Vor aller Augen
Sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten
In Essays, Reflexionen und Gesprächen zeigen die Autorinnen dieses Bandes, in welch vielfältigen Konstellationen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten auftritt. Zusammengestellt im Rahmen der International Research Group »Sexual Violence in Armed Conflict« führt das Buch in die historischen Dimensionen ein und diskutiert zentrale politische und juristische Fragen der Gegenwart.
Es gehört zum Alltagswissen, dass sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten allgegenwärtig ist. Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und wissenschaftlicher Forschung wurde sie jedoch erst in jüngster Zeit.
Die Frauen-, Bürgerrechts- und Antikriegsbewegungen der 1970er Jahre hatten Vergewaltigungen im Krieg und im Frieden öffentlich thematisiert, aber erst mit der Gründung der Internationalen Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda in den 1990er Jahren begann man, sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Akt des Völkermords zu begreifen. Trotz dieser Entwicklungen mangelt es bis heute an effektiven Gegenstrategien und an einem Verständnis für die Komplexität dieser Form der Gewalt.
Inhaltsverzeichnis und AutorInnen
Rezension
„Es gehört zum Alltagswissen, dass sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten allgegenwärtig ist“ (Umschlagtext). Mit dieser Aussage machen Gaby Zipfel, Regina Mühlhäuser und Kirsten Campbell als Herausgeberinnen des Sammelbandes deutlich, dass sexualisierte Gewalt Teil von Konfliktanalysen sein muss. Gleichzeitig verdeutlicht der Band eindrucksvoll, dass dies Forscher*innen, aber auch Aktivist*innen und Akteur*innen in verschiedenen Konflikten vor besondere Herausforderungen stellt: Wie kann ein respektvoller und würdiger Umgang mit Zeitzeug*innen aussehen? Welches Verhältnis von Dokumentationstiefe und Gefahr der Begünstigung von Voyeurismus und Retraumatisierung ist angemessen? „Was ist sexuell an sexueller Gewalt?“ (276) Und wo sind die eigenen Leerstellen? Dies sind nur einige der Fragen, denen sich die Beiträge widmen.[PDF] Von Christine Buchwald in Femina Politica - Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft ssoar.info 2022
Die Herausgeberinnen
Erstellt: 28.11.2021 - 10:01 | Geändert: 12.12.2025 - 12:13
