07.12.2010

Massaker von Sabra und Shatila, Teil 3

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Die Abschnitte des Videos

1. Vergleich mit anderen Völkermorden (0:00–0:19)

Das Geschehen wird in eine Reihe mit anderen Massengewaltverbrechen gestellt (Südafrika, Bosnien, Kosovo, Ruanda).
→ Einordnung: extreme Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


2. Befehl zum Abbruch – aber ohne Konsequenz (0:19–0:35)

Israel befiehlt den Falangisten, die Operation zu beenden.
Doch sie werden nicht gezwungen, die Lager zu verlassen.
→ Das Töten geht weiter.


3. Flüchtende werden abgewiesen (0:35–1:09)

Verzweifelte Zivilisten versuchen zu fliehen und berichten: „Sie bringen uns um.“
Israelische Soldaten lassen sie nicht durch.
→ Hilferufe werden ignoriert.


4. Wissen auf Führungsebene (1:09–1:33)

Berichte über Gewalt erreichen die israelische Führung.
Trotzdem wird beschlossen, dass die Falangisten weitere 12 Stunden bleiben dürfen.
Zusätzlich erhalten sie sogar Bulldozer.


5. Persönliche Tragödien der Überlebenden (1:33–2:05)

Überlebende schildern den Verlust ihrer gesamten Familie.
Schock, Sprachlosigkeit und Trauma bestimmen die Reaktionen.


6. Erste Berichte erreichen die Spitze (2:05–2:19)

Ariel Sharon wird informiert, dass die Falangisten „zu weit gegangen“ seien.
Es heißt, die Aktion sei bereits gestoppt.


7. Dringende Warnung wird ignoriert (2:19–3:11)

Ein Anruf warnt Sharon konkret vor einem Massaker.
Er wird aufgefordert, sofort einzugreifen.
Keine Reaktion.


8. Fehlende Konsequenzen durch Fehlinformation (3:11–3:27)

Später heißt es, Sharon habe falsche Informationen erhalten („alles unter Kontrolle“).
→ Dennoch: keine wirksamen Maßnahmen.


9. Fortgesetztes Morden und Vertuschung (3:27–3:45)

Die Falangisten bleiben länger als angekündigt.
Sie töten weiter und beginnen, Spuren zu beseitigen.


10. Weitere Gewalt – sogar im Krankenhaus (3:45–4:26)

Ein palästinensischer Pfleger versucht zu fliehen, wird erkannt und hingerichtet.
→ Selbst medizinische Einrichtungen bieten keinen Schutz.


11. Ende des Massakers (4:26–4:34)

Am 18. September verlassen die Falangisten die Lager –
nach 38 Stunden Gewalt.


12. Entdeckung des Grauens (4:34–5:17)

Israelische Soldaten betreten die Lager und finden:

  • Tote und Sterbende
  • Folterspuren
  • extreme Brutalität

Ein Soldat vergleicht die Eindrücke mit dem Holocaust.


13. Extreme Grausamkeiten (5:17–6:15)

Berichte über:

  • Verstümmelte Körper
  • gefolterte Opfer
  • Massengräber (mit Bulldozern eingeebnet)

Angehörige suchen verzweifelt nach den Leichen ihrer Familien.


14. Schock unter israelischen Soldaten (6:15–6:42)

Viele Soldaten sind entsetzt und wollen sich von den Falangisten distanzieren.
→ Moralische Krise innerhalb der Armee.


15. Internationale Empörung (6:46–7:27)

US-Diplomat Morris Draper macht Israel direkt verantwortlich.
Er fordert: „Stoppen Sie dieses Abschlachten.“


16. Frage der Verantwortung (7:27–7:43)

Für Beobachter ist klar:
Ariel Sharon trägt zentrale Verantwortung – auch wenn andere beteiligt sind.


17. Leugnung durch die Regierung (7:43–8:15)

Israel bestreitet zunächst jede Verantwortung.
Auch Sharon weist persönliche Schuld zurück.


18. Öffentlicher Druck in Israel (8:15–8:50)

Massive Proteste:
400.000 Menschen demonstrieren – die größte Demo in Israels Geschichte.
→ Forderung nach Aufklärung.


19. Untersuchungskommission (8:50–9:24)

Trotz Widerstand wird eine Untersuchung eingeleitet.
Sie gilt als außergewöhnlich für die Region.


20. Verteidigung Sharons (9:24–9:57)

Sharons Anwälte argumentieren:
Das Massaker sei nicht vorhersehbar gewesen.


21. Zweifel an dieser Darstellung (9:57–10:23)

Frühere Aussagen zeigen, dass Sharon:

  • die Brutalität der Milizen kannte
  • den Hass zwischen Falangisten und Palästinensern verstand

→ Die zentrale Frage bleibt: War es wirklich nicht vorhersehbar?

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
10min 48s

Erstellt: 14.04.2026 - 08:59  |  Geändert: 14.04.2026 - 08:59

verwendet von

Das Massaker von Sabra und Schatila bezeichnet den Völkermord an palästinensischen Flüchtlingen, die im südlichen Stadtgebiet von Beirut lebten. Dieser wurde von etwa 150 libanesischen, maronitisch-katholischen – hauptsächlich phalangistischen – Milizionären verübt. Zwischen dem 16. und 18. September 1982 – mitten im libanesischen Bürgerkrieg – wurden die Flüchtlingslager Sabra (Ṣabrā) und Schatila (Šātīlā) gestürmt, die zu jener Zeit von israelischen Soldaten umstellt waren. Nach filmisch belegten Aussagen beteiligter Milizionäre richtete sich die Aktion in erster Linie gegen Zivilisten; bewaffneter Widerstand soll kaum noch vorhanden gewesen sein. Die Milizionäre verstümmelten, folterten, vergewaltigten und töteten überwiegend Zivilisten, unter ihnen viele Frauen, Kinder und Alte. Die Zahl der Opfer konnte nicht geklärt werden, wird aber je nach Quelle zwischen 460[3] und 3500

Wikipedia (DE): Massaker von Sabra und Schatila