Multiple Krise und neue Konstellationen des Kapitalismus
Elemente einer Bestandsaufnahme
Die multiple Krise des Kapitalismus spitzt sich zu. Insbesondere die ökologische Krise hat längst Kipppunkte erreicht und bedroht das planetare Leben. Die Covid-19-Pandemie und die steigenden Lebenshaltungskosten haben die soziale Krise verschärft. Sozialräumliche und sozioökonomische Ungleichheiten wachsen im Weltmaßstab und innerhalb der Gesellschaften; immer mehr Menschen sind auf der Flucht.
Die Krise der Demokratie offenbart die autoritären Gehalte des neoliberalen Regierungsprojekts, das keines der großen gesellschaftlichen Probleme gelöst hat. Globale wirtschaftliche Gewichte haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte gravierend verändert. Es scheint, dass die ra der US-Hegemonie, die noch die neoliberale Globalisierung geprägt hat, zu Ende geht. Möglicherweise entsteht eine neue multipolare Weltordnung. Dieser Übergang verläuft nicht friedlich. Es finden bereits zahlreiche Kriege und Bürgerkriege statt, in denen auch um die Neuordnung der Hierarchie der kapitalistischen Staatenwelt gekämpft wird. Die Beiträge des Bandes beleuchten gesellschaftliche Entwicklungen in den USA, der EU, Russland, China, Indien, Südostasien, Afrika und Lateinamerika.
Rezension des Buches Kapital & Krise von Sebastian Klauke: Bei »Kapital & Krise« handelt es sich um eine umfassende und detaillierte ideengeschichtliche Darstellung der Entwicklung marxistischer Krisenanalyse. Der Autor nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise, die einen enormen historischen Prozess der theoretischen Perspektivenerweiterung offenbart: von einer ökonomischen Krisentheorie zu einer Theorie gesellschaftlicher Vielfachkrisen. Von Felix Syrovatka analyse & kritik 17.05.2022