Klassikkampf. Ernste Musik, Bildung und Kultur für alle. Von Berthold Seliger

Auch die glamouröse Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie konnte die tiefe Krise der klassischen Musik nicht überdecken: Sie ist im Ritual erstarrt, das Repertoire bleibt konventionell, und Konzertbesuche dienen oft nur dem elitären Distinktionsbedürfnis. Unterdessen versuchen die Musikkonzerne mit Entspannungs-CDs für gestresste Manager und der cleanen Inszenierung geigender Schönheiten gegen sinkende Verkäufe anzukämpfen. Dennoch schreitet die Entfremdung der Masse der Menschen von der klassischen Musik immer weiter fort.

ISBN 978-3-95757-467-1     24,00 €  Portofrei     Bestellen

Angesichts dieses Elends fordert Berthold Seliger einen neuen Klassikkampf um die verdrängten Potenziale der Musik. Er wirft einen kenntnisreichen Blick hinter die Kulissen des heutigen Klassikbetriebs und ruft mit Verve in Erinnerung, dass die ernste Musik entgegen der Mutlosigkeit und Verflachung von Mozart über Beethoven bis Eisler und Abbado immer auf die Revolutionierung der Schönheit und damit auch der realen gesellschaftlichen Verhältnisse zielte. Seliger verlangt nichts weniger als die Rettung des rebellischen Glutkerns der Klassik, die nur über ihre breite gesellschaftliche Wiederaneignung gelingen kann und die wie Bildung in der Vergangenheit immer wieder aufs Neue erkämpft werden muss. So ist seine schonungslose Kritik an der gegenwärtigen Misere am Ende eine flammende Liebeserklärung an die Musik.

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Auf dem Streamigdienst spotify hat der Autor eine Playlist "Klassikkampf" zusammengestellt, in der die Werke (soweit verfügbar) in der Reihe zu hören sind, in der sie im Text vorkommen. Diese Playlist kann unter https://open.spotify.com/user/bs1860/playlist/0FjqwQuVM74SgjzVVm2Hz3 aufgerufen werden.

Wie ernst steht es um die Ernste Musik? Publikum überaltert, ewig gleiches Repertoire, vornehmlich konservative Eliten bedienen sich aus dem Topf der musikalischen Kultur. So stellt sich für den Autor Berthold Seliger die aktuelle Klassikszene dar. Von Werner Theurich  → SPON 18.10.2017

 

 

Erstellt: 26.12.2017 - 11:03  |  Geändert: 28.12.2017 - 19:19