Gesellschaft als Urteil. Klassen, Identitäten, Wege von Didier Eribon

Didier Eribons → Rückkehr nach Reims gilt bereits heute als Klassiker der Zeitdiagnose. In seinem neuen Buch greift Eribon viele Themen des Vorgängers wieder auf und vertieft seine Überlegungen zu zentralen Fragen. Die Gesellschaft, so der französische Soziologe im Anschluss an Pierre Bourdieu, weist uns Plätze zu, sie spricht Urteile aus, denen wir uns nicht entziehen können, sie errichtet Grenzen und bringt Individuen und Gruppen in eine hierarchische Ordnung. Die Aufgabe des kritischen Denkens besteht darin, diese Herrschaftsmechanismen ans Licht zu bringen.

ISBN 978-3-518-07330-8     18,00 €  Portofrei     Bestellen

Zu diesem Zweck unternimmt Eribon den Versuch, die Analyse der Klassenverhältnisse sowie der Rolle zentraler Institutionen wie des Bildungssystems auf eine neue Grundlage zu stellen. Dabei widmet er sich auch Autorinnen und Autoren wie Simone de Beauvoir, Annie Ernaux, Assia Djebar und Jean-Paul Sartre sowie ihrem Einfluss auf seinen intellektuellen Werdegang. Nur indem wir uns den Determinismen stellen, die unser Leben regieren, können wir einer wahrhaft emanzipatorischen Politik den Weg bereiten.

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Zwei Intellektuelle über Fankreich"In was für einer Welt, verdammt noch mal, wollen wir leben?" Frankreich ist im Umbruch, aber wie durchlässig sind die Klassengrenzen? In Frankreich herrscht ein System von Klassen und eine Gesellschaft voller sozialer Gewalt, sagte der Soziologe Didier Eribon im Dlf. Und Schriftstellerin Gila Lustiger fordert: Politik muss auch der Raum sein, in dem sich soziale Bewegungen mobilisieren können. Gila Lustiger und Didier Eribon im Gespräch mit Tanya Lieske → Deutschlandfunk 23.10.2017

Didier Eribon: "Gesellschaft als Urteil "Paradoxien der Scham Von René Aguigah Das Buch des französischen Soziologen Didier Eribon "Gesellschaft als Urteil" beschäftigt sich mit der Scham über die soziale Herkunft oder die sexuelle Orientierung. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte er mit seiner Kritik an Präsident Macron für Schlagzeilen gesorgt. → Deutschlandfunk Kultur 19.10.2017

Didier Eribon: "Gesellschaft als Urteil"Macron "ist nicht mein Präsident" Didier Eribon im Gespräch mit René Aguigah.Inwiefern bestimmt unsere Herkunft unsern Lebensweg? Diese Frage untersucht der französische Soziologe Didier Eribon in seinem neuen Buch "Gesellschaft als Urteil: Klassen, Identitäten, Wege". Auf den französischen Präsidenten ist er nicht besonders gut zu sprechen. Mit seinem Buch → "Rückkehr nach Reims" wurde der französische Soziologe Didier Eribon im vergangenen Jahr in Deutschland bekannt. Darin beschreibt er seine Herkunft als Arbeiterkind und seine Entwicklung zu einem französischen Intellektuellen und erklärt, warum große Teile der Arbeiterklasse eher rechts statt links wählen. Bei Lesungen in Deutschland sorgte sein Bestseller für ausverkaufte Veranstaltungen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 sagt er rückblickend bescheiden: "Es ist ein Buch, in dem ich versucht habe, meinen persönlichen Werdegang darzustellen." Klasse und Herkunft Ist er selbst nicht das beste Beispiel, dass man die eigene soziale Herkunft verlassen kann? Didier Eribon meint Nein: "Dass es Ausnahmen gibt von der Regel bedeutet nicht, dass es trotzdem die Regel gibt. Bei 'Rückkehr nach Reims' ist das genau der Ausgangspunkt: Wie die Ausnahme von der Regel eine Perspektive auf die Regel ermöglicht." Auch in seinem neuen Buch "Gesellschaft als Urteil: Klassen, Identitäten, Wege" beschäftigt er sich weiter mit diesen Fragen: "Wir sind alle auf Grund von Determinismen entstanden. Ich nenne das Urteile – und davon gibt es ganz viele." Nicht nur die Klasse, aus der man komme, auch das Geschlecht oder die Hautfarbe, mit der man geboren werde, bestimme unseren Lebensweg, ist Eribon überzeugt: "Dadurch nimmt man bestimmte Stellungen in der sozialen Welt ein, spielt bestimmte Rollen. Und es ist sehr schwierig, sich diesen Rollen zu entziehen." Er versuche zu verstehen, "wie man gegen sozialen Determinismus kämpfen kann", sagt Eribon über sein Buch. Nur so könne man Einspruch einlegen gegen "das Urteil", das man bei der Geburt mitbekommt. → Deutschlandfunk Kultur 11.10.2017

 

Erstellt: 07.10.2017 - 02:12  |  Geändert: 29.10.2017 - 18:13

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