Kritik der Rechte. Von Christoph Menke

Kritik der Rechte. Von Christoph Menke"Individuelle Berechtigung produziert soziale Unregierbarkeit." Dass wir Rechte haben, ist die große normative Idee der Moderne, deren Ausgestaltung seit den Revolutionen des 18. Jahrhunderts wirkmächtig ist.

ISBN 978-3-518-58625-9      29,95 €  Portofrei       Bestellen

Die Proklamation subjektiver Rechte markierte die Geburtsstunde der bürgerlichen Gesellschaft, mit dem Liberalismus als ihrer dominanten Theorie. Sie schuf aber auch "die Berechtigung des egoistischen, vom Mitmenschen und vom Gemeinwesen abgesonderten Menschen", wie Karl Marx bemerkte - und forcierte damit die Entpolitisierung der Politik. Daher, so Christoph Menke, bedarf es einer Kritik der Rechte. Diese Kritik darf jedoch nicht, wie der Liberalismus, lediglich nach der Begründung und den Inhalten von Rechten fragen, sondern muss viel tiefer ansetzen, nämlich bei der Form, die die Idee der Rechte dem Wollen und Handeln gibt. Menke präsentiert eine solche Formanalyse im Anschluss an Marx, Weber, Luhmann und Foucault. Er zeigt, wie das moderne Recht mit dem klassischen Recht bricht, und arbeitet den entscheidenden Widerspruch heraus: Rechte sind das Medium einer radikalen Selbstreflexion der Normativität und zugleich derjenige Mechanismus, der die zwischen Ausbeutung und Normalisierung oszillierenden Herrschaftsverhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft hervorbringt. Diesen Widerspruch bis zu dem Punkt zuzuspitzen, an dem sich die Frage nach einem anderen Recht stellt, ist das Ziel dieses grundlegenden Buches.

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Christoph Menke: "Unsere Zerrissenheit ist doch das Beste an der Moderne, was wir haben!" Frankreich, USA, Ungarn, Polen – überall kehrt ein Teil der Bürger der pluralen Demokratie den Rücken zu. Geht die Epoche des Liberalismus zu Ende? Ein Gespräch mit dem Philosophen Christoph Menke Interview: Thomas Assheuer → Zeit Online 10.05.2017

 

Erstellt: 19.11.2015 - 10:40  |  Geändert: 18.05.2017 - 15:07

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