Schule, die 5. Gewalt
Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital

Dieses Buch ist keine Enthüllungsstory über Prügelorgien an deutschen Schulen. Es verweist ja auch die Charakterisierung der Medienwelt als »4. Gewalt« nicht auf gewalttätige Journalisten, sondern auf die dienende Funktion der Öffentlichkeit im Staatswesen. Eine harmlose Metapher ist die Bestimmung der Schule als 5. Gewalt dennoch nicht. Sie trifft was. Was genau, das ist Gegenstand des Textes von Freerk Huisken.

ISBN 978-3-96488-269-1 1. Auflage 03.06.2026 14,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover) Neuausgabe

Die Bestimmung der Schule als 5.Gewalt macht Front gegen die Vorstellung, dass Schule bei all ihren Mängeln doch letztlich Maß am Wohlergehen der nachwachsenden Generation nimmt. Es verhält sich umgekehrt, behauptet der Autor: Schule ist Dienstleisterin an der Räson des Staates. Sie bereitet die Jungmannschaft, schulisch sortiert nach Schulverlierern und Gewinnern, auf alle Dienste vor, die die demokratisch regierte Marktwirtschaft ihnen abverlangt.

Das Resultat sind die selbstbewussten Konkurrenzsubjekte und kritischen Untertanen, die nach der Absolvierung der Ausbildungszeit in führenden Positionen und in der Masse der einkommensabhängigen Bürger umsetzen, was die drei politischen Gewalten ihnen jeweils verpflichtend abfordern. Die Erziehung zu »gesundem Patriotismus« kommt dabei nicht zu kurz, was ein Verteidigungsminister Boris Pistorius weiß, der von freiwilliger Unterwerfung unter den Wehrdienst große Stücke hält.

Dieser Dienst der Staatsschule am nationalen Nachwuchs setzt darauf, dass sich die Auszubildenden die Staatsräson als ihre Sache zu eigen machen. Dazu gehört, dass ihnen die Lehren über alle Ideologien von Freiheit und Demokratie, über böse Feinde im Ausland und gute Herrschaft im Inland zur geistigen Gewohnheit werden. Erziehung zur Kritikfähigkeit kommt dabei nicht zu kurz. Als angehende mündige Bürger lernen sie nämlich, dass Beschwerden fast aller Art erlaubt sind, wenn sie als freie Meinungsäußerung vorgetragen und damit zurückgenommen werden.

Einen unmittelbaren Zugang zu ihren Köpfen, dem Nürnberger Trichter analog, haben die Lehrer für diese Zurichtung des Nachwuchses nicht. Dafür haben sie aber hinreichend Zeit, all das, was die im Dienst staatlicher Herrschaft operierende Schulpolitik von ihnen verlangt, als geistigen Bestand in den Hirnen selbstbewusster, resilienzgestärkter Schüler zu verankern. Und diese Zeit brauchen sie auch.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Inhalt

Vorwort ............................................................................................... 7
Teil 1
Das Bildungsmonopol des Staates ..................................................... 11
1. Schule ist Staatsschule ................................................................... 11
2. Menschenrecht auf Bildung .......................................................... 13
3. Gleichheit ....................................................................................... 17
4. Kosten ............................................................................................. 20
5. Lehrer ............................................................................................. 24
6. Schüler ............................................................................................ 31
7. Privatschulen ................................................................................... 33
Teil 2
Erziehung zum selbstbewussten Konkurrenzsubjekt ........................ 37
1. Der Zweck ›Sortierung‹ ................................................................. 38
2. Das Leistungslernen ...................................................................... 42
3. Selbstbewusstsein ........................................................................... 50
4. Mobbing ......................................................................................... 55
5. Resilienzerziehung ......................................................................... 57
Teil 3
Erziehung zum kritischen Untertanen ................................................ 61
1. Mündigkeit ..................................................................................... 61
2. Mündigkeitserziehung ................................................................... 63
Wollen und Dürfen 64 – Mein und Dein 66 – Wahr und Unwahr 69 – Frei und unfrei 75 – Wir und die Fremden 77
Teil 4
Erziehung zur Kriegstüchtigkeit? ....................................................... 85
1. »Zeitenwende in den Köpfen« ...................................................... 85
2. »Friedensverwöhnung« ................................................................. 89
3. Feindbild und Feindschaft ............................................................ 93
4. Wehrdienst als Unterrichtsthema ................................................. 95
5. Schüler gegen Wehrdienst ............................................................. 98
»Bundeswehr stört Schulfrieden!« 98 – »NEIN zur Wehrpflicht« 100
6. Zum Abschluss ............................................................................... 108
Teil 5
FAQ (Frequently Asked Questions) ..................................................... 111
1. Absagen .......................................................................................... 111
»Sie haben wohl noch nie eine Schule von innen gesehen!« 111 – »Sie haben kei-
ne Ahnung, wie es in der Schule zugeht!« 113 – »Dass Lehrer*innen unter der
Schule leiden, dass Burn-out eine Lehrer*innenkrankheit ist, scheint Ihnen ent-
gangen zu sein oder Sie nicht zu interessieren.« 114 – »Ihre Schulkritik ist von
ChatGPT längst überholt worden.« 116
2. Einwände ........................................................................................ 117
»Man ist doch als Deutscher für Deutschland; auch wenn es hier Schattensei-
ten gibt.« 117 – »Deine eigene Publikationspraxis widerspricht deiner Kritik
der Meinungsfreiheit!« 119 – »Nationalerziehung gibt es bei uns nicht.« 121 –
»Es können doch nicht alle Professor werden [...]« 122 – »Die Zunahme von
rechtsextremen bis faschistischen Schüler*innen – deutschen und ausländischen
– in unseren Schulklassen können Sie aber nicht der Schule anlasten […]« 124 –
»Ohne Praxis taugen deine ganzen kritischen Theorien nichts!« 126 – »Wer soll
denn sonst die Schule organisieren?« 128
3. Nachfragen ..................................................................................... 129
»Warum taucht bei dir der 3. Bildungsweg nicht auf?« 129 – »Was passiert ei-
gentlich, wenn die AfD Schulpolitik bestimmt?« 130 – »Wie sieht denn Ihre Al-
ternative aus?« 132 – »Ist Dummheit nicht eine Sache der Genetik!« 134 – »Lie-
gen die Leistungsunterschiede zwischen Schülern nicht primär an ihrer Faulheit
bzw. an ihrem Fleiß? 137 – »Du redest immer von Fehlern. Was soll das?« 138 –
»Es gibt Länder ohne Schulpflicht!« 139 – »Wie soll denn Schule ohne Noten
gehen?« 140 | »Gibt es denn für Sie hier gar nichts Positives?« 142 – »Warum ge-
hen Schüler eigentlich mit Freude zur Schule? Verstehe ich nicht.« 144 – »Folgt
aus deiner Schulkritik, dass man Schule schwänzen soll? ...« 146 – »Über 50%
der Jugendlichen sind doch gegen Wehrpflicht! Wie passt das zu deinem Befund,
dass die Schule zur Kriegsfähigkeit erzieht!« 148

Mediathek

Freerk Huisken über sein Buch „Schule, die 5. Gewalt“ bei Ole Nymoen
26.06.2026 | AaronThug YouTube (26.06.2026)

Autoreninfos

Freerk Huisken ist Professor im Ruhestand an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. 2020 erschien von ihm die Flugschrift Flüchtlingsgespräche 2015ff.. Außerdem lieferbar ist sein Grundlagenwerk Erziehung im Kapitalismus. Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten

Wikipedia (DE): Freerk Huisken  |  Website (30.06.2026): fhuisken.de

Autoren
Verlag

Erstellt: 30.06.2026 - 07:06  |  Geändert: 30.06.2026 - 07:39