Land und Freiheit
Kollektive Autonomie und die Wiederaneignung des Sozialen
Die westliche Moderne definiert sich über den Anspruch, allen Menschen die Freiheit zu bringen – im Gegensatz zu Gesellschaften, welche in der Freiheit das Privileg einer Minderheit sahen. Dieses moderne Projekt ist gescheitert.
Zu einem Zeitpunkt, wo soziale Ungleichheit explodiert und Freiheitsbeschränkungen um sich greifen, hinterfragt Aurélien Berlan die zugrunde liegende Idee der Freiheit radikal.
Hinter dem Ideal der Emanzipation durch Beherrschung der Natur erkennt er das aristokratische Streben nach einer »leichten Existenz«: den Wunsch, von den beschwerlichen Aufgaben des Alltags erlöst zu sein. Soziale Ungleichheit und ökologische Katastrophe sind untrennbar miteinander verbunden, da die Befreiung von den Notwendigkeiten des Alltags – als »imperiale Lebensweise« – die Ausbeutung von Natur und Mensch voraussetzt.
Das anzustrebende Ziel kann nicht eine Existenz »ohne Mühe« sein, sondern materielle und politische Autonomie. Es geht darum, unsere Subsistenz kollektiv in die Hand zu nehmen, denn nur so sind Freiheit und Gleichheit in Einklang zu bringen.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags
Aus dem Inhalt
34 Kapitel I: Die Zerstörung des Privatlebens und der Triumph eines apolitischen Freiheitskonzepts
36 Die politischen und philosophischen Enthüllungen Edward Snowdens
42 Triumph und Zusammenbruch der privaten Freiheit
67 Das Freiheitsgefühl in den Industriegesellschaften
95 Kapitel 2: Das Emanzipationsprojekt in der Falle des Erlösungswahns
102 Die conditio humana überwinden: das religiöse Streben nach Erlösung
113 Materielle Erlösung und soziale Herrschaft in der westlichen Welt
143 Der industrielle Traum von der Erlösung und die Trugbilder der Emanzipation
190 Eine aristokratische, scholastische und nihilistische Vorstellungswelt
202 Kapitel III: Autonomie: Subsistenz als revolutionäre Perspektive
211 Die Semantik der Autonomie
223 Selbstversorgung: Das Freiheitsverständnis der unteren Klassen
247 Hunger, Hände und Erde