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Meinungsmacht und Elite-Journalismus. Von Uwe Krüger

Meinungsmacht und Elite-Journalismus von Uwe KrügerDer Einfluss von Eliten auf Leitmedien und AlphaJournalisten - eine kritische Netzwerkanalyse. Die Interaktionen zwischen Journalisten und Eliten wurden bislang meist vor systemtheoretischem Hintergrund und durch Befragung von Akteuren erforscht, wobei die Ergebnisse anonymisiert wurden.

ISBN 978-3-86962-070-1      29,50 €    Portofrei   Bestellen


Diese Arbeit wählt theoretisch und methodisch einen anderen Ansatz, um Eliten-Einflüsse auf journalistische Inhalte zu lokalisieren. Es wird ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt und das vorhersagt, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren, aber dessen Grenzen nicht überschreiten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragen.
Im empirischen Teil fokussiert eine Netzwerkanalyse zunächst die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren deutscher Leitmedien. Jeder Dritte unterhielt informelle Kontakte mit Politik- und Wirtschaftseliten; bei vier Außenpolitik-Journalisten von FAZ, Süddeutsche Zeitung, Die Welt und Die Zeit finden sich dichte Netzwerke im US- und Nato-affinen Elitenmilieu.
Eine anschließende Frame-Analyse fragt, inwieweit der Output dieser vier Journalisten in den umstrittenen Fragen der Definition von Sicherheit ( erweiterter Sicherheitsbegriff ) und Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auf der Linie der ermittelten Bezugsgruppen liegt. Abschließend werden die Berichte über die Münchner Sicherheitskonferenz und deren Gegner in fünf Tageszeitungen inhaltsanalytisch untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Eliten-nahen Leitmedien FAZ, Welt und Süddeutsche den auf der Sicherheitskonferenz laufenden Elitendiskurs ausführlich abbilden, dabei aber die Proteste und die Gegenveranstaltung Münchner Friedenskonferenz marginalisieren und delegitimieren.

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Pressestimmen und Rezensionen

  • Cahoots: Journalisten und ihre Mitgliedschaften. Satire-Sendung führt zu Browser-Add-on. Die Browsererweiterung "Cahoots" soll Online-Lesern dabei helfen, Verbindungen von Journalisten zu Lobbyverbänden aufzuzeigen. Doch neben dem Jubel über Transparenz gibt es auch weniger begeisterte Stimmen.Audiobeitrag von detektor.fm vom 26.09.2014
  • Browser-Addon Cahoots zeigt Vernetzung deutscher Journalisten. Eine gute Idee im Sinne mehr journalistischer Transparenz in technisch ansprechender Umsetzung: Das Addon Cahoots für Firefox und Chrome zeigt die Verbindungen deutscher Journalisten zu Organisationen, Vereinen und Unternehmen. → Propagandaschau vom 30.09.2014
  • Journalisten als politische Lobbyisten? Journalismusforscher Uwe Krüger zum Rechtsstreit zwischen der Zeit-Redaktion und der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt"
    Zwei ZDF-Kabarettisten ziehen eine Reihe von Außenpolitik-Journalisten durch den Kakao, zeigen Verbindungen zu transatlantischen Lobby-Organisationen auf und enden mit dem Satz: "Aber dann sind ja alle diese Zeitungen nur so etwas wie die Lokalausgaben der Nato-Pressestelle!" - "Das haben jetzt Sie gesagt. Aber Sie haben es schön gesagt." Von
    Uwe Krüger → Telepolis vom 02.08.2014
  • Zensur findet nicht statt. Uwe Krügers Buch "Meinungsmacht" - "Ein großartiges Buch". Es gibt Bücher, auf die man irgendwie schon lange gewartet hat. Das vorliegende Buch des jungen Wissenschaftlers Uwe Krüger – es handelt sich um seine an der Universität Leipzig angenommene Dissertation – fällt eindeutig unter diese Kategorie. Beklagen sich nicht alle gegen die herrschende Wirtschafts-, Sozial-, Außen und Sicherheitspolitik gerichteten alternativen Bewegungen seit Urzeiten darüber, dass ihre Ansichten gar nicht oder nur sehr unzureichend oder verfälscht in den Medien auftauchen? Das Wort von der „Gleichschaltung“ der großen Zeitungsverlage, aber auch der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten macht genauso die Runde wie der Vorwurf, wir hätten es hier zu Lande mit „Zensur“ zu tun. Von beidem kann indessen nicht die Rede sein – und dennoch funktioniert der Mainstream-Journalismus als ob. Von Peter Strutynski → AG Friedensforschung
  • Leitartikler und Machteliten von Marcus Klöckner Herausgeber der ZEIT beschwert sich beim ZDF - Satire-Sendung "Die Anstalt" erhält Unterlassungserklärungen → Telepolis 23.05.2014 
  • Krieg um jeden Preis. Eine medienwissenschaftliche Studie zeigt, wie der deutsche »Qualitätsjournalismus« friedenspolitisch auf der ganzen Linie versagt
    Von Thomas Wagner → JungeWelt vom 31.08.2013
  • Der Einfluss der Eliten auf deutsche Journalisten und Medien. Interview von Michael Voregger → Nachdenkseiten vom 03.06.2013
  • In und mit der Elite. Eine Doktorarbeit untersucht, wie Journalisten mit den Mächtigen klüngeln. Ronnie Grob hat sie gelesen.in → Charta vom 09.03.2013
  • Journalismusforschung:"Ganz auf Linie mit den Eliten" Marcus Klöckner 11.02.2013 Telepolis. Eine neue Studie analysiert die Berichterstattung von deutschen Spitzenjournalisten. Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft? Und spiegelt sich die Verbundenheit zwischen Top-Journalisten und anderen Eliten auch in der Berichterstattung wieder? →  Telepolis 11.02.2013
  • Die Nähe zur Macht Eine Netzwerkanalyse beleuchtet die Verbindungen deutscher Top- Journalisten zu Eliten aus Politik und Wirtschaft. Vier Journalisten fallen mit ihrer elitenkonformen Berichterstattung besonders auf. vo N Uwe Krüger → Message 1 / 2013 
  • Alpha-Journalisten embedded? Jedes Jahr treffen sich über 100 Spitzenpolitiker, Konzernlenker und Bankiers der westlichen Welt zur geheimen Bilderberg-Konferenz. Die Medien schweigen darüber – obwohl sie selbst dabei sind.  von Uwe Krüger  → Message 3 / 2007

 

 

Unabhängigkeit in Gefahr? Deutsche Top-Journalisten und transatlantische Netzwerke
Vortrag von Dr. Uwe Krüger (Universität Leipzig)
Bestimmte Auffälligkeiten in der Ukraine-Berichterstattung werden plausibel, wenn man die Verbindungen deutscher Leitmedien zu US- und Nato-nahen Organisationen kennt. Dieser Vortrag zeigt Netzwerke von führenden Außenpolitik-Journalisten und wie sich diese personelle Nähe in Berichten und Kommentaren niederschlägt.

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