Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten. Sieben Gesänge. Von Pierre Guyotat

Besatzer und Rebellen kämpfen um die Städte Inamenas und Ekbatana, Schauplatz: ein fiktives Land in Nordafrika. In einem Jahrhundert unvordenklicher Gräuel und Gewaltexzesse ist dieser Text das auf die Spitze des Grässlichen getriebene Sinnbild jedes Kriegs, markiert den point of no return jeder moralischen und literarischen Konzeption des Bösen. In abgerissenem Stakkato, in archaischem Singsang entfaltet Guyotat Szenen von Folter, Versklavung, unentwegter mörderischer und sexueller Gewalt. Sadismus ist gang und gäbe, absolut und ausweglos gilt das Gesetz des Siegers. Und er schildert die ungeheuerliche Menschlichkeit in all diesen Szenen: obszön und schön. Das radikale, ikonoklastische Epos eines der letzten Avantgardisten der Literatur.

ISBN 978-3-03734-215-2     39,00 €  Portofrei     Bestellen

 

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"Wogendes Gras, umgeworfene Eggen, strahlender Himmel, verheerende Glassplitter, Mörder, die Flüsse entlangkriechend, in schwarze Erde tauchend, eingesunken, von Binsen eingeschnürt, von Himmel und Blut rosarot gefärbte Banner, Kugeln spritzen unter den Achseln, scharlachroter Schrei."

Ein makabrer Mord- und Todesreigen. Der kleine Schweizer Diaphanes Verlag hat eine literarische Entdeckung gemacht: Pierre Guyotat ist in Frankreich ein berühmter Autor, der mehr als 20 Romane veröffentlicht hat. Im Deutschen ist jetzt aber erstmalig ein umfangreicheres Werk erschienen. Sein „Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten“ ist eine Abrechnung mit dem Algerienkrieg – ein wahres Schreckensszenario. Von Enno Stahl → Deutschlandfunk 04.05.2015

Weitere Pressestimmen:

»Moderner kann man die Gegengeschichte zur gewaltfreien Moderne kaum erzählen.« Cord Riechelmann, FAS

»Guyotas Werk lässt sich nicht historisch verrechnen, es ist vermutlich sogar – horribile dictu – auf dem besten Wege, ein Klassiker zu werden.« Niklas Bender, FAZ

»Guyotat hat mit Tombeau pour cinq mille soldats zweifellos ein unfassbares, schauerlich schönes Buch verfasst. Es ist eine extrem schonungslose Gewaltreflexion, wie man sie in der deutschen Kriegs- und Nachkriegsliteratur nirgends findet. Holger Fock hat das Original brillant übersetzt.« Jürgen Nielsen-Sikora, Glanz & Elend

Der Autor:

Pierre Guyotat kann als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur gelten. Seit früher Jugend schriftstellerisch tätig, veröffentlichte er 1961 seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken »Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten« und »Eden Eden Eden«, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheimfiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk »Koma« zurück in die Öffentlichkeit. Seine zahlreichen seither erschienenen Werke zeugen von großem Stilreichtum und unermüdlicher Arbeit an der Literatur.

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Erstellt: 11.01.2024 - 08:34  |  Geändert: 11.01.2024 - 10:28

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