Mühsam-Tagebücher: "Sich fügen heißt lügen"

"15 Jahre lang, von 1910 bis 1924, hat Erich Mühsam, der berühmteste deutsche Anarchist, sein Leben festgehalten: ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber und niemals langweilig. Was diese Tagebücher so fesselnd macht, ist der wache Blick des Weltveränderers. Mühsam wollte Anarchie praktisch ausprobieren. Anarchie hieß für ihn: Leben ohne moralische Scheuklappen, ohne Rücksicht auf Konventionen -- und er bewies, dass es geht. Auch das Schreiben ist Aktion, in allen Sätzen schwingt die Erwartung des Umbruchs mit, den er tatsächlich mit herbeiführt: Die Münchner Räterevolution ist auch die seine, und die Rache der bayerischen Justiz trifft ihn hart." Quelle & MP3: www.freie-radios.net

Neben der gedruckten Version (mehr hier...): Die kompletten Tagebuchücher sind mit Register, Quellen, Links unter www.muehsam-tagebuch.de, einem vorbildlichen Internet-Projekt zu finden.

 Buchrezension

Ein roter Don Quichotte.
Am 10. Juli 1934 wurde Erich Mühsam von den Nazis im KZ Oranienburg ­ermordet. Von 1910 bis 1924 hatte er das Auf und Ab seines Lebens in Tagebüchern festgehalten. Von Alexander Bahar → Jungewelt vom 09.07.2014

Erich Mühsam zum 80. Jahrestag seiner Ermordung. Es ist nicht möglich, Leben und Werk Erich Mühsams getrennt voneinander zu betrachten. Der schüttelreimende Kabarettist lässt sich ebenso wenig vom staatsfeindlichen Freigeist trennen, wie der melancholische Poet vom politischen Häftling, der anarchistische Agitator nicht vom lebenslustigen Erotomanen und der Dramatiker nicht vom handelnden Revolutionär. Manja Präkels & Markus Liske (in Graswurzelrevolution) → Linksnet vom 07.07.2014

 

 

Erstellt: 23.07.2014 - 18:19  |  Geändert: 27.03.2016 - 18:11