Faschismus

Aktuelle Literatur

Holocaust und NS-VernichtungspolitikDer Nationalsozialismus – Widerstand – 
Ärzte / Kirche / Justiz / Jugend – Faschistische Ideologie Faschismus und Antifaschismus heute


Holocaust und NS-Vernichtungspolitik

 

Ute Scheub. Das falsche Leben. Eine Vatersuche. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-04839-0.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Persönlich, anrührend, manchmal geradezu beklemmend zeichnet Ute Scheub das falsche Leben des Mannes, der ihr Vater war – und liefert das Porträt einer ganzen Generation von deutschen Vätern.
Ein Mann steht vor zweitausend Menschen auf, ruft "Ich grüße meine Kameraden von der SS!", setzt eine Flasche Zyankali an die Lippen und trinkt – Stuttgart, Evangelischer Kirchentag 1969. "Der Tod trat auf dem Weg ins Robert-Bosch-Krankenhaus ein", notiert Günter Grass, der diesen Manfred Augst in seinem Werk "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" (1972) porträtiert hat.
35 Jahre später stößt Manfred Augsts Tochter auf die Abschiedsbriefe, die Manuskripte und die Feldpostbriefe ihres Vaters. Eine erschütternde Spurensuche beginnt, bei der Ute Scheub mehr findet als nur ein einzelnes Schicksal. Wie viele jener Männergeneration, die Nachkriegsdeutschland geprägt hat, konnte Manfred Augst nicht über seine Erlebnisse im Krieg reden, schon gar nicht mit seinen Kindern, denen er nur ein ferner, liebloser Vater sein konnte. "Er ist – buchstäblich – an seinem Schweigen erstickt."

Rezension
Ute Scheub, geboren 1955 in Tübingen, arbeitet nach dem Studium der Politikwissenschaft als Journalistin für den Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, Freitag, Geolino, Tigerentenclub, Publikationen für die Frau und war Mitbegründerin der taz. 1992 Auszeichnung mit dem Ingeborg Drewitz-Preis der Humanistischen Union Berlin für ihr publizistisches Gesamtwerk. Sie lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in Berlin.
Verlagsinformation

Weitere Informationen
- Ekel, Scham, Schuldgefühl (Deutschlandradio, 26.02.2006)
- Das war Zyankali, mein Fräulein! (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2006)
- Mein Vater, der Fremde (Berliner Morgenpost, 19.02.2006)
- Am Schweigen erstickt (taz, 18.02.2006)

Henry Ashby Turner: General Motors und die Nazis. Das Ringen um Opel. Aus dem Englischen übersetzt von Dr. Klaus Binder. Econ-Verlag 2006. ISBN: 3-430-19206-4.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Opel gehörte von 1929 bis zum Zweiten Weltkrieg zu General Motors. Die US-amerikanischen Eigner und Aktienbesitzer verdienten also daran, dass Opel Nutzfahrzeuge und militärisches Gerät für den Krieg herstellte, die gegen die Alliierten eingesetzt wurden: Der "Opel Blitz" etwa war der Standard-LKW der deutschen Truppen. Und die in Rüsselsheim hergestellten Baukomponenten für Landminen und das Aufklärungsflugzeug JU88, laut Göring das "Rückgrat der Luftwaffe", dürften so manchen US-Soldaten das Leben gekostet haben.
Der renommierte NS-Forscher Henry Ashby Turner hat in den Archiven Erstaunliches zutage gefördert: Er berichtet von personalpolitischen Kabalen, entwirrt die Steuerungsprozesse zwischen General Motors und den NS-Behörden und stellt das System der Zwangsarbeit in den Rüsselsheimer Werkhallen dar.

Zum Autor
Henry Ashby Turner ist emeritierter Geschichtsprofessor der Yale-University und Experte für Nationalsozialismus. Er schrieb u. a. das Standardwerk "Die Großunternehmen und der Aufstieg Hitlers".
Verlagsinformation

Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945. Propyläen-Verlag 2005. ISBN: 3-549-07261-9.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Hitlers Generäle – was sie wirklich dachten: Was die deutsche Generalität während des Zweiten Weltkriegs über Hitler, die Kriegslage und die deutschen Kriegsverbrechen wusste und dachte, war bisher kaum bekannt. Nach dem Krieg verbreitete sie ein geschöntes Bild von sich selbst: man habe einen ehrenvollen Krieg geführt, von Kriegsverbrechen größeren Ausmaßes kaum Kenntnis gehabt, und die militärische Niederlage sei vor allem den dilettantischen Eingriffen Hitlers zuzuschreiben.
Eine neue Quelle, die der Historiker Sönke Neitzel jüngst im britischen Nationalarchiv erschlossen hat, gibt nun erstmals einen unmittelbaren, authentischen Einblick in die Gedankenwelt der Wehrmachtführung. Es sind die Abhörprotokolle deutscher Stabsoffiziere in britischer Kriegsgefangenschaft. Ohne zu wissen, dass sie abgehört wurden, tauschten sich die hochrangigen, gut informierten Gefangenen offen über ihre Kriegserlebnisse, die weiteren Aussichten des Krieges, den Nationalsozialismus, die Kriegsverbrechen und das Attentat vom 20. Juli aus.
Neitzels sorgfältig kommentierte und eingeleitete Edition macht deutlich, in welch hohem Maße die militärische Elite über die katastrophale Kriegslage und die vor allem an der Ostfront begangenen Kriegsverbrechen im Bilde war. Die hier dokumentierten Gespräche sind ein Zeitzeugnis ersten Ranges.

Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
    · 1. Anmerkungen zur Forschungslage und zu den Quellen
    · 2. Das Abhören von Kriegsgefangenen in Großbritannien und das Gefangenenlager von Trent Park
    · 3. Themenschwerpunkte der abgehörten Gespräche
       - 3.1 Alles verloren? Die unterschiedliche Perzeption von Politik und Strategie und die Gruppenbildung in Trent Park
       - 3.2 "Wir haben ganze Völkerschaften ausgerottet." Kriegsverbrechen in den Gesprächen von Trent Park
       - 3.3 Aufstand des Gewissens. Reaktionen auf den 20. Juli 1944
       - 3.4 Ein "Nationalkomitee West"? Reflexionen über die Kollaboration mit dem Feind
    · 4. Schlußbetrachtung

- DOKUMENTE
    · Anmerkungen zur Edition
    · I. Alles verloren? Die unterschiedliche Perzeption von Politik und Strategie und die Gruppenbildung in Trent Park (Dokumente 1-82)
    · II. "Wir haben ganze Völkerschaften ausgerottet." Kriegsverbrechen in den Gesprächen von Trent Park (Dokumente 83-144)
    · III. Aufstand des Gewissens. Reaktionen auf den 20. Juli 1944 (Dokumente 145-167)
    · IV. Ein "Nationalkomitee West"? Reflexionen über die Kollaboration mit dem Feind (Dokumente 168-189)
- KURZBIOGRAPHIEN
- ANHANG
    · Abkürzungen
    · Anmerkungen
    · Verzeichnis der Dokumente
    · Quellen- und Literaturverzeichnis
    · Danksagung
    · Personenregister

Zum Autor
Sönke Neitzel, geboren 1968 in Hamburg, studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik in Mainz, Promotion 1994, Habilitation 1998. Neitzel ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie Gastdozent an der University of Glasgow. Seit 1994 Fachberater der Redaktion Zeitgeschichte des ZDF. Von ihm liegen zahlreiche Fachveröffentlichungen sowie mehrere Buchveröffentlichungen zum Ersten und Zweiten Weltkrieg vor.
Verlagsinformation

Weitere Informationen
- Viele haben viel gewusst (DIE WELT, 17.01.2006)
- Reaktionslose Duldung von Verbrechen (FAZ, 14.10.2005)
- Ehrengesindel. Was die Briten deutschen Generälen ablauschten (DIE ZEIT, 13.10.2005)

Harald Welzer: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2005. ISBN: 3-10-089431-6.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Der Sozialpsychologe Harald Welzer weist in dem vorliegenden Buch nach, unter welchen Bedingungen das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Seine Forschungsergebnisse zeigen auf beunruhigende Weise, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird und wie wenig der Stabilität unserer moralischen Überzeugungen zu trauen ist.
Über den Holocaust ist viel geschrieben worden, aber die wichtigste Frage, ist bis heute nicht beantwortet: Wie waren all die ganz normalen Männer, gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es gab keine Personengruppe, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hätte, weshalb Erklärungsansätze, die sich auf die Persönlichkeiten der Täter, ihre Charaktereigenschaften, ihre psychische Verfassung richten, nicht weiterführen. Harald Welzer untersucht Taten aus dem Holocaust – und auch aus anderen Genoziden – in ihrem sozialen und situativen Rahmen und zeigt, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Mit seiner sozialpsychologischen Studie öffnet sich eine Perspektive auf die Täter, die auf beunruhigende Weise erhellt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird, und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.

Zum Autor
Harald Welzer ist Direktor des "Center for Interdisciplinary Memory Research" am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke.

Verlagsinformation

Weitere Informationen
- Ganz "normale" Mörder. Rezension von Christoph Peerenboom (Sächsische Zeitung, 29.08.2005)
- Männer und Mörder. Interview mit Sozialpsychologe Harald Welzer (FR, 27.08.2005)
- Alles ist möglich. Buchauszug (FR, 24.08.2005)
- Mit Anstand töten. Buchauszug (taz, 20.08.2005)

Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Mit Fotos und Faksimiles auf 8 Tafeln. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2005. ISBN: 3-10-000420-5.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Hitler, die Gauleiter, Minister und Staatssekretäre agierten als klassische Stimmungspolitiker. Sie fragten sich täglich, wie sie die Zufriedenheit der deutschen Mehrheitsbevölkerung sichern konnten. Auf der Basis von Geben und Nehmen erkauften sie sich deren Zustimmung oder wenigstens Gleichgültigkeit durch eine Fülle von Steuerprivilegien, mit Millionen Tonnen geraubter Lebensmittel und mit der Umverteilung des "arisierten" Eigentums von verfolgten und ermordeten Juden aus ganz Europa. Den Deutschen ging es im Zweiten Weltkrieg besser als je zuvor, sie sahen im nationalen Sozialismus die Lebensform der Zukunft – begründet auf Raub, Rassenkrieg und Mord.

Rezensionen
"Nie zuvor ist der symbiotische Zusammenhang zwischen 'Volksstaat' und Verbrechen, zwischen den attraktiven und kriminellen Elementen des Nationalsozialismus so scharfsinnig und einleuchtend dargestellt worden. Dieses Buch gehört zu jenen seltenen Werken, die unseren Blick auf die düstere und folgenreichste Periode der deutschen Geschichte neu schärfen." (Volker Ullrich, DIE ZEIT, 10.03.2005)
"'Hitlers Volksstaat', das jüngste Buch Götz Alys, der zu den originellsten Erforschern des Dritten Reiches gehört, bilanziert bisherige Einsichten und eröffnet zugleich ein neues Forschungsfeld. (...) Für die Interpretation der Geschichte des Dritten Reiches setzt die Untersuchung von Götz Aly deutlich neue Akzente." (Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung, 10.03.2005)
"Insgesamt hat Aly auf Grund eines schlüssigen, ja faszinierenden Interpretationsmusters nachgewiesen, dass die Deutschen durch materielle Zuwendung geradezu perfide in Judenvernichtung und Ausraubung okkupierter Territorien involviert wurden." (Hans-Erich Volkmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2005)

Zum Autor
Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt.

Verlagsinformation

Weitere Informationen
- Sebastian Gerhardt: Verzerrte Perspektive (junge Welt, 06.05.2005)
- Deniz Yücel: Antifa heißt Hartz IV (jungle world Nr. 12/2005 vom 23.03.2005)
- Reinhard Jellen: Brüning und die Riesterrente (Telepolis, 23.03.2005)
- J. Adam Tooze: Doch falsch gerechnet – weil falsch gedacht (taz, 16.03.2005)
- Götz Aly: Nicht falsch, sondern anders gerechnet (taz, 15.03.2005)
- J. Adam Tooze: Einfach verkalkuliert (taz, 12.03.2005)
- Eckhard Fuhr: Hitlers Volksstaat war eine Gefälligkeitsdiktatur (DIE WELT, 10.03.2005)
- Volker Ullrich: Hitlers zufriedene Räuber (ZEIT Nr. 11/2005 vom 10.03.2005)
- Interview mit Götz Aly: "Der Holocaust geschah zum Vorteil aller Deutschen" (taz, 15.01.2005)
- Götz Aly: Den einen der Sozialstaat, den anderen das Gas / Zur Person: Götz Aly (taz, 15.01.2005)

Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden, in 3 Bänden. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2002. ISBN: 3-596-24417-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Wenn das Wort "Standardwerk" überhaupt noch einen Sinn hat, dann muss man Hilbergs berühmte Gesamtgeschichte des Holocaust als solches bezeichnen. Das Buch ist 1961 in den USA herausgekommen und wurde erst 1982 in deutscher Sprache vorgelegt – von einem kleinen Berliner Verlag. Erneut auf den aktuellen Stand gebracht und wiederum erweitert, liegt es nun in dieser Taschenbuchausgabe vor. Damit wurde einem vielfach vorgetragene Wunsch entsprochen, Hilbergs "bedeutendes Buch" (FAZ) einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Das Thema dieses Werkes sind die Täter, der Plan, das Tatschema, die Tat selbst, ihre Vorbereitung und Durchführung. Mit "Kühle und Präzision, die den großen Chronisten auszeichnen" (SZ), weist Hilberg die Verwicklung und Beteiligung der Führungseliten in Staatsverwaltung, Industrie und Wehrmacht bei der Judenvernichtung nach. Nachgewiesen wird auch die funktionale Hingabe des durchschnittlichen Bürokraten, Reichsbahners, Polizisten und Soldaten an das Ausrottungswerk. Und es kommt ein Tätertypus zum Vorschein (der auch namentlich genannt wird), der nach 1945 nie einem Richter begegnet ist: der preußische General, der national-konservative Ministerialbeamte, der Diplomat, Jurist, Industrielle, Chemiker und Arzt.
Hilberg hat das Material für sein Buch sein Leben lang gesammelt und ergänzt. Er gilt als der wohl beste Kenner der Quellen, die zum größten Teil von den Tätern stammen. Sie haben – gründlich, wie sie waren – die Beweise ihres Mordhandwerks hunderttausendfach abgeheftet – mit Briefkopf und Dienstsiegel.
Die vorliegende Gesamtgeschichte des Holocaust ist "... Quelle für den Spezialisten, Analyse für den Theoretiker und Geschichtsbuch ohnegleichen für das allgemeine Publikum." (Sunday Times).

Zum Autor
Raul Hilberg, geboren am 2. Juni 1926 in Wien, musste 1939 über Kuba in die USA auswandern. Er studierte unter anderem bei Franz Neumann ("Behemoth") und gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die mit den in die USA überführten deutschen Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus arbeiten durften. Hilberg lehrte bis zu seiner Emeritierung Politische Wissenschaften an der Universität Burlington / Vermont. Mit seinem grundlegenden Werk "The Destruction of the European Jews" (Chicago 1961), das in viele Sprachen übersetzt wurde, ist Hilberg weltbekannt geworden. Um die Vernichtung der Juden in Europa vollständig verstehen zu können, untersuchte der Autor schließlich im Jahre 1976 in den Archiven der Bundesrepublik die bisher wenig beachteten Unterlagen über die Rolle der Reichsbahn im "Vernichtungsprozess des Dritten Reiches". Die "Sonderzüge nach Auschwitz" (Mainz 1981) waren die erste deutschsprachige Veröffentlichung des Autors.

Verlagsinformation

Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Fischer Taschenbücher Bd.15645 Die Zeit des Nationalsozialismus. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2004 (Überarbeitete Ausgabe). ISBN: 3-596-15645-9.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Die Wehrmacht hat von 1941 bis 1944 einen Vernichtungskrieg geführt. Warum sind die Generäle Hitler hierbei gefolgt? Der Autor zeigt als Erster, dass antirussische und antisemitische Feindbilder im Militär Tradition hatten. Ohne die Verherrlichung von Krieg und Gewalt, ohne die traditionsreiche Missachtung des Kriegsvölkerrechts hätte der Krieg im Osten so nicht geführt werden können. Nach 1945 wurde daraus die Legende von der "sauberen" Wehrmacht gestrickt.

Rezensionen
"Man liest mit Faszination, wie Wette manche durchaus bekannte Forschungsergebnisse gegen den Strich bürstet." (Norbert Frei, ZEIT)
"Wette hat die politikmächtigen Ideologien und Legenden in Militär und Gesellschaft mit Persönlichkeiten und deren Handlungsweisen in Zusammenhang gebracht und dabei auch die Benutzung und Haltung des 'kleinen Mannes' in den Blick genommen. Sein neuer Ansatz ist ein Beispiel für die immer noch notwendige Aufklärung und ein Beitrag zum Gesamtbild historisch-politischer Befindlichkeit von heute." (Prof. Dr. Manfred Messerschmidt)

Zum Autor
Wolfram Wette, geboren 1940, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, 1971 Dr. phil., 1991 Habilitation, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br.. Mitbegründer und mehrfach Sprecher des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF), Mitherausgeber der Reihe "Geschichte und Frieden" und des Jahrbuchs "für Historische Friedensforschung".
Verlagsinformation

Andrej Angrick: Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941-1943. Hamburger Edition 2003. ISBN: 3-930908-91-3.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Andrej Angrick lenkt in seiner Darstellung das Augenmerk auf den historischen Ort der Verbrechen einer mobilen Einheit der Sicherheitspolizei und des SD sowie auf die strukturellen Hintergründe der Eroberungs-, Besatzungs- und Vernichtungspolitik auf der Krim und im Kaukasus. Darüber hinaus zeichnet er aussagekräftige Täterprofile des Einsatzgruppenpersonals.
Verlagsinformation

Hannes Heer: Vom Verschwinden der Täter. Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei. Aufbau-Verlag 2004. ISBN: 3-351-02565-3.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Zum ersten Mal seit dem Ende der Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" äußert sich Hannes Heer über Hintergründe. Dabei geht er vor allem auf die Kampagne gegen das Projekt ein, dessen Leiter er war. Die Ausstellung hatte die Legende von der sauberen Wehrmacht in Frage gestellt, und der Schock war entsprechend groß. Die Versuche, die Ausstellung zu diffamieren, waren nach vier Jahren erfolgreich. Sie wurde zurückgezogen und durch eine neue, völlig entschärfte Version ersetzt. Der Krieg und seine Verbrechen sind darin wieder zum Werk einiger Spitzenmilitärs geworden. Die Ausstellung zeigt Taten ohne Täter.
Der Vorgang vom Verschwinden der Täter begann indessen früher. Hannes Heer findet bezeichnende Indizien in Aufzeichnungen und Nachkriegserinnerungen von Soldaten, im Wirken der Zensur bei den Kriegsromanen Bölls und Remarques, in Ernst Jüngers Umdeutung des eigenen Tagebuchs von 1942. Inzwischen sind auch Nazi-Argumente kein Tabu mehr, wenn von Historikern den Juden die Schuld am eigenen Tod gegeben wird, wenn sie von Politikern schlicht zum Tätervolk erklärt werden (der Fall Hohmann) oder, wie in Jörg Friedrichs Werk "Der Brand", die Deutschen im Bombenkrieg das gleiche Schicksal erlitten haben wie die Juden.

I
mmer wieder werden die NS-Verbrechen als das Werk weniger Spezialisten präsentiert. Hannes Heer, Leiter der abgesetzten ersten Version der Wehrmachtsausstellung, geht dem Mythos von der "sauberen Wehrmacht" auf den Grund: Seine Analyse ist eine provokante Untersuchung zum deutschen Seelenfrieden.


Zum Autor
Hannes Heer, geboren 1941, Historiker und Filmregisseur, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Leiter der Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944".
Verlagsinformation

Albrecht Liess: Wege in die Vernichtung. Die Deportation der Juden aus Mainfranken 1941-1943. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Würzburg und des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Unterfranken. Schöningh-Verlag 2003. ISBN: 3-921635-77-2.



mehr Infos

bestellen

Wege in die Vernichtung: Ausstellung und Bildband
Im Foyer der Universität Würzburg wurden vom 5. November bis 31. Dezember 2004 insgesamt 119 Fotos gezeigt, die ein Gestapo-Mann in den Jahren 1941 bis 1943 von den Deportationen unterfränkischer Juden machte. Über 2.000 wurden in Würzburg zusammengeführt und in die Vernichtungslager im Osten transportiert – nur 40 von ihnen überlebten.
Eigentlich war Fotografieren bei Deportationen verboten, aber in Würzburg wurden trotzdem Aufnahmen gemacht. Die Ausstellung zeigt den deutschlandweit größten Bestand derartiger Bilder. Sie dokumentieren die Angst der Opfer, die ihren Weg in den Tod selbst bezahlen mussten und mit Schildern wie "Evakuierungsstelle" getäuscht wurden. In Bildunterschriften wie "Sarahs Abschiedsschmerz" zeigte sich der Zynismus der Gestapo-Männer.
Neben den Bildern sind Dokumente über das Leben der unterfränkischen Juden und die Geschichte der Würzburger Gestapo zu sehen. Das Fotoalbum war lange verschwunden. Es lag bei für unwichtig gehaltenen Gerichtsakten. Die Fotos wurden erst vor zwei Jahren wieder entdeckt. Die Ausstellung wurde vom Staatsarchiv Würzburg, der Regierung von Unterfranken und dem Instituts für Zeitgeschichte München zusammengestellt.
Die Foto-Dokumentation in der Universität Würzburg ist bis zum 30. Dezember 2003 zu sehen. Der begleitende Bildband kostet 12,10 Euro.
Verlagsinformation

Weitere Informationen:
- Sonderveröffentlichungen der Staatlichen Archive Bayerns (ISBN: 1618-0739)
- Informationen zur Würzburger Ausstellung "Wege in die Vernichtung" (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns)

Veranstaltung:
Lesung aus "Wege in die Vernichtung" am 26.01.2004 im Buchladen Neuer Weg

 

Enzo Traverso: Moderne und Gewalt. Eine europäische Genealogie des Nazi-Terrors. Neuer ISP-Verlag 2002. ISBN: 3-89900-106-0.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
"In seiner überzeugenden Untersuchung der Radikalisierung des mörderischen Rassismus des Nationalsozialismus folgt der Historiker und Sozialwissenschaftler Enzo Traverso nicht den kanonischen und ausgetretenen Untersuchungspfaden. Er greift Hannah Arendts kenntnisreiche Diskussion des kolonialen Imperialismus als eines Vorläufers des radikalen Nationalismus wieder auf und verbindet sie mit Edward Saids Ausgrabungen der 'orientalischen' Stränge in den wesentlichen Ideen und Praktiken des europäischen Faschismus." (Arno J. Mayer)
"Mit bewundernswürdiger Prägnanz und souveränem Umgang mit der wichtigsten Literatur tritt Enzo Traverso dafür ein, den Holocaust nicht als unsägliche Abirrung, sondern als Teil der Geschichte des Westens zu sehen. Sein gut geschriebener Essay ergänzt die Arbeiten früherer VertreterInnen dieser Argumentation, vor allem von Adorno und Horkheimer, Hannah Arendt und Bauman, die uns zwingen, die verdeckten dunklen Seiten des Zivilisationsprozesses anzuerkennen." (Martin Jay)
"Enzo Traversos Essay ist höchst originell, provokativ und durchweg brillant." (Saul Friedländer)


Zum Autor
Enzo Traverso, 1957 in Gavi (Piemont/Italien) geboren, lebt in Paris. Er ist als Dozent für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Jules Verne der Picardie in Amiens und als Lehrbeauftragter an der "Ecole des hautes études en sciences sociales" in Paris tätig. Von seinen Büchern, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, erschienen auf deutsch: "Die Juden und Deutschland. Auschwitz und die deutsche Symbiose" (1993), "Die Marxisten und die jüdische Frage. Geschichte einer Debatte 1843-1943" (1995), "Auschwitz denken. Die Intellektuellen und die Shoah" (2000), "Nach Auschwitz. Die Linke und die Aufarbeitung des NS-Völkermords" (2000).
Verlagsinformation

Rezensionen:
- Kontinuität und Singularität (Volksstimme)

- Kontinuität und Bruch: Zur Genealogie der nazistischen Gewalt
(SoZ)

Christoph Rass: 'Menschenmaterial': Deutsche Soldaten an der Ostfront. Innenansichten einer Infanteriedivision 1939-1945. Dissertation. Schöningh-Verlag 2003. ISBN: 3-506-74486-0.



mehr Infos

bestellen

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die Soldaten der 253. rheinisch-westfälischen Infanteriedivision, die, Ende 1939 aufgestellt, von 1941 bis 1945 ununterbrochen im Krieg gegen die Sowjetunion eingesetzt war. Doch ist dies keine gewöhnliche Divisionsgeschichte, wie man sie zu Dutzenden kennt. Es ist vielmehr der erste erfolgreiche Versuch, die sozialen Strukturen, die Führungs-, Sozialisations- und Handlungsmuster und die Bedingungen von Leben, Töten und Sterben im Alltag einer typischen Infanteriedivision der Ostfront zu analysieren.
In bisher unerreichter Quellendichte vermittelt die Pionierstudie neue, repräsentative Erkenntnisse über die Motivation und das Verhalten deutscher Soldaten während des Krieges, über ihre Einbindung in die Kriegsmaschinerie und über die Spannungen zwischen dem institutionellen Zwang des Militärapparates und der individuellen Verantwortung des Soldaten. Differenziert und sachlich gibt der Autor Antworten auf die vieldiskutierte Frage, wie und unter welchen Umständen aus ganz normalen Soldaten Täter des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges werden konnten.
Von ihren 47 Monaten im Osten verbrachte die 253. Inf. Div. 45 im Fronteinsatz, hauptsächlich im Rahmen der Heeresgruppe Mitte. Ihr Weg führte sie bis vor die Tore Moskaus, dann bis 1943 in den aufs härteste umkämpften Frontbogen von Rshew und schließlich 1944/45 über Kowel, die Beskiden und Oberschlesien bis nach Mähren. Im März 1944 war sie in Weißrussland an den berüchtigten Massendeportationen von Osaritschi beteiligt, die Tausenden arbeitsunfähiger Zivilisten von Kindern bis zu Greisen den Tod brachten.
Der Autor beschreibt präzise und anschaulich die vielfältigen Faktoren, die das Innenleben der Division bestimmten, wie z.B. regionale und soziale Herkunft der Soldaten, das Verhältnis ihrer mitgebrachten Wertanschauungen zu den neuen, im Krieg gewonnenen Erfahrungen, die Lebensbedingungen, Führung und Haltung der Truppe, die Rolle der Kameradschaft, das ineinander verwobene System von Belohnung (Orden oder Fürsorge z.B.), Bestrafung (Kriegsgerichtsbarkeit) und politischer Indoktrination und vor allem die verschiedenen Gesichter des Ostkrieges zwischen Eroberung und Rückzug, Besatzung und Ausbeutung.
Ein wichtiges neues Buch zur Debatte über die deutsche Wehrmacht und das Verhalten ihrer Soldaten im nationalsozialistischen Vernichtungskrieg.
Verlagsinformation

Weitere Informationen:
Rezension von Michael von Prollius (H-Soz-u-Kult)

Christopher R. Browning: Der Weg zur "Endlösung". Entscheidungen und Täter. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2002. ISBN: 3-499-61344-1.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Gab Hitler den Befehl? Und wenn nicht er, wer hat dann das Morden angeordnet und organisiert? In der kurzen Zeitspanne zwischen März 1942 und Februar 1943 starb fast die Hälfte aller Opfer des Holocaust.
Die Analyse des renommierten Holocaust-Forschers Christopher R. Browning benennt die Verantwortlichen und macht ihre Motive und Mentalität nachvollziehbar.
"Brownings Beiträge gehören heute zum Standardrepertoire aller Historiker, die sich mit den NS-Verbrechen beschäftigen. Sie sind wegweisend in der Täterforschung..." (DIE ZEIT, 27.08.1998)


Zum Autor
Christopher R. Browning, geboren 1944, ist Professor für Geschichte an der Pacific Lutheran University, Tacoma, Washington. Sein Buch "Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die 'Endlösung' in Polen" hat seinen Ruf begründet. Es erschien weiterhin: "Judenmord, NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten des Täters".
Verlagsinformation

Wolfgang Benz (Hrsg.): Lexikon des Holocaust. C.H. Beck-Verlag 2002. ISBN: 3-406-47617-1.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Die Ermordung der europäischen Juden ist das furchtbarste Ereignis des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte dieser zivilisatorischen Katastrophe hat sich mittlerweile zu einem umfassenden Gebiet der historischen Forschung entwickelt. Dieses Lexikon führt knapp und sachkundig die wichtigsten Ereignisse, Begriffe und Personen ein. Es ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für jeden, der sich kompetent über die Geschichte des Holocaust informieren möchte.

Zum Autor
Wolfgang Benz, Jahrgang 1941, ist Mitgründer und Mitherausgeber der Dachauer Hefte und war von 1969 bis 1990 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München. Seit 1990 arbeitet er als Professor an der Technischen Universität Berlin und ist Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Wolfgang Benz erhielt 1992 den Geschwister-Scholl-Preis.

Verlagsinformation

Raul Hilberg: Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und Interpretieren. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2002. ISBN: 3-10-033626-7.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Der Doyen der Holocaust-Forschung zeigt an zahlreichen Beispielen, wie er mit den Quellen umgeht und sie zum Sprechen bringt. Er führt vor, wie aus einem kargen, in interessegeleiteter Tarnsprache formulierten Papier (Befehl, Anordnung, Anweisung, Bericht etc.) ein Dokument dessen wird, was der jeweilige Urheber eigentlich gemeint hat. Dokumente sprechen eben nie für sich, sondern erst dann, wenn sie sachkundig befragt und mit ausgefeilten quellenkritische Methoden bearbeitet werden.


Zum Autor
Raul Hilberg, geboren am 2. Juni 1926 in Wien, musste 1939 über Kuba in die USA auswandern. Er studierte unter anderem bei Franz Neumann ("Behemoth") und gehörte zu den ersten Wissenschaftlern, die mit den in die USA überführten deutschen Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus arbeiten durften. Hilberg lehrte bis zu seiner Emeritierung Politische Wissenschaften an der Universität Burlington / Vermont. Mit seinem grundlegenden Werk "The Destruction of the European Jews" (Chicago 1961), das in viele Sprachen übersetzt wurde, ist Hilberg weltbekannt geworden. Um die Vernichtung der Juden in Europa vollständig verstehen zu können, untersuchte der Autor schließlich im Jahre 1976 in den Archiven der Bundesrepublik die bisher wenig beachteten Unterlagen über die Rolle der Reichsbahn im "Vernichtungsprozess des Dritten Reiches". Die "Sonderzüge nach Auschwitz" (Mainz 1981) waren die erste deutschsprachige Veröffentlichung des Autors.

Verlagsinformation

Ursula Büttner (Hrsg.): Die Deutschen und die Judenverfolgung im Dritten Reich. Mit Beiträgen von Werner T. Angress, Avraham Barkai, Wolfgang Benz u.a. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003 (Überarbeitete Neuausgabe). ISBN: 3-596-15896-6.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Welche Verantwortung für die Verfolgung und Ermordung der Juden trifft das deutsche Volk als Ganzes? Diese Frage wurde seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches immer wieder diskutiert und hat bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren. Historiker, Politologen und Theologen geben einen systematischen Überblick über die Haltungen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Eliten in der NS-Zeit.
Verlagsinformation

Rezension
Als Hermann Göring verlangte, die deutschen Juden in Ghettos zu konzentrieren, lehnte Reinhard Heydrich dies 1938 mit der Begründung ab: "Die Kontrolle des Juden durch das wachsame Auge der gesamten Bevölkerung ist besser, als wenn sie die Juden zu Tausenden und Abertausenden in einem Stadtteil haben, wo ich durch uniformierte Beamte eine Überwachung des täglichen Lebenslaufes nicht herbeiführen kann." Der Chef der Sicherheitspolizei war der Auffassung, er könne sich auf die Deutschen verlassen.
Während des Krieges waren Informationen und Gerüchte über die Massenmorde an den Juden und Slawen unter den Deutschen so weit verbreitet, dass es der Parteiführung nicht ratsam schien, sie einfach zu leugnen. Die Parteikanzlei gab daher 1942 eine Sprachregelung zur Rechtfertigung der Morde heraus. Ursula Büttners Beitrag "Der Alltag der Judenverfolgung und der Anteil der Bevölkerung", aus dem die angeführten Beispiele stammen, eignet sich gut als Einstieg in das Thema.
Abgesehen davon, dass in den Kapiteln über die Haltung der christlichen Kirchen deren willige Unterstützung für den NS-Krieg nicht deutlich beim Namen genannt wird, bietet die überarbeitete Neuausgabe des Sammelbands einen brauchbaren Überblick.
Peter Fasel, KONKRET Nr. 3/2004

Götz Aly/Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung. Fischer-Taschenbuch-Verlag 1997.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Namen wie Hitler, Himmler und Heydrich stehen für den Mord an den europäischen Juden. Ein ganzes Heer von Namenlosen jedoch, die Vordenker der Vernichtung, haben diesen Genozid erst möglich gemacht.
Die Autoren arbeiten heraus, wie eine junge Wissenschaftlerelite ehrgeizig und äußerst effizient ihr Ziel verfolgt: zunächst Deutschland, dann aber auch dem gesamten europäischen Kontinent neue soziale, vor allem aber ökonomische Strukturen aufzuzwingen. Für diese "Expertokratie" war im moralischen wie im politischen Sinne alles machbar. Sie verfügte über ein Maß an Macht und Einfluss, wie es vergleichbaren Beraterstäben sonst nicht zugestanden wird. Ihre Pläne verbanden sich mit der aggressiven und inhumanen Ideologie des Nationalsozialismus zu dem alles beherrschenden Zweck, eine nach ihrem Verständnis 'besser organisierte' Zukunft zu gestalten.
Das Reisbrett-Denken mit seinen Strukturmodellen und Generalplänen stürzte statt dessen Millionen von Menschen in eine beispiellose Katastrophe: in den Raub- und Vernichtungskrieg und schließlich direkt in die Gaskammern der Konzentrationslager. Wer nicht in das Konzept passte und der Modernisierung Europas im Wege stand, wurde bedenkenlos vertrieben und vernichtet.
Auschwitz war deshalb – so lautet die These der beiden Autoren – auch das furchtbare Ergebnis des Reißbrettdenkens dieser gnadenlosen Experten, die ihr Wissen und ihr Können dazu nutzten, den millionenfachen Mord vorzubereiten.


Zu den AutorInnen
Susanne Heim ist Politikwissenschaftlerin und Historikerin, sie habilitierte sich an der Freien Universität Berlin. Heim hat Publikationen zur Geschichte des Nationalsozialismus sowie zur Bevölkerungspolitik und Migration im 20. Jahrhundert veröffentlicht. Seit 1999 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsprogramm Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus".
Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaft (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt.
Verlagsinformation

Christopher R. Browning: Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2001.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Nach wie vor werden in der Holocaust-Forschung zentrale Fragen kontrovers diskutiert: Wie entwickelte sich die nationalsozialistische "Judenpolitik" in den ersten Jahren des Krieges? Zu welchem Zeitpunkt überschritt das NS-Regime die historische Trennlinie von Bevölkerungsverschiebungen ("ethnische Säuberungen") zur totalen und systematischen Vernichtung? Auf welche Weise versuchten die NS-Behörden, die Politik der Vertreibung und Ausrottung mit der kriegsbedingten Notwendigkeit zu vereinbaren, jüdische Arbeitskraft auszubeuten? Was waren die konkreten Folgen für die Zwangsarbeiter? Welche Handlungsspielräume hatten die vielen kleinen lokalen "Machthaber"? Welche neuen Einsichten lassen sich zu Verhalten und Motivation der Täter vor Ortgewinnen?
Das Buch präsentiert – klar und verständlich formuliert – die Summe von Brownings neuen Erkenntnissen zum Mord an den europäischen Juden.


Zum Autor
Christopher R. Browning, geboren 1944, ist Professor für Geschichte an der Pacific Lutheran University, Tacoma, Washington. Sein Buch "Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die 'Endlösung' in Polen" hat seinen Ruf begründet. Es erschien weiterhin: "Judenmord, NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten des Täters".
Verlagsinformation

Tami Oelfken: Fahrt durch das Chaos. Ein Logbuch aus Zeiten des Kriegs. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Manfred Bosch. Libelle-Verlag 2003 (Neuausgabe). ISBN: 3-909081-38-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Nach fünf Jahren Emigration in Südfrankreich hatte sie sich u. a. mit Franz Blei getroffen kehrte Tami Oelfken 1939 mittellos nach Berlin zurück, in einen Staat, den sie als "Zuchthaus" erlebte. Ihre besten Freundinnen waren fern in fremden Ländern. Als geheime Selbsttröstung begann sie in den Kriegsjahren ihre ebenso emotionalen wie alltagsgenauen Aufzeichnungen. Sie führte dieses Logbuch, geschrieben wie ein langer Brief an eine verlorene Geliebte, auch weiter, als sie ab 1944 in Überlingen am Bodensee lebte. (Dort befreundete sie sich u. a. mit Fritz Mühlenweg und seiner Familie…). Das Buch erschien erstmals 1946 und ist seit Jahrzehnten vergessen.

Zur Autorin
Tami Oelfken (1888-1957) wuchs als Marie Wilhelmine Oelfken in Blumenthal bei Bremen auf und arbeitete drei Jahrzehnte in der pädagogischen Praxis. Nach dem 1. Weltkrieg quittierte sie den staatlichen Schuldienst, war sozialistisch orientierte Lehrerin in Hellerau, Spandau und Dahlem und gründete 1928 eine eigene Reformschule in Berlin, die sie bis 1934 gegen die Nazis verteidigen konnte. Eine Fortführung im Exil (Paris/London) scheiterte. Nach der Rückkehr aus dem südfranzösischen Exil begann sie – mit Schreibverbot belegt und aus der Kulturkammer ausgeschlossen – ihre geheimen Aufzeichnungen. Tami Oelfken, die die französischen Besatzungssoldaten als Befreier begrüßte, wurde als Pazifistin im Kulturbetrieb des Adenauerstaats bald verfemt.

Verlagsinformation

Wolfgang Benz: Der Holocaust. C.H. Beck-Verlag 2001 (5. Auflage). ISBN: 3-406-39822-7.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Wolfgang Benz, einer der renommiertesten deutschen Holocaust-Forscher, zeichnet in diesem Buch die Geschichte des Völkermordes an den Juden von der Ausgrenzung und Entrechtung bis zum industrialisierten Massenmord in den Vernichtungslagern nach. Sein Augenmerk gilt dabei nicht nur den Tätern, sondern vor allem auch den Opfern selbst. Neben die Geschichte der Verfolger tritt die Geschichte der Verfolgten. Ein eigenes Kapitel ist dem oft vernachlässigten ”anderen Völkermord” an den Sinti und Roma gewidmet.
”Im Rahmen der Beck-Reihe hat der renommierte Shoa-Forscher Wolfgang Benz die beste Einführung in die Geschichte des Holocaust geschrieben, die derzeit auf dem Markt ist.” (Daniel Terner, Damals)

Zum Autor
Wolfgang Benz, Jahrgang 1941, ist Mitgründer und Mitherausgeber der Dachauer Hefte und war von 1969 bis 1990 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München. Seit 1990 arbeitet er als Professor an der Technischen Universität Berlin und ist Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Wolfgang Benz erhielt 1992 den Geschwister-Scholl-Preis.

Verlagsinformation

Christopher R. Browning: Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen.  Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 1999. ISBN: 3-499-60800-6.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Wie kann Massenmord zur Alltagsroutine werden? Im Sommer 1942 wurde ein Bataillon der Hamburger Polizeireserve, etwa 500 Männer, die zu alt zum Dienst in der Wehrmacht waren, nach Polen zu einem Sonderauftrag gebracht. Dort wurde ihnen eröffnet, dass sie die jüdische Bevölkerung in polnischen Dörfern aufspüren, die noch arbeitsfähigen Männer für den Lagereinsatz aussondern, die übrigen - Alte, Kranke, Frauen und Kinder - auf der Stelle zu erschießen hätten. Vor dem Einsatz machte der Kommandant den Leuten das Angebot, wer sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühle, könne sein Gewehr abgeben und würde dann zu einer anderen Aufgabe eingesetzt. Nur etwa 12 Männer von fast 500 traten vor. In ganz Polen und Russland wüteten in der Folgezeit diese Polizeibataillone, erschossen Zigtausende von Menschen und brachten weitere Zigtausende in Konzentrationslager.


Zum Autor
Christopher R. Browning, geboren 1944, ist Professor für Geschichte an der Pacific Lutheran University, Tacoma, Washington. Sein Buch "Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die 'Endlösung' in Polen" hat seinen Ruf begründet. Es erschien weiterhin: "Judenmord, NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten des Täters".
Verlagsinformation

Götz Aly: "Endlösung". Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden. Fischer-Taschenbuch-Verlag 1998. ISBN: 3-596-14067-6.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Der Historiker Götz Aly beleuchtet in seiner Dokumentation die Entscheidungsprozesse, die zur Endlösung der Judenfrage geführt haben. Er zeigt, wie die verschiedenen Deportationsprojekte vorangetrieben wurden, wer die Ideengeber waren, mit welchen Sachzwängen sich Himmler, Heydrich und Eichmann täglich auseinandersetzten. Dokumente aus deutschen, russischen und polnischen Archiven, in die der Autor Einblick nahm, machen deutlich, dass es den "einen Entschluss" nicht gab, dass der Judenmord weder an einem Tag, noch von einer Person, noch für alle Juden gleichzeitig beschlossen wurde. Es handelte sich vielmehr um einen für damalige Verhältnisse ungewöhnlich langen und komplexen Entscheidungsprozess.

Zum Autor
Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt. Er war Redakteur bei der taz, bei der Berliner Zeitung und arbeitet heute für die FAZ. 2002 wurde Götz Aly mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet.

Verlagsinformation

Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. Heyne-Verlag 1996. ISBN: 3-453-02978-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Diese erste historische Analyse der Nationalsozialistischen Arbeits- und Vernichtungslager soll die Tatsache in Erinnerung zurückrufen, das die Entwicklung der SS und die Einrichtung der Konzentrationslager, in denen mehr als sechs Millionen Menschen einem geplanten Völkermord zum Opfer fielen, zur Herrschaftspraxis eines in Deutschland etablierten politischen Regimes gehörten, dessen verbrecherische Absichten heute von manchen Interpreten schon nicht mehr in voller Schärfe gesehen werden. Als historisches Dokument ersten Ranges hat dieses bereits 1946 erschienene und 1974 mit einem neuen Vorwort des Autors versehene Werk nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt.

Zum Autor
Prof. Dr. Eugen Kogon, dt. Publizist (1903-1987). Trotz der furchtbaren Erfahrungen im Konzentrationslager Buchenwald hielt Eugen Kogon lebenslang an seinem Geschichtsoptimismus fest. In exponierten öffentlichen Funktionen und als engagierter Publizist kämpfte er für eine konsequente Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit und ein vereinigtes Europa.
Kogon entstammte einem streng katholischen Elternhaus. Nach dem Gymnasium studierte er in München, Florenz und Wien Nationalökonomie und Soziologie und
promovierte 1927 in Wien mit einer Arbeit über den Korporativstaat des Faschismus. Im gleichen Jahr begann auch seine publizistische Laufbahn. Bereits 1937, Kogon war inzwischen Vermögensverwalter des Hauses Sachsen-Coburg-Cohary, wurde er als Gegner des Nationalsozialismus zweimal von den Nazis inhaftiert und 1938 endgültig festgesetzt. Man verschleppte ihn 1939 in das Konzentrationslager Buchenwald, das er nur mit Glück überlebte.
Ab 1946 war Kogon Gründer und Mitherausgeber der "Frankfurter Hefte", im gleichen Jahr erschien sein Standardwerk zum System der deutschen Konzentrationslager, "Der SS-Staat".
1949-53 war er erster Präsident der Europa-Union in Deutschland, 1951-68 Professor für Politikwissenschaft an der TH Darmstadt. Sein Leben lang war er in den öffentlichen Auseinandersetzungen präsent; zuletzt engagierte sich der inzwischen vielfach ausgezeichnete Publizist in der Friedensbewegung. (Quelle: Harenberg. Das Buch der 1000 Bücher)
Verlagsinformation

Weitere Informationen:

- Gut sortiert ist halb gelogen Zahlenspiele der Auschwitzleugner (Holocaust-Reverenz)
- Die vier Millionen von AuschwitzDie Auschwitzleugner und die Mathematik (Holocaust-Reverenz)

Daniel Jonah Goldhagen: Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust. Goldmann-Verlag 2000. ISBN: 3-442-15088-4.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Mitglieder eines deutschen Fronttheaters, 1942 zu Gast bei einem Polizeibataillon in Polen, äußerten den Wunsch, an einer Massenerschießung von Juden teilnehmen zu dürfen. Die Bitte wurde ihnen gewährt.
Wie konnte es zum Holocaust kommen? Diese Frage wurde oft diskutiert. Doch wer waren die Täter, und wie war es möglich, so viele Deutsche aus allen sozialen Schichte
n für den Holocaust zu mobilisieren? Was hat sie dazu motiviert, sich an der Massenvernichtung zu beteiligen, auch, wenn die Möglichkeit einer Befehlsverweigerung bestand? Wie sah die Gesellschaft aus, die diese Männer und Frauen hervorbrachte? Diesen Fragen geht der US-amerikanische Historiker Goldhagen in seinem heftig und kontrovers diskutierten Buch nach.
Verlagsinformation

Briefe an Goldhagen. Eingeleitet und beantwortet von Daniel Jonah Goldhagen. Übersetzt von Klaus Kochmann. Goldmann-Taschenbuch 1998. ISBN: 3-442-75538-7.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Daniel J. Goldhagens Buch "Hitlers willige Vollstrecker" hat in Deutschland eine beispiellose, hitzige Debatte ausgelöst. Den Autor erreichten mittlerweile Hunderte von Leserzuschriften. Für dieses Buch wurde eine Auswahl zusammengestellt – die Stimmen reichen von zustimmend und abwägend bis zornig und entrüstet.
Verlagsinformation

Jürgen Elsässer/Andrei S. Markovits (Hrsg.): "Die Fratze der eigenen Geschichte". Von der Goldhagen-Debatte zum Jugoslawien-Krieg. Espresso-Verlag 1999. ISBN: 3-88520-756-7.



mehr Infos

bestellen

Welche Anstöße für die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit hat Daniel Jonah Goldhagen mit seinem Buch "Hitlers willige Vollstrecker" gegeben und wie wurden diese in der intellektuellen Auseinandersetzung, wie in der Realpolitik der folgenden Jahre transformiert? Dieser Band zieht eine Bilanz der dreijährigen Debatte um Goldhagens Buch und bewertet den aktuellen geschichtspolitischen Diskurs im Hinblick auf den Jugoslawienkrieg. Erweiterte Dokumentation einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung im Mai 1999 mit Originalbeiträgen von Daniel Jonah Goldhagen.
Verlagsinformation

Norman G. Finkelstein/Ruth B. Birn: A Nation on Trial. Eine Nation auf dem Prüfstand, engl. Ausgabe. The Goldhagen Thesis and Historical Truth. Petersen-Verlag/Holt-Verlag 1998. ISBN: 0-8050-5872-9.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Die Historiker Finkelstein und Birn überprüfen die historische Wahrheit der "Goldhagen"-These. Sie werfen dem Verfasser von "Hitlers willige Vollstrecker" "unsauberes historisches Arbeiten im Dienst einer unsinnigen pauschalen Dämonisierung der Deutschen" vor. Indem Goldhagen sich weigere, den deutschen Antisemitismus mit dem anderer Völker zu vergleichen, bestätige er ein manichäisches Weltbild, in dem Deutsche stets das Böse, Juden aber die Unschuld verkörperten. Für die deutsche Ausgabe des Buches wirft Professor Hans Mommsen einen Blick zurück auf den bisherigen Verlauf der "Goldhagen"-Debatte.

Zum Autor
Der Politologe Norman C. Finkelstein, geboren 1953, promovierte an der Princeton University über die Theorie des Zionismus. Der Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender lehrt an verschiedenen Universitäten in New York und Chicago. Gemeinsam mi
t Ruth Bettina Birn veröffentlichte er 'Eine Nation auf dem Prüfstand. Die Goldhagen-These und die historische Wahrheit'. Sein Buch 'Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird' führte zu einer internationalen Debatte über seine Thesen.
Verlagsinformation

Weitere Informationen:
- The Goldhagen Affair: Articles and Reviews
(Norman Finkelstein)
- Counterfeit Courage: Reflections on "political correctness" in Germany
(Norman Finkelstein)
- The real "Axis of Evil" tries to silence Norman G. Finkelstein in Canada
(Norman Finkelstein)

Norman G. Finkelstein: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. Piper-Verlag 2002. ISBN: 3-492-23580-8.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Die "Holocaust-Industrie" – das bedeutet für Norman Finkelstein die moralische und finanzielle Ausbeutung jüdischer Leiden. Seine Analyse ist zugleich eine leidenschaftliche Anklage: Er wendet sich gegen die Interessenverbände, die den Holocaust für eigene Zwecke nutzen, häufig auf Kosten der Opfer. Er kritisiert die Verkitschung des Gedenkens, die die Würde der Opfer beleidigen. Außerdem wirft er den USA und Israel vor, den Holocaust zu instrumentalisieren, um von eigenen Problemen abzulenken. Mit seinen provokanten Thesen hat Norman Finkelstein eine erbitterte Debatte ausgelöst.
"Finkelstein ist Agen
t provocateur, Gaukler und Aufklärer zugleich. Sein Buch ist verletzend. Er selbst ist verletzlich. Es wäre falsch, seine Kritik als destruktive Polemik abzutun. Sie ist anregend. Vor allem aber notwendig wie ein Reinigungsmittel." (Rafael Seligmann, Welt am Sonntag)

Zum Autor
Der Politologe Norman C. Finkelstein, geboren 1953, promovierte an der Princeton University über die Theorie des Zionismus. Der Sohn jüdischer Holocaust-Überlebender lehrt an verschiedenen Universitäten in New York und Chicago. Gemeinsam mit Ruth Bettina Birn veröffentlichte er 'Eine Nation auf dem Prüfstand. Die Goldhagen-These und die historische Wahrheit'. Sein Buch 'Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird' führte zu einer internationalen Debatte über seine Thesen.

Verlagsinformation

Weitere Informationen:
- The Goldhagen Affair: Articles and Reviews
(Norman Finkelstein)
- Counterfeit Courage: Reflections on "political correctness" in Germany
(Norman Finkelstein)
- The real "Axis of Evil" tries to silence Norman G. Finkelstein in Canada
(Norman Finkelstein)

Peter Novick: Nach dem Holocaust. Der Umgang mit dem Massenmord. Deutscher Taschenbuch Verlag 2003. ISBN: 3-423-30877-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Im Sommer 2000 entbrannte eine hitzige Kontroverse über den Holocaust in der sogenannten Finkelstein-Debatte. Es gibt mithin großen Diskussionsbedarf über den Platz des Holocaust in der Geschichte. Die eigentliche Debatte wird fortan um das Buch von Peter Novick kreisen. Wem gehört der Holocaust? Warum gibt es in Amerika so viele Holocaust-Museen? Können die Krematorien von Auschwitz auf Dauer die Basis einer kollektiven Identität bilden? Peter Novick hat ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung verfasst, auf schwierigem Gelände stellt er drängende Fragen. Novick erhellt in seinem ebenso spannenden wie fundierten Überblick die Hintergründe der politischen Instrumentalisierung des Massenmords und unterzieht den heutigen Gebrauch des Holocaust mit Blick auf die Zukunft einer eindringlichen Prüfung. Peter Novick stellt beunruhigende Fragen nach unserem heutigen und zukünftigen Gebrauch des Holocaust.
Zur Finkelstein-Debatte: "Das bessere, das interessantere Buch." (Süddeutsche Zeitung)

Zum Autor
Peter Novick ist Professor für Geschichte an der Universität Chicago. Er ist Autor von "The Resistance against Vichy" und "That Noble Dream: The 'Objectivity Question' and the American Historical Profession", das mit dem höchsten Preis für historische Bücher in den USA ausgezeichnet wurde.
Verlagsinformation

Ernst Piper u.a. (Hrsg.): Gibt es wirklich eine Holocaust-Industrie? Zur Auseinandersetzung um Norman Finkelstein. Pendo-Verlag 2001 (2. Auflage). ISBN: 3-85842-403-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
"Holocaust-Industrie" – zur Diskussion über einen polemischen Begriff:
Die durch Norman Finkelsteins Polemik "The Holocaust Industry" ausgelöste Debatte wird hier durch die wichtigsten Beiträge aus den Medien und Originalbeiträge dokumentiert.
Norman Finkelstein hat mit "The Holocaust Industry" eine Studie vorgelegt, in der er den jüdischen Organisationen in den USA vorwirft, mit dem Holocaust und damit dem Leiden unzähliger Menschen Profit zu machen. Zum einen kritisiert er die "jüdischen Eliten" in den USA, die seiner Meinung nach den Holocaust dazu nutzen, die Stellung Israels und ihre eigene in den USA zu stärken. Zum anderen wehrt er sich dagegen, dass der Holocaust als ein einzigartiges Ereignis betrachtet wird, damit aus dem historischen Kontext herausgelöst und unvergleichbar sei. Schließlich wirft er jüdischen Organisationen vor, sie hätten Entschädigungsgelder nicht an die Opfer weitergereicht, sondern damit eigene Einrichtungen wie Holocaust-Museen in den USA finanziert.
Finkelsteins Polemik hat in Deutschland ebenso wie im Ausland eine Fülle von häufig sehr kritischen Reaktionen hervorgerufen. Dieser Band versammelt wichtige Beiträge zu dieser Debatte, unter anderem von Omer Bartov, Michael Bodemann, Daniel Ganzfried, Constantin Goschler, Detlef Junker, Salomon Korn, Claudia Kühner und Julius H. Schoeps. Darüber hinaus enthält er eine Reihe von Originalbeiträgen von Shlomo Aronson, Michael Brenner, Iring Fetscher, Verena Lenzen, Natan Sznaider und anderen.

Zum Herausgeber
Ernst Piper, geboren 1952 in München, hat in Berlin Geschichte, Philosophie und Germanistik studiert und 1981 in Mittelalterlicher Geschichte promoviert. Lebt heute als Historiker in München und habilitiert sich zur Zeit mit einer Arbeit über Alfred Rosenberg. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: "Savonarola. Prophet der Diktatur Gottes"

Verlagsinformation

Petra Steinberger (Hrsg.): Die Finkelstein-Debatte. Piper-Verlag 2001. ISBN: 3-492-04328-3.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Norman Finkelstein hat mit seiner Anklage gegen die Holocaust-Industrie in Deutschland einen Nerv getroffen. Obwohl seine scharfe Kritik an der Kommerzialisierung des Holocaust-Gedenkens zunächst in eine inneramerikanische Debatte eingriff, hat sie vor allem in Deutschland - dem Land der Täter - zu heftigen Reaktionen geführt. Die Herausgeberin Petra Steinberger hat die grundlegenden Beiträge zu dieser Debatte versammelt. Sie spiegeln ein breites Spektrum an Meinungen und Positionen wider und zeigen, wie schwierig und häufig emotionsgeladen der Umgang mit den Folgen des dunkelsten Kapitels der deutschen Vergangenheit ist.
Verlagsinformation

Rolf Surmann (Hrsg.): Das Finkelstein-Alibi: 'Holocaust-Industrie' und Tätergesellschaft. PapyRossa-Verlagsgesellschaft 2001. ISBN: 3-89438-217-1.

show Cover

mehr Infos

bestellen

In den USA und Israel sei eine regelrechte "Industrie" entstanden, die den Holocaust politisch und finanziell instrumentalisiere. Norman G. Finkelstein, der dies behauptet, sagt damit, nicht die verweigerte Entschädigung für NS-Verbrechen sei das Problem, sondern deren "Missbrauch durch die Opfer". Dieser Vorwurf stammt von einem Autor, der selbst jüdischer Herkunft ist, und erfolgt in einem Moment, wo jene unter Druck geraten, die sich bisher ihren Verpflichtungen entzogen haben. Das eigentlich Interessante ist somit die Reaktion der Tätergesellschaft. Nutzt sie Finkelsteins Thesen zu ihrer Entlastung oder hat sie ihre Verantwortung so verarbeitet, dass sie auf ein dubioses Alibi verzichten kann? Das Buch hat drei Schwerpunkte: Darstellung und Kritik von Finkelsteins Aussagen; zeitgeschichtlicher Hintergrund der Kontroverse; die Finkelstein-Rezeption in Deutschland. Ferner: Dokumentation wichtiger Stellungsnahmen.
Verlagsinformation

Jürgen Matthäus/Konrad Kwiet/Jürger Förster u.a.: Ausbildungsziel Judenmord?: "Weltanschauliche Erziehung" von SS, Polizei und Waffen-SS im Rahmen der "Endlösung". Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003. ISBN: 3-596-15016-7.



mehr Infos

bestellen

Die Vollstrecker des Holocaust und ihre Motive geraten immer stärker in den Blick von Forschung und Öffentlichkeit. Dennoch wissen wir über die Rolle ideologischer Verhetzung so gut wie nichts. Das gilt auch für jene Täter, die direkt mit dem Judenmord befasst waren. Vier Historiker beschreiben die "weltanschauliche Erziehung" und veröffentlichen bislang unbekannte Quellen.
Verlagsinformation

Franziska Bruder: Stanislaw Wygodzki. Pole, Jude, Kommunist – Schriftsteller. Unrast-Verlag 2003. ISBN: 3-89771-812-X.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Stanislaw Wygodzki (1907-1992) war polnischer Schriftsteller jüdischer Herkunft. Er überlebte das KZ Auschwitz, wo der Großteil seiner Familie ermordet wurde. Wygodzki beteiligte sich nach dem Krieg aktiv am Aufbau der Volksrepublik Polen. Als Schriftsteller und Funktionär des polnischen Schriftstellerverbandes unterstützte er den neuen Staat mit seinen Gedichten und Romanen. Im Zuge des "Tauwetters" begann seine kritische Auseinandersetzung mit dem Stalinismus und der staatssozialistischen Realität. Anfang 1968 wanderte er mit seiner Familie im Zuge der antisemitischen Kam
pagne nach Israel aus, wo er 1992 starb. 
Das Buch verfolgt anhand von Korrespondenzen und der autobiografisch beeinflussten Literatur Wygodzkis exemplarisch den Lebensweg eines polnischen Kommunisten jüdischer Herkunft der in seinen Werken vor allem den Holocaust und die Kämpfe von Sozialisten und Kommunisten im Polen der Zwischenkriegszeit verarbeitete. Im Mittelpunkt der biografischen Skizze steht Wygodzkis Auseinandersetzung um seine kommunistische und jüdische Identität.
... und alles im Gedächtnis behalten, die Unermesslichkeit – und da
s eigene Land, und das Haus, und das Pogrom ... (Stanislaw Wygodzki)

Zur Autorin 
Franziska Bruder lebt in Berlin-Kreuzberg; Feldstudien zu abgestürzten Bartgeiern sowie zu Rassismen und Antisemitismus in Mittel- und Osteuropa, vor allem Polen und Ukraine. Mitherausgeberin von "Die Erinnerung darf nicht sterben" in der reihe antifaschistischer texte (rat) des Unrast-Verlags.
Verlagsinformation

Conrad Taler: Asche auf vereisten Wegen. Eine Chronik des Grauens - Berichte vom Auschwitz-Prozess. Mit einem Beitrag von Werner Renz. PapyRossa-Verlagsgesellschaft 2003. ISBN: 3-89438-263-5.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
In Gestalt des Lehrers Jehuda Bacon stand ein Zeuge vor Gericht, der als 14jähriger zusammen mit anderen Kindern in Auschwitz vor einen Pferdewagen gespannt wurde, mit dem im Winter die Asche der vergasten und verbrannten Häftlinge aus den Krematorien geholt wurde. Wir mussten die Asche auf die vereisten Wege schütten, berichtete er. So Conrad Taler in einem seiner Berichte, die er für die Zeitschrift der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde über den Frankfurter Auschwitz-Prozess schrieb das Jahrhundertverfahren gegen Verantwortliche dieser Todesfabrik, das unvorstellbare Tatsachen zu Tage förderte und eine tiefe Zäsur in der Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Massenmorden an den europäischen Juden markiert. Solches konkretes Erinnern an das Geschehen ist unerlässlich, damit der Name Auschwitz nicht zur Phrase wird und das Gedenken an die Opfer nicht zum bloßen Ritual.

Zum Autor
Conrad Taler, geboren 1927, ist Journalist. Er lebt in Bremen, arbeitet für in- und ausländische Zeitungen und Zeitschriften und schreibt Bücher, Rundfunkessays und -kommentare.
Verlagsinformation

Janet Anschütz/Irmtraut Heike: "Man hörte auf, ein Mensch zu sein ...". Überlebende aus den Frauen-KZs Langenhagen und Limmer berichten. VSA-Verlag 2003. ISBN: 3-89965-009-3.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Eine Gruppe von Warschauerinnen berichtet nach über 50 Jahren zum ersten Mal von ihrem Schicksal als Gefangene in den Konzentrationslagern Stutthof, Langenhagen, Limmer und Bergen-Belsen, das ihr ganzes weiteres Leben bestimmen und prägen sollte.
Im Gefolge des so genannten Warschauer Aufstandes im August 1944 kam es zum Massenmord der deutschen Besatzer an der Zivilbevölkerung. Einige Überlebende wurden zunächst in das sog. Durchgangslager Pruszków getrieben. Von dort begann für viele ein Leidensweg durch die unterschiedlichsten Lager.
Eindrucksvoll schildern sie ihren Überlebenskampf und ihre Überlebensstrategien. Aus Sicht der Opfer berichten sie von ihrem "Alltag" im KZ: den Ängsten, den Strafen, den katastrophalen Lebensbedingungen, der schweren Arbeit, dem Verhältnis untereinander und zu ihren deutschen "Kollegen" im Werk. In diesen Gesprächen entsteht ein sehr konkretes Bild speziell vom KZ Langenhagen, einem Außenlager des KZ Neuengamme, das dadurch von seiner Entstehung bis zur Zerstörung dokumentiert wird. In der Darstellung werden die Stationen und die damaligen Ereignisse, von welchen die Zeitzeuginnen berichten, in Verbindung mit der NS-Geschichte verständlich und anschaulich aufbereitet.

Zu den Autorinnen
Janet Anschütz und Irmtraud Heike sind Historikerinnen. Sie arbeiten seit 1998 an einem Projekt zur Erforschung der Hannoverschen Lager während der NS-Zeit.
Verlagsinformation

Anne Frank: Anne Frank Tagebuch. Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2001. ISBN: 3-596-15277-1.

show Cover

mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Vor dem Hintergrund der Judenverfolgung und des Zweiten Weltkriegs zeigen die Briefe Anne Franks an Kitty vor allem den Alltag der Notgemeinschaft und dokumentieren die unvermeidlichen Spannungen unter den Versteckten, die der täglichen Angst vor Entdeckung ausgesetzt sind. Zugleich geben sie Aufschluss über Annes persönliche Entwicklung und zeichnen ihren Weg nach, den sie sich zwischen Kindsein und Erwachsenwerden suchen musste.
Verlagsinformation

Dramatisiert, verfilmt, in mehr als 55 Sprachen übersetzt und in über 20 Millionen Exemplaren verbreitet, ist das Tagebuch der Anne Frank weltberühmt geworden. Anne Frank wird heute als Symbolgestalt für das Leiden des jüdischen Volkes gesehen.
Entstehung: Kurz bevor sich die Familie Frank vor den Nationalsozialisten verstecken musste, hatte Anne zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt bekommen. Die darin enthaltenen Briefe an die erdachte Freundin Kitty schrieb sie zunächst nur für sich selbst (Fassung a). Im März 1944 entschloss sich Anne, ein Buch über das Leben im Hinterhaus zu veröffentlichen. Zu diesem Zweck überarbeitete sie ihre Eintragungen (Fassung b).
Eine der Helferinnen, Miep Gies, verwahrte Annes Aufzeichnungen und übergab sie nach dem Krieg Otto Frank. Dieser stellte aus beiden Manuskripten einen – aus persönlichen Gründen gekürzten – Text zur Veröffentlichung zusammen (Fassung c). Leugner des Holocaust behaupteten, dass das Tagebuch eine Fälschung sei, und führten die Eingriffe des Vaters als Beleg an. Um die Vorwürfe zu entkräften, veröffentlichte das Institut für Kriegsdokumentation in Amsterdam 1988 eine textkritische Ausgabe, mit der die Echtheit des Tagebuchs bewiesen ist. Die heute vorliegende Buchversion ist vom Anne Frank-Fonds, Basel, um gestrichene Passagen erweitert worden.
Inhalt: Vor dem Hintergrund der Judenverfolgung und des Zweiten Weltkriegs spiegeln die Briefe an Kitty vor allem den Alltag der Notgemeinschaft wider und dokumentieren die unvermeidlichen Spannungen unter den Versteckten, die der täglichen Angst vor Entdeckung ausgesetzt waren. Zugleich geben sie Aufschluss über Annes persönliche Entwicklung und zeichnen ihren Weg nach, den sie sich zwischen Kindsein und Erwachsenwerden suchen musste.
Wirkung: Mehr als 800 000 Menschen besuchen jährlich das zum Museum eingerichtete »Anne Frank Huis« an der Amsterdamer Prinsengracht 263. Die Beschäftigung mit dem Tagebuch der Anne Frank war und ist für viele Menschen die erste und oft auch einzige Auseinandersetzung mit dem Holocaust. M. Si.

Quelle: Das Buch der tausend Bücher

Zur Autorin
Anne Frank, am 12. Juni 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren, flüchtete 1933 mit ihren Eltern vor den Nazis nach Amsterdam. Nachdem die Nazi-Armee 1940 die Niederlande überfiel und besetzte, 1942 außerdem verschärfte Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung in Kraft traten, versteckte sich die Familie Frank mit Freunden in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht. Die Untergetauchten wurden im August 1944 von Nazi-Schergen festgenommen und nach Auschwitz verschleppt. Anne Frank starb im März 1945 in Bergen-Belsen.

Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie studierte an der Akademie für bildende Künste in Frankfurt a. M. und arbeitete danach in verschiedenen Berufen, u. a. in einem Kibbuz in Israel. Seit 1979 schreibt sie Kinder- und Jugendbücher, für die sie ebenso wie für ihre zahlreichen Übersetzungen vielfach ausgezeichnet wurde, u. a. mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie lebt auf einem Dorf unweit von München.

Verlagsinformation

Peter Alter/Claus-Ekkehard Bärsch/Peter Berghoff: Die Konstruktion der Nation gegen die Juden. Wilhelm Fink-Verlag 1999. ISBN: 3-7705-3326-7.



mehr Infos

bestellen

Die Phänomene von Nationalismus und Antisemitismus sind in zahlreichen Untersuchungen erforscht worden. Die meisten Untersuchungen geben aber nur mangelhafte Erklärungen für deren Verbindung. Zuletzt wurde diese Verlegenheit in der sogenannten Goldhagen-Debatte deutlich. Als Begleitphänomen des modernen Nationalismus erscheint der Antisemitismus als ein mysteriöser Schatten der politischen Moderne. Die antijüdischen Differenzkonstruktionen können aber letztlich nicht ohne die Identitätskonstruktion der jeweiligen Nation verstanden werden. Dies gilt um so mehr, als die Feindseligkeit gegenüber Juden nicht mehr nur durch den Gegensatz Christentum/Judentum inspiriert wird, sondern durch das politische Kollektiv, durch die Nation, die nunmehr ihrem "Wesen" nach von den Juden verschieden sein sollte. Um die Ein- und Ausgrenzungsprozesse der nationalen Gesellschaften erklären zu können, müssen die jeweiligen Vorstellungen von der Nation rekonstruiert werden, auf deren Grundlage die Juden als anders, mithin als Feinde definiert werden.
In diesem Band werden Ideen und Formationen der Nation erörtert, die den modernen Antisemitismus bedingen und hervorgebracht haben. Der Zusammenhang von spezifischen Konstruktionen der Nation und den Phänomenen der Judenfeindschaft wird hier aus historischer, sozialwissenschaftlicher, politologischer und psychologischer Perspektive diskutiert. Die Autoren aus Israel, Großbritannien, den USA, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland konzentrieren sich zwar auf die antijüdischen Tendenzen in der deutschen Nationalbewegung und im deutschen Nationalismus, beziehen jedoch in vergleichender Perspektive auch andere Nationalbewegungen mit ein.
Insbesondere werden durch den interdisziplinären Ansatz des Bandes neue Interpretationen und Aspekte in die Diskussion über den Antisemitismus eingeführt. Neben Beiträgen von George L. Mosse und Peter Pulzer, die einen allgemeinen Überblick entwerfen, und Cornelius Castoriadis, der einen grundlegenden Aufsatz über den Hass vorlegt, schreiben vierzehn Autoren zu verschiedenen Aspekten dieses aktuellen und wichtigen Themas.
Verlagsinformation

Rudolf Hirsch/Rosemarie Schuder: Der gelbe Fleck. Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte. Essays. PapyRossa-Verlagsgesellschaft 1999 (Erweiterte Neuausgabe). ISBN: 3-89438-183-3.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
Jahrhunderte lang nährten Christen den Hass auf die Juden, gaben ihnen Schuld an Unglück und Katastrophen. Das Schicksal der Juden hieß Verfolgung, Vertreibung, Ermordung. Wie kam es zu diesem Hass? Wie konnte er in unserem Jahrhundert zum politischen Programm gerinnen und den Weg bereiten für die "Endlösung der Judenfrage"? Vom Mittelalter bis zum Holocaust fördert die reich illustrierte Darstellung die gesellschaftlichen, ideologischen und sozialpsychologischen Quellen zutage, aus denen sich Judenhass und Antisemitismus speisten. Seit Jahren vergriffen, liegt das Buch als erweiterte Neuausgabe vor.
"Die Bedeutung liegt in der historischen Bandbreite und einer unprätentiösen und populären Darstellungsweise." (Das Historisch-Politische Buch)
"Dokumentation und spannende poetische Schilderung. Sorgsame, vielfältige Bildauswahl." (Berliner Zeitung)
"Ersetzt eine Handbibliothek schwer zugänglicher Fachliteratur." (Humanität - Das deutsche Freimaurermagazin)

Zu den AutorInnen
Rosemarie Schuder, geboren 1928, lebt in Berlin, ist Schriftstellerin (Romane und Essays) und Mitglied des P.E.N. Wichtigstes Werk, gemeinsam mit Rudolf Hirsch: "Der gelbe Fleck - Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte".
Rudolf Hirsch, geboren 1907 in einer jüdischen Familie in Krefeld, übernahm das väterliche Schuhgeschäft, arbeitete im antifaschistischen Widerstand, emigrierte nach Holland, Belgien, Palästina, 1949 Rückkehr in die DDR. Gerichtsreporter, Journalist und Buchautor. Berichterstatter im Auschwitzprozess und anderen Kriegsverbrecherprozessen. Rudolf Hirsch starb 1998 in Berlin.

Verlagsinformation

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Mit einem einleitenden Essay von Hans Mommsen. Piper-Verlag 1986. ISBN: 3-492-20308-6.



mehr Infos

bestellen

Zum Buch
1961 wurde in Jerusalem dem Hauptverantwortlichen für die "Endlösung" der Juden in Europa der Prozess gemacht. Hannah Arendts Prozessberichte lösten eine Lawine des Entsetzens aus, da das Erschreckende an der Person Eichmanns gerade seine Normalität war.

Zur Autorin
Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte Philosophie, Theologie und Griechisch unter anderem bei Heidegger, Bultmann und Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 Emigration nach Paris, ab 1941 in New York. 1946 bis 1948 Lektorin, danach als freie Schriftstellerin tätig. 1963 Professorin für Politische Theorie in Chicago, ab 1967 an der New School for Social Research in New York.
Verlagsinformation


Weitere Politik-Buchempfehlungen

Home


© 2002 Buchladen Neuer Weg, Würzburg
– Bei uns können Sie Bücher online suchen und bestellen –
Stand: 28. Dezember 2006
Bei Problemen oder Fehlern schicken Sie eine eMail an: webmaster@neuer-weg.com