Der neue Glaube an die Unsterblichkeit Transhumanismus, Biotechnik und digitaler Kapitalismus von Philipp von Becker

Was lebt, muss sterben. Kann, was nicht stirbt, leben? Die Bewegung des Transhumanismus träumt von Unsterblichkeit mittels Gehirn-Uploads, künstlicher Intelligenz und Nanorobotern. Zeit für eine Entzauberung der neuen techno-utopischen Heilsversprechen.Die Phantasien des Transhumanismus schienen gestern noch reine Science-Fiction. Doch Biochemie, Gentechnik, Apple Watches und Google Glasses haben schon heute mit der Invasion und Überwachung des menschlichen Körpers begonnen - vorgeblich, um den bisher unvollkommenen, sterblichen Menschen zu optimieren. Antrieb dafür ist ein techno-utopisches Denken, das kulturellen Fortschritt nur noch als technologisches Projekt begreift.

ISBN 978-3-7092-0164-0     16,90 €  Portofrei     Bestellen

Dabei werden in der (kapitalistischen) Logik eines vermeintlich unbegrenzten Wachstums die sozioökonomischen und machtpolitischen Realitäten ebenso ausgeblendet wie ihre zivilisatorischen und lebenspraktischen Konsequenzen. Als Ergebnis droht das Gegenteil der neuen Transzendenzversprechen: das so total wie totalitär berechenbare, manipulierbare, steuerbare Individuum. Anstelle einer "sozialen Physik" der Algorithmen, die bestimmt, was wir zu denken, zu fühlen und zu tun haben, plädiert Philipp von Becker für eine neue "Metaphysik des Sozialen", die überhaupt erst wieder ein Gespräch darüber eröffnet, wie wir eigentlich leben wollen.

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It's the system, stupid! Zeit für eine zweite Aufklärung. Von Philipp von Becker → Rubikon 09.10.2017

Im Panoptikum des Datenkapitalismus. Smarte Dinge, Social Scoring und Politik als soziale Physik Würden alle Bundesbürger täglich beim Nachhausekommen ihren Briefkasten aufgebrochen, die Post geöffnet, in die Wohnung eingebrochen und alle Sachen durchwühlt vorfinden, es gäbe sofort einen gewaltigen (medialen) Aufschrei und massive Proteste. Im Reich des Digitalen ist Vergleichbares gängige Praxis, doch es regt sich so gut wie kein Widerstand. Denn das Eindringen staatlicher und privater Akteure in die Intim- und Privatsphäre geschieht dort unfühlbar und ungreifbar. Von wem man wie und warum gelesen, gespeichert, berechnet und gehandelt wird, bleibt im Ungefähren und Fernen.Von Philipp von Becker  → Telepolis 01.01.2017

 

Erstellt: 10.10.2017 - 02:21  |  Geändert: 10.10.2017 - 02:34

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