Wer ist Tobias Scheffel?
Jugendleseclub Lesezeichen trifft den Übersetzer und Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011 auf der Frankfurter Buchmesse
„Müsst ihr jetzt den ganzen Tag zusammen laufen?“ So begrüßte die Artdirectorin des Arena Verlages etwas mitleidig den Würzburger Jugendleseclub Lesezeichen am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 3. Die 13 jugendlichen Literaturbegeisterten und ihre beiden erwachsenen Begleiterinnen (die Rezensentin Sabine Hoß und Britta Kiersch, die Buchhändlerin des Buchladens Neuer Weg) hatten sich einen Wunsch erfüllt. Sie wollten alle zusammen einen Tag auf der Buchmesse verbringen und gemeinsam am Abend die Preisverleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises miterleben. Immerhin ist das ja der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland. In Nerven schonenden Kleinstgruppen erkundeten die Jugendlichen das gigantische Messegelände, die unglaubliche Flut an Büchern, Verlagen und Menschen. Natürlich war es für alle ein Erlebnis ständig bekannten Autoren und Medienstars über den Weg zu laufen. Sie hörten Kirsten Boie bei einer Lesung zu, Ranga Yogeshwar bei einem Interview, sahen Jutta Bauer bei einer Signierstunde und ein kurzes Gespräch mit Paul Maar war noch ein zusätzliches Bonbon.
Am Stand der Verlage cbj / cbt lernten sie die junge Autorin Anika Beer kennen, deren erstes Buch im nächsten Jahr erscheinen wird und beim Gerstenberg Verlag traf der Leseclub den Übersetzer Tobias Scheffel zum Gespräch. Er übersetzt aus dem Französischen und hat unter vielen anderen die Bücher von Fred Vargas und Marie Aude Murail ins Deutsche übertragen. Wie groß war später die Überraschung und auch die Freude, als am Abend bei der Verleihung des Jugendliteraturpreises der Sonderpreis Übersetzung ausgerechnet an Tobias Scheffel ging! Die weiteren Preisträger sind: Martin Baltscheit (Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor), Milena Baisch mit Elke Kusche (Anton taucht ab), Wolfgang Herrndorf (Tschick), Alexandra Maxeiner mit Anke Kuhl (Alles Familie) und Ursula Poznanski (Erebos).
Alle waren von der stimmungsvollen Veranstaltung im Saal Harmonie auf dem Messegelände beeindruckt. Und das erklärte Ziel der Lesezeichen: sie wollen in die Jugendjury, sie wollen auch mal in Frankfurt auf dem Podium stehen.