29:02

Der US-Präsident Donald Trump hat seinen Beratern mitgeteilt, dass er bereit ist, den Krieg gegen den Iran zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Das könnte das bislang deutlichste Signal dafür sein, dass er den Konflikt rasch beenden will. Gleichzeitig hat er gewarnt, dass die iranische Energieinfrastruktur – einschließlich Entsalzungsanlagen – ins Visier genommen werden könnte, wenn nicht bald eine Einigung erzielt wird. Unterdessen haben sich die Außenminister von Pakistan, Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten in Islamabad getroffen und ihre Unterstützung für erneute Friedensbemühungen zugesagt. Wie sieht also Washingtons nächster Schritt aus? Bereitet sich die USA darauf vor, sich ungeachtet der Konsequenzen zurückzuziehen? Oder hält sie sich militärische Optionen offen, während weitere Truppen in der Region eintreffen? Können diplomatische Bemühungen anderer Länder helfen, die Spannungen abzubauen?

Zu Gast in dieser Ausgabe von „Dialogue“ sind Peter Kuznick von der American University, Ghanbar Naderi, Journalist und politischer Kommentator, sowie Serkan Oral, politischer Analyst und Autor.


US President Donald Trump has told aides he is willing to end the war on Iran even if the Strait of Hormuz remains closed. This may be the clearest signal yet that he wants to bring the conflict to a swift conclusion. At the same time, he has warned that Iranian energy infrastructure – including desalination plants – could be targeted if a deal is not reached soon. Meanwhile, the foreign ministers of Pakistan, Saudi Arabia, Türkiye, and Egypt have met in Islamabad, pledging support for renewed peace efforts. So what is Washington's next move? Is the US preparing to exit regardless of the consequences? Or, is it keeping military options open as more troops arrive in the region? Can diplomatic efforts from other countries help ease tensions?

Guests in this edition of Dialogue are Peter Kuznick from American University, Ghanbar Naderi, a journalist and political commentator, and Serkan Oral, a political analyst and writer.


Zeitmarken

Trumps widersprüchliche Signale und Drohungen

US-Präsident Donald Trump sendet extrem gegensätzliche Signale aus. Einerseits deutet er die Bereitschaft an, den Krieg zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus gesperrt bleibt [00:00]. Andererseits droht er über soziale Medien mit der „völligen Vernichtung“ der iranischen Infrastruktur – darunter Kraftwerke, Ölquellen und sogar Entsalzungsanlagen –, falls nicht sofort ein Deal zustande kommt [01:28].

  • Einschätzung von Peter Kuznick: Kuznick bezeichnet Trumps Verhalten als unberechenbar und „geistig instabil“. Er warnt, dass Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Entsalzungsanlagen völkerrechtswidrige Kriegsverbrechen wären [02:41]. Trump sei von Beratern umgeben, die ihn darin bestärken, über dem internationalen Recht zu stehen [02:57].

Die strategische „Sackgasse“ (Quagmire)

Die Experten sind sich einig, dass Trump in einer Sackgasse steckt:

  • Kein Sieg in Sicht: Ein reiner Luftkrieg wird den Iran nicht in die Knie zwingen, und eine Bodeninvasion wäre mit immensen Risiken verbunden [06:02].
  • Glaubwürdigkeitsverlust: Sollten die USA den Krieg ohne klares Ergebnis abbrechen („chickening out“), würden regionale Verbündete das Vertrauen in US-Sicherheitsgarantien verlieren [05:21].
  • Irans Stärke: Der Iran agiert aus einer Position der Stärke, da er über zehntausende Raketen verfügt und die Straße von Hormus effektiv kontrollieren kann [20:32]. Die iranische Seite betont, dass sie niemals kapitulieren werde [23:27].

Regionale Auswirkungen und die Rolle der Verbündeten

Der Konflikt hat sich längst zu einem regionalen Krieg ausgeweitet:

  • Betroffene Golfstaaten: Ziele in Saudi-Arabien, den VAE und Kuwait wurden bereits vom Iran als Vergeltung für US-Angriffe attackiert [16:01]. Das Leben in Metropolen wie Dubai hat sich durch die ständige Bedrohung durch Drohnen und Raketen massiv verändert [18:02].
  • Israels Einfluss: Netanyahu wird vorgeworfen, die USA seit Jahrzehnten in einen Krieg mit dem Iran treiben zu wollen. Die Experten sehen in Trump den ersten Präsidenten, der diesen „Köder“ geschluckt hat [01:12:57].
  • Diplomatische Vermittlung: Länder wie Pakistan versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln, um einen Flächenbrand zu verhindern, da auch sie bei einer weiteren Eskalation hineingezogen werden könnten [17:21].

Fehlendes Vertrauen als Haupthindernis

Ein zentrales Thema ist der totale Zusammenbruch des Vertrauens. Die USA unter Trump haben das international anerkannte Atomabkommen (JCPOA) einseitig aufgekündigt [25:12]. Zudem wurden Verhandlungen mehrfach durch US-israelische Angriffe während laufender Gespräche sabotiert [25:42]. Ohne eine Rückkehr zu echten diplomatischen Prozessen unter Einbeziehung des UN-Sicherheitsrates sehen die Experten kaum eine Chance auf einen dauerhaften Frieden [23:44].

28:57

US-Präsident Donald Trump hat die iranischen Demonstranten dazu aufgefordert, weiter zu protestieren, und versprochen, dass „Hilfe unterwegs ist“, während er gleichzeitig gewarnt hat, dass jedes Land, das mit dem Iran Geschäfte macht, mit einem Zoll von 25 Prozent auf den Handel mit den Vereinigten Staaten rechnen muss. Teheran sagt aber, dass die Lage unter Kontrolle ist. Iranische Beamte betonen, dass die Kommunikationskanäle mit Washington offen bleiben, auch wenn sich das Land entweder auf einen Dialog oder auf einen Krieg vorbereitet. Was passiert also wirklich vor Ort im Iran? Was sind die Ursachen der Proteste? Und wie sehen normale Iraner das Angebot der USA, „zu helfen“? In dieser Folge schauen wir uns die neuesten Entwicklungen an und was dieser Moment für den Iran, die USA und die ganze Region bedeuten könnte.


U.S. President Donald Trump has urged Iranian demonstrators to keep protesting, promising that "help is on the way," while warning that any country doing business with Iran will face a 25 percent tariff on trade with the United States. Tehran, however, says the situation is under control. Iranian officials insist communication channels with Washington remain open, even as the country prepares for either dialogue or war. So what's really happening on the ground in Iran? What are the root causes of the protests? And how do ordinary Iranians view the U.S. offer of "help"? In this episode, we break down the latest developments and what this moment could mean for Iran, the U.S., and the wider region.

10:09

On New Year's Eve, Chinese President Xi Jinping delivered his 2026 New Year message.

2:21

Die Selknam-Indianer in Patagonien haben eine tiefgreifende Geschichte. Sie stammen aus dem südlichsten Zipfel Lateinamerikas und waren eine der letzten ethnischen Gruppen des Kontinents, die von europäischen Kolonisten entdeckt wurden. Nachdem sie in den letzten 100 Jahren als Stamm fast verschwunden waren, gibt es in der chilenischen Hauptstadt Santiago immer noch mindestens einen Überlebenden. Keyuk, der 25-jährige Mann, hält die aussterbende Kultur am Leben.

The Selknam Indians of Patagonia have a profound history. Hailing from the very southern tip of Latin America, they were one of the last ethnic groups on the continent to be encountered by European colonists. And having all but disappeared as a tribe over the past 100 years, there's still at least one left in the Chilean capital, Santiago. Keyuk, the 25-year-old man, is keeping the dying culture alive.