Geiseln des Kapitals
Zur Geografie der Krise
Arbeit – das ist die Mathematik von Fleisch in Bewegung, schreibt Phil A. Neel und macht sich daran, die schweißtreibende Tätigkeit in den Logistikzentren der US-amerikanischen Warenwirtschaft aufzuschlüsseln, in denen er selbst gearbeitet hat: Verausgabte Kalorien pro Schicht werden mit dem Durchschnittslohn in Verbindung gesetzt, dieser wiederum umgerechnet in die Einheit des erschwinglichsten und verfügbarsten Energielieferanten – des Big Macs. Mehr als die Hälfte ihrer wöchentlich hartverdienten Burger müssen die Arbeiter*innen essen, um überhaupt die Kalorien zum Arbeiten aufzubringen.
Solche konkreten und alltäglichen Erfahrungen sind es, die Phil A. Neels Essays so radikal, materiell und körperlich machen.
Ausgehend von Nike-Turnschuhen, von Aufständen, der Erfahrung der Pandemie oder der Monstergeschichte der Inflation analysiert er den gegenwärtigen Stand des Klassenkampfes, verbindet lokale Zusammenhänge mit den globalen Strukturen des Kapitals und erhellt die Widersprüche des US-amerikanischen Hinterlands. Seine Texte lesen sich wie eine politische Chronik des letzten Jahrzehnts. Sie helfen ebenso dabei, ein zutiefst gespaltenes Land zu verstehen, wie sie neue Blickwinkel auf die internationale Linke und aktuelle proletarische Kämpfe ermöglichen.
"Kommunistische Kraft entsteht durch den Abbau solcher Spaltungen, indem sie sich weigert, sich ganz von Subsistenzkämpfen beschlagnahmen zu lassen oder Partei zu ergreifen, wenn eine kleinere imperialistische Macht eine größere herausfordert. Stattdessen wächst kommunistische Kraft, indem sie subterrane Infrastrukturen aufbaut, die das Illegale und das Legale, das Autonome und das Institutionelle integrieren und die ›nationalen‹ proletarischen Kräfte auf allen Seiten jeder kriegstreibenden Grenze unter dem Banner immer größerer Enteignungen verbinden, wodurch sich all diese Kategorien in einem umfassenderen Verständnis politischer Macht überlagern. Und vielleicht, nur vielleicht, wird dies uns das Messer von der Kehle reißen, um es gegen die blutrünstigen Arschgeigen zu richten, denen jeder Zentimeter dieser sterbenden Welt gehört." Zitat aus dem Buch
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Pressestimmen
»Phil Neel ist Pflichtlektüre für alle, die Amerika verstehen wollen und es wagen möchten, die Brutalität des globalen Kapitalismus zu begreifen. Er ist ein unglaublicher Stilist und ein Denker mit tiefem technischen Verständnis für die Mechanismen der Welt. Seine Texte sind absolut einzigartig: Niemand schreibt wie er.« Rachel Kushner
»Stellen Sie sich Patrick Leigh Fermor und Karl Marx auf einem Roadtrip durch die Zentren und Verkehrsadern des amerikanischen Rust Belts vor … Ehrgeizig, streitbar, brillant.« Arlie Hochschild (über »Hinterland«)
Quelle der Pressestimmen: Edition Nautilus (07.09.2026)