26.06.2026

Flotilla Activist Explains Brutal Detainment by Israelis

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Aktivist Thiago über seine Festnahme durch israelische Streitkräfte während einer Hilfsflottille für den Gazastreifen sowie über die anschließende Haft und Misshandlungen

Hier ist eine ausführliche Zusammenfassung des Interviews zwischen Chris Hedges und dem Aktivisten Thiago über die Festnahme und die anschließende Haft durch israelische Einsatzkräfte.

1. Route und Abfangen der Flottille auf hoher See

  • Der Routenverlauf: Die humanitäre Flottille stach am 15. Mai in Barcelona in See, fuhr über Sizilien (wo weitere Boote und Teams hinzukamen) und sollte über Griechenland und die Türkei in den Gazastreifen gelangen.
  • Zwischenstopp vor Kreta: Wegen eines aufziehenden Sturms im Mittelmeer und der Reparaturbedürftigkeit der älteren Boote steuerte die Flottille die griechische Insel Kreta an.
  • Das Abfangen (Interception): Etwa 600 nautische Meilen vor Gaza erschienen israelische Kriegsschiffe und Militärdrohnen,. Von Schlauchbooten (Ribs) aus enterten rund 20 bewaffnete Kommandos die Schiffe. Von den insgesamt knapp 50 Booten der Flottille wurden 22 Boote abgefangen und insgesamt 181 Aktivisten festgenommen; ca. 30 Boote konnten nach Griechenland ausweichen.
  • Zerstörung der Schiffe: Thiago bezeichnet das Vorgehen als Entführung. Anders als bei früheren Aktionen ging es den Einsatzkräften diesmal nicht primär um die Beschlagnahmung der Hilfsgüter oder Boote: Manche Boote wurden leck geschlagen oder die Motoren wurden zerstört, um sie im Meer versinken zu lassen.

2. Bedingungen auf dem Militärschiff (Schwimmendes Gefängnis)

  • Infrastruktur: Die Festgenommenen wurden auf ein großes, zu einem schwimmenden Gefängnis umgebautes Militärschiff gebracht. Dieses bestand im Kern aus vier Schiffscontainern um einen offenen Hof.
  • Mangelversorgung & Schikane:
    • In den Containern herrschte tagsüber extreme Hitze und nachts große Kälte.
    • Trinkwasser und Nahrung (altes Brot) waren stark limitiert.
    • Es gab nur etwa 50 Jacken für 181 Personen. Um sich aufzuwärmen, drängten sich die Menschen eng aneinander oder liefen nachts im Hof auf und ab.
    • Zur Schikane fluteten die Soldaten das Deck mit Wasserpumpen, um den Gefangenen die Kälte noch spürbarer zu machen.
    • Zur Abschreckung wurden Blendgranaten geworfen und Zielfernrohr-Laser auf Gefangene gerichtet,.

3. Kollektiver Hungerstreik und Nicht-Kooperation

Am zweiten Tag auf dem Schiff fällten die Gefangenen in einer Versammlung den Entschluss zur Arbeits- und Kooperationsverweigerung sowie zum Hungerstreik,.

Ihre Forderungen umfassten:

  1. Die Rückkehr von sechs zuvor isolierten Mitstreitern.
  2. Medizinische Versorgung (insbesondere für Herz- und Diabeteskranke).
  3. Grundlegende Hygieneartikel (u. a. Damenbinden), ausreichend Trinkwasser und Decken/Bekleidung.

Als Reaktion auf das Gesangs- und Protestverbot der Soldaten antworteten die Gefangenen mit gewaltfreien nächtlichen Gesängen.

4. Gezielte physische und psychische Gewalt gegen Thiago

Da Thiago bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres festgenommen worden war, erkannten ihn die Soldaten sofort und behandelten ihn als einen der Hauptorganisatoren.

  • Massive körperliche Übergriffe: Beim gewaltsamen Auflösen des Protests und dem Abtransport wurde Thiago von mehreren Soldaten abgedrängt, schwer am Kopf und Körper getreten sowie gegen Metalltüren geschlagen, woraufhin er das Bewusstsein verlor.
  • Verletzungen: Er erlitt starke Schwellungen im Gesicht (rechtes Auge komplett zugeschwollen), Hörprobleme am rechten Ohr und schwere Prellungen am gesamten Körper,.
  • Systematische Schikane im Flur: Gefesselt und mit verbundenen Augen wurde er über Gänge geschleift; vorbeigehende Soldaten schlugen, traten und bespuckten ihn wiederholt,.
  • Todesdrohungen & Psychofolter:
    • Ein Soldat legte ihm einen Schnürsenkel um den Hals und drohte, ihn zu erhängen („Neues Gesetz in Israel“).
    • Er wurde an eine offene Schiffsluke gestellt und bedroht, ins offene Meer geworfen zu werden.
    • Einsatz eines Tasers gegen sein rechtes Bein.

5. Überführung und Verhöre auf israelischem Staatsgebiet

  • Transport: Per Schlauchboot und weiteren Schiffen wurde Thiago an Land in eine militärische Einrichtung gebracht,.
  • Einlieferung in die Schabak-Einrichtung: Vor Ort wurde ihm mitgeteilt, dass er sich in einer Verhöreinrichtung des israelischen Inlandgeheimdienstes (Schabak / Shin Bet) befindet.
  • Verhörphase: Er musste Gefängniskleidung anziehen und wurde von anderen Gefangenen isoliert. In den darauffolgenden rund zehn Tagen wurde er von Einheiten des Schabak, des Mossad und der Polizei intensiv verhört – teils bis zu 18 Stunden am Tag.

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Sprache (Ton)
Englisch
Laufzeit
23min 6s

Erstellt: 30.06.2026 - 07:21  |  Geändert: 02.08.2026 - 20:15

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