Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land. Von Du-Yul Son und Rainer Werning.

Korea und seine Bevölkerung sind geteilt. Ihre Geschichte kann dennoch nur als gemeinsame geschrieben werden:  Von der Kolonisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dem ersten heißen Krieg nach 1945, den geopolitischen Interessen, die den Konflikt geschürt haben, bis zu den Auswirkungen des seit über 60 Jahren anhaltenden Kriegszustandes. Fachkundig haben Rainer Werning und Du-Yul Song eine Historiographie dieses weltpolitischen Brennpunktes geschrieben.

ISBN 978-3-85371-340-2     15,90 €  Portofrei      Bestellen

In sechs Kapiteln zeichnen die Autoren die politisch-historische Entwicklung Koreas seit 1900 nach, analysieren die unterschiedlichen Positionen und befragen Zeitzeugen. Sie beschreiben, wie es Japan gelang, sich trotz widerstreitender Interessen westlicher Kolonialmächte als Regionalmacht in Ostasien zu etablieren und Korea als Kolonie (1910-45) zu annektieren. Anschließend daran werden die Ursachen der Nachkriegsentwicklung behandelt, die 1948 zur Spaltung des Landes in zwei Staaten und schließlich zum Krieg auf der Halbinsel führten. Ein eigenes Kapitel konzentriert sich auf die Nachkriegsepoche, die durch Entfremdung, auseinander gerissene Familien, tiefes Misstrauen und wechselseitige Feindbilder geprägt wurde.
Im Anschluss an die Dekade der sogenannten "Sonnenscheinpolitik" (1998-2008) gestaltet sich die Suche nach Annäherung beider Länder schwierig, zumal der Streit um Nordkoreas Atomprogramm und südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver anhält. Abschließend beleuchten Werning und Song die Chancen für eine dauerhafte Friedensregelung auf der Halbinsel im Kontext der jeweiligen Interessenslagen und Machtkalküle der VR China, Japans, Russlands und der USA.
Chronologien und Landesübersichten über beide Korea sowie eine Auswahlbibliographie und ein Sachregister runden den Band ab, der dem deutschsprachigen Leserkreis erstmalig ein tiefes Verständnis der komplexen Problemlage in Korea vermittelt.

Die Autoren
Du-Yul Song studierte Philosophie, Soziologie und Wirtschaftsgeschichte in Seoul, Heidelberg und Frankfurt. Promotion bei Jürgen Habermas und bis 2009 Soziologieprofessor an der Universität Münster. Er ist Verfasser mehrerer Monographien und einer der Hauptinitiatoren des südkoreanisch-nordkoreanischen Wissenschaftleraustausches. 2003 folgte er nach 37 Exiljahren einer offiziellen Einladung nach Seoul, wo er aufgrund des Nationalen Sicherheitsgesetzes inhaftiert und infolge weltweiter Proteste im Sommer 2004 freigelassen wurde.
Rainer Werning studierte Politik- und Sozialwissenschaften, Philosophie und Literaturwissenschaft. Seit Ende der 1960er Jahre intensive Beschäftigung mit den Ländern Ost- und Südostasiens; zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema. Von 2003 bis 2007 war er Vorstandsvorsitzender des Korea-Verbands e.V. (Berlin) und ist gegenwärtig Korea- und Philippinen-Dozent an der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) sowie Lehrbeauftragter an der Universität Bonn.

weitere Infos...

Konservative ohne Chancen Heute finden in Südkorea Präsidentschaftswahlen statt. Vom neuen Staatschef wird erwartet, dass er endlich für Transparenz sorgt, Korruption und Günstlingswirtschaft beendet und vor allem auf einen Dialog mit Pjöngjang setzt Von Rainer Werning → junge Welt 09.05.2017

Auf Besatzung folgt Besatzung So hochgesteckt die Erwartungen der Koreaner waren, mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 endlich selbstbestimmt zu leben, so abrupt durchkreuzten die USA im Süden der Halbinsel den Traum von Freiheit Von Rainer Werning → Junge Welt vom 17.07.2015

Koreanische Sichten von Erhard Crome. Der Spiegel, neben FAZ und BILD eines der drei sogenannten Leitmedien dieses Landes, hat jüngst die bedrohlichen Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel mit einem Titelblatt kommentiert, auf dem „Kim Jong Bumm“ als „Nordkoreas verrückter Atomkrieger“ bezeichnet wird. Drinnen, in dem Titel-Beitrag, wird Kim Jong Un stracks zum „Feind der Welt“ erklärt, ein „unberechenbarer Diktator“, der mit einem Atomkrieg drohe. -> Das Blättchen 15.04.2013

Fatale Fehleinschätzung. 60 Jahre nach Kriegsende: US-Exbotschafter Donald P. Gregg bezeichnet die Nordkoreapolitik seines Landes als »am längsten währende Aufklärungspanne in der Geschichte der US-Spionage« – Pjöngjang fordert Gespräche auf Augenhöhe
Von Rainer Werning in -> Junge Welt vom 12.04.2013

Die gemeinsame Geschichte eines geteilten Volkes. Du-Yul Song, Rainer Werning: "Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land" Rezensiert von Uli Müller -> dradio vom 22.07.2012

 

 

 

Verlag: