08.12.2022

Bürgerkrieg im Jemen: Die Geschichte dahinter

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Seit 2014 herrscht im Jemen ein brutaler Bürgerkrieg unter Beteiligung ausländischer Mächte. Die Folgen für die Bevölkerung im ärmsten Land der arabischen Welt sind verheerend. Ein Blick in die Geschichte des Jemen hilft dabei, diesen Konflikt besser zu verstehen.

Dabei ist natürlich klar: Der Jemen ist mehr als nur eine „Krisenregion”. Gerade in der Antike blickt er auf eine blühende Geschichte zurück. Doch seit dem Mittelalter ist der Jemen ein tief gespaltenes und instabiles Gebiet, das ständig von Konflikten erschüttert wird. Immer wieder tragen auch fremde Länder dazu bei, das Land zu destabilisieren. Sie wollen ihren Einfluss im Jemen ausweiten, denn das Land liegt an der Meerenge zwischen dem Roten und dem Arabischen Meer, besonders seit dem Bau des Suezkanals ab 1859 ein sehr wichtiger Handelsknoten. Wer das Gebiet kontrolliert, kontrolliert damit auch diesen wichtigen Wasserweg zwischen Asien und Europa. Und so gehören Teile des Jemen im Laufe der Geschichte mal zum Osmanischen Reich, mal zum Britischen Weltreich, sie stehen unter dem Einfluss anderer arabischer Staaten oder der Sowjetunion. Was bleibt: die Bevölkerung leidet unter den Besatzern. Auch die Wiedervereinigung von Nord- und Südjemen 1990 und die Revolutionsbewegungen des sogenannten Arabischen Frühlings ab 2011 geben nur kurz Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft.

Welchen Einfluss teils jahrhundertealte Entwicklungen auf die heutige Situation im Jemen haben, wie es zum aktuellen Bürgerkrieg kommt und wieso es doch Hoffnung für die Menschen im Land gibt, erfahrt ihr in diesem Video.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
10min 52s

Erstellt: 25.02.2026 - 22:07  |  Geändert: 08.03.2026 - 10:20

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Zehntausend Zivilisten sind im Jemen-Krieg bereits ums Leben gekommen. Doch aus dem Alltag inmitten des mörderischen Konflikts ist sehr wenig bekannt. Die jemenitische Autorin und Journalistin Bushra al-Maktari reiste inkognito durchs Land - inspiriert von der Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch - und sprach unter Lebensgefahr mit ihren Landsleuten. Sie verleiht den Opfern dieses vergessenen Krieges Namen, Gesichter, Stimmen. Zum Beispiel Nassiba, deren kleine Tochter starb, weil sie sie im falschen Moment zum Krämerladen schickte.