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Dezember
2006 |
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Wolfgang Engler: Bürger, ohne
Arbeit.
Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft.
Aufbau-Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 978-3-7466-7057-7. |
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Zum Buch
Wirtschafts- und Sozialethik in Zeiten der Globalisierung:
Vollbeschäftigung ist eine Utopie, die "Sachzwänge" des "freien
Marktes" verschärfen soziale Konflikte. Wolfgang Englers Kritik an
der Herrschaft der Wirtschaft über alle anderen gesellschaftlichen
Sphären und der Selbstentmachtung der Politik mündet in den Appell
an die Bürger, das Ideal einer Gesellschaft selbst bestimmter
Menschen nicht preiszugeben.
Im Zeitalter der dritten industriellen Revolution ist die
Vorstellung, jeder könne ein Leben auf Erwerbsarbeit aufbauen,
anachronistisch geworden. Die Rezepte neoliberaler Ökonomen und
Politiker – Einfrieren der Löhne und Gehälter, expandierende
Arbeitszeit, Mobilmachung der arbeitsfähigen Bevölkerung,
geringere Sozialleistungen bei Teilprivatisierung der
Sozialsysteme – weisen keinen Ausweg aus der Krise. Im Gegenteil,
die wachsende Diskrepanz zwischen Produktivität, Wachstum und
Beschäftigung zehrt die kulturelle Mitgift des Kapitalismus auf:
Zukunftsorientierung, Gemeinsinn, Arbeitsethos über die
Klassenschranken hinweg schwinden.
Auch ohne Arbeit oder weiterführende Ausbildung die Existenz zu
sichern und die persönliche Würde zu wahren wird für immer mehr
Menschen zur wichtigsten Überlebenstechnik. Die Befugnis und die
Macht zur Umkehr liegen nicht bei einer Elite, sondern beim Willen
aller einzelnen, für ihre Bürgerrechte zu kämpfen. Der Umsturz der
vom Staat sanktionierten Wirtschaftsgesellschaft beginnt mit der
Wiederentdeckung der eigenen Urteilskraft als Keimzelle des
Politischen.
Rezensionen
"Auch wenn das Buch keine endgültigen Antworten gibt, wie eine
individuellere, humanere Gesellschaft in Zukunft verwirklicht
werden könnte: Englers Ideen bringen frischen Wind in die
Diskussion um Arbeitslosigkeit und Stellenabbau. Gerade diese neue
Perspektive auf die Probleme unserer Zeit macht "Bürger, ohne
Arbeit" lesenswert." (NDR, März 2005)
"Sein Buch wagt konkrete Vorschläge für ein Umdenken. Er gibt sich
damit genauso angreifbar wie geerdet. [...] Engler wirft Gedanken
in den Ring, die es lohnen, kritisch zu prüfen, wenn es darum
geht, über den Tellerrand der Zustandsbeschreibung zu blicken. Mit
diesem Buch ist ein Anfang gemacht." (Märkische Allgemeine,
12./13.03.2005)
"In seinem facetten- und materialreichen Buch sichtet Engler die
alten bürgerlichen Theorien, die das Lob der Arbeit sangen, und,
nicht ohne rhetorischen Ingrimm, die neueren Diskurse über das
Ende der Arbeitsgesellschaft." (Literaturen 03/2005)
Zum Autor
Wolfgang Engler, geboren 1952 in Dresden, Soziologe, lehrt an der
Schauspielschule ”Ernst Busch” in Berlin. Er publizierte
zahlreiche Studien über Lebensformen in Ost und West und kritische
Analysen über die Moderne, Demokratie sowie den Wandel des
Politischen und der Öffentlichkeit in den industriellen
Massengesellschaften. Jüngste Buchveröffentlichungen sind: "Die
zivilisatorische Lücke. Versuche über den Staatssozialismus" und
"Die ungewollte Moderne. Ost-West-Passagen".
Verlagsinformation
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November
2006 |
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Günther Schlee: Wie Feindbilder
entstehen. Eine Theorie religiöser und ethnischer Konflikte.
C.H. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54743-5. |
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Zum Buch
Als Hauptursachen von Konflikten zwischen Gesellschaften oder
gesellschaftlichen Gruppen gelten religiöse Unterschiede und
ethnische Zugehörigkeit. Dieses Buch zeigt anhand von Beispielen,
die von Ex-Jugoslawien bis Somalia reichen, dass die wirklichen
Ursachen in der Regel ganz anders gelagert sind. Nutznießer von
kriegerischen Auseinandersetzungen sind meistens wenige, die
jedoch einflussreich genug sind, einen Konflikt auch gegen das
Interesse der großen Mehrheit eskalieren zu lassen.
Dahinter
verbergen sich allzu oft handfeste Auseinandersetzungen um
Bodenschätze, Erwerbsnischen, Ämter und Gehälter. Darüber hinaus
stellt sich die Frage sozialer Identifikation. Nach welchen
Merkmalen bilden Menschen Gruppen, unterscheiden sie zwischen
Freund und Feind, schließen sie Bündnisse oder bilden sie
Koalitionen? Erst die Beantwortung dieser Fragen erlaubt auch die
Entwicklung Erfolg versprechender Strategien der
Konfliktschlichtung.
Zum Autor
Günther Schlee, geboren 1951, ist Direktor des
Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle.
Verlagsinformation
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Peter Sloterdijk: Im
Weltinnenraum des Kapitals. Für eine philosophische Theorie
der Globalisierung. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-45814-0. |
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Zum Buch
Unangefochten umspannt der Kapitalismus den Globus, doch geht er
mit seinen Bewohnern unterschiedlich um: Während anderthalb
Milliarden Globalisierungsgewinner eine Komfortzone bewohnen,
einen "Weltinnenraum", dessen Grenzen unsichtbar, aber hart und
abweisend sind wie die Wände des Londoner Kristallpalastes, dem
Ort der ersten Weltausstellung 1851, steht die doppelte Zahl von
Menschen ausgeschlossen vor der Tür. Peter Sloterdijk
philosophiert darüber, und er erzählt davon, und dank seiner
"Unerschrockenheit in Stil und Inhalt" (Der Bund) gelingt es ihm,
auch im 21. Jahrhundert noch etwas Grundstürzendes über
Globalisierung zu sagen.
Zum Autor
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992
Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für
Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er
zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus – Das
Philosophische Quartett". 2005 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis,
2001 den Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer
Gedanken und 1993 den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik.
Verlagsinformation
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Umberto Eco (Hrsg.): Die Geschichte
der Schönheit.
Deutscher Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 3-423-34369-9. |
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Zum Buch
Was ist Schönheit? Umberto Eco erzählt in seinem großen, reich
illustrierten Buch, dass Schönheit nie etwas Absolutes und
Unveränderliches ist, sondern je nach Zeiten und Kulturen ganz
verschiedene Gesichter hat. Von der Antike bis zu den abstrakten
Formen der Gegenwartskunst, von Licht und Farbe im Mittelalter bis
zur Malerei der Romantik: ein umfassendes Kompendium über die
Kunst der Welt.
Zum Autor
Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in
Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte
1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim
Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und
visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit
1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben
zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988
zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der
Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik
des Mittelalters. Seine Romane 'Der Name der Rose' und 'Das
Foucaultsche Pendel' sind Welterfolge geworden.
Verlagsinformation
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Oktober 2006 |
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Detlef Horster: Jürgen Habermas
und der Papst.
Glauben und Vernunft, Gerechtigkeit und Nächstenliebe im säkularen
Staat. X-texte zu Kultur und Gesellschaft. transcript-Verlag 2006.
ISBN: 3-89942-411-5. |
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Zum Buch
In der Gegenwartsgesellschaft dringe die Sprache des Marktes in
alle Poren des Sozialen. Selbst unsere rationale Moral mit ihren
reziproken Rechten und Pflichten sei dem merkantilen
Vertragsprinzip nachgebildet. Darum bringt Habermas das
Moralprinzip Nächstenliebe ins Spiel, das auch zentraler
Gegenstand der ersten Enzyklika des neuen Pontifex ist, die
weltweit hohe Aufmerksamkeit erregt.
Habermas und der spätere Papst waren sich bei ihrem
Zusammentreffen 2004 in ihrer Gesellschaftsanalyse einig und auch
darin, dass Gerechtigkeit hergestellt und darüber hinaus die
Nächstenliebe angemahnt werden müsse. Unterschiedlich sehen beide
allerdings die Rolle der Religion im säkularen Staat. Detlef
Horster setzt sich in seinem Essay kritisch mit den beiden
Positionen auseinander und fragt von einem sozialphilosophischen
Standpunkt aus nach den Möglichkeiten und Grenzen religiöser
Impulse für die Moral der Gegenwart.
Zum Autor
Detlef Horster, geboren 1942, ist Professor für Sozialphilosophie
an der Universität Hannover. Er studierte Philosophie,
Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie in Köln und
Frankfurt am Main. 1976 promovierte er im Fach Soziologie.
Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. auch Einführungen zu Ernst
Bloch und Jürgen Habermas vor.
Verlagsinformation |
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George Steiner: Warum Denken
traurig macht.
Zehn (mögliche) Gründe. Mit einem Nachwort von Durs Grünbein.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-41841-6. |
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Zum Buch
Anwesend waren Traurigkeit, tristitia oder tristesse in George
Steiners Prosa seit jeher: als Gedanke, Thema und Gestimmtheit.
Nun aber stellt er sie, von Schelling ausgehend, in den
Mittelpunkt einer Meditation über Glanz und Elend der Reflexion.
Grundiert ist alles Denken durch Schwermut, die in jedem Gedanken
vernehmbar bleibt und sich fortpflanzt – so die von Steiner
gewählte kosmische Analogie – wie das Hintergrundrauschen als Echo
des "Urknalls ". Zweiflerisch ist dieses Denken und durchdrungen
vom Gefühl seiner Vergeblichkeit.
Es ist unberechenbar und heillos individuell, verschwenderisch und
kreisschlüssig, eingeschränkt in den Grenzen der Sprache,
axiomatisch, neurophysiologisch determiniert. Es ist, als "Großes
Denken", weit entfernt von Mehrheitsentscheidungen und allgemeiner
Anerkennung. Es ist aussichtslos, führt schließlich auf nichts.
Und doch ist es die einzig menschenwürdige Anstrengung. George
Steiners Schrift ist eine Variation in zehn Sätzen auf ein Thema
von Schelling, das Produkt einer persönlichen Ästhetik, ein Stück
Gedankenmusik, ein logisches Gedicht.
Zum Autor
Goerge Steiner, geboren 1929 in Paris, hat seit 1994 den
Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl für Komparatistik an der Universität
Oxford inne. U.a. von ihm erschienen sind: "Martin Heidegger"
(1989), "Von realer Gegenwart" (1990) und "Der Garten des
Archimedes" (1997).
Verlagsinformation |
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Peter Sloterdijk: Zorn und
Zeit.
Politisch-psychologischer Versuch. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN:
3-518-41840-8. |
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Zum Buch
Unverwechselbares Kennzeichen des Denkens und Schreibens von Peter
Sloterdijk ist die Einbettung aktuellster Fragen in ihre lange
Geschichte. Dadurch gelangt er zu Neubestimmungen der
gegenwärtigen "condition humaine", kann sie durch eine bisher
unbekannte Perspektive sichtbar machen und unerwartete oder
ungewollte Zusammenhänge nachweisen. In seinem neuen Essay geht er
auf den Zorn ein, dessen Folgen sich als Kampf, Gewalt, Aggression
äußern.
Am Anfang des ersten Satzes der europäischen Überlieferung, die
mit der Ilias beginnt, steht das Wort "Zorn". Er gilt dort als
unheilbringend – und wird deshalb hoch geschätzt, auch weil er
Helden hervorbringt. Wie kommt es, dass Zorn schon relativ bald
danach in der Polis nur in eng umgrenzten Situationen zugelassen
wird? Wie kommt es in späteren kulturellen Traditionen zur
Herausbildung des "heiligen Zorns" und damit zugleich eines ersten
Begriffs von Gerechtigkeit? Wie ist eine kommunistische Weltbank
des Zorns denkbar?
Wie kam es dazu, dass die Gesellschaften mit Gerechtigkeit als
Grundwert den Zorn in allen Kontexten ausgeschlossen haben? Und
wie ist seiner Wiederkehr zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu
begegnen? Peter Sloterdijk formuliert eine Antwort: "Große Politik
geschieht allein im Modus von Balanceübungen. Die Balance üben
heißt keinem notwendigen Kampf ausweichen, keinen überflüssigen
provozieren. Es heißt auch, den Wettlauf mit der Umweltzerstörung
und der allgemeinen Demoralisierung nicht verloren geben."
Zum Autor
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992
Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für
Gestaltung und seit 2001deren Direktor. Seit 2002 leitet er
zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus – Das
Philosophische Quartett". 1993 erhielt er den den
Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik, 2001 den
Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer Gedanken
und 2005 den Sigmund-Freud-Preis.
Verlagsinformation |
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Konrad P. Liessmann: Theorie der
Unbildung.
Die Irrtümer der Wissensgesellschaft. Zsolnay-Verlag 2006. ISBN:
3-552-05382-4. |
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Zum Buch
Was weiß die Wissensgesellschaft? Wer wird Millionär? Wirklich
derjenige, der am meisten weiß? Wissen und Bildung sind, so heißt
es, die wichtigsten Ressourcen des rohstoffarmen Europa. Debatten
um mangelnde Qualität von Schulen und Studienbedingungen –
Stichwort Pisa! – haben dennoch heute die Titelseiten erobert. In
seinem hochaktuellen Buch entlarvt der Wiener Philosoph Konrad
Paul Liessmann vieles, was unter dem Titel Wissensgesellschaft
propagiert wird, als rhetorische Geste: Weniger um die Idee von
Bildung gehe es dabei, als um handfeste politische und ökonomische
Interessen. Eine fesselnde Streitschrift wider den Ungeist der
Zeit.
Leseprobe
Wer wird Millionär – oder: Alles, was man wissen muss
Die in Deutschland von einem Privatsender ausgestrahlte Quizshow
"Wer wird Millionär", die in Österreich unter dem Titel
"Millionenshow" vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet
wird, gehört seit Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten
Formaten dieser Art. Neben dem Erfolg von Dietrich Schwanitz’
Sachbuch-Bestseller "Bildung. Alles, was man wissen muss" und den
Harry-Potter-Romanen von Joanne K. Rowling gehören diese Shows für
viele Kulturoptimisten zu jenen Indizien, die zeigen, dass die
Bildungs- und Leselust der Menschen ungebrochen ist.
Dass sich immer wieder und immer noch Menschen finden, die sich –
durch das Studium von Lexika und einschlägigen Handbüchern mehr
oder weniger gut vorbereitet – vor einem Millionenpublikum einem
Wissenstest stellen, ist in der Tat bemerkenswert. Verantwortlich
dafür mag nicht nur die Aussicht auf den Gewinn sein, auch nicht
nur die Simulation einer Prüfungssituation, deren Beobachtung
immer schon mit beträchtlichem Lustgewinn verbunden war, sondern
auch die Sache selbst, um die es geht: das Wissen. Genau in diesem
Punkt demonstriert diese Show, kulturindustrielles Produkt par
excellence, einiges davon, wie es um das Wissen in der
Wissensgesellschaft bestellt ist.
Die Konstruktion der Show ist denkbar einfach. Einem Kandidaten,
der es nach verschiedenen Vorauswahlverfahren bis ins Zentrum des
Geschehens geschafft hat, werden bis zu fünfzehn Fragen gestellt,
deren Schwierigkeitsgrad mit dem für die richtigen Antworten
ausgesetzten Preisgeld steigt. Im Gegensatz zur herrschenden
Ideologie der Vernetzung wird in dieser Show einzig nach einem
punktuellen Wissen gefragt. Die aus Multiple-Choice-Verfahren
bekannten vorgegebenen Antworten, aus denen eine auszuwählen ist,
ermöglichen nicht nur eine rasche und unmittelbare Reaktion,
sondern zeigen auch in nuce, wo die Grenzen zwischen Raten,
Vermuten, Wissen und Bildung verlaufen.
Dort, wo Kandidaten ihre Wahl mit Formeln wie "Das kommt mir
bekannt vor" oder "Davon habe ich schon einmal gehört" begründen,
triumphiert das Bekannte über das Gewusste, dort, wo mit
Wahrscheinlichem oder Plausibilitäten gearbeitet wird, regieren
Ahnungen und dunkle Erinnerungen, und wenn jemand tatsächlich
etwas weiß, wird als Begründung für die Wahl der Antwort dann auch
folgerichtig gesagt: Das weiß ich.
Ein Hauch von Bildung schleicht sich schließlich dann ein, wenn es
einem Kandidaten gelingt, aufgrund seiner Kenntnisse etwa des
Lateinischen oder gar Griechischen die Bedeutung von ihm an sich
nicht geläufigen Fachausdrücken zu erschließen. Die Show, und das
mag ihre Attraktivität mit bedingen, simuliert so Bewegungen im
Wissensraum, die jeder kennt und nachvollziehen kann: Nur sehr
wenig haben wir verstanden, einiges wissen wir, manches kann
vermutet werden, das meiste ist uns aber nicht geläufig und kann
höchstens erraten werden.
Zum Autor
Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, studierte
Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien. Er arbeitet als
Professor (am Institut für Philosophie der Universität Wien),
Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Liessmann
veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Essays
aus den Bereichen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie,
Gesellschafts- und Medientheorie, Technikphilosophie sowie der
Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts.
Verlagsinformation |
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Thomas Wild: Hannah Arendt.
Leben, Werk, Wirkung. Suhrkamp-Basisbiographien Bd.17.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-18217-X. |
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Zum Buch
Ein spannendes Leben, ein beeindruckendes Werk, eine bleibende
Wirkung – in drei Teilen und im überschaubaren Umfang von 160
Seiten erzählen die Suhrkamp-Basisbiographien von Leben, Werk und
Wirkung großer Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ein Konzept,
das überzeugt: Bei Hoffmann und Campe erscheinen sie ab dem
Frühjahr 2006 als Hörbuchreihe.
Zum Autor
Thomas Wild
promovierte über die Wirkung von Person und Werk Hannah
Arendts auf das literarisch-intellektuelle Feld der Bundesrepublik
seit den sechziger Jahren.
Verlagsinformation
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Kurt Sontheimer: Hannah
Arendt. Der Weg einer großen Denkerin. Piper-Verlag 2006.
ISBN: 3-492-24824-1. |
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Zum Buch
Hannah Arendt (1906-1975) ist in ihrem Denken unglaublich aktuell
geblieben. Kurt Sontheimer, dem bedeutenden
Politikwissenschaftler, gelingt es in seinem letzten Buch, die
Leser auf die deutsch-jüdische Denkerin und ihre außergewöhnliche
Lebensgeschichte neugierig zu machen und zugleich eine
verständliche Leseanleitung für ihre Bücher zu geben. Denn ob sie
über Totalitarismus, Revolution, das "tätige Leben" oder Adolf
Eichmann und die Banalität des Bösen geschrieben hat – die
Auseinandersetzung mit Arendts unabhängigem Denken ist immer
lohnend.
Rezension
"Eine klügere und zugleich wärmere Einführung lässt sich kaum
denken." (Süddeutsche Zeitung)
Zum Autor
Kurt Sontheimer (1928-2005) war von 1969 bis 1993 Professor für
Politische Wissenschaft an der Universität München.
Verlagsinformation
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September 2006 |
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Norbert Hoerster: Was ist Recht?
Grundfragen der Rechtsphilosophie. Beck-Verlag 2006. ISBN:
3-406-54147-X. |
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Zum Buch
Worin besteht das Fundament einer Rechtsordnung, die in einer
Gesellschaft Geltung und Wirksamkeit besitzt? Wodurch
unterscheiden sich Rechtsnormen von anderen sozialen Normen? Kann
das Recht einer Gesellschaft jeden beliebigen Inhalt haben, oder
gibt es Kriterien für das moralisch richtige Recht? Kann die
Anwendung des Rechts im Einzelfall tatsächlich objektiv erfolgen?
Welcher Methoden hat sich eine rational vorgehende Rechtsanwendung
zu bedienen?
Norbert Hoerster gibt in seinem prägnanten und sachorientierten
Buch auf diese und ähnliche Fragen für jedermann verständliche und
nachvollziehbare Antworten. Der Leser verliert sich nicht in
unwichtigen Details, sondern erfährt, was das Wesen des Rechts
ausmacht.
Zum Autor
Norbert Hoerster, geboren 1937, lehrte von 1974 bis 1998 Rechts-
und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Zahlreiche
Veröffentlichungen zur Ethik und Rechtsphilosophie, u. a.:
"Klassische Texte zur Staatsphilosophie" (Hrsg., 10. Aufl. 1999,
dtv 30147); "Klassische Texte zur Ethik" (Hrsg. zus. mit D.
Birnbacher, 11. Aufl. 2000, dtv 30096).
Verlagsinformation
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Michael Wolff: Logik.
Eine Einführung. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54745-1. |
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Zum Buch
Sokrates ist ein Mensch. Alle Menschen sind Lebewesen. Also ist
Sokrates ein Lebewesen. Dieses Lehrbuch erklärt
allgemeinverständlich Grundlagen und Aufbau der Theorie des
deduktiven Schließens und behandelt klassische Aussagen- und
Prädikatenlogik. Es ist für philosophisch interessierte Leserinnen
und Leser geschrieben, die nicht nur diverse Kalküle kennen lernen
wollen, sondern auch verstehen möchten, welche Regeln und Gesetze
ihnen allen gemeinsam zugrunde liegen.
Es erklärt, worin das Formale der formalen Logik eigentlich
besteht. Die Einführung wird ergänzt durch Empfehlungen zu
weiterer Lektüre, einem Glossar symbolischer Ausdrücke, einem
Verzeichnis der Definitionen logischer Ausdrücke und einem
Verzeichnis der logischen Grundregeln.
Inhaltsverzeichnis
- Teil I: Aussagenlogik
•
1. Kapitel: Logisches
und regelmäßiges Folgen
•
2. Kapitel: Warum
nicht jeder Satz logisch aus sich selbst folgt
•
3. Kapitel: Warum
nicht aus Falschem Beliebiges und aus Beliebigem Wahres logisch
folgt
•
4. Kapitel: Welche
aussagenlogischen Konstanten es gibt
•
5. Kapitel: Welche
aussagenlogischen Regeln allgemeingültig sind
•
6. Kapitel:
Wahrheitsfunktionen
- Teil II: Prädikatenlogik
•
7. Kapitel: Welche
Regeln zur formalen Logik gehören
•
8. Kapitel:
Allgemeingültige prädikatenlogische Regeln
•
9. Kapitel: Über den
logischen Gebrauch von Quantoren und Individuenkonstanten
•
10. Kapitel: Die
wahrheitsfunktionale Quantorenlogik als Logik des mathematischen
Schließens
•
Anhang: Ein
nicht-axiomatisches Ableitungssystem der klassischen
wahrheitsfunktionalen Quantorenlogik
- Hinweise
•
Empfehlungen zu
weiterer Lektüre
•
Glossar symbolischer
Ausdrücke
•
Verzeichnis der
Definitionen logischer Ausdrücke
•
Verzeichnis der
logischen Grundregeln
•
Register
Zum Autor
Dr. Michael Wolff, geboren 1975, Studium der
Betriebswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang
Goethe-Universität/Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten
Organisation, Controlling und Wirtschaftsinformatik,
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für strategisches
Management und Organisation, Handelshochschule Leipzig.
Michael Wolff ist Professor für Philosophie an der Universität
Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und
Geschichte der Logik und der Wissenschaftsphilosophie.
Verlagsinformation
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Martin L. Hofmann/Tobias F.
Korta/Sibylle Niekisch (Hrsg.): Culture Club, Bd.2:
Klassiker der Kulturtheorie. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN:
3-518-29398-2. |
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Zum Buch
Was heißt "Kultur"? Kaum ein anderer Begriff durchzieht die
theoretische Debatte der letzten Jahrzehnte mit solch einer Wucht.
Kulturtheorie ist nicht nur zu einem interdisziplinären, sondern
auch zu einem internationalen intellektuellen Abenteuer geworden.
Auch der zweite Band des Culture Club bietet eine Orientierung in
diesem schwer überschaubaren Feld, indem er einen Überblick über
das jeweilige Werk und Denken zentraler Kulturtheoretiker gibt.
Vorgestellt werden Max Weber, Siegfried Kracauer, Martin
Heidegger, Helmuth Plessner, Margaret Mead, Hannah Arendt,
Marshall McLuhan, Richard Hoggart, Vilem Flusser, Raymond
Williams, Paul Feyerabend, Jean-François Lyotard, Ivan Illich,
Clifford Geertz, Jacques Derrida und Stuart Hall.
Zur Herausgeberin
Sibylle Niekisch, geboren 1973, studierte an der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. Soziologie und
Ethnologie. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Medientheorie,
Populärkultur, Kultursoziologie, Ethnologie und Cultural Studies.
Verlagsinformation
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Dieter Henrich: Philosophie im
Prozess der Kultur.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29412-1. |
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Zum Buch
Was heißt "Kultur"? Kaum ein anderer Begriff durchzieht die
theoretische Debatte der letzten Jahrzehnte mit solch einer Wucht.
Kulturtheorie ist nicht nur zu einem interdisziplinären, sondern
auch zu einem internationalen intellektuellen Abenteuer geworden.
Auch der zweite Band des Culture Club bietet eine Orientierung in
diesem schwer überschaubaren Feld, indem er einen Überblick über
das jeweilige Werk und Denken zentraler Kulturtheoretiker gibt.
Vorgestellt werden Max Weber, Siegfried Kracauer, Martin
Heidegger, Helmuth Plessner, Margaret Mead, Hannah Arendt,
Marshall McLuhan, Richard Hoggart, Vilém Flusser, Raymond
Williams, Paul Feyerabend, Jean-François Lyotard, Ivan Illich,
Clifford Geertz, Jacques Derrida und Stuart Hall.
Zum Autor
Dieter Henrich ist Professor emer. für Philosophie. Im Suhrkamp
Verlag ist u. a. erschienen: Grundlegung aus dem Ich (2004). Im
Jahr 2006 erhielt er den "Deutschen Sprachpreis".
Verlagsinformation
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Juli 2006 |
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Doris Bachmann-Medick:
Cultural Turns.
Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften.
Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 3-499-55675-8. |
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Die gegenwärtigen
Kulturwissenschaften bilden eine ausgeprägte Theorie- und
Forschungslandschaft. Ihre Dynamik entspringt vor allem dem
Spannungsfeld wechselnder "cultural turns" quer durch die
Disziplinen:
interpretive turn,
performative turn,
reflexive turn/literary turn,
postcolonial turn,
translational turn,
spatial turn,
iconic turn.
Der Band stellt diese "Wenden" in ihren systematischen
Fragestellungen, Erkenntnisumbrüchen sowie Wechselbeziehungen vor
und zeigt ihre Anwendung in konkreten Forschungsfeldern. Damit
wird eine "Kartierung" der neueren Kulturwissenschaften geleistet
und zugleich ein umfassender Überblick über ihre Entwicklungen und
Ausrichtungen geboten – mit einer Fülle verarbeiteter
internationaler Forschungsliteratur.
Verlagsinformation
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Charles Taylor: Hegel.
Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag 2006 (5. Auflage). ISBN:
3-518-28016-3. |
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Zum Buch
Charles Taylors große Hegel-Monographie gilt als ein Meisterwerk
der Hegel-Interpretation und hat mittlerweile den Rang eines
Klassikers erreicht. Sie bietet nicht nur eine umfassende
Darstellung des gesamten Hegelschen Systems im Lichte der
aktuellen sozialphilosophischen Diskussion, sondern auch eine
allgemeinverständliche Einführung in die Hegelsche Philosophie für
Leser, die mit dem Hegelschen Denken wenig vertraut sind.
Wo die Suche nach einer situationsbezogenen, bestimmten
Subjektivität philosophische Formen annimmt, wird Hegels Denken
einer der unentbehrlichsten Bezugspunkte bleiben. Obwohl seine
ontologische Vorstellung nicht mehr die unsrige ist, entdecken wir
in Hegels Werk doch die gründlichsten und am weitesten reichenden
Versuche, eine Auffassung von verkörperter Subjektivität, vom
Denken und von der Freiheit herauszuarbeiten, die allesamt aus dem
Lebensprozess hervorgehen, ihren Ausdruck in den Formen sozialer
Existenz finden und sich in ihrem Verhältnis zu Natur und
Geschichte selbst erfahren.
Rezension
"Charles Taylors Meisterwerk über Hegel ist die beste allgemeine
Darstellung der Hegelschen Philosophie – ein Buch, dem es gelingt,
der großen Vielfalt der von Hegel behandelten Fragen gerecht zu
werden und seine Philosophie für die aktuelle sozialphilosophische
Diskussion fruchtbar zu machen." (British Books News)
Zum Autor
Charles Taylor ist Professor of Political Science and Philosophy
an der McGill University in Montreal.
Verlagsinformation
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Juni 2006 |
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Jonas Pfister: Philosophie.
Ein Lehrbuch. Textausgabe. Reclam-Verlag, Ditzingen 2006. ISBN:
3-15-018433-9. |

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Ist
Philosophie lehrbar? Jonas Pfister versucht es. Er skizziert
Antworten auf die großen Fragen der Philosophie in knapper und
verständlicher Weise: Antworten auf die Fragen nach Glück,
Freiheit, Gott, die Existenz einer Außenwelt, Erkenntnis, Geist,
Gerechtigkeit, Ethik, Bedeutung, Wissenschaft und Kunst.
Verlagsinformation |
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Mai 2006 |
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Fernando Savater: Die Zehn
Gebote im 21. Jahrhundert. Tradition und Aktualität von Moses'
Erbe. Wagenbach-Verlag 2006. ISBN: 3-8031-3619-9. |

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Zum
Buch
Der berühmteste lebende Philosoph Spaniens, Fernando Savater,
überprüft in einem leicht verständlich geschriebenen, humorvollen
und kenntnisreichen Essay jedes einzelne der Zehn Gebote. Haben
die Zehn Gebote trotz der radikalen Veränderungen des Lebens und
der Gewohnheiten in der westlichen Gesellschaft noch einen
moralischen Wert?
Jedem Gebot wird ein Kapitel gewidmet, das der Autor jeweils mit
einer humorvollen direkten Anrede an Gott beginnt. Er fragt nach
der Bedeutung der christlichen Feiertage angesichts der großen
Arbeitslosigkeit, denkt mit feiner Ironie über das Töten und den
Irakkrieg, über den einzigen Gott und über das Verbot nach, die
Frau des Nächsten zu begehren.
Rezension
"Wie immer besticht der Philosoph Fernando Savater auch in den
'Zehn Geboten' durch seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte
verständlich auszudrücken." (ABC, Madrid)
Zum Autor
Fernando Savater, geboren 1947 in San Sebastián, ist eine der
herausragenden Persönlichkeiten der kulturellen und politischen
Öffentlichkeit Spaniens. Er studierte und lehrte Philosophie in
Madrid, musste aber aus politischen Gründen die Universität
verlassen. Als Baske ist er aktiv um eine Vermittlung zwischen ETA
und Regierung bemüht. Seit dem Regierungswechsel 2004 ist er
Berater Zapateros.
Verlagsinformation |
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Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott.
Warum man jetzt Atheist sein muß. Piper-Verlag 2006. ISBN:
3-492-04852-8. |
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Zum Buch
Tausende besuchen jedes Jahr seine Vorlesungen an der "Université
Populaire" in Caen. Michel Onfray ist der große Radikale unter den
Denkern der Gegenwart. Mit seiner Absage an alle Religionen und
dem Plädoyer für ein freies, vernunftbestimmtes Leben entfachte er
nicht nur in Frankreich eine leidenschaftliche und kontrovers
geführte Debatte.
In den USA werden Homosexuelle von religiösen Eiferern gejagt, der
Islam ist stark wie nie, der konservative Papst wird umjubelt: Die
Religionen kommen zurück auf die Weltbühne. Eine Katastrophe für
jeden selbständig denkenden Menschen, findet Michel Onfray, ein
Rückschritt ins Mittelalter. Haben nicht die monotheistischen
Religionen Judentum, Christentum und Islam durch die Jahrhunderte
eine Blutspur gelegt, alles Leibliche verteufelt, durch
Geschichten vom Jenseits ihre Gläubigen im Diesseits im Griff
gehalten?
Onfray plädiert für die Abkehr von den Religionen, die die
Menschen nicht befreien, sondern einengen, die Staat und
Gesellschaft unlegitimiert beeinflussen, oft sogar kontrollieren.
Er entwickelt in diesem ebenso scharfen wie unkonventionellen
Diskussionsbeitrag eine "Atheologie": Nur diese könne den Menschen
geistige Freiheit und Lebensglück zurückgeben.
Zum Autor
Michel Onfray, geboren 1959 in Argentan (Frankreich), Doktor der
Philosophie, hat nach 20 Jahren seine Stelle als Philosophielehrer
an einem technischen Gymnasium in Caen aufgegeben und 2002 die
philosophische Volkshochschule in Caen gegründet, an der er auch
unterrichtet. Michel Onfray hat über 15 Bücher publiziert, u.a.
"Der Bauch der Philosophen" und "Der sinnliche Philosoph"
(Campus). In seinem jüngsten Werk "Traité d’athéologie" (deutscher
Titel: "Wir brauchen keinen Gott – Warum man jetzt Atheist sein
muß") setzt sich Onfray für einen offensiven Atheismus ein, der
die Residuen jüdisch-christlichen Denkens im Alltagsleben (und die
Irrationalität des Islam) aufzeigt und durch Rationalität und
gelebte Diesseitigkeit bekämpft.
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Ralf Konersmann: Kulturelle
Tatsachen.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29374-5. |

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Die
Kultur ist eine Welt von Tatsachen. Das sagt sich leicht und
klingt überzeugend.
Die Frage ist aber, was wir erwarten, wenn wir von Tatsachen
sprechen. In Abhebung von positivistisch getönten Wissenskulturen
des 19. Jahrhunderts begannen die frühen Kulturphilosophen, ein
eigenes Verständnis von Faktizität zu entwickeln. Den Schlüssel
fanden Georg Simmel und Ernst Cassirer mit dem Konzept des Werks.
Seither müssen wir uns die Kultur als etwas denken, das sich
indirekt und auf Umwegen manifestiert, und zwar in den Tatsachen
des von Menschen Gemachten.
Die Analyse kultureller Tatsachen führt ins Zentrum
philosophischer und kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung. Die
in diesem Band versammelten Studien greifen das historische, durch
unglückselige Oppositionsbildungen abgedrängte
Formulierungsangebot der Kulturphilosophie auf und erneuern es
unter veränderten Bedingungen. Behandelt werden nicht nur
systematische Aspekte, sondern auch rezeptionstheoretische Fragen
sowie Formen und Figuren des Wissens.
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Franziska Schößler:
Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft. Eine Einführung.
UTB Uni-Taschenbücher Bd.2765. UTB Francke 2006. ISBN:
3-8252-2765-0. |

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Die
Einführung präsentiert einschlägige Theoriemodelle einer
kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft überblicksartig und
doch textnah. Ausgehend von den Kulturwissenschaften um 1900
werden aktuelle Ansätze aus den Bereichen New Historicism, Gender
und Postcolonial Studies, Anthropologie, Erinnerungstheorien u.a.
vorgestellt, zentrale Texte zusammengefasst, die
Forschungsdiskussionen nachgezeichnet und die methodischen
Möglichkeiten durch Beispiellektüren veranschaulicht. Die
behandelten Autoren und Autorinnen werden in kurzen biographischen
Abrissen vorgestellt. Zudem geben kommentierte Literaturangaben am
Ende der einzelnen Kapitel wertvolle Hinweise für die
eigenständige Vertiefung. Zur schnellen Orientierung finden sich
am Schluss des Bandes ein Sach- und ein Personenregister sowie ein
Glossar, das zentrale Begriffe definiert.
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Julian Baggini: Der Sinn des
Lebens.
Philosophie im Alltag. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-24705-9. |

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Zum
Buch
Der englische Philosoph Julian Baggini zeigt: Philosophie kann
großen Spaß machen. Wir können sie leicht verstehen und mit ihr
die großen Fragen wie die nach dem Sinn des Lebens beantworten.
Damit wir mit ihm über die Natur des Menschen nachdenken können,
bemüht Baggini nicht einfach nur Thomas Hobbes, sondern den
Italowestern eines Sergio Leone. Mit Madonna erläutert er das
Selbst und die Seele. Sei es Tschechows "Möwe", der Film "Sunset
Boulevard" oder Aristoteles und "Rain Main": Bagginis
außergewöhnliches Talent, Philosophie lebendig werden zu lassen,
schafft ein Lesevergnügen der besonderen Art.
Rezension
"Ein überaus kluges, kurzweiliges und auch für Laien
verständliches Buch zum Thema Sinnsuche." (Oberösterreichische
Nachrichten)
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März 2006 |
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Michael Hauskeller: Mögliche
Welten.
Neue phantastische Reisen durch die Philosophie. Beck-Verlag 2006.
ISBN: 3-406-52818-X. |

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Zum
Buch
Der Optimist hält die Welt für die beste aller möglichen Welten,
der Pessimist glaubt, dass das stimmt: Das Buch enthält eine
Sammlung philosophischer Merkwürdigkeiten und ist zugleich ein
abwechslungsreicher Streifzug durch die Philosophiegeschichte.
Vorgestellt werden so phantastisch anmutende, aber durchaus
ernsthaft diskutierte Lehren wie die von der Nichtexistenz der
Zeit oder des Bewusstseins, der Vorherbestimmtheit von allem, was
geschieht, der Leidensunfähigkeit der Tiere oder der besten aller
möglichen Welten, in der wir angeblich leben.
Die 24 kurzen Essays erschließen zusammen ein breites Spektrum
philosophischer Probleme und Lösungsansätze. Diese phantastischen
Reisen durch die Philosophie sind eine unterhaltsame Lektüre für
alle, die das Abenteuer Denken zu schätzen wissen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Die beste aller möglichen Welten
- 2. Die Vorratskeller-Theorie der Welt
- 3. Die süße stille Nacht des absoluten Todes
- 4. Das Glück des Gerechten
- 5. Wer Tugend will, muss Eicheln essen
- 6. Das Gefangenendilemma
- 7. Die Widerlegung des Idealismus
- 8. Die adverbiale Theorie der Wahrnehmung
- 9. Gregor Samsa und der Prinz im Schuster
- 10. Plädoyer für die Kindstötung
- 11. Unsinn auf Stelzen
- 12. Das Nichtidentitäts-Problem
- 13. Die widrige Schlussfolgerung und zwei Höllen
- 14. Tier-Maschinen
- 15. Dir geht’s gut, wie geht’s mir?
- 16. Das Chinesisch-Zimmer
- 17. Blaue Dämonen mit langer Nase
- 18. Konstruktion Q
- 19. Die Unwirklichkeit der Zeit
- 20. Ewige Gegenwart
- 21. Que sera, sera
- 22. Buridans Esel
- 23. Laplaces Dämon
- 24. Mit einem Fuß im Feenreich
- Ein Briefwechsel vom Mai 2003 über Sartre und die Mondlandung
- Literaturhinweise
- Namenregister
Zum Autor
Michael Hauskeller, geboren 1964, studierte Philosophie in Dublin,
Berkeley und Bonn und lehrt derzeit an der Universität Darmstadt.
Außerdem ist er Research Fellow und Lecturer in Philosophy an der
Universität Exeter in Südengland. 1997 erhielt er den
Schopenhauer-Preis. Zahlreiche Veröffentlichungen zur
Naturphilosophie, Ethik, Ästhetik und Geschichte der Philosophie,
unter anderem: "Alfred North Whitehead zur Einführung", "Was das
Schöne sei", "Atmosphäre erleben. Philosophische Untersuchungen
zur Sinneswahrnehmung", "Ich denke, aber bin ich?" (2004), "Was
ist Kunst" (2006).
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Stefan Büttner: Antike Ästhetik.
Eine Einführung in die Prinzipien des Schönen. Beck-Verlag 2006.
ISBN: 3-406-54092-9. |

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Zum
Buch
Die Prinzipien des Schönen: In der Antike galt nicht nur das
sinnlich Wahrnehmbare als schön – es wurde sogar die Auffassung
vertreten, dass man erst durch intensive Denktätigkeit – also nach
Überwindung dessen, was gemeinhin für schön gehalten werde – zum
eigentlichen „Meer des Schönen“ vorstoße. Zu den wichtigen
Vertretern des Diskurses über die Schönheit, ihr Wesen und die
Möglichkeit, es zu erkennen, gehörten so bedeutende Philosophen
wie Platon, Aristoteles und Plotin, deren Positionen bis in die
Moderne hineinwirken. So greift Stefan Büttner in seinem Buch über
die Prinzipien des Schönen eine überzeitlich aktuelle Frage auf
und weist interessante Wege, sie zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Platons Ästhetik
- Die Ästhetik des Aristoteles
- Hellenismus und frühe Kaiserzeit
- Die Ästhetik Plotins
- Ausblick
- Danksagung
- Anhang
Zum Autor
Stefan Büttner lehrt als Akademischer Rat Klassische Philologie am
Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Konstanz.
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Hans Blumenberg: Arbeit am
Mythos.
Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Bd.1805. Suhrkamp-Verlag 2006.
ISBN: 3-518-29405-9. |

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Zum
Buch
"Was meinen wir, was bewegt uns, wenn wir die Welt uns vorstellen?
Wie nehmen wir die Zeit – als historische und existentielle Größe
– wahr? Welche Bedeutungen führt der Mythos mit sich, und worin
besteht seine Bewältigung? Schließlich: wodurch bestimmen sich die
Bilder und Gleichnisse, die Techniken und Strategien, mit denen
das Leben die Erträglichkeit sichert?
Blumenbergs Buch 'Arbeit am Mythos' erörtert dessen Wert: wiederum
unter funktionalen Aspekten. Denn in den mythischen Erzählungen
und Parabeln 'überlebt' die Menschheit so gut wie in den
handgreiflichen Zurüstungen. Unvertrautes und Unheimliches,
Fremdes und Anstößiges changiert zum Hin- und Annehmbaren in der Transposition des Mythos. Die Arbeit des Philosophen aber beruht
darauf, dass er diesen Schnitt in seinen Folgen kenntlich macht.
So gestaltet Blumenberg das Thema mit philologischer Genauigkeit
und mit der Kunst des genialen Exegeten – unüberbietbar in den
Partien, die der Prometheus-Mythe mit Blick auf Goethe gewidmet
sind." (Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung)
Zum Autor
Hans Blumenberg wurde 1920 in Lübeck geboren. Er studierte
Philosophie, Germanistik und klassische Philosophie (mit
Unterbrechung) in Paderborn, Frankfurt am Main, Hamburg und Kiel.
1947 Promotion zum Dr. phil. und 1950 Habilitation in Kiel.
Blumenberg war u. a. von 1962 bis 1967 Mitglied des Senats der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, 1963 Mitbegründer der Forschungsgruppe
"Poetik und Hermeneutik". 1974 erhielt er den Kuno-Fischer-Preis
der Universität Heidelberg, 1980 Sigmund-Freud-Preis der Deutschen
Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Hans Blumenberg
starb am 28. März 1996 in Altenbergen.
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Februar 2006 |
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Susan Neiman:
Das Böse denken.
Eine andere Geschichte der Philosophie. Suhrkamp-Verlag 2006.
ISBN: 3-518-45753-5. |

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Wie
viel Sinn steckt in einer Welt, in der Unschuldige leiden? Ist das
Böse überhaupt verstehbar, und wenn ja, sind wir gar moralisch zu
einem solchen Verständnis verpflichtet? Susan Neiman, Direktorin
des Einstein Forums in Potsdam, zeigt in ihrer historisch wie
systematisch profunden Studie, die bei dem Erdbeben von Lissabon
einsetzt und bei Auschwitz und dem 11. September endet, dass diese
Fragen die moderne Philosophie von der Frühaufklärung bis in die
Gegenwart, von Voltaire bis Hannah Arendt, wie ein roter Faden
durchziehen und nachhaltig geprägt haben. Entstanden ist eine
Geschichte des Nachdenkens über das Böse, die zugleich eine andere
Geschichte der Philosophie ist.
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Isaiah Berlin:
Freiheit. Vier Versuche.
Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2006. ISBN: 3-596-16860-0. |

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Zum
Buch
Isaiah Berlins Buch handelt von einer Idee, die Geschichte gemacht
hat, und von den Erfahrungen mit eben dieser Idee und den an sie
geknüpften Hoffnungen: Es geht um die Idee der Freiheit als
zentralem Begriff politischen Denkens. In vier Studien, die aus
seiner souveränen Kenntnis der politischen Philosophie und
Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts schöpfen, untersucht
Berlin verschiedene Freiheitskonzepte und ihre politischen
Implikationen.
Er analysiert die Antriebskräfte des Freiheitsverlangens und wirft
Licht auf deren spekulative Überhöhungen, programmatische
Eingrenzungen und ideologische Verkürzungen. Berlins Studien sind
ein unverzichtbarer Beitrag um Verständnis tief liegender
politischer Konflikte unserer Gegenwart.
Zum Autor
Isaiah Berlin, geboren 1909 in Riga, war von 1957 bis 1967
Professor für Sozialphilosophie und Politische Theorie in Oxford,
von 1974 bis 1978 Präsident der Britischen Akademie der
Wissenschaften.
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Theodor W.
Adorno: Zur Lehre von der Geschichte und von der Freiheit.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29385-0. |

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Zum
Buch
Anfang der sechziger Jahre hielt Theodor W. Adorno an der
Frankfurter Universität vier Vorlesungen, darunter die Lehre von
der Geschichte und von der Freiheit. Inhaltlich handelt es sich um
eine Vorstufe der Hegel und Kant gewidmeten Kapitel der Negativen
Dialektik (1966), formal um improvisierte, frei gesprochene
Vorträge, die es erlauben, dem Philosophen bei der "Arbeit am
Begriff" zuzuschauen.
Der Text versammelt alle wichtigen Themen und Motive der
Adornoschen Geschichtsphilosophie: das Schlüsselphänomen der
Naturbeherrschung, die Kritik des Existenzials der
"Geschichtlichkeit" und schließlich Adornos Opposition zum
traditionellen Begriff von Wahrheit als einem Bleibenden,
Unveränderlichen, Ungeschichtlichen.
Zum Autor
Theodor Wiesengrund (W.) Adorno, geboren 1903, ist einer der
herausragenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der
Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der
Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und
Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der
Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil, die
Vielfalt seiner Themen und seine kritische Auseinandersetzung mit
der politischen und geschichtlichen Situation haben ihn über die
engen Fachgrenzen der Philosophie und Soziologie hinaus bekannt
und zu einem der führenden Intellektuellen gemacht, dessen
Schriften, Aphorismen und Gedanken mittlerweile zum festen
Bestandteil unseres kulturellen Erbes geworden sind.
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Dieter Sturma
(Hrsg.): Philosophie und Neurowissenschaften.
Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29370-2. |

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Zum
Buch
Die Neurowissenschaften halten das psychophysische Problem für
weitgehend geklärt und unterstellen, dass auch die philosophischen
Fragen nach Selbstbewusstsein, Willensfreiheit und menschlichen
Handlungen durch die neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse
im wesentlichen beantwortet seien. Damit verbinden sich
Forderungen nach einem neuen Menschenbild und nach praktischen
Konsequenzen für die Erziehung und die Rechtsprechung.
Die Beiträge dieses Bandes unterziehen die philosophischen wie
auch die neurowissenschaftlichen Lösungsvorschläge zum
psychophysischen Problem einer eingehenden Prüfung und loten dabei
auch die Bedingungen für einen fruchtbaren Austausch zwischen
Philosophie und Neurowissenschaften aus – ein Austausch, der den
jeweiligen disziplinären und methodischen Eigenheiten hinreichend
Rechnung trägt.
Zum Herausgeber
Dieter Sturma ist ordentlicher Professor für Philosophie an der
Universität Essen. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Philosophie
des Geistes, Ethik, Philosophiegeschichte der Neuzeit und
Gegenwart.
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Januar 2006 |
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Alfred Brendel: Ausgerechnet
ich. Gespräche mit Martin Meyer. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-24479-3. |

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Zum
Buch
In seinem siebzigsten Jahr hat sich der weltberühmte Pianist
Alfred Brendel den Fragen Martin Meyers gestellt und erzählt von
seinem Leben, seiner musikalischen und literarischen Arbeit. Er
spricht über seine Lehrjahre, seine Konzerte und
Schallplattenaufnahmen, über die ihm wichtigsten Kompositionen,
über Fragen der Interpretation und schließlich über sein
Schreiben.
Zum Autor
Alfred Brendel, geboren 1931 in Wiesenberg/Nordmähren, entstammt
einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie. Er
studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz
und schloss seine pianistische Ausbildung bei Paul Baumgartner,
Edwin Fischer und Eduard Steuermann ab. 1949 begann seine
internationale Karriere mit dem Preis beim Busoni-Wettbewerb.
Seither konzertiert er in aller Welt. Zahlreiche Plattenaufnahmen.
Brendel lebt seit 1970 in London. 2004 erhält er den Ernst von
Siemens Musikpreis.
Verlagsinformation |
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Januar – Dezember 2005 |
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