Von Bayreuth nach Auschwitz
Oper, Politik, Gewalt
Von der Koalition aus Kunst und Gewalt
Sie führen Krieg, foltern, morden, vernichten - und sind kunstbeflissen: die Männer des Nationalsozialismus. Bayreuth, die Wirkstätte Richard Wagners, ist seit etwa 1900 ein beliebter Treffpunkt völkisch denkender Kreise.
Der Musik- und Theaterwissenschaftler Anno Mungen zeigt, wie Kunst, Krieg und Massenmord vor, während und nach dem Regime zusammenwirken.
Im Nationalsozialismus behauptet Musik die angebliche kulturelle Überlegenheit gegenüber anderen Völkern und dem Judentum, heilt Soldaten von ihren seelischen Leiden und besänftigt die Mörder von Auschwitz nach den Selektionen. Bis heute behaupten große Teile der Wagner-Gemeinde, dass es im nationalsozialistischen Bayreuth nur der Kunst gegolten habe. Dieses Buch widerspricht und zeigt die Kontexte von Gewalt und Kultur in ihrer engen Verstrickung auf.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags
Interview
"Wagner wird überschätzt": Anno Mungen zeigt, wie Wagner-Kult, Houston Stewart Chamberlains Rassenwahn und NS-Propaganda ineinandergreifen – und warum diese Geschichte im Zeitalter des Populismus neu gelesen werden muss. Von Kathrin Hasselbeck BR Klassik 17.06.2026