12.01.2026

Rote Frauenstimmen #1– Olga Benario Prestes

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Medienpräsenz

Videokanal: Kommunisten Kneipe

In der ersten Folge des Kurzformats Rote Frauenstimmen geht es um Olga Benario Prestes.

Olga Benario war Kommunistin, Internationalistin und Widerstandskämpferin. Sie organisierte sich in der kommunistischen Jugend in Berlin, kämpfte international – und blieb auch unter Haft, Folter und im Konzentrationslager standhaft.

Diese Folge ist keine vollständige Biografie, sondern konzentriert sich auf Olgas politischen Weg, ihre Haltung und ihre Bedeutung für den kommunistischen Widerstand.

Rote Frauenstimmen erzählt die Geschichte kommunistischer Frauen aus der Perspektive der Bewegung –
nicht aus der Sicht bürgerlicher Geschichtsschreibung, die den organisierten Widerstand der Arbeiterbewegung oft ausblendet oder umdeutet.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
18min 24s
Thematisierte Personen

Erstellt: 15.01.2026 - 12:26  |  Geändert: 15.01.2026 - 12:26

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Olga Benario-Prestes wurde 1908 als jüngstes Kind einer jüdisch-sozialdemokratischen Anwaltsfamilie in München geboren. Mit 15 Jahren schloss sie sich der Kommunistischen Jugend an, 1925 ging sie mit Otto Braun nach Berlin, wo sie für den KJVD in Berlin-Neukölln und für die KPD arbeitete. Braun, wegen Hochverrat angeklagt, wurde von Benario und Genossen aus dem Moabiter Gericht befreit. Sie flüchteten nach Moskau, wo sie eine militärische Ausbildung bekam, infolge derer sie als Komintern-Agentin tätig war. 1936 wurde sie in Brasilien mit Luís Carlos Prestes verhaftet und, obwohl schwanger, nach Nazi-Deutschland ausgeliefert. In der Haft kam ihre Tochter Anita Leocádia Prestes zur Welt, die – nach einer weltweiten Kampagne für ihre Befreiung – 1938 an die Schwiegermutter übergeben wurde. Olga Benario wurde 1942 in der NS-Tötungsanstalt Bernburg ermordet.

Wikipedia (DE): Olga Benario-Prestes

"Es ist bereits halb elf. Jemand schlägt vor, 'zusammen Eis essen zu gehen!' Alle sind einverstanden. Auf der Bergstraße gibt es ein kleines Café, wo eine Portion Eis zehn Pfennig kostet. Dorthin macht sich die ganze Bande auf. Das Eis ist herrlich! Doch es zieht ein Unwetter auf. Der Inhaber des Cafés bezahlt seine Angestellten zu niedrigeren Sätzen als nach Tarif. Als wir davon Wind bekommen, entscheiden wir, es zu boykottieren. Der Boykott dauert eine Woche, bis der Unternehmer aufgibt, weil er Angst hat, mit uns seine wichtigsten Kunden zu verlieren. Die Angestellten erhalten ihren Lohn nach Tarif, und wir suchen das Lokal wieder auf." Mit 21 Jahren schreibt Olga Benario in Moskau, wohin sie nach der aufsehenerregenden Befreiung von Otto Braun geflohen ist.