Leo XIV. (Jahrgang 1955) ist seit dem 8. Mai 2025 Papst der römisch-katholischen Kirche und trägt bürgerlich den Namen Robert Francis Prevost. Er wurde am 14. September 1955 in Chicago geboren und gehört dem Augustinerorden an, dessen Generalprior er von 2001 bis 2013 war. Nach längerer Tätigkeit als Missionar und Bischof in Peru, insbesondere in der Diözese Chiclayo, wurde er 2023 von seinem Vorgänger in die römische Kurie berufen und leitete dort das Dikasterium für die Bischöfe. Mit seiner Wahl zum Papst wurde er zum ersten US-amerikanischen Pontifex sowie zu einem der wenigen Kirchenoberhäupter mit umfangreicher pastoraler Erfahrung in Lateinamerika. Seine Namenswahl knüpft bewusst an Leo XIII. an und signalisiert eine Orientierung an der katholischen Soziallehre sowie an Fragen globaler Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Ordnung.
In seiner bisherigen Amtsführung setzt Leo XIV. auf eine Verbindung aus institutioneller Kontinuität und vorsichtiger Reformbereitschaft. Inhaltlich betont er Themen wie soziale Ungleichheit, Migration, Friedenspolitik und die ethischen Herausforderungen technologischer Entwicklungen, insbesondere im Zusammenhang mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Seine Erfahrungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten prägen einen Ansatz, der auf Vermittlung zwischen globalen Perspektiven innerhalb der Kirche zielt. Gleichzeitig steht er vor der Aufgabe, innerkirchliche Spannungen zwischen reformorientierten und traditionell ausgerichteten Gruppen auszubalancieren. Seine öffentliche Kommunikation zeichnet sich bislang durch eine eher zurückhaltende, konsensorientierte Sprache aus, während seine programmatischen Akzente vor allem über Reden und erste Initiativen im Bereich der Sozial- und Friedensethik erkennbar werden.