Weltspiegel (Medienpräsenz)

16:07

In Albanien formiert sich die größte Protestbewegung seit dem Ende des Kommunismus: die Flamingo-Revolution. Was als Kampf um eine bedrohte Lagune begann, ist zur Regierungs- und Systemkritik geworden. Tausende demonstrieren gegen ein Milliarden-Luxusprojekt der Familie von US-Präsident Trump im Naturschutzgebiet, gegen beschleunigte Genehmigungen für „strategische Investoren“, gegen Korruption, Oligarchie und autoritäre Tendenzen unter Langzeit-Premier Edi Rama.

ARD-Korrespondentin Anna Tillack begleitet Aktivistin Arilda Lleshi, Rückkehrer aus der Diaspora wie Eduard Kaca und investigative Journalisten und Experten, die zeigen, wie Albanien Gefahr läuft, von Großinvestoren zu einem gigantischen Urlaubsressort umgebaut zu werden. Wasserwerfer, Festnahmen, erschöpfte, aber entschlossene Demonstrierende – und eine Regierung, die von EU-Beitritt spricht, während sie Naturschutzgesetze beugt.

Die zentrale Frage: Schaffen es die Menschen auf der Straße, das ganze System zu brechen?

12:21

Kommandos auf Spanisch mitten im Ukraine-Krieg: Schätzungen zufolge kämpfen etwa 7.000 Latinos für die ukrainische Armee – unter ihnen sind besonders viele Kolumbianer. Oft sind es Videos auf TikTok, die die jungen Männer mit dem Versprechen auf schnelles Geld in die Ukraine locken – mindestens 2.500 Euro Sold im Monat. Wie brutal und gefährlich der Drohnenkrieg ist, unterschätzen dabei viele. Für die Ukraine sind bereits hunderte Kolumbianer im Kampfeinsatz gestorben oder werden seit Monaten vermisst. Zurück bleiben verzweifelte Familien, 10.000 Kilometer entfernt in Südamerika. Frauen wie Cielo, deren Mann in russische Kriegsgefangenschaft geriet, oder Karina, die nur noch einen Koffer mit den Sachen ihres gefallenen Mannes erhielt.

Neben der Trauer kämpfen viele der Frauen mit der Bürokratie: Um wenigstens eine Entschädigung zu erhalten, benötigen sie einen Totenschein ihres Mannes. Doch viele der Männer gelten weiterhin als vermisst, unter anderem weil die Bergung von Leichen in zahlreichen Frontabschnitten kaum möglich ist.

Nicht nur die Ukraine sucht ihre Kämpfer mittlerweile fernab des eigenen Landes. Auch Russland setzt in großem Stil ausländische Kämpfer ein, um die eigenen Verluste auszugleichen. Moskau rekrutiert dafür Männer aus Westafrika oder nutzt Einheiten seines engen Verbündeten Nordkorea.