Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung
Ausgewählte Texte 1895 - 1919

"Die Lungenentzündung beizubehalten, das Fieber aber abzuschaffen geht nicht; die Staaten existieren zu lassen, mit dem Krieg aber aufzuhören, ist unmöglich." Gustav Landauer: Vom Krieg, 1913

Im Zentrum der hier vorgelegten Auswahl steht der Band "Rechenschaft". Unter diesem Titel hat Gustav Landauer im März 1918 seine seit 1909 gegen den Krieg geschriebenen Aufsätze zusammengefasst, um sie gleich nach dessen Ende erscheinen zu lassen. 

ISBN 978-3-8192-4282-3 1. Auflage 17.12.2025 15,99 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Zwei kleinere Abteilungen gehen voran:

Zum einen vier 'Wegtexte' aus den Jahren 1901 bis 1915, in denen Landauer Fragen von Gewalt und Gewaltlosigkeit diskutiert, sich mit seinem Judentum auseinandersetzt oder in gedrängter Form sein antipolitisches Projekt umreißt; zum anderen einige Texte, welche die Themen Gewaltlosigkeit, Militarismus und Militärdienst behandeln, aber außerhalb der Sammlung "Rechenschaft" stehen und zudem durch einen direkten oder indirekten Bezug auf Tolstoi zusammengehalten werden.

In einem weiteren Abschnitt werden exemplarische Wortmeldungen und Briefe Landauers aus den Zeiten von Krieg und Revolution dargeboten.

Ein Anhang enthält u.a. Gedichte von Landauers Lebensgefährtin Hedwig Lachmann (1865-1918), Texte von Erich Mühsam (1920) und Emil Julius Gumbel (1924) sowie eine "Chronologie zu Leben und Werk Gustav Landauers" von Dr. Siegbert Wolf. Die Einleitung hat Jan Rolletschek verfasst.

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Mehr Infos

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Das Buch bei der Gustav Landauer Initiative

Auszug

Interview mit Gustav Landauer 1911: "Der Text wurde noch vor der Verbreitung der 1. Auflage am 4.12.1911 von der Polizei beschlagnahmt. Grund war der Spitzel Prawitz-Reimann; vorgeschobene Anklage: die Aufforderung zum Generalstreik. Alle 100 00 (!!) Exemplare wurden vernichtet, Landauer selbst blieb unbehelligt, weil der Text nicht unter seinem Namen erschienen war. Der Text folgt der Ausgabe des Trotzdem Verlages (Reutlingen 1980)." Anarchistische Bibliothek 28.3.2018

Autoreninfos

Gustav Landauer (geboren am 7. April 1870 in Karlsruhe; ermordet am 2. Mai 1919 im Gefängnis Stadelheim in München): Anarchist, Schriftsteller, Publizist, Übersetzer, Philosoph, Antipolitiker und Antimilitarist. Gustav Landauer wurde in ein liberales jüdisches Elternhaus geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf. Er gilt als bedeutendster Vertreter des anarchistischen Sozialismus im deutschsprachigen Raum. Bis 1917 war er als Redakteur, Redner und Organisator zahlreicher libertärer Projekte hauptsächlich in Berlin aktiv. Hier lernte er u.a. Fritz Mauthner, Bruno Wille, Hedwig Lachmann, Erich Mühsam und Martin Buber kennen. Landauer war Redakteur der Zeitschrift "Der Sozialist", Mitbegründer u.a. der Neuen freien Volksbühne (1892), der Konsumgenossenschaft "Befreiung" (1895), des Sozialistischen Bundes (1908) und der Zentralstelle Völkerrecht (1916). Im November 1918 ging er auf Einladung Kurt Eisners nach München, wo er in den Revolutionären Arbeiterrat kooptiert wurde. Während der ersten Räterepublik vom 7. bis 13. April 1919 war er "Volksbeauftragter für Volksaufklärung" (ehem. Kultusminister). Im Zuge der Niederschlagung der zweiten, kommunistischen Räterepublik wurde Landauer verhaftet und am 2. Mai 1919 bei seiner Einlieferung in das Gefängnis Stadelheim von einer Soldateska gelyncht.

Wikipedia (DE): Gustav Landauer  |  Website: gustav-landauer.org Gustav Landauer Initiative  |  Youtube: Playlist "Gustav Landauer" von cbartolf

Die Herausgeber

Peter Bürger, geb. 1961 in Eslohe (Sauerland), ist Theologe (Studienorte Bonn, Paderborn, Tübingen), examinierter Krankenpfleger und freier Publizist. Er gehört zu den Initiatoren des "Ökumenischen Aufrufs San Oscar Romero 2011". Mitgliedschaften: Internationale katholische Friedensbewegung pax christi; Solidarische Kirche im Rheinland; dt. Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes (IFOR); Ökumenisches Institut für Friedenstheologie.

Wikipedia (DE): Peter Bürger (Publizist)

Jan Rolletschek (geb. 1978 in Schwerin), Kulturwissenschaftler; Studium der Kulturwissenschaft, Philosophie und Neueren und Neuesten Geschichte in Berlin; promoviert über die Spinoza-Rezeption Gustav Landauers; organisiert u.a. in der Gustav Landauer Initiative (gustav-landauer.org).

Texte im Anhang von

Erich Kurt Mühsam (geboren am 6. April 1878 in Berlin; gestorben am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg) war ein anarchistischer deutscher Schriftsteller, Publizist und Antimilitarist. Als politischer Aktivist war er 1919 maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde, aus der er nach 5 Jahren im Rahmen einer Amnestie freikam. In der Weimarer Republik setzte er sich vorübergehend in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener ein. Seine politische Heimat fand er seit Mitte der 1920er Jahre in der „Anarchistischen Vereinigung“. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er von Nationalsozialisten verhaftet, und am 10. Juli 1934 wurde er von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet. 

Wikipedia (DE): Erich Mühsam

Emil Julius Gumbel (* 18. Juli 1891 in München; † 10. September 1966 in New York) war ein deutsch-amerikanischer Mathematiker, politischer Publizist, Pazifist und Gegner des Faschismus. Er lehrte von 1923 bis 1932 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, von 1933 bis 1940 in Lyon und 1953 als Professor an der Columbia-Universität.

Wikipedia (DE): Emil Julius Gumbel

Siegbert Wolf (* 1954 in Grebenhain) ist ein deutscher Historiker, Politologe und Publizist mit den Schwerpunkten Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Jüdische Sozialgeschichte und Gesellschaftskritik. Er ist Herausgeber der Gustav-Landauer-Werkausgabe.

Wikipedia (DE): Siegbert Wolf

Reihe

Erstellt: 06.03.2026 - 13:50  |  Geändert: 06.03.2026 - 15:05