Milo Rau und sein International Institute of Political Murder (IIPM) haben in den letzten zehn Jahren die Ästhetik des zeitgenössischen Theaters mit zahlreichen Aufsehen erregenden Produktionen geprägt. Von den Reenactments (Die letzten Tage der Ceausescus, Hate Radio, Breiviks Erklärung) über die Prozessformate (Die Moskauer und Die Zürcher Prozesse, Das Kongo Tribunal) und die biographischen Erzählstücke (The Civil Wars, The Dark Ages und Empire) bis hin zur Repräsentations-Trilogie (Five Easy Pieces, Die 120 Tage von Sodom und Histoire du Theâtre) stehen immer wieder Fragen zum Verhältnis von Realität und Realismus, Geschichte und Abweichung, Wiederholung und Variation im Zentrum der Auseinandersetzung.
Milo Rau, Fabian Scheidler im Literaturhaus Berlin: Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen
auf YouTube (04.07.2018) 55:03
Milo Rau, Autor, Theater- und Filmregisseur ("Das Kongo-Tribunal", "General Assembly" u.a.), Intendant des Nationaltheaters Gent, diskutiert im Berliner Literaturhaus mit Fabian Scheidler über dessen Buch "Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen": Welche neuen Institutionen brauchen wir, um angesichts von extremer sozialer Spaltung, Klimachaos und den größten Fluchtbewegungen seit 1945 angemessene Antworten auf die Zukunft zu finden? Wie können wir in einer "scheiternden Zivilisation" neue politische, jurstische und ökonomische Strukturen aufbauen, die die zusammenbrechenden alten ersetzen? Wie können wir auf Brüche wie einen weiteren Finanzcrash vorbereitet sein?
Aufzeichnung vom 6. Februar 2018.
Moderation: Sonja Longolius, Leiterin des Literaturhauses Berlin
Mehr Informationen unter www.megamaschine.org