • Attentat: Der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei wurde in seinem Büro in Teheran ermordet, da er sich weigerte, unterzutauchen [00:59].
  • Verhandlungslage: Desai stellt fest, dass es für den Iran keine Partner für „gutgläubige Verhandlungen“ gibt, da das Land zweimal während laufender Gespräche angegriffen wurde [02:08].

2. Analyse der US-Begründungen

  • Nuklearfrage: Es gibt laut IAEA keine Beweise dafür, dass der Iran eine Atombombe baute [06:27]. Desai betont, dass der Iran ein souveränes Recht auf Urananreicherung für Energiezwecke habe und eine religiöse Fatwa gegen Kernwaffen existiere [07:21], [07:44].
  • Regimewechsel: Trump behauptet, potenzielle Führungspersönlichkeiten eliminiert zu haben, und will über die künftige Führung mitbestimmen. Desai zieht Parallelen zu Venezuela, wo ähnliche Versuche laut ihrer Analyse scheiterten [03:18], [03:54].

3. Geopolitische Ökonomie des Krieges

  • Strukturelle Imperative: Der Krieg wird nicht als Wahnsinn Trumps, sondern als strukturelle Notwendigkeit des US-Kapitalismus und des militärisch-industriellen Komplexes analysiert [15:31], [17:57].
  • Israel als „unsinkbarer Flugzeugträger“: Israel fungiere als Außenposten des US-Imperialismus. Die Feindseligkeit gegenüber dem Iran rühre primär daher, dass dieser der konsequenteste Unterstützer des palästinensischen Widerstands sei [12:28], [12:54].
  • Innere US-Politik: Trump nutze den Krieg als Ablenkung von sinkenden Umfragewerten und dem Versagen, die Lebensbedingungen der US-Arbeiterklasse zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Zwischenwahlen [19:12], [21:25].

4. Prognose und Fazit

  • Kein US-Sieg: Desai prognostiziert ein Scheitern der USA, ähnlich wie in Vietnam, Irak oder Afghanistan, da die Fähigkeit des Westens zur Machtprojektion schwinde [16:33], [22:31].
  • Standhaftigkeit Irans: Ein Zusammenbruch Irans sei unwahrscheinlich. Die verbliebene Bevölkerung sehe die Islamische Republik als Bollwerk gegen den Imperialismus [25:04], [25:22].
  • Regionale Konsequenz: Der Konflikt könnte statt zum Fall Irans zur vollständigen Vertreibung der USA aus Westasien führen [26:04].