1941, als die Deutschen kamen. Zeitzeugen erzählen.
auf YouTube (14.08.2026) 21:12
Ich habe am 11. April 2025 in Moskau Frauen interviewt, die als Kinder aus dem Kaluga-Gebiet, südwestlich von Moskau, von der Wehrmacht und ukrainischen Hilfspolizisten ins Baltikum verschleppt wurden, wo sie in Konzentrationslager gefangen gehalten wurden. Den Frauen, die damals noch Kinder waren, wurde dort zwangsweise Blut für verletzte deutsche Soldaten abgezapft.
Ich traf die Frauen auf einer Gedenkveranstaltung im Moskauer "Sieges-Park" wo aus Anlass des Internationalen Gedenktages der Zwangsarbeiter eine Veranstaltung unter freiem Himmel stattfand.
In Deutschland ist kaum bekannt, dass es in Russland, im Baltikum, in Weißrussland und der Ukraine zahlreiche Konzentrationslager für Kinder gab. Der Zweck dieser Konzentrationslager war die Blutgewinnung für verletzte deutsche Soldaten und die Suche nach geeigneten jungen Arbeitskräften, die man nach Deutschland schicken wollte.
Die für die besetzten Territorien zuständigen Behörden des NS-Regimes, hatten angeordnet, möglichst Alles, was die Wehrmacht brauchte, im besetzten Territorium zu beschlagnahmen, nicht nur Lebensmittel, sondern auch das Blut von Kindern. Da den Kindern mehrmals Blut entnommen wurde, war die Sterblichkeitsrate hoch.
In diesem Video berichtet die 86 Jahre alte Ewdakija Anikanowa, wie sie als Vierjährige das erste Mal für einen deutschen Soldaten Blut spendete.
Frau Anikanowa berichtet auch über die Besetzung ihres Dorfes, Iwankowo, im Kaluga-Gebiet, von 1941 bis 1943 durch die deutsche Wehrmacht.
Die von mir interviewte Dame konnte nach dem Krieg eine Ausbildung als Agronomin machen. Später lehrte sie an der Moskauer Lomonossov-Universität.
In mehreren Büchern berichtete sie über ihre Erfahrungen als "Blutspenderin" und über ihre Mutter, die im Baltikum als Zwangsarbeiterin beim Bunkerbau eingesetzt wurde.
Schließlich geht es in diesem Video um ein von der Partei "Die Linke" im Bundestag im Januar 2019 beantragtes Denkmal in Berlin, zur Erinnerung an den deutschen Vernichtungskrieg in der Sowjetunion. Der Antrag der Linken wurde von allen anderen Parteien im Bundestag abgelehnt.
Nach russischen Angaben starben im Zweiten Weltkrieg 14 Millionen sowjetische Zivilisten.