Suhrkamp Verlag (Medienpräsenz)

15:13

Spätestens die Attentate  in Halle (2019) und Pittsburgh (2018) lassen keinen Zweifel mehr daran, dass Antisemitismus kein Phänomen einer dunklen Vergangenheit ist, sondern auch heute offen und aggressiv gelebt wird. Doch war der Antisemitismus in unserer Gesellschaft jemals verschwunden? Und wo liegt der Unterschied zwischen »klassischem« und »neuem« Antisemitismus? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« stellen wir Bücher zum Thema Antisemitismus vor.

  • 0:27 »Gegen Judenhass« von Oliver Polak 
  • 4:51 »Neuer Antisemitismus?« hg. von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici, Natan Sznaider 
  • 9:13 »Das KZ-Universum« von David Rousset 
  • 12:41 »Die Verunglückten« von Matthias Bormuth

In »Gegen Judenhass« schildert Oliver Polak seine persönlichen Erfahrungen mit Antisemitismus und appelliert für eine klare Haltung: Wenn wir eine liberale Gesellschaft sein wollen, müssen wir uns endgültig von unseren Vorurteilen befreien.

»Neuer Antisemitismus?«, herausgegeben von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici und Natan Sznaider, ist eine Dokumentation und Fortsetzung der globalen Debatte zum Thema. In einer multiperspektivischen Annäherung beleuchten die Autorinnen und Autoren unterschiedliche Aspekte und Ausprägungen von Antisemitismus.

»Das KZ-Universum« von David Rousset, das bereits 1945 verfasst wurde und nun erstmals auf Deutsch erscheint, beschreibt das System, das hinter den Konzentrationslagern steckte, und welche Konsequenzen dieser Apparat für die Nachgeborenen hat.

Matthias Bormuth portraitiert in seinem Buch »Die Verunglückten«, das 2019 im Berenberg Verlag erschien, vier verzweifelte Menschen, die ein Leben im Schatten des Holocausts führten: Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson, Jean Améry und Ulrike Meinhof.

33:19

In dem sehr eindrucksvollen Band »Bertolt Brecht – Eine Biographie« wird zum ersten Mal das gesamte verfügbare Wissen über den Autor und dessen Arbeit dargeboten. Anlässlich der Buchpremiere liest Constanze Becker mehrere Textstellen aus der Biographie und Gedichte von Bertolt Brecht.

2:11

Der Buchtrailer zu Heike Geißlers »Verzweiflungen«

Ein Mädchen steht vor der Schwimmlehrerin und bettelt, endlich in die Fortgeschrittenengruppe zu dürfen. Dabei kann sie nur am Beckenrand ohne Leine gut schwimmen. Die Lehrerin ist gnadenlos, das Mädchen verzweifelt. 

Dreißig Jahre später ist Heike Geißler erwachsen und noch immer verzweifelt – aber entschlossen, sich diesem Gefühl zu stellen: Wo ist der Fehler – in Geschlechterrollen, Heroismus, Militarisierung? Was fehlt? Wo sitzt die Menschenfeindlichkeit noch überall? Im Sprechen, im politischen Handeln. In den Landesparlamenten, nicht nur in Ostdeutschland. Sie wehrt sich gegen Rechtsextremismus, feindselige Strukturen und unaushaltbare Verhältnisse. Und übt einen neuen Ansatz, einen anderen Blick. Um daraus Trost und Mut zu schöpfen.

16:57

Robert Menasse spricht über seinen Roman »Die Hauptstadt«, für den er mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet wurde.

Zeitmarken

 00:14 Die Entstehungsgeschichte des Romans 

02:45 Wer ist Martin Susman? 

05:14 Wer ist Fenia Xenopoulou? 

07:21 Wer ist Professor Erhart? 

10:06 Was hat es mit dem Schwein auf sich? 

12:17 Welche Bedeutung hat das Rauchen bzw. das Rauchverbot für Ihren Roman? 

14:34 Wie ist Ihr Verhältnis zur Stadt Brüssel?

25:10

Wie unterscheiden sich digitale Märkte von klassischen ökonomischen Strukturen? Welchen Einfluss hat der Wandel hin zum digitalen Kapitalismus auf Produzenten, Konsumenten und Arbeitnehmer und inwieweit verschärft er die soziale Ungleichheit? Und welche Rolle spielen dabei Internetgiganten wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA)?

In der dritten Folge von Suhrkamp DISKURS spricht der Soziologe Prof. Dr. Philipp Staab mit Moderatorin Simone Miller über die Folgen des digitalen Kapitalismus auf Marktwirtschaft und sozialgesellschaftliche Zusammenhänge. In seinem Buch »Digitaler Kapitalismus – Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit« beleuchtet Staab die Auswirkungen der Herausbildung eigenständiger Märkte durch einige wenige Unternehmen und die ökonomischen und gesellschaftlichen Konflikte, die dadurch entstehen. 

22:24

»Übersetzen als intensive Form des Lesens«: Die Literaturübersetzerin Karin Krieger hat inzwischen tausende Seiten Elena Ferrantes aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen, zuletzt ihren Roman »Das lügenhafte Leben der Erwachsenen«. In dieser Folge von »Suhrkamp DISKURS« spricht Krieger mit der Journalistin Maike Albath über literarisches Übersetzen, über Vorgehensweisen und Herausforderungen – und über die Besonderheiten in den Texten von Elena Ferrante. »Das lügenhafte Leben der Erwachsenen« erzählt von der dreizehnjährigen Giovanna, die im Neapel der Neunziger aufwächst, von den Heucheleien ihrer Eltern, den Verunsicherungen des Erwachsenwerdens und von Emanzipation.

8:52

Autor Jörg Später beantwortet die wichtigsten Fragen zur Frankfurter Schule und spricht über sein neues Buch »Adornos Erben. Eine Geschichte aus der Bundesrepublik«. 

00:00 Einleitung 

00:23 Was ist die Frankfurter Schule? 

02:28 Wofür steht die Frankfurter Schule? 

03:44 Wer gehört zur Frankfurter Schule? 

06:35 Was sind die zentralen Werke der Frankfurter Schule?

42:02

In dieser Folge von Dichtung & Wahrheit spricht Silke Hohmann mit Jörg Später. Der Historiker und Autor ist bekannt für seine aufschlussreichen Biografien, darunter auch die über Siegfried Kracauer. Ein weiteres zentrales Thema seiner Forschung ist die Frankfurter Schule. In seinem Werk »Adornos Erben« setzt er sich am Beispiel von zehn Schülerinnen und Schülern der Frankfurter Schule mit Theodor W. Adornos intellektuellem Vermächtnis und dessen Fortwirken im 20. Jahrhundert auseinander. Später spricht im Podcast über die Entwicklung der Denkschule, deren Beiträge zur Gesellschaftstheorie und Vergangenheitsbewältigung und gibt Einblicke in die Verbindungen zwischen Kritischer Theorie und sozialer Praxis.

12:08

Ein Beitrag von Kristen R. Ghodsee in der New York Times für Furore. Der Titel: »Warum Frauen im Sozialismus besseren Sex hatten«. Bei »Sozialismus« mögen viele an alte Männer in grauen Anzügen denken. Tatsächlich aber garantierten zahlreiche sozialistische Länder ihren Bürgerinnen durch die Integration in den Arbeitsmarkt, Lohngleichheit und eine aktive Sozial- und Familienpolitik ein hohes Maß an ökonomischer Unabhängigkeit. Das erlaubte vielen Frauen, ihre Partner nicht nur unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher Absicherung, sondern eben auch unter dem der individuellen Entfaltung zu wählen.

Die Lasten einer unregulierten Wirtschaft, so das Ergebnis ihres Essays, den sie nun erweitert als Buch vorlegt, tragen vor allem Frauen. Und sie sind es, die durch eine gerechtere Gesellschaft am meisten zu gewinnen haben.