Jazz, Geopolitik und Imperialismus
Dem belgischen Filmemacher Johan Grimonprez ist eine überwältigende, ideenreiche Reise, die amerikanischen Jazz, Geopolitik und imperialistische Machenschaften der 1950er und 1960er Jahre miteinander verwebt, gelungen
Heute ist das alles unvorstellbar: Anfang 1961 drang eine Gruppe von Bürgerrechtsaktivisten in eine Sitzung des Sicherheitsrats der UNO ein, um gegen die Ermordung des kongolesischen Führers Patrice Lumumba zu protestieren. Unter ihnen waren die Musiker Max Roach und Abbey Lincoln sowie die Schriftstellerin Maya Angelou. Artechock Filmmagazin 05.02.2025 Der Film auf Arte: Soundtrack für einen Staatsstreich
In den 1960er Jahren erkämpfen viele afrikanische Staaten ihre Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten. Während die Sowjetunion und andere sozialistische Länder die Dekolonialisierung unterstützen, sehen die USA und ihre westlichen Verbündeten diese skeptisch. Ihr Interesse gilt vor allem den Bodenschätzen, über die sie die Kontrolle behalten möchten. Die USA intervenieren auf unkonventionelle Weise und schicken Jazzgrößen wie Louis Armstrong und Nina Simone als Werbeträger_innen in afrikanische Staaten, um den Westen positiv darzustellen, während sich zeitgleich Figuren wie Malcolm X und andere Jazzkünstler_innen mit den Unabhängigkeitsbewegungen solidarisieren.