Mehrere Autoren

Auf Besuch
Geschichten aus der arabischen Welt

Die Geschichten der sechzehn Autorinnen und Autoren aus Ägypten, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, dem Irak und dem Sudan geben faszinierende Einblicke in arabische Lebenswelten und Denkweisen. Sie handeln von alltäglichen Tragödien, von Hoffnungen und Träumen, vom mannigfachen Leiden an der Armut, von Liebe, Sehnsucht und Tod. Sie alle spiegeln ein Stück Realität wider - ob die Geschehnisse nun im Suk oder im Palmenhain, in der Küche oder im Bus, auf dem Bahndamm oder im Gefängnis, im Dorf oder in der Metropole, unterwegs zum Wallfahrtsort oder in der Wüste stattfinden. Die Anthologie bietet einen attraktiven Einstieg in die reichhaltige und vielfältige moderne arabische Literatur im Jahr, in dem die arabische Welt Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse ist. 

Die Autoren: Muhammad al-Bissati, Ibrahim al-Koni, Muhammad al-Machsangi, Salwa Bakr, Jussuf Idris, Ghassan Kanafani, Alia Mamduch, Hanna Mina, Sabri Mussa, Tajjib Salich und Sakarija Tamer.

Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich, Regina Karachouli und Wolfgang Werbeck.
Mit einem Vorwort von Hartmut Fähndrich.

Mehr Infos

Autoreninfos

Muhammad al-Bissati, geboren 1937 in Gamalija bei Port Said (Ägypten). Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er viele Jahre als staatlicher Rechnungsprüfer tätig. Sein literarisches Werk umfasst elf Romane und acht Erzählsammlungen.
Für sein gesamtes erzählerisches Werk wurde Muhammad al-Bissati im Jahr 2000 mit dem in Dubai verliehenen Sultan-Uwaiss-Preis, dem »arabischen Nobelpreis«, ausgezeichnet. Muhammad al-Bissati starb 2012.

Ibrahim al-Koni, geboren 1948, wuchs in einem Tuaregstamm in der Libyschen Wüste auf. Nach dem Studium der Literatur am Gorki-Institut in Moskau arbeitete er als Journalist in Warschau und in Moskau. Ab 1993 lebte Ibrahim al-Koni viele Jahre in der Schweiz, heute lebt er in Spanien. Er hat zahlreiche Romane und Erzählungssammlungen veröffentlicht. Für seinen Roman Blutender Stein wurde er mit dem Literaturpreis der Stadt Bern ausgezeichnet, für den Roman Die Magier mit einem Buchpreis des Kantons Bern. 1996 erhielt er für sein Gesamtwerk den Libyschen Staatspreis für Kunst und Literatur. Für sein Gesamtwerk erhielt er den Grossen Literaturpreis des Kantons Bern, 2008 wurden ihm der Preis der französisch-arabischen Freundschaft und der renommierte Scheich-Sâjed-Buchpreis verliehen.

Muhammad al-Machsangi, geboren 1950 in Ägypten. Studium der Medizin, Spezialisierung in Psychologie. Während seiner Studienzeit beteiligte sich al-Machsangi an Demonstrationen, wofür er mehrmals kürzere Zeit im Gefängnis verbrachte. Tätigkeit als Arzt im Delta-Gebiet und in den 1980er Jahren in der Sowjetunion. Hinwendung zum Schreiben. Journalist beim Magazin Al-Arabi in Kuwait. Rückkehr nach Kairo. Er publizierte mehrere Romane und Erzählungen.

Salwa Bakr, geboren 1949 in Kairo (Ägypten). Studium der Betriebswirtschaft und der Theaterkritik. Tätigkeit als Theater-, Film- und Literaturkritikerin in Zypern und im Libanon. Lebt als Schriftstellerin in Kairo. Ihr literarisches Werk umfasst mehrere Erzählbände und Romane.

Jussuf Idris (1927–1991) gehört zu den bekanntesten Vertretern der ägyptischen Literatur und gilt als der »Vater« der arabischen Kurzgeschichte. Nach dem Studium der Medizin arbeitete er zunächst als Arzt, dann als Gesundheitsinspektor. Gleichzeitig begann er Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Mitte der sechziger Jahre wandte er sich ganz der Schriftstellerei zu; ab 1970 war er Kolumnist bei der ägyptischen Tageszeitung al-Ahram. Sein Werk umfasst neben zahlreichen Bänden mit Erzählungen und kürzeren Romanen auch Theaterstücke und Essays.

Ghassan Kanafani wurde 1936 in Akka geboren. 1948 wurde seine Familie durch die Besetzung der Israelis vertrieben. Als Flüchtling lebte Kanafani zunächst im Libanon, später während längerer Zeit in Damaskus, wo er seine Schulbildung abschloss und einige Zeit als Lehrer arbeitete. 1956 ging er als Sport- und Zeichenlehrer nach Kuwait. 1960 zog er nach Beirut, wo er in der Folgezeit bei mehreren Zeitungen arbeitete und schliesslich Sprecher von George Habaschs Volksfront für die Befreiung Palästinas war. 1972 wurde er in Beirut durch eine Bombe getötet, die an seinem Wagen angebracht war.

Alia Mamduch wurde 1944 in Bagdad geboren. Nach einem Studium der Psychologie arbeitete sie als Chefredakteurin der irakischen Zeitschrift al-Râsid und der libanesischen Zeitschrift al-Fikr al-Mu‘asir sowie als Kulturjournalistin in Rabat. Die Schriftstellerin lebt seit Jahren in Paris und ist regelmässige Mitarbeiterin verschiedener arabischer Zeitungen und Zeitschriften. Ihr literarisches Werk umfasst vier Romane und zwei Erzählungssammlungen.

Hanna Mina (1924–2018) wurde in Latakija (Syrien) geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Grundschule arbeitete er als Lastträger im Hafen, dann als Friseur. In den vierziger Jahren begann er zu schreiben, zog nach Damaskus und arbeitete als Journalist. Sein erster Roman, Die blauen Lampen, erschien 1954. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war Hanna Mina während vieler Jahre als Berater im Kulturministerium tätig. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und zwei Erzählsammlungen.

Sabri Mussa wurde 1932 in Damiette (Ägypten) geboren. Nach dem Studium der schönen Künste schrieb er als Journalist für verschiedene Zeitschriften in Kairo und Bagdad. 1958 brachte er einen Erzählband heraus. Sein erster Roman, Affäre halber Meter, erschien 1962.
Der grosse Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm 1973 mit Saat des Verderbens. Das Buch wurde von den Kritikern als Meilenstein der modernen arabischen Literatur gelobt und zählt auch heute noch zu den besten zeitgenössischen arabischen Romanen. Das Werk des in Kairo lebenden Autors umfasst Romane, Erzählungen, Essays sowie Drehbücher.

Tajjib Salich, geboren 1929 im Norden des Sudan. Nach Studien in Khartum und London arbeitete er viele Jahre beim arabischen Dienst der BBC, danach als Berater bei der UNESCO.
Obwohl sein Werk verhältnismässig klein ist, gehört Tajjib Salich zu den herausragendsten zeitgenössischen arabischen Autoren. Weltweite Berühmtheit erlangte er mit seinem ersten Roman Zeit der Nordwanderung, der zum Kultbuch der arabischen Intellektuellen und Klassiker der arabischen Literatur wurde. Die Werke des bis zuletzt in London lebenden Schriftstellers wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.
Tajjib Salich starb 2009 in London.

Sakarija Tamer, geboren 1931 in Damaskus. Mit dreizehn verliess er die Schule und arbeitete als Schmied. Sein erstes Buch erschien 1960 und machte ihn mit einem Schlag berühmt. Von 1969 bis 1981 arbeitete er zuerst im syrischen Kultur-, später im Informationsministerium und anschliessend als Leiter der Abteilung Drama beim syrischen Fernsehen.
1981 verliess Sakarija Tamer Syrien und lebt seither in Grossbritannien als Schriftsteller und Journalist für arabische Zeitungen und Zeitschriften. Sein Werk umfasst zahlreiche Kurzgeschichtensammlungen und einige Kinderbücher.

Quelle für die Angaben zu den Autoren: der Verlag Lenos

Vorwort und einer der Übersetzer

Hartmut Fähndrich (* 14. Oktober 1944 in Tübingen) ist ein deutscher Islamwissenschaftler und Übersetzer aus dem Arabischen ins Deutsche. Wikipedia (DE)

Verlag

Erstellt: 11.04.2026 - 09:54  |  Geändert: 11.04.2026 - 10:17