Die Farben des Feuers
Roman
Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um.
Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums - in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.
Rezensionen
Lesebericht auf der Verlagsseite: Im Anhang des jüngst erschienenen Romans von Pierre Lemaitre »Die Farben des Feuers«, den Tobias Scheffel übersetzt hat, steht auf den Seiten S. 477 ff. ein Schuldschein, den unsere Redaktion Ihnen nach der Lektüre dieses Romans zur Kenntnisnahme empfiehlt. Auf diesen Seiten öffnet der Autor ihnen ein wenig seine Schreibwerkstatt und berichtet über die Quellen, die ihn zu diesem Roman inspiriert haben. Von Heiner Wittmann Klett-Cotta 12.04.2019
Triumph der Egos: Wie zehn Stunden Binge Watching: In seinem Roman "Die Farben des Feuers" schildert der französische Autor Pierre Lemaitre den Verfall einer kranken Gesellschaft. Von Romain Leick Spiegel 01.03.2019
Mit „Die Farben des Feuers“ knüpft Pierre Lemaitre an seinen Roman „Wir sehen uns dort oben“ an, aber die Fortsetzung versteht man auch unabhängig davon. Es handelt sich um eine unterhaltsame Mischung aus Familien- und Gesellschaftsroman mit Versatzstücken von Krimis und Satiren. Die Geschichte, die Pierre Lemaitre in „Die Farben des Feuers“ erzählt, spielt 1927 bis 1930 bzw. 1933 in Paris, also zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, ökonomischer Umwälzungen, gesellschaftlicher Konflikte und des Aufstiegs faschistischer Regime sowohl in Italien als auch in Deutschland. Die zeitgeschichtliche Szenerie dient allerdings nur als Kulisse. dieterwunderlich.de (ohne Datum)
Pressenotizen Perlentaucher
Leserstimme auf der Verlagsseite: Fesselndes Gesellschaftsporträt: Dieses Werk ist die Fortsetzung seines Buches "Wir sehen uns dort oben". Man findet sich in der gleichen Epoche, die Charaktere sind teilweise ident, deren Bedeutung jedoch unterschiedlich. Lemaitres Roman ist ein tolles Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 1930er-Jahren, dessen Mittelpunkt das Leben und Leiden der Bankierstochter Madeleine steht. Eine satirische Darstellung der französischen Gesellschaft. Außergewöhnliche Charaktere, die bis in die Nebenfiguren wie dem polnischen Kindermädchen Vladi oder der Opernsängerin Solange genial dargestellt sind. Dieses ausschweifende Werk vereint menschliche, finanzielle und politische Katastrophen miteinander. Als Leser muss man zuerst mit dem fliegenden Szenen- und Perspektivenwechsel vertraut werden. Der Autor beschreibt mitreißend die Atmosphäre der Zwischenkriegszeit, mit all seine Hässlichkeiten. Der Erzählstil ist eigen. Die Beschreibungen sind genau, die Leser werden während der Handlung persönlich angesprochen. Lemaitres redet Klartext, man weiß immer über wen und über welches Thema er redet, jedoch die Moral überlässt er dem Leser. In einer Zeit, wo Frauen keine Rechte gehabt haben, begann die entmachtete Madeleine ihren Rachefeldzug. Obwohl mir ab und zu schleierhaft vorkam, wie diese Frau eine solche Verwandlung hingelegt und wie sie die nötigen Mittel beschaffen hatte, fand ich ihr Vorgehen beeindruckend. Ich konnte ihre Absichten und Handlungen nachvollziehen. Definitiv ein Buch zum Nachdenken. Von Sally N., Penguin 10.09.2021