Karl Kraus
Widerspruch gegen den Zeitgeist
Karl Kraus gilt als einer der bedeutendsten Satiriker der Weltliteratur und als eine herausragende Gestalt der Wiener Moderne.
Bruno Kern legt zum 150. Geburtstag des Schriftstellers eine ebenso fundierte wie gut lesbare Biografie vor. Die treffend ausgewählten Originalzitate machen Appetit auf die Lektüre von Kraus. Für alle Wien-Kenner und Wien-Liebhaber ist der bebilderte Stadtrundgang auf den Spuren des großen Schriftstellers besonders reizvoll.
Die fast tausend Bände von Kraus' Zeitschrift »Die Fackel« und seine siebenhundert Vorlesungen haben das geistige Klima der Jahrhundertwende geprägt. Scharfsinnig entlarvt er die Philistermoral seiner Zeit, die Korrumpiertheit der Presse, vor allem aber die Physiognomie einer Epoche, die in die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«, den Ersten Weltkrieg, mündete und der er in seinem monumentalen Drama »Die letzten Tage der Menschheit« ein einzigartiges Denkmal gesetzt hat.
In seinem bereits 1933 verfassten, posthum erschienenen Werk »Die dritte Walpurgisnacht« deckt er den Charakter der Nazi-Diktatur als die dunkle Kehrseite der Moderne auf.
Karl Kraus als Autor bei Neuer Weg
Inhalt
- Die schöpferische Ohnmacht des Wortes
- Der »Gartenduft aus frühen Jahren«: Kindheit, Jugend, erstes öffentliches Wirken»
- Was wir umbringen«: Im Widerschein der Fackel»
- Ich bin nur einer von den Epigonen«: Im Haus der Sprache»
- Wer etwas zu sagen hat, trete vor und schweige!« Zeitenwende
- Die »Verjagung der alten Gespenster«
- »Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte ...«
- Zur weiteren Vertiefung
- Zeittafel
- Durch Wien auf den Spuren von Karl Kraus
Anhang
- Personenregister
- Literaturverzeichnis
- Bildnachweise
Widerspruch gegen den Zeitgeist: Zur Aktualität des Pazifisten Karl Kraus: Ohne Zweifel gehört Karl Kraus (1874–1936) zu den größten Satirikern der Weltliteratur überhaupt. Die einzigartige Verbindung von Sprach- und Gesellschaftskritik ist das hervorstechende Merkmal seiner Satire. Gesellschaftliche Zustände entlarvt er gerade an deren sprachlichem Unvermögen, an der Phrase, deren man sich bedient. Selbst Max Horkheimer gestand ein, dass sich die Werkzeuge der sozialwissenschaftlichen Gesellschaftskritik im Vergleich zur Krausʼschen Satire als recht harmlos und stumpf erweisen. Von Bruno Kern OVERTON Magazin 13.07.2025
Pressestimme
Bruno Kern legt eine neue, kompakte Biografie vor, die das Leben und Schaffen von Kraus in den historischen Kontext einbettet, der für das Verstehen seiner Werke geradezu fundamental ist. Manfred Orlick, literaturkritik.de