Wir befinden uns im Übergang vom industriellen zum kybernetischen Zeitalter. Die Wirtschaftshistorikerin Andrea Komlosy wirft dazu einen Blick zurück, um die Corona-Krise als dynamisierendes Element der Zeitenwende verständlich zu machen. Komlosy ordnet Zyklen der Konjunktur und der globalen Hegemonie sowie Epochen der Menschheitsgeschichte historischen Einschnitten zu - vom Jagen und Sammeln über die Agrarrevolution und die Industriegesellschaft bis zum aktuellen Umbruch, der ins kybernetische Zeitalter führt. Dieser Übergang korrespondiert mit einem neuen Wachstumszyklus der Ökonomie, die durch Digitalisierung, Robotik und Schnitt stellen zwischen Mensch und Maschine geprägt ist. Pharma, Biotech und Nanotechnologie stellen die Leitbranchen des Übergangs dar. Gleichzeitig erleben wir die Erosion der westlichen Vorherrschaft und verstärkte geopolitische Rivalität um die hegemoniale Nachfolge.
Andrea Komlosy (Jahrgang 1957) ist eine österreichische Historikerin und Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der globalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, insbesondere in der Analyse von Arbeitsverhältnissen, globalen Ungleichheiten und der historischen Entwicklung von Zentrum-Peripherie-Strukturen. Sie veröffentlichte unter anderem das Werk „Arbeit. Eine globalhistorische Perspektive“, in dem sie die Entwicklung von Arbeitsformen über verschiedene Epochen und Weltregionen hinweg untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Untersuchung von Arbeitsmigration und deren wirtschafts- und sozialhistorischen Auswirkungen. Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre beteiligt sie sich an wissenschaftlichen Debatten zur Globalisierung und zur historischen Einordnung gegenwärtiger ökonomischer Entwicklungen.
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