Jean Genet. Werke in Einzelbänden - Ein verliebter Gefangener. Band VI

1. Auflage 10.03.2006 , Deutsch

1970, nach dem „Schwarzen September“, kam Jean Genet erneut in den Nahen Osten, besuchte die Palästinenserlager in Jordanien und Syrien und hielt sich für längere Zeit bei den Fedajin auf. Während dieser Zeit traf er im Hauptquartier der PLO auf Arafat, der ihm vorschlug, ein Buch über die Palästinenser zu schreiben. Genet antwortete: „Warum nicht ...“ 

Er begann mit der Arbeit an dem Buch, in dem er auch seine Aufenthalte bei den Black Panthers aufarbeitete. Immer wieder unterbrach Genet diese Arbeit – erst fünfzehn Jahre später, im Herbst 1985, fand sie in dem Manuskript „Ein verliebter Gefangener“ ihren Abschluss. 

ISBN 978-3-87536-253-4 1. Auflage 10.03.2006 29,90 € Portofrei Bestellen (Buch)

Das Erscheinen des Werkes hat Genet selbst nicht mehr erlebt. Er starb in der Nacht vom 14. zum 15. April 1986. Die Durchsicht der letzten Korrekturfahnen hatte er erst wenige Tage zuvor beendet. Das Werk führt noch einmal alle für Genets Leben und Literatur zentralen Themen zusammen. Es wird durchzogen von einem vielfach heiteren Tonfall, der einen berührenden Einblick gibt in das Innenleben eines Autors, über den seine Kritiker alles zu wissen glaubten und dem es zeitlebens gelang, soviel über seine Persönlichkeit verborgen zu halten. 

Neuübersetzung von Ulrich Zieger, Nachwort von Marcel Marin, editorische Notiz von Friedrich Flemming.

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Rezension

Die Hölle der Schönheit: Jean Genets palästinensische Erinnerungen: „Ein verliebter Gefangener: „Ich will dem Leser einem ständigen Hin und Her in der Zeit und auch im Raum aussetzen“, dieser programmatischen Strategie bleibt er 529 Seiten treu, sein Instrument ist keine intellektuelle Analyse, kein politischer Diskurs, noch die haßverzerrte Attacke gegen den israelischen Imperialismus, sondern es sind vielmehr die privaten Notizen, entstanden aus einer verliebten Perspektive, nachträglich niedergeschrieben nach den zahlreichen Besuchen in den Lagern und militärischen Stützpunkten (die er durch die Anweidung Jassir Arafats jederzeit aufsuchen konnte), seine Aufzeichnungen sind stets die eines Poeten, sein Instrumentarium ist und bleibt die Poesie, sie zeichnet seine Bilder mit dieser sprachlichen Virtuosität und Genauigkeit, sie versucht, einer zirkulierenden Spirale gleich, zu den Fragen zu gelangen, die Genet stets beschäftigten und gefangenhielten. Von Frank Mühlich taz 03.11.1989 

Autoreninfos

Jean Genet (1910 - 1986) war ein französischer Romanautor, Dramatiker und Dichter.

Wikipedia (DE): Jean Genet

Übersetzt von

Ulrich Zieger (1961 - 2015) war ein deutscher Schriftsteller. Wikipedia (DE)

Autoren

Erstellt: 15.04.2026 - 06:21  |  Geändert: 15.04.2026 - 07:03