Schattenblick 184 - 29.11.2025
Sonderausgabe 27

29.11.2025 , Deutsch

Am 29. Novmber 2025 ist die Schattenblick-Druckausgabe Nr. 184 als Sonderausgabe 27 erschienen.

Editorial

Die Russen kommen

In der Geschichte der Ukraine kann auf ein 'Vordem' ununterbrochen zurückgeblickt werden, kurz, der Streit um sie ist uralt. Dabei geht es um nicht weniger als um ein Landgebiet, welches vom Umfang her etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern ist. Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass die Krim, um die es hier geht, oft von verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Ethnien bewohnt wird und nicht nur von den sogenannten Krimtataren. Bis in die Ukraine hinein allerdings ist zudem auch heute noch die russische Sprache ein nicht ungängiges Verständigungsmittel.

Hat nicht der russische Präsident Putin versprochen, dass in der Ukraine jede Staats- und Regierungsform von Russland akzeptiert wird, wenn sich nicht auf offenkundigen Schleichwegen der sogenannte freie Westen sukzessive der Ukraine annähern würde mit dem Ziel, doch irgendwann die NATO, also das westliche Verteidigungsbündnis, diesem Land aufzufrachten? Hat nicht die Ukraine demgegenüber erklärt, sie würde bei einer Bündnisannäherung an die NATO das Recht beanspruchen, selbst zu entscheiden?

Wären da nicht die ohnehin zwischenzeitlichen kleinen Grenzreibereien und die Dauerunvereinbarkeit zwischen Moskau und der Ukraine, dann gebe es auch die Chance auf ein friedliches Nebeneinander der beiden sehr unterschiedlichen Staatsformen. Zudem ist auch die Ukraine nicht unbedingt eine Demokratie im europäischen Sinne, zumindest im Eigenanspruch durch das Kriegsrecht begründet. Und warum sollte darüber hinaus die Demokratie in der Ukraine von westlichen Ländern bestimmt werden können? Ganz sicher fehlte es noch an der Einhaltung einer erforderlichen Frist, welche ein europäisches und westliches Bündnis rechtfertigen würde.

Die Möglichkeit allerdings, im Angesicht des Wunsches der ukrainischen Regierung, es anzustreben, einmal NATO-Mitglied werden zu können, kann von Russland keineswegs tatenlos hingenommen werden. Um sich und den Frieden in der Region zu schützen, hat Präsident Putin das eingeleitet, was er eine militärische Aktion, nicht aber einen Krieg nennt.

Zusicherungen, dass die Ukraine niemals zum NATO-Mitglied werden kann, sind Moskau gegenüber unmissverständlich ausgeblieben. So etwas kann fraglos als perspektivische Bedrohung direkt an der russischen Grenze verstanden werden. Für Russland käme zu guter Letzt doch die Anwesenheit von NATO-Truppen unmittelbar vor der Haustür einem kurz bevorstehenden Angriff gleich. Die defensive Notlage aus Sicht der Russischen Föderation liegt also erkennbar auf der Hand.

Ihre Schattenblick-Redaktion

Die Druckausgabe beinhaltet auf 108 Seiten aktuelle Artikel der eigenen Redaktion sowie Nachrichten aus aller Welt der internationalen Presseagentur Pressenza und des Pressedienstes lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen poonal.

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Erstellt: 30.12.2025 - 13:48  |  Geändert: 02.01.2026 - 15:00