Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus
Zu bisher ungelösten Fragen der Kritik der politischen Ökonomie

Stephan Krüger spitzt mit Marx' Kritik der politischen Ökonomie zentrale und umstrittene Fragen der Gegenwartsanalyse zu.

Marx' ökonomisch-politische Gesellschaftstheorie besitzt ungebrochene Aktualität. Es braucht auch keine substanziellen Modifikationen und Weiterentwicklungen – wie sie beispielsweise die sogenannte monetäre Werttheorie unterstellen – zur Analyse des Gegenwarts-Kapitalismus, sondern einfach das Weiterdenken und Konkretisieren der in den Marxschen Begrifflichkeiten bereits angelegten impliziten Momente. Diese haben sich im historischen Verlauf zu ausgebildeten Bedeutungen entwickelt.

ISBN 978-3-96488-268-4 1. Auflage 21.07.2026 24,80 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover) Neuausgabe

Der Autor zeigt, wie auf Basis eines korrekten Verständnisses der Grundkategorien von Wert und Geld die modernen Phänomene des Finanzmarktkapitalismus, von Geldpolitik und Inflation sowie internationaler Wertschöpfungsgewichtung der Arbeit und deren Ausdruck in den Warenpreisen theoretisch analysiert und empirisch-statistisch erfasst werden können.

Die Lösung des »Reduktionsproblems« komplizierter Arbeiten auf einfache Arbeit sowie die Einordnung des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate in den Kontext verschiedener gesellschaftlicher Betriebsweisen der kapitalistischen Gesellschaftsformation runden die Analysen ab. 

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Aus dem Inhalt

I. Historische Periodisierung der kapitalistischen Gesellschaftsformation. Gesellschaftliche Betriebsweisen des kapitalistischen Reproduktionsprozesses als historisch spezifische Ausgestaltungen des Verhältnisses von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen 14
1. Ressourcenallokation in der kapitalistischen Marktwirtschaft: Profitratenausgleich als Grundgesetz der Konkurrenz...................... 16
2. Gesellschaftliche (industrielle) Betriebsweisen als historisch spezifische Grundlagen für das Wirken des Wertgesetzes............. 22
3. Die verschiedenen gesellschaftlichen Betriebsweisen ...................... 25
4. Perspektiven einer neuen Betriebsweise der Digitalisierung und Dekarbonisierung der produktiven und individuellen Konsumtion . . 41
Ausblick................................................................................................... 48

II. Gesamtreproduktionsprozess. Produktive und unproduktive Arbeit als Schlüsselkategorien zur Erfassung des ökonomischen Ganzen 51
1. Primat der Ökonomie - der Erwerbssektor als Ort des gesellschaftlichen Stoffwechsels und die Warenform des Produkts als historisch spezifische Form im Kapitalismus................................ 52
2. Produktive Arbeit und industrielles Kapital.......................................... 53
3. Unproduktive Arbeit und Zirkulationsfunktionen beim Handel.... 55
4. Unproduktive Zirkulationsarbeit bei kommerziellen Dienstleistern. . 58
5. Unproduktive Zirkulationstätigkeiten bei Banken/Versicherungen . . 60
6. Reproduktives Kapital und kapitalistische Lohnarbeit als Basis für zinstragendes Kapital und den fiktiven Kapital überbau................ 62
7. Unproduktive Arbeit als Dienst............................................................. 65
8. Reproduktion: Gesamtwirtschaftliches Bruttoprodukt und seine Bestimmungsfaktoren .................................................... 68

III. Arbeit, Wert, Produktionspreis und Kredit..................................... 72
1. Systematische Darstellung der ökonomischen Kategorien im »Kapital« als ideeller Nachvollzug der Bewegung des Werts (und Kapitals) . . 72
2. Ausgangspunkte der Kritik der »monetären Werttheorie«................ 75
3. Die beiden Dimensionen der gesellschaftlich notwendigen Arbeit als nicht gleichrangige Bestimmungen.......................................... 77
4. Produktions- und Distributionsverhältnisse als Wechselwirkung ungleicher Kräfte............................................................................. 81
5. Arbeits- und Verwertungsprozess als »in sich reflektiertes Produktionsverhältnis« und das sog. Transformationsproblem als Scheinproblem.................................................................................. 86
6. Status des zinstragenden Kapitals und des Kreditsystems in Bezug auf Wertschöpfung und Kapitalakkumulation................................ 90

IV. Geld, Kredit und Währung. Zur Aktualität der Marxschen Geld- und Kredittheorie............................. 94
1. Das Austauschverhältnis von Ware und Geld als Wertverhältnis ... 99
2. Inkonvertibles Zentralbankgeld als Repräsentativgeld sui generis . . 102
3. Bestimmungsgründe der Geldmenge
und die Verkehrsgleichung des Geldes............................................. 108
4. Digitale Zahlungssysteme und digitales Geld.......................................... 115

V. Inflation und Geldpolitik...................................................................122
1. Begriffsbestimmung Inflation...................................................................122
2. Empirischer Befund (am Beispiel der BRD)..........................................126
3. Warenpreisentwicklung und Verlauf der Kapitalakkumulation .... 132
4. Die Geldpolitik der EZB im X., XI. und dem begonnenen XII. Nachkriegszyklus..........................................................................135
5. Temporäre Perturbation der Marktpreise oder strukturelle Nachwirkungen der ultralockeren Geldpolitik?.................................145

VI. Quantitative Aspekte der Wertbestimmung. Interne und externe Gewichtung der Wertschöpfungspotenz produktiver Arbeit............................................................................................ 147
1. Empirischer Ausgangspunkt: Langfristige Entwicklung des Preisausdrucks einer Stunde Arbeit..........................................................147
2. Doppelcharakter der Arbeit: Langfristige Produktivitäts- und Wertentwicklung................................................................................154
3. Geldseite des Wertausdrucks..................................................................... 163
4. Vom Preisausdruck der Waren in den Geld- und Währungssystemen zu ihrem Wert..........................................................168
5. Interne Gewichtung der Wertschöpfung produktiver Nationalarbeit . . 172
6. Externe Gewichtung der Wertschöpfung produktiver Arbeit auf dem Weltmarkt......................................................................................176
7. Empirisch-statistische Umsetzung für die BRD-Nachkriegsentwicklung................................................................... 199
8. Resümee.................................................................................................... 205

VII.Das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate. Steigerung der Produktivkräfte der Arbeit und ihre wertmäßigen Ausdrucksformen.............................................................................................206
1. Doppelcharakter der warenproduzierenden Arbeit und der kapitalistische Produktionsprozess als »in sich reflektiertes Verhältnis« ....................................................... 207
2. Produktivkraftsteigerung: Methoden und immanenter Widerspruch . 209
3. Technische Zusammensetzung des Kapitals........................................210
4. Ausdruck der Produktivkraftsteigerung in den Werten der Waren . . 212
5. Organische Zusammensetzung des Kapitals ......................................... 213
6. Modifikationen der Entwicklung der organischen Zusammensetzung durch Importe...................................................216
7. Wertzusammensetzung des Kapitalvorschusses..................................217
8. Beschleunigte Kapitalakkumulation I: Zusammenspiel zwischen wertmäßiger Akkumulation und stofflicher Erhöhung der Stufenleiter der Reproduktion.............................................................218
9. Beschleunigte Kapitalakkumulation II: Nur zeitweilige ruhige Bewegungsform des immanenten Widerspruchs industrieller Mehrwertproduktion................................................................................... 220
10. Die empirischen Befunde für die ersten beiden Betriebsweisen . . . 224
11. Umbrüche im XII. Nachkriegszyklus (ab 2021)................................... 229
12. Mittelfristige Aussichten (global).............................................................233


Bemerkung zur Fußnote 2 auf Seite 72 in Stephan Krügers Buch: „Mit Marx zum Verständnis des aktuellen Kapitalismus. Zu bisher ungelösten Fragen der Kritik der politischen Ökonomie.“ Hamburg, 2026, Mit Hinweisen auf: H. Reichelt, das Verhältnis von historischer zu logisch systematischer Darstellung, Geldware, monetäre Werttheorie, Disput B. Lietz, W. Schwarz und M. Heinrich: (...) Die Fußnote lautet: „Von vielen Vertretern dieser Richtung seien nur einige genannt: H. Reichelt, D. Wolf, J. Zeleny. Rückblickend ist ihr Verdienst die falsche parteioffizielle Auffassung des „Kapitals“ in Frage gestellt zu haben. Ihre positiven Ergebnisse halten sich in Grenzen.“ Von Dieter Wolf dieterwolf.net 08.2026

Autoreninfos

Stephan Krüger, 1953, ist ein deutscher promovierter Volkswirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler, Diplom-Volkswirt und gelernter Kaufmann. Er arbeitet seit Mitte der 1970er Jahre zur Nutzbarmachung amtlicher Statistiken zur marxistischen Analyse der ökonomischen Entwicklung und seit den 1990er Jahren als externer Unternehmens- und Projektberater für Belegschaften, ihre Repräsentanten (Betriebsräte, Beschäftigtenvertreter in Aufsichtsräten) und Gewerkschaften. Er ist Mitglied des Teams des Instituts für die Geschichte und Zukunft der Arbeit,[1] dessen Träger die gleichnamige von Horst Neumann begründete Stiftung ist.[2] Stephan Krüger unterrichtete am Zentrum für ökonomische und soziologische Studien (ZÖSS) der Universität Hamburg, für die Rosa-Luxemburg-Stiftung,[3] die Marxistische Abendschule Hamburg (MASCH) und das Gesellschaftswissenschaftliche Institut Hannover.

Wikipedia (DE): Stephan Krüger

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Erstellt: 23.08.2026 - 11:39  |  Geändert: 23.08.2026 - 11:59