"Du bist nicht mein Feind!"
Die vergessene Geschichte von Edith Miltenberger

In diesem Buch geht es um die Geschichte von Edith Miltenberger, die im Jahr 1941 vor aller Augen in den nordhessischen Orten Melsungen und Gensungen öffentlich gedemütigt und misshandelt wurde, weil sie Kontakt zu französischen Kriegsgefangenen hatte. Sie hatte etwas getan, was damals verboten war und was nach den Gesetzen des NS-Staates hart bestraft wurde. Kriegsgefangene waren Menschen zweiter Klasse, mit ihnen durfte man nicht reden oder ihnen gar schreiben. Edith wurde dafür nicht nur öffentlich gedemütigt, sondern anschließend auch in Haft genommen. Die ersten Tage verbrachte sie im berüchtigten Arbeitserziehungslager Breitenau bei Guxhagen, anschließend war sie im Kasseler Gestapo-Gefängnis und danach fast drei Jahre im Frauenzuchthaus Ziegenhain interniert.

ISBN 978-3-7410-0305-9 1. Auflage 02.2026 15,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Dass über ihre Geschichte bis heute weitgehend geschwiegen worden ist, liegt sicher auch in den Schuld- und Schamgefühlen begründet, die einige von denjenigen nach 1945 hatten, die dabei gewesen sind, als ihr die Haare geschoren und sie der johlenden Menge präsentiert wurde. Die meisten Menschen, die Teil der Aktion waren, ob als Akteure oder „Gaffer“, lebten weiterhin im Ort des Geschehens. Die Frage nach den Tätern bleibt bis heute unbeantwortet.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Edith Miltenberger - Zwischen Buch und Archivakte: Die im Buch behandelte Zuchthausakte ist heute im Internet über das hessische Archivinformationssystem einsehbar. Literatur und Primärquelle stehen somit erstmals nebeneinander öffentlich zur Verfügung. konrad-rennert.de 26.02.2026 

Stimme zum Buch

"Dank Vaupels Recherchen und Engagement wird nun auch in Nordhessen an [Edith Miltenberger] erinnert." Manfred Schaake, HNA, 20.02.2026

Autoreninfos

Dieter Vaupel (* 1950) ist ein deutscher Pädagoge und Politologe. Im Jahr 1983 deckte er mit Schülern im Rahmen eines Unterrichtsprojektes die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslager-Außenkommandos Hessisch Lichtenau auf, knüpfte Kontakte zu Überlebenden, initiierte die Errichtung eines Gedenksteines auf dem ehemaligen Lagergelände und das Anlegen eines Gedenkweges durch die ehemalige Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau. Seine Recherchen seit Beginn der 1980er Jahre und seine bis heute andauernde Erinnerungsarbeit wurden gemeinsam mit der amerikanischen Journalistin D.Z. Stone im Jahr 2021 in dem Buch „A Fairy Tale Unmasked. The Teacher and the Nazi Slaves“ dokumentiert, das 2023 in deutscher Übersetzung erschien.

Wikipedia (DE): Dieter Vaupel  |  Website (Stand 23.02.2026): dieter-vaupel.jimdofree.com

Autoren

Erstellt: 23.04.2026 - 09:06  |  Geändert: 23.04.2026 - 09:39