15.06.2026

China-Schock 2.0? Industrie unter Druck

Remote Video URL
Medienpräsenz

Lange Jahre fuhren Deutschland und Europa große Exportüberschüsse im Handel mit China ein. Doch in den letzten Jahren hat sich diese Entwicklung umgedreht. Die deutsche und europäische Industrie exportiert weniger nach China als zuvor. Sie leidet verstärkt unter chinesischer Konkurrenz im europäischen Binnenmarkt, aber auch auf Drittmärkten. Auch in Branchen, in denen sie traditionell stark war, wie Maschinenbau, Autoindustrie und Chemie.

Vor 20 bis 25 Jahren erlitten die USA einen sogenannten China-Schock, in dessen Rahmen zahlreiche Industriearbeitsplätze verschwanden. Die Importe chinesischer Güter in die USA stiegen stark an. Nicht selten wird diese Deindustrialisierung im sogenannten Rust Belt der USA als ein Faktor gesehen, der den Aufstieg der MAGA-Bewegung Donald Trumps befördert hat. Die Sorge, dass Ähnliches auf Deutschland und Teile Europas zukommen könnte, ist groß.

Was sind die Ursachen der extremen Exportstärke Chinas? Erleben wir gerade einen China-Schock 2.0 für die deutsche und europäische Industrie? Wie kann Europa mit der chinesischen Konkurrenz umgehen? Was bedeutet die hohe Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Industrie für die Aspirationen mancher Schwellenländer, eigene Industrien aufzubauen?

Adam Tooze ist Wirtschaftshistoriker, Professor an der Columbia University in New York und Publizist. 2019 zeichnete ihn das Foreign Policy Magazine als einen der 10 bedeutendsten Wirtschaftsdenker des Jahrzehnts aus. Er ist Mitherausgeber des Wirtschaftsmagazins „Surplus“. Sein Newsletter „Chartbook“ informiert über weltweite wirtschaftliche und politische Entwicklungen.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
45min 7s
Videoautoren

Erstellt: 17.06.2026 - 05:18  |  Geändert: 17.06.2026 - 05:22

verwendet von