Rückkehr nach Reims . Von Didier Eribon

Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon zum ersten Mal nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Fotos an - das ist die Ausgangskonstellation dieses Buchs, das autobiografisches Schreiben mit soziologischer Reflexion verknüpft. Eribon realisiert, wie sehr er unter der Homophobie seines Herkunftsmilieus litt und dass es der Habitus einer armen Arbeiterfamilie war, der es ihm schwer machte, in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen.

ISBN 978-3-518-07252-3     18,00 €  Portofrei     Bestellen

Darüber hinaus liefert er eine Analyse des sozialen und intellektuellen Lebens seit den fünfziger Jahren und fragt, warum ein Teil der Arbeiterschaft zum Front National übergelaufen ist. Das Buch sorgt seit seinem Erscheinen international für Aufsehen. So widmete Édouard Louis dem Autor seinen Bestseller "Das Ende von Eddy"

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«Das Problem ist sicher nicht der Feminismus» «Rückkehr nach Reims» des französischen Autors Didier Eribon ist eines der wichtigsten Bücher geworden, um den Rechtspopulismus zu erklären. Interviews gibt Eribon, der vom Rummel um seine Person verschluckt zu werden droht, fast keine mehr. Die Republik traf ihn zum Gespräch (Teil 1). Von Daniel Binswanger und Stephanie Füssenich (Bilder). → Republik 19.02.2018

Frankreich im Wahljahr Ein neuer Geist von ’68 Die Präsidentschaftswahl in Frankreich führt uns vor Augen, in welcher Krise sich das linke Denken befindet. Sie zeigt aber auch, wie wir es erneuern können. Ein Gastbeitrag. 18.04.2017, von Didier Eribon → FAZ 18.04.2017

Eribons „Rückkehr nach Reims“ und die Arbeiterklasse von Lothar Peter in Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung Nr. 109 März 2017 → Linksnet 19.03.2017

Soziologe Didier Eribon: Warum die Arbeiterklasse nach rechts rückt Moderation: Simone Rosa Miller Der französische Soziologe Didier Eribon beschäftigt sich in "Rückkehr nach Reims" mit der Frage: Warum wählen große Teile der Arbeiterschaft nicht mehr links sondern rechts? Er hält die linke Elite für mitverantwortlich: Diese habe den Klassenbegriff eliminiert - die Rechte besetze nun dieses Thema.  → Deutschlandradio kultur 04.12.2016

»Die Linke ist schuld am Aufstieg der Rechten«  Der französische Soziologe Didier Eribon über das Verschwinden der Arbeiterklasse in der öffentlichen Debatte. Von Elsa Koester 01.12.2016 Debatte Eribon:. → Neues Deutschland 01.12.2016

Didier Eribon zur Krise der Linken „Ihr seid nicht das Volk“ Der französische Soziologe Didier Eribon erzählt in „Rückkehr nach Reims“ von seinem Aufstieg als schwules Kind aus der Arbeiterklasse zum Intellektuellen. →TAZ 23.09.2016

Erinnerungen eines Arbeiterkindes. Didier Eribon und die deutsche Linke. Von Bernd Riexinger „Als ich aufs Gymnasium ging, wurde mein Vater – ein Arbeiter, der von seinem vierzehnten bis zu seinem fünfundsechzigsten Geburtstag in der Fabrik gearbeitet hatte - nicht müde, gegen „die Studenten“ zu wettern, die „alles besser wissen“ und die „schon in zehn Jahren zurückkommen“ würden, „um uns zu regieren“, heißt es in Didier Eribons Buch, und weiter: „Und so ist es schließlich auch gekommen (…) nach oftmals verblüffenden Karrieren sind sie politisch, intellektuell und persönlich in der Komfortzone der sozialen Ordnung angekommen und verteidigen nunmehr den Status Quo einer Welt, die ganz und gar dem entspricht, was sie geworden sind.“ → Rixinger 22.09.2016

Wie aus Linken Rechte werden Der vermeidbare Aufstieg des Front National von Didier Eribon. In meiner Kindheit ist meine gesamte Familie „kommunistisch“ gewesen, und zwar in dem Sinn, dass die Bindung an die Kommunistische Partei als eine Art politisches Ordnungsprinzip den Horizont des Verhältnisses zur Politik überhaupt bestimmte. Wie aber konnte es dazu kommen, dass man in derselben Familie wenig später rechte oder rechtsextreme Parteien wählte und dies sogar manchmal als die „natürliche“ Wahl empfand? Was war geschehen, dass nun so viele den Front National wählten, die ihn zuvor intuitiv als Klassenfeind betrachtet und seine Vertreter genüsslich beleidigt hatten, sobald sie auf dem Fernsehschirm auftauchten (eine seltsame und doch wirksame Art, sich in dem zu bestätigen, was man ist und woran man glaubt)?  weiter in  → Blätter 8'16

Warum sind rechte Parteien und Ideologien so einflussreich geworden? Der französische Soziologe Eribon hat eine plausible Antwort Veröffentlicht in: Neoliberalismus und Monetarismus, Rechte Gefahr, Rezensionen, Ungleichheit, Armut, Reichtum Die sozialen Spannungen aufgrund sozialer Ungleichheit werden immer schlimmer. Eigentlich müsste linke Politik deshalb geradezu Hochkonjunktur haben. Aber es ist genau umgekehrt. Rechte Ideologien und Parteien blühen geradezu auf. In ganz Europa. Wieso ist das so? Der renommierte französische Philosoph und Soziologe Didier Eribon gibt in seiner Autobiografie „Die Rückkehr nach Reims“ interessante Antworten darauf. Udo Brandes → Nachdenkseiten 29.08.2016

Die Sprache der Regierten. Brillante Dokumentarliteratur über den Verrat der französischen Sozialisten an den Arbeitern: Didier Eribons »Rückkehr nach Reims« Von Michael Girke → Junge Welt 27.08.2016

"Ihr könnt nicht glauben, ihr wärt das Volk" Für Nation und Heimat, gegen Oligarchie und Finanzelite: Linke Bewegungen wie Podemos und Nuit Debout klingen oft wie Rechtsradikale, sagt der Soziologe Didier Eribon. Interview: Felix Stephan, Paris → Zeit 04.07.2016

Eine Buchbesprechung - von Axel Otto Wie konnte es dazu kommen, dass in Frankreich große Teile der classes populaires, also Handwerker, Arbeiter, einfache Angestellte und Staatsbedienstete, auch Kleinhändler, die allesamt in den 30er und 50er Jahren in der KPF ihre politische Repräsentation sahen, sich heute im Front National als ihren Fürsprecher im politischen Raum wiederfinden? Wie konnte eine politische Weltsicht, die sich an der Achse arm versus reich, an der hierarchischen Oppositionsstruktur Herrschende und Beherrschte ausgerichtet hatte und an die ein jeder aus dem »einfachen« Volk anknüpfen konnte, weil sie in seinen Klassenhabitus internalisiert war und konstitutives Element seines Selbstverständnisses war, wie konnte diese sowohl emotionale wie intellektuelle Weltsicht sich transformieren in einen neuen politisch-ideologischen Block, der auf der Unterscheidung von Wir, die Franzosen und die anderen, die Ausländer aufbaut und an dem nicht nur unterbezahlte Arbeiter und prekarisierte Bevölkerungsteile, sondern besser gestellte Handelstreibende, reaktionäre Katholiken und faschistische Exmilitärs eine bestimmende Rolle spielen? → Heinrich Heine Buchhandlung 

Der Verrat der Kaviarlinken Didier Eribons düstere Selbsterkundung „Rückkehr nach Reims“ ist ein überragend aufschlussreiches Buch über Frankreich seit Mitterrand und den Aufstieg des Front National VON GUSTAV SEIBT → Süddeutschen Zeitung vom 21.05.2015

Könnte auch interessant sein: Alternative Wirtschaftspolitik jenseits des Keynesianismus. Von Elmar Altvater, Kurt Hübner und Michael Stanger  ... Projekte alternativer Wirtschaftspolitik werden immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, doch ihre Realisierung ist gegenüber der Dampfwalze von restriktiven Maßnahmen und sozialpolitischen Demon tagen kaum weiter gekommen --- sieht man einmal von Frankreich ab, wo seit Mai 1981 eine Linksregierung im Amt ist, überhäuft von Schwierigkeiten, ihr Programm durchzuführen angesichts der internationalen Abhängigkeiten in dem hochintegierten westeuropäischen Wirtschaftsraum, dem "Europa des Kapitals"

 

Erstellt: 05.06.2016 - 10:55  |  Geändert: 15.04.2018 - 21:37

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