... trotzdem Ja zum Leben sagen
Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Mehrere Jahre musste der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Doch trotz all des Leids, das er dort sah und erlebte, kam er zu dem Schluss, dass es selbst an Orten der größten Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen. Seine Erinnerungen, die er in diesem Buch festhielt und die über Jahrzehnte Millionen von Menschen bewegten, sollen weder Mitleid erregen noch Anklage erheben. Sie sollen Kraft zum Leben geben.

ISBN 978-3-328-10277-9 1. Auflage 09.07.2018 12,00 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

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»Dieses meisterhafte Werk gehört zum kostbaren Bestand jener säkularen Literatur, in der die Grundwahrheiten unseres Jahrhunderts manifest werden.« (deutschland-berichte)

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Der Sinn im Leiden. Aus den Schriften des Psychologen Viktor E. Frankl können wir lernen, wie wir selbst in Zeiten großen Leids unseren Lebenssinn und -mut nicht verlieren. von Nicolas Riedl → Rubikon 23.09.2022

Autoreninfos

Viktor Frankl (1905–1997) war ein österreichischer Neurologe, Psychiater, Philosoph und Autor sowie der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Bereits als Jugendlicher beschäftigte er sich mit Psychologie, korrespondierte mit Sigmund Freud und bewegte sich später zeitweise im Umfeld Alfred Adlers. Während seines Medizinstudiums rückte er die Frage nach dem Sinn des Lebens immer stärker ins Zentrum seiner Arbeit. Ende der 1920er Jahre gründete er in Wien Jugendberatungsstellen zur Suizidprävention; später leitete er den sogenannten Selbstmörderinnenpavillon eines psychiatrischen Krankenhauses und behandelte dort Tausende suizidgefährdeter Frauen.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs durfte Frankl als Jude nur noch jüdische Patienten behandeln. Im Wiener Rothschild-Spital versuchte er durch ärztliche Gutachten, psychisch kranke Menschen vor der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zu bewahren. 1942 wurde er mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert, später nach Auschwitz und in Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Sein Vater, seine Mutter, sein Bruder und seine erste Frau wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Frankl selbst wurde 1945 in Türkheim befreit. 

Nach seiner Rückkehr nach Wien verarbeitete er seine Lagererfahrungen in dem 1946 erschienenen Buch … trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, das unter dem englischen Titel Man’s Search for Meaning weltweit bekannt wurde. Frankl beschreibt darin nicht nur die seelischen Folgen der Lagerhaft, sondern entwickelt die These, dass Menschen selbst unter extremen Bedingungen eine innere Freiheit bewahren können: die Freiheit, zur gegebenen Situation Stellung zu nehmen. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und zählt zu den international einflussreichsten Werken über Sinnsuche, Leiden und menschliche Widerstandskraft. 

Frankls Logotherapie beruht auf der Annahme, dass der Mensch nicht in erster Linie nach Lust oder Macht, sondern nach Sinn strebt. Sinn wird nach Frankl nicht beliebig erfunden, sondern in konkreten Lebenssituationen entdeckt: durch eine schöpferische Leistung, durch die Begegnung mit einem Menschen oder durch die Haltung, die jemand gegenüber unabänderlichem Leiden einnimmt. Dabei betonte er ausdrücklich, dass Leiden nicht notwendig sei, um Sinn zu finden; nur unvermeidbares Leiden könne durch eine verantwortliche Haltung in eine menschliche Leistung verwandelt werden. Freiheit war für ihn deshalb immer an Verantwortung gebunden. 

Zu den zentralen Begriffen seiner Lehre gehören Selbsttranszendenz und Selbstdistanzierung. Selbsttranszendenz bezeichnet die Fähigkeit, über sich selbst hinaus auf eine Aufgabe, einen anderen Menschen oder einen Sinn ausgerichtet zu sein. Selbstdistanzierung ermöglicht es, sich von Ängsten, Zwängen und Symptomen innerlich abzusetzen. Daraus entwickelte Frankl therapeutische Verfahren wie die paradoxe Intention, bei der ein Mensch das Gefürchtete bewusst und möglichst humorvoll übersteigert, sowie die Dereflexion, die die Aufmerksamkeit vom eigenen Symptom auf eine sinnvolle Aufgabe umlenkt. 

Nach dem Krieg leitete Frankl bis 1971 die Wiener Neurologische Poliklinik. Er erhielt eine Professur für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und lehrte als Gastprofessor unter anderem in den Vereinigten Staaten. Sein Werk umfasst mehr als 30 Bücher, darunter Ärztliche Seelsorge, Der unbewusste Gott, Theorie und Therapie der Neurosen, Der leidende Mensch und seine Autobiografie Was nicht in meinen Büchern steht. Seine Logotherapie wurde als „dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ neben Freuds Psychoanalyse und Adlers Individualpsychologie bekannt. 

Frankls Bedeutung reicht über die Psychotherapie hinaus. Seine Schriften verbinden medizinische Erfahrung, Existenzphilosophie, Anthropologie und Ethik. Im Mittelpunkt stehen die Würde des Menschen, seine Entscheidungsfähigkeit und seine Verantwortung auch unter schwierigen Bedingungen. Zugleich wurde sein Werk kritisch diskutiert, etwa wegen der Gefahr, die Sinnfrage könne als moralische Forderung an Leidende missverstanden werden. Frankl selbst wandte sich jedoch gegen jede pauschale Verherrlichung des Leidens und gegen die Vorstellung, der Überlebenswille allein entscheide über Leben und Tod. Sein Ansatz beeinflusste Psychotherapie, Seelsorge, Pädagogik, Palliativmedizin und die moderne Resilienz- und Sinnforschung. 

Wikipedia (DE): Viktor Frankl  |  Wikipedia (EN): Viktor Frankl  |  Viktor-Frankl-Institut

Erstellt: 21.07.2020 - 08:22  |  Geändert: 03.08.2026 - 15:17