Tim Gabel (Medienpräsenz)

2:53:55

Oskar Lafontaine war SPD-Vorsitzender, Bundesfinanzminister, Ministerpräsident des Saarlandes, hat ein Attentat überlebt, zwei Parteien hinter sich gelassen und sagt heute Dinge, die sich kein aktiver Politiker mehr traut auszusprechen.

In diesem Podcast sprechen wir über Krieg als Geschäftsmodell, den Einfluss von Geld auf die Politik, das Versagen des Sozialstaats und warum das Vertrauen in die Politik so massiv eingebrochen ist. Herr Lafontaine erzählt vom Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, dem Attentat das er knapp überlebte, seiner Sicht auf die USA und deren Kriege, dem Zustand der SPD, der AfD und der aktuellen Regierung unter Friedrich Merz. Er spricht über Sanktionen, Rüstungsausgaben, die Rolle der Medien und warum sich anständige Menschen zunehmend von der Politik abwenden.
Ich wollte in diesem Gespräch nicht in politische Debatten eintauchen, sondern den Blick eines Mannes verstehen, der für mich eine ganz andere Ausstrahlung und ein ganz anderes Verständnis von Politik hat als das, was man heute sieht.

Es war eine große Freude, einem Mann zuzuhören, der mit 82 Jahren geistig so scharf und so klar in seiner Haltung ist.

Zeitmarken

00:00 Vom Arbeiterkind zum mächtigsten Mann der SPD 
38:24 Warum es keine Staatsmänner mehr gibt 
1:05:38 Das Attentat auf Oskar Lafontaine 
1:24:20 Krieg, Geld & Korruption: Wer wirklich die Macht hat 
2:12:50 Russland, Europa und das Versagen der Diplomatie 
2:28:59 Wie sieht eine gerechte Gesellschaft aus?

4:48:54

Wolfgang M. Schmitt ist Kulturkritiker, Buchautor und einer der schärfsten Beobachter unserer Medien- und Politiklandschaft. In diesem Gespräch sprechen wir über Ideologie und Propaganda, die Mechanismen der Klick-Kultur und warum Politik zunehmend zum Entertainment wird. Wir analysieren, was Filme und Literatur über den Zustand unserer Gesellschaft verraten, machen einen Exkurs in die deutsche Philosophiegeschichte und diskutieren, warum die Verteilungskämpfe in Deutschland gerade erst beginnen.

3:56:07

Prof. Dr. Martin Andree ist Medienwissenschaftler an der Universität zu Köln, Unternehmer und einer der bekanntesten Big-Tech-Kritiker Europas. Er war 19 Jahre lang Manager bei Henkel, hat an der Harvard Business School studiert und 2024 den Günter-Wallraff-Sonderpreis für Pressefreiheit und Menschenrechte bekommen. Heute lehrt er als außerplanmäßiger Professor am Institut für Medienkultur und Theater in Köln und ist Gründer der Digitalagentur AMP Digital Ventures. Mit seinem Forschungsteam hat er als Erster überhaupt das gesamte deutsche Internet vermessen. 16 Millionen Domains, drei Monate lang, Tag und Nacht.

Sein Befund: 99 Prozent aller deutschen Websites sind faktisch tot. Vier US-Konzerne kontrollieren fast die Hälfte unseres digitalen Lebens. Und nach Veröffentlichung seiner Daten hat nach eigener Aussage ein US-Tech-Gigant dafür gesorgt, dass die Studie nicht weitergeführt werden darf.
In dieser Folge sprechen wir mit Martin über seine Vermessung des Internets, über die Marktmacht der vier großen Tech-Konzerne und darüber, was es bedeutet, wenn so wenige Plattformen so viel Reichweite auf sich vereinen. Wir reden über die Wirkung von Algorithmen auf Wahrnehmung und Meinungsbildung, über die Allianz zwischen Tech-Milliardären und der Trump-Regierung und über die Frage, wie abhängig Europa inzwischen von US-Infrastruktur ist.

Außerdem geht es um Martins These, warum 2029 ein entscheidendes Jahr werden könnte, und welche Lösungsansätze er sieht.