Kommunistische Organisation (Medienpräsenz)

1:26:04

In dieser neuen Podcastfolge zur Geschichtsfälscher-Broschüre geht es um die  Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges insbesondere, wie die Westmächte (USA, England und Frankreich) den Aufbau des Faschismus in Deutschland unterstützten, um die Hitleraggression gegen die Sowjetunion zu lenken. Der Podcast beschäftigt sich  mit einigen geschichtsrevisionistischen Mythen, die aktuell Hochkonjunktur feiern, es werden Kontinuitäten der deutsch-imperialistischer Politik beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis (Textversion)

1. Ideologische Funktion des Geschichtsrevisionismus

  • 00:01:52 – Die herrschende Geschichtsschreibung dient der ideologischen Legitimierung aktueller kriegerischer und imperialistischer Politik.
  • 00:02:46 – Durch die Totalitarismuserzählung werden Sozialismus und Faschismus gezielt gleichgesetzt.
  • 00:04:57 – Einordnung aktueller politischer Zielsetzungen in Deutschland, wie die Forderung nach der Erlangung der „Kriegstüchtigkeit“ bis zum Jahr 2029.
  • 00:05:31 – Die Resolution des EU-Parlaments von September 2019 deklariert den Nichtangriffspakt als unmittelbare Ursache für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

2. Ökonomische und politische Vorgeschichte (1918–1933)

  • 00:14:43 – Die Westmächte nutzten nach dem Ersten Weltkrieg die Publikation „Nazi-Soviet Relations 1939–1941“ für eine dekontextualisierte Geschichtsdarstellung ab dem Jahr 1939.
  • 00:27:15 – Der Wiederaufbau der deutschen Schwerindustrie wurde maßgeblich über Kredite US-amerikanischer Banken und den Dawes-Plan realisiert.
  • 00:29:16 – Bereits im Jahr 1925 formulierte der damalige Außenminister Stresemann nach der Rückgabe des Ruhrgebiets das Ziel der Wiedergewinnung von Territorien im Osten.
  • 00:37:37 – Während des russischen Bürgerkriegs intervenierten westliche Staaten militärisch und errichteten dort Konzentrationslager.
  • 00:44:12 – Etablierung des Mefo-Wechselsystems im Jahr 1933 durch Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht in Kooperation mit deutschen Industriekonzernen zur verdeckten Rüstungsfinanzierung.

3. Internationale Verträge und Appeasement-Politik

  • 00:31:17 – Das englisch-deutsche Flottenabkommen von 1935 legte die offizielle britische Zustimmung zur maritimen Aufrüstung Deutschlands fest.
  • 00:32:09 – Vorschläge der Sowjetunion zur kollektiven Sicherheit und einer völkerrechtlichen Definition des Begriffs „Aggressor“ wurden von Großbritannien und Frankreich abgewehrt.
  • 00:39:48 – Der britische Minister Halifax deklarierte Deutschland im Jahr 1937 gegenüber der deutschen Führung explizit als „Bollwerk des Westens gegen den Bolschewismus“.
  • 00:41:57 – Das Münchner Abkommen führte zur Zerschlagung und Übergabe der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich ohne Einbeziehung der UdSSR.
  • 00:42:37 – Im Jahr 1933 wurde ein Pakt des Einvernehmens und der Zusammenarbeit zwischen England, Frankreich, Deutschland und Italien geschlossen.

4. Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt von 1939

  • 00:47:40 – Während der Verhandlungen im Sommer 1939 verzögerten die Delegationen aus England und Frankreich konkrete Militärabkommen mit der UdSSR.
  • 00:51:05 – Die UdSSR schloss als letzte europäische Großmacht einen entsprechenden Pakt mit Deutschland ab, nachdem Polen (1934), England (1938) und Frankreich (1938) bereits Verträge unterzeichnet hatten.
  • 00:51:50 – Der Vertrag bezweckte einen Zeitgewinn für die Aufrüstung der Roten Armee und die strategische Vorverlegung der sowjetischen Westgrenze.
  • 00:53:15 – In den Verhandlungen bot die Sowjetunion den Westmächten 136 Divisionen auf, während Großbritannien lediglich fünf Infanteriedivisionen offerierte.
  • 01:02:40 – Das Zusatzprotokoll fixierte eine Demarkationslinie und verhinderte die vollständige Besetzung Polens und des Baltikums bis an die alte sowjetische Grenze durch die Wehrmacht.

5. Dynamiken der Anti-Hitler-Koalition und Kriegführung

  • 01:07:08 – Der Regierungswechsel von Chamberlain zu Churchill in Großbritannien vollzog sich primär unter dem Druck der britischen Bevölkerung nach der militärischen Niederlage Frankreichs.
  • 01:12:38 – Der spätere US-Präsident Harry S. Truman formulierte im Jahr 1941 die politische Strategie, jeweils die nachlassende Kriegspartei (Deutschland oder die UdSSR) finanziell und materiell zu unterstützen, um eine gegenseitige Schwächung zu forcieren.
  • 01:13:45 – Die zugesagte Eröffnung einer zweiten Front in Westeuropa wurde von den Westmächten in den Jahren 1942 und 1943 nicht realisiert.
  • 01:15:08 – Im Februar 1943 initiierten Vertreter der USA und Großbritanniens Geheimverhandlungen mit Vertretern des Deutschen Reiches über Optionen für einen Separatfrieden auf Kosten der UdSSR.
  • 01:18:53 – Bereits während der Endphase des Krieges ab 1944 unternahmen die Westmächte gezielte Operationen zur Unterdrückung und Zerschlagung sozialistischer und kommunistischer Partisanenbewegungen in Italien, Griechenland und Frankreich.

1:07:02

Die Debatten der KomIntern um eine klassenmäßige Analyse des Faschismus sind bis heute von großer Bedeutung – mitunter werden heute die gleichen Fragen und Probleme diskutiert wie vor 100 Jahren. Hier begegnen uns Theorien wie die „Bonapartismusthese“, die „Sozialfaschismusthese“ oder die Volksfrontpolitik, die bis heute wichtige Bezugspunkte der Debatte um Faschismus und Antifaschismus bleiben.

Der Vortrag, welcher im Rahmen einer Konferenz der Marx-Engels-Stiftung gehalten wurde, liefert einen historischen Überblick und vermittelt Grundlagen der Faschismusanalyse.

1:47:51

siehe Teil 1

Teil zwei der Einführung von Andreas Wehr in das Denken des marxistischen Historikers Domenico Losurdo. Die Aufnahme ist entstanden bei einem Seminar des Marx-Engels-Zentrums in Berlin, vom 12. Dezember. Auch im zweiten Teil geht es zunächst um den Zusammenhang aus Liberalismus und Kolonialismus, wobei insbesondere die Kontinuität zwischen Lohnarbeit und Sklaverei und die Beziehung zwischen der Barbarei der kapitalistischen Metropolen und der Gewalt der Kolonialregime ins Auge gefasst werden. Außerdem wird der „Pathos des Individualismus“ als ideologischer Wesenskern der liberalen Gesellschaft untersucht, wobei insbesondere dem Gedanken von Marx und Engels wonach „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“ nachgespürt wird. Abschließend geht Andreas Wehr auf die Auseinandersetzung Losurdos mit Hegel ein. Losurdo hat sich der - auch in linken und marxistischen Kreisen - weit verbreiteten Ansicht entgegenstellt, die in Hegel einen konservativen preußischen Staatsphilosophen erkennt. Dem entgegen hebt Losurdo die Zugewandheit Hegels zum gesellschaftlichen Fortschritt und zur Wirklichkeit hervor.


Wie auch im ersten Teil, liegen vier Kurztexte von Andreas Wehr vor, die in das Denken von Domenico Losurdo einführen.

1:08:46

Wir haben Susann Witt-Stahl im Rahmen unserer Konferenz zur "Deutschen Zeitenwende" am 19.05.24 nach Leipzig eingeladen.

Sie hat in ihrem Vortrag dargestellt, wie die aktuelle ideologische Aufrüstung nach innen funktioniert und die deutsche Bevölkerung auf Kriegskurs gebracht werden soll. Dafür ging sie auf die Rehabilitierung des deutschen Faschismus ein und beschrieb die Rolle der sogenannten „Ampel-Antifa“ im Ukraine-Krieg sowie im Genozid gegen Palästina. 

Gemeinsam mit Franzi (KO) und Ralf Hohmann (DKP) sprechen wir über die historische Phase der Militarisierung und Aufrüstung in Deutschland. Es geht um wesentliche Entwicklungen der letzten drei Jahre „Zeitenwende“, auf militärischem, politisch-rechtlichem und wirtschaftlichem Gebiet. Wir sprechen über das Verhältnis zu den USA, der Rolle der NATO und Probleme und Widersprüche der Herrschenden in der Kriegsvorbereitung.

Mehr Infos findet ihr in der kürzlich erschienenen Broschüre der KO: „Kanonen und Butter - das ist Schlaraffenland!“


Und in den regelmäßigen Veröffentlichungen von Ralf Hohmann in der Wochenzeitung Unsere Zeit. (https://www.unsere-zeit.de/autor/ralf...)