Philosophie

Buchtipps im Jahr 2006

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Dezember 2006

Wolfgang Engler: Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft. Aufbau-Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 978-3-7466-7057-7.



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Wirtschafts- und Sozialethik in Zeiten der Globalisierung: Vollbeschäftigung ist eine Utopie, die "Sachzwänge" des "freien Marktes" verschärfen soziale Konflikte. Wolfgang Englers Kritik an der Herrschaft der Wirtschaft über alle anderen gesellschaftlichen Sphären und der Selbstentmachtung der Politik mündet in den Appell an die Bürger, das Ideal einer Gesellschaft selbst bestimmter Menschen nicht preiszugeben.
Im Zeitalter der dritten industriellen Revolution ist die Vorstellung, jeder könne ein Leben auf Erwerbsarbeit aufbauen, anachronistisch geworden. Die Rezepte neoliberaler Ökonomen und Politiker – Einfrieren der Löhne und Gehälter, expandierende Arbeitszeit, Mobilmachung der arbeitsfähigen Bevölkerung, geringere Sozialleistungen bei Teilprivatisierung der Sozialsysteme – weisen keinen Ausweg aus der Krise. Im Gegenteil, die wachsende Diskrepanz zwischen Produktivität, Wachstum und Beschäftigung zehrt die kulturelle Mitgift des Kapitalismus auf: Zukunftsorientierung, Gemeinsinn, Arbeitsethos über die Klassenschranken hinweg schwinden.
Auch ohne Arbeit oder weiterführende Ausbildung die Existenz zu sichern und die persönliche Würde zu wahren wird für immer mehr Menschen zur wichtigsten Überlebenstechnik. Die Befugnis und die Macht zur Umkehr liegen nicht bei einer Elite, sondern beim Willen aller einzelnen, für ihre Bürgerrechte zu kämpfen. Der Umsturz der vom Staat sanktionierten Wirtschaftsgesellschaft beginnt mit der Wiederentdeckung der eigenen Urteilskraft als Keimzelle des Politischen.

Rezensionen
"Auch wenn das Buch keine endgültigen Antworten gibt, wie eine individuellere, humanere Gesellschaft in Zukunft verwirklicht werden könnte: Englers Ideen bringen frischen Wind in die Diskussion um Arbeitslosigkeit und Stellenabbau. Gerade diese neue Perspektive auf die Probleme unserer Zeit macht "Bürger, ohne Arbeit" lesenswert." (NDR, März 2005)
"Sein Buch wagt konkrete Vorschläge für ein Umdenken. Er gibt sich damit genauso angreifbar wie geerdet. [...] Engler wirft Gedanken in den Ring, die es lohnen, kritisch zu prüfen, wenn es darum geht, über den Tellerrand der Zustandsbeschreibung zu blicken. Mit diesem Buch ist ein Anfang gemacht." (Märkische Allgemeine, 12./13.03.2005)
"In seinem facetten- und materialreichen Buch sichtet Engler die alten bürgerlichen Theorien, die das Lob der Arbeit sangen, und, nicht ohne rhetorischen Ingrimm, die neueren Diskurse über das Ende der Arbeitsgesellschaft." (Literaturen 03/2005)

Zum Autor
Wolfgang Engler, geboren 1952 in Dresden, Soziologe, lehrt an der Schauspielschule ”Ernst Busch” in Berlin. Er publizierte zahlreiche Studien über Lebensformen in Ost und West und kritische Analysen über die Moderne, Demokratie sowie den Wandel des Politischen und der Öffentlichkeit in den industriellen Massengesellschaften. Jüngste Buchveröffentlichungen sind: "Die zivilisatorische Lücke. Versuche über den Staatssozialismus" und "Die ungewollte Moderne. Ost-West-Passagen".
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November 2006

Günther Schlee: Wie Feindbilder entstehen. Eine Theorie religiöser und ethnischer Konflikte. C.H. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54743-5.



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Als Hauptursachen von Konflikten zwischen Gesellschaften oder gesellschaftlichen Gruppen gelten religiöse Unterschiede und ethnische Zugehörigkeit. Dieses Buch zeigt anhand von Beispielen, die von Ex-Jugoslawien bis Somalia reichen, dass die wirklichen Ursachen in der Regel ganz anders gelagert sind. Nutznießer von kriegerischen Auseinandersetzungen sind meistens wenige, die jedoch einflussreich genug sind, einen Konflikt auch gegen das Interesse der großen Mehrheit eskalieren zu lassen.
Dahinter verbergen sich allzu oft handfeste Auseinandersetzungen um Bodenschätze, Erwerbsnischen, Ämter und Gehälter. Darüber hinaus stellt sich die Frage sozialer Identifikation. Nach welchen Merkmalen bilden Menschen Gruppen, unterscheiden sie zwischen Freund und Feind, schließen sie Bündnisse oder bilden sie Koalitionen? Erst die Beantwortung dieser Fragen erlaubt auch die Entwicklung Erfolg versprechender Strategien der Konfliktschlichtung.

Zum Autor
Günther Schlee, geboren 1951, ist Direktor des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle.
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Peter Sloterdijk: Im Weltinnenraum des Kapitals. Für eine philosophische Theorie der Globalisierung. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-45814-0.



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Unangefochten umspannt der Kapitalismus den Globus, doch geht er mit seinen Bewohnern unterschiedlich um: Während anderthalb Milliarden Globalisierungsgewinner eine Komfortzone bewohnen, einen "Weltinnenraum", dessen Grenzen unsichtbar, aber hart und abweisend sind wie die Wände des Londoner Kristallpalastes, dem Ort der ersten Weltausstellung 1851, steht die doppelte Zahl von Menschen ausgeschlossen vor der Tür. Peter Sloterdijk philosophiert darüber, und er erzählt davon, und dank seiner "Unerschrockenheit in Stil und Inhalt" (Der Bund) gelingt es ihm, auch im 21. Jahrhundert noch etwas Grundstürzendes über Globalisierung zu sagen.

Zum Autor
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus – Das Philosophische Quartett". 2005 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis, 2001 den Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer Gedanken und 1993 den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik.
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Umberto Eco (Hrsg.): Die Geschichte der Schönheit. Deutscher Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 3-423-34369-9.



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Was ist Schönheit? Umberto Eco erzählt in seinem großen, reich illustrierten Buch, dass Schönheit nie etwas Absolutes und Unveränderliches ist, sondern je nach Zeiten und Kulturen ganz verschiedene Gesichter hat. Von der Antike bis zu den abstrakten Formen der Gegenwartskunst, von Licht und Farbe im Mittelalter bis zur Malerei der Romantik: ein umfassendes Kompendium über die Kunst der Welt.

Zum Autor
Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane 'Der Name der Rose' und 'Das Foucaultsche Pendel' sind Welterfolge geworden.
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Oktober 2006

Detlef Horster: Jürgen Habermas und der Papst. Glauben und Vernunft, Gerechtigkeit und Nächstenliebe im säkularen Staat. X-texte zu Kultur und Gesellschaft. transcript-Verlag 2006. ISBN: 3-89942-411-5.



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In der Gegenwartsgesellschaft dringe die Sprache des Marktes in alle Poren des Sozialen. Selbst unsere rationale Moral mit ihren reziproken Rechten und Pflichten sei dem merkantilen Vertragsprinzip nachgebildet. Darum bringt Habermas das Moralprinzip Nächstenliebe ins Spiel, das auch zentraler Gegenstand der ersten Enzyklika des neuen Pontifex ist, die weltweit hohe Aufmerksamkeit erregt.
Habermas und der spätere Papst waren sich bei ihrem Zusammentreffen 2004 in ihrer Gesellschaftsanalyse einig und auch darin, dass Gerechtigkeit hergestellt und darüber hinaus die Nächstenliebe angemahnt werden müsse. Unterschiedlich sehen beide allerdings die Rolle der Religion im säkularen Staat. Detlef Horster setzt sich in seinem Essay kritisch mit den beiden Positionen auseinander und fragt von einem sozialphilosophischen Standpunkt aus nach den Möglichkeiten und Grenzen religiöser Impulse für die Moral der Gegenwart.

Zum Autor
Detlef Horster, geboren 1942, ist Professor für Sozialphilosophie an der Universität Hannover. Er studierte Philosophie, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie in Köln und Frankfurt am Main. 1976 promovierte er im Fach Soziologie. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. auch Einführungen zu Ernst Bloch und Jürgen Habermas vor.
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George Steiner: Warum Denken traurig macht. Zehn (mögliche) Gründe. Mit einem Nachwort von Durs Grünbein. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-41841-6.



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Anwesend waren Traurigkeit, tristitia oder tristesse in George Steiners Prosa seit jeher: als Gedanke, Thema und Gestimmtheit. Nun aber stellt er sie, von Schelling ausgehend, in den Mittelpunkt einer Meditation über Glanz und Elend der Reflexion. Grundiert ist alles Denken durch Schwermut, die in jedem Gedanken vernehmbar bleibt und sich fortpflanzt – so die von Steiner gewählte kosmische Analogie – wie das Hintergrundrauschen als Echo des "Urknalls ". Zweiflerisch ist dieses Denken und durchdrungen vom Gefühl seiner Vergeblichkeit.
Es ist unberechenbar und heillos individuell, verschwenderisch und kreisschlüssig, eingeschränkt in den Grenzen der Sprache, axiomatisch, neurophysiologisch determiniert. Es ist, als "Großes Denken", weit entfernt von Mehrheitsentscheidungen und allgemeiner Anerkennung. Es ist aussichtslos, führt schließlich auf nichts. Und doch ist es die einzig menschenwürdige Anstrengung. George Steiners Schrift ist eine Variation in zehn Sätzen auf ein Thema von Schelling, das Produkt einer persönlichen Ästhetik, ein Stück Gedankenmusik, ein logisches Gedicht.

Zum Autor
Goerge Steiner, geboren 1929 in Paris, hat seit 1994 den Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl für Komparatistik an der Universität Oxford inne. U.a. von ihm erschienen sind: "Martin Heidegger" (1989), "Von realer Gegenwart" (1990) und "Der Garten des Archimedes" (1997).
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Peter Sloterdijk: Zorn und Zeit. Politisch-psychologischer Versuch. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-41840-8.



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Unverwechselbares Kennzeichen des Denkens und Schreibens von Peter Sloterdijk ist die Einbettung aktuellster Fragen in ihre lange Geschichte. Dadurch gelangt er zu Neubestimmungen der gegenwärtigen "condition humaine", kann sie durch eine bisher unbekannte Perspektive sichtbar machen und unerwartete oder ungewollte Zusammenhänge nachweisen. In seinem neuen Essay geht er auf den Zorn ein, dessen Folgen sich als Kampf, Gewalt, Aggression äußern.
Am Anfang des ersten Satzes der europäischen Überlieferung, die mit der Ilias beginnt, steht das Wort "Zorn". Er gilt dort als unheilbringend – und wird deshalb hoch geschätzt, auch weil er Helden hervorbringt. Wie kommt es, dass Zorn schon relativ bald danach in der Polis nur in eng umgrenzten Situationen zugelassen wird? Wie kommt es in späteren kulturellen Traditionen zur Herausbildung des "heiligen Zorns" und damit zugleich eines ersten Begriffs von Gerechtigkeit? Wie ist eine kommunistische Weltbank des Zorns denkbar?
Wie kam es dazu, dass die Gesellschaften mit Gerechtigkeit als Grundwert den Zorn in allen Kontexten ausgeschlossen haben? Und wie ist seiner Wiederkehr zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu begegnen? Peter Sloterdijk formuliert eine Antwort: "Große Politik geschieht allein im Modus von Balanceübungen. Die Balance üben heißt keinem notwendigen Kampf ausweichen, keinen überflüssigen provozieren. Es heißt auch, den Wettlauf mit der Umweltzerstörung und der allgemeinen Demoralisierung nicht verloren geben."

Zum Autor
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung und seit 2001deren Direktor. Seit 2002 leitet er zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus – Das Philosophische Quartett". 1993 erhielt er den den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik, 2001 den Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer Gedanken und 2005 den Sigmund-Freud-Preis.
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Konrad P. Liessmann: Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft. Zsolnay-Verlag 2006. ISBN: 3-552-05382-4.



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Was weiß die Wissensgesellschaft? Wer wird Millionär? Wirklich derjenige, der am meisten weiß? Wissen und Bildung sind, so heißt es, die wichtigsten Ressourcen des rohstoffarmen Europa. Debatten um mangelnde Qualität von Schulen und Studienbedingungen – Stichwort Pisa! – haben dennoch heute die Titelseiten erobert. In seinem hochaktuellen Buch entlarvt der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann vieles, was unter dem Titel Wissensgesellschaft propagiert wird, als rhetorische Geste: Weniger um die Idee von Bildung gehe es dabei, als um handfeste politische und ökonomische Interessen. Eine fesselnde Streitschrift wider den Ungeist der Zeit.

Leseprobe
Wer wird Millionär – oder: Alles, was man wissen muss
Die in Deutschland von einem Privatsender ausgestrahlte Quizshow "Wer wird Millionär", die in Österreich unter dem Titel "Millionenshow" vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet wird, gehört seit Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Formaten dieser Art. Neben dem Erfolg von Dietrich Schwanitz’ Sachbuch-Bestseller "Bildung. Alles, was man wissen muss" und den Harry-Potter-Romanen von Joanne K. Rowling gehören diese Shows für viele Kulturoptimisten zu jenen Indizien, die zeigen, dass die Bildungs- und Leselust der Menschen ungebrochen ist.
Dass sich immer wieder und immer noch Menschen finden, die sich – durch das Studium von Lexika und einschlägigen Handbüchern mehr oder weniger gut vorbereitet – vor einem Millionenpublikum einem Wissenstest stellen, ist in der Tat bemerkenswert. Verantwortlich dafür mag nicht nur die Aussicht auf den Gewinn sein, auch nicht nur die Simulation einer Prüfungssituation, deren Beobachtung immer schon mit beträchtlichem Lustgewinn verbunden war, sondern auch die Sache selbst, um die es geht: das Wissen. Genau in diesem Punkt demonstriert diese Show, kulturindustrielles Produkt par excellence, einiges davon, wie es um das Wissen in der Wissensgesellschaft bestellt ist.
Die Konstruktion der Show ist denkbar einfach. Einem Kandidaten, der es nach verschiedenen Vorauswahlverfahren bis ins Zentrum des Geschehens geschafft hat, werden bis zu fünfzehn Fragen gestellt, deren Schwierigkeitsgrad mit dem für die richtigen Antworten ausgesetzten Preisgeld steigt. Im Gegensatz zur herrschenden Ideologie der Vernetzung wird in dieser Show einzig nach einem punktuellen Wissen gefragt. Die aus Multiple-Choice-Verfahren bekannten vorgegebenen Antworten, aus denen eine auszuwählen ist, ermöglichen nicht nur eine rasche und unmittelbare Reaktion, sondern zeigen auch in nuce, wo die Grenzen zwischen Raten, Vermuten, Wissen und Bildung verlaufen.
Dort, wo Kandidaten ihre Wahl mit Formeln wie "Das kommt mir bekannt vor" oder "Davon habe ich schon einmal gehört" begründen, triumphiert das Bekannte über das Gewusste, dort, wo mit Wahrscheinlichem oder Plausibilitäten gearbeitet wird, regieren Ahnungen und dunkle Erinnerungen, und wenn jemand tatsächlich etwas weiß, wird als Begründung für die Wahl der Antwort dann auch folgerichtig gesagt: Das weiß ich.
Ein Hauch von Bildung schleicht sich schließlich dann ein, wenn es einem Kandidaten gelingt, aufgrund seiner Kenntnisse etwa des Lateinischen oder gar Griechischen die Bedeutung von ihm an sich nicht geläufigen Fachausdrücken zu erschließen. Die Show, und das mag ihre Attraktivität mit bedingen, simuliert so Bewegungen im Wissensraum, die jeder kennt und nachvollziehen kann: Nur sehr wenig haben wir verstanden, einiges wissen wir, manches kann vermutet werden, das meiste ist uns aber nicht geläufig und kann höchstens erraten werden.

Zum Autor
Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien. Er arbeitet als Professor (am Institut für Philosophie der Universität Wien), Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Liessmann veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Essays aus den Bereichen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, Gesellschafts- und Medientheorie, Technikphilosophie sowie der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts.
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Thomas Wild: Hannah Arendt. Leben, Werk, Wirkung. Suhrkamp-Basisbiographien Bd.17. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-18217-X.



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Ein spannendes Leben, ein beeindruckendes Werk, eine bleibende Wirkung – in drei Teilen und im überschaubaren Umfang von 160 Seiten erzählen die Suhrkamp-Basisbiographien von Leben, Werk und Wirkung großer Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ein Konzept, das überzeugt: Bei Hoffmann und Campe erscheinen sie ab dem Frühjahr 2006 als Hörbuchreihe.

Zum Autor
Thomas Wild promovierte über die Wirkung von Person und Werk Hannah Arendts auf das literarisch-intellektuelle Feld der Bundesrepublik seit den sechziger Jahren.
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Kurt Sontheimer: Hannah Arendt. Der Weg einer großen Denkerin. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-24824-1.



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Hannah Arendt (1906-1975) ist in ihrem Denken unglaublich aktuell geblieben. Kurt Sontheimer, dem bedeutenden Politikwissenschaftler, gelingt es in seinem letzten Buch, die Leser auf die deutsch-jüdische Denkerin und ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte neugierig zu machen und zugleich eine verständliche Leseanleitung für ihre Bücher zu geben. Denn ob sie über Totalitarismus, Revolution, das "tätige Leben" oder Adolf Eichmann und die Banalität des Bösen geschrieben hat – die Auseinandersetzung mit Arendts unabhängigem Denken ist immer lohnend.

Rezension
"Eine klügere und zugleich wärmere Einführung lässt sich kaum denken." (Süddeutsche Zeitung)

Zum Autor
Kurt Sontheimer (1928-2005) war von 1969 bis 1993 Professor für Politische Wissenschaft an der Universität München.
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September 2006

Norbert Hoerster: Was ist Recht? Grundfragen der Rechtsphilosophie. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54147-X.



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Worin besteht das Fundament einer Rechtsordnung, die in einer Gesellschaft Geltung und Wirksamkeit besitzt? Wodurch unterscheiden sich Rechtsnormen von anderen sozialen Normen? Kann das Recht einer Gesellschaft jeden beliebigen Inhalt haben, oder gibt es Kriterien für das moralisch richtige Recht? Kann die Anwendung des Rechts im Einzelfall tatsächlich objektiv erfolgen? Welcher Methoden hat sich eine rational vorgehende Rechtsanwendung zu bedienen?
Norbert Hoerster gibt in seinem prägnanten und sachorientierten Buch auf diese und ähnliche Fragen für jedermann verständliche und nachvollziehbare Antworten. Der Leser verliert sich nicht in unwichtigen Details, sondern erfährt, was das Wesen des Rechts ausmacht.

Zum Autor
Norbert Hoerster, geboren 1937, lehrte von 1974 bis 1998 Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Ethik und Rechtsphilosophie, u. a.: "Klassische Texte zur Staatsphilosophie" (Hrsg., 10. Aufl. 1999, dtv 30147); "Klassische Texte zur Ethik" (Hrsg. zus. mit D. Birnbacher, 11. Aufl. 2000, dtv 30096).
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Michael Wolff: Logik. Eine Einführung. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54745-1.



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Sokrates ist ein Mensch. Alle Menschen sind Lebewesen. Also ist Sokrates ein Lebewesen. Dieses Lehrbuch erklärt allgemeinverständlich Grundlagen und Aufbau der Theorie des deduktiven Schließens und behandelt klassische Aussagen- und Prädikatenlogik. Es ist für philosophisch interessierte Leserinnen und Leser geschrieben, die nicht nur diverse Kalküle kennen lernen wollen, sondern auch verstehen möchten, welche Regeln und Gesetze ihnen allen gemeinsam zugrunde liegen.
Es erklärt, worin das Formale der formalen Logik eigentlich besteht. Die Einführung wird ergänzt durch Empfehlungen zu weiterer Lektüre, einem Glossar symbolischer Ausdrücke, einem Verzeichnis der Definitionen logischer Ausdrücke und einem Verzeichnis der logischen Grundregeln.

Inhaltsverzeichnis
- Teil I: Aussagenlogik
   
1. Kapitel: Logisches und regelmäßiges Folgen
   
2. Kapitel: Warum nicht jeder Satz logisch aus sich selbst folgt
   
3. Kapitel: Warum nicht aus Falschem Beliebiges und aus Beliebigem Wahres logisch folgt
   
4. Kapitel: Welche aussagenlogischen Konstanten es gibt
   
5. Kapitel: Welche aussagenlogischen Regeln allgemeingültig sind
   
6. Kapitel: Wahrheitsfunktionen
- Teil II: Prädikatenlogik
   
7. Kapitel: Welche Regeln zur formalen Logik gehören
   
8. Kapitel: Allgemeingültige prädikatenlogische Regeln
   
9. Kapitel: Über den logischen Gebrauch von Quantoren und Individuenkonstanten
   
10. Kapitel: Die wahrheitsfunktionale Quantorenlogik als Logik des mathematischen Schließens
   
Anhang: Ein nicht-axiomatisches Ableitungssystem der klassischen wahrheitsfunktionalen Quantorenlogik
- Hinweise
   
Empfehlungen zu weiterer Lektüre
   
Glossar symbolischer Ausdrücke
   
Verzeichnis der Definitionen logischer Ausdrücke
   
Verzeichnis der logischen Grundregeln
   
Register

Zum Autor
Dr. Michael Wolff, geboren 1975, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität/Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Organisation, Controlling und Wirtschaftsinformatik, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für strategisches Management und Organisation, Handelshochschule Leipzig.
Michael Wolff ist Professor für Philosophie an der Universität Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Geschichte der Logik und der Wissenschaftsphilosophie.
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Martin L. Hofmann/Tobias F. Korta/Sibylle Niekisch (Hrsg.): Culture Club, Bd.2: Klassiker der Kulturtheorie.  Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29398-2.



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Was heißt "Kultur"? Kaum ein anderer Begriff durchzieht die theoretische Debatte der letzten Jahrzehnte mit solch einer Wucht. Kulturtheorie ist nicht nur zu einem interdisziplinären, sondern auch zu einem internationalen intellektuellen Abenteuer geworden. Auch der zweite Band des Culture Club bietet eine Orientierung in diesem schwer überschaubaren Feld, indem er einen Überblick über das jeweilige Werk und Denken zentraler Kulturtheoretiker gibt. Vorgestellt werden Max Weber, Siegfried Kracauer, Martin Heidegger, Helmuth Plessner, Margaret Mead, Hannah Arendt, Marshall McLuhan, Richard Hoggart, Vilem Flusser, Raymond Williams, Paul Feyerabend, Jean-François Lyotard, Ivan Illich, Clifford Geertz, Jacques Derrida und Stuart Hall.

Zur Herausgeberin
Sibylle Niekisch, geboren 1973, studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. Soziologie und Ethnologie. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Medientheorie, Populärkultur, Kultursoziologie, Ethnologie und Cultural Studies.
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Dieter Henrich: Philosophie im Prozess der Kultur. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29412-1.



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Was heißt "Kultur"? Kaum ein anderer Begriff durchzieht die theoretische Debatte der letzten Jahrzehnte mit solch einer Wucht. Kulturtheorie ist nicht nur zu einem interdisziplinären, sondern auch zu einem internationalen intellektuellen Abenteuer geworden. Auch der zweite Band des Culture Club bietet eine Orientierung in diesem schwer überschaubaren Feld, indem er einen Überblick über das jeweilige Werk und Denken zentraler Kulturtheoretiker gibt.
Vorgestellt werden Max Weber, Siegfried Kracauer, Martin Heidegger, Helmuth Plessner, Margaret Mead, Hannah Arendt, Marshall McLuhan, Richard Hoggart, Vilém Flusser, Raymond Williams, Paul Feyerabend, Jean-François Lyotard, Ivan Illich, Clifford Geertz, Jacques Derrida und Stuart Hall.

Zum Autor
Dieter Henrich ist Professor emer. für Philosophie. Im Suhrkamp Verlag ist u. a. erschienen: Grundlegung aus dem Ich (2004). Im Jahr 2006 erhielt er den "Deutschen Sprachpreis".
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Juli 2006

Doris Bachmann-Medick: Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2006. ISBN: 3-499-55675-8.



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Die gegenwärtigen Kulturwissenschaften bilden eine ausgeprägte Theorie- und Forschungslandschaft. Ihre Dynamik entspringt vor allem dem Spannungsfeld wechselnder "cultural turns" quer durch die Disziplinen:
interpretive turn,
performative turn,
reflexive turn/literary turn,
postcolonial turn,
translational turn,
spatial turn,
iconic turn.
Der Band stellt diese "Wenden" in ihren systematischen Fragestellungen, Erkenntnisumbrüchen sowie Wechselbeziehungen vor und zeigt ihre Anwendung in konkreten Forschungsfeldern. Damit wird eine "Kartierung" der neueren Kulturwissenschaften geleistet und zugleich ein umfassender Überblick über ihre Entwicklungen und Ausrichtungen geboten – mit einer Fülle verarbeiteter internationaler Forschungsliteratur.
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Charles Taylor: Hegel. Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag 2006 (5. Auflage). ISBN: 3-518-28016-3.



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Charles Taylors große Hegel-Monographie gilt als ein Meisterwerk der Hegel-Interpretation und hat mittlerweile den Rang eines Klassikers erreicht. Sie bietet nicht nur eine umfassende Darstellung des gesamten Hegelschen Systems im Lichte der aktuellen sozialphilosophischen Diskussion, sondern auch eine allgemeinverständliche Einführung in die Hegelsche Philosophie für Leser, die mit dem Hegelschen Denken wenig vertraut sind.
Wo die Suche nach einer situationsbezogenen, bestimmten Subjektivität philosophische Formen annimmt, wird Hegels Denken einer der unentbehrlichsten Bezugspunkte bleiben. Obwohl seine ontologische Vorstellung nicht mehr die unsrige ist, entdecken wir in Hegels Werk doch die gründlichsten und am weitesten reichenden Versuche, eine Auffassung von verkörperter Subjektivität, vom Denken und von der Freiheit herauszuarbeiten, die allesamt aus dem Lebensprozess hervorgehen, ihren Ausdruck in den Formen sozialer Existenz finden und sich in ihrem Verhältnis zu Natur und Geschichte selbst erfahren.

Rezension
"Charles Taylors Meisterwerk über Hegel ist die beste allgemeine Darstellung der Hegelschen Philosophie – ein Buch, dem es gelingt, der großen Vielfalt der von Hegel behandelten Fragen gerecht zu werden und seine Philosophie für die aktuelle sozialphilosophische Diskussion fruchtbar zu machen." (British Books News)

Zum Autor
Charles Taylor ist Professor of Political Science and Philosophy an der McGill University in Montreal.
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Juni 2006

Jonas Pfister: Philosophie. Ein Lehrbuch. Textausgabe. Reclam-Verlag, Ditzingen 2006. ISBN: 3-15-018433-9.

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Ist Philosophie lehrbar? Jonas Pfister versucht es. Er skizziert Antworten auf die großen Fragen der Philosophie in knapper und verständlicher Weise: Antworten auf die Fragen nach Glück, Freiheit, Gott, die Existenz einer Außenwelt, Erkenntnis, Geist, Gerechtigkeit, Ethik, Bedeutung, Wissenschaft und Kunst.
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Mai 2006

Fernando Savater: Die Zehn Gebote im 21. Jahrhundert. Tradition und Aktualität von Moses' Erbe. Wagenbach-Verlag 2006. ISBN: 3-8031-3619-9.

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Der berühmteste lebende Philosoph Spaniens, Fernando Savater, überprüft in einem leicht verständlich geschriebenen, humorvollen und kenntnisreichen Essay jedes einzelne der Zehn Gebote. Haben die Zehn Gebote trotz der radikalen Veränderungen des Lebens und der Gewohnheiten in der westlichen Gesellschaft noch einen moralischen Wert?
Jedem Gebot wird ein Kapitel gewidmet, das der Autor jeweils mit einer humorvollen direkten Anrede an Gott beginnt. Er fragt nach der Bedeutung der christlichen Feiertage angesichts der großen Arbeitslosigkeit, denkt mit feiner Ironie über das Töten und den Irakkrieg, über den einzigen Gott und über das Verbot nach, die Frau des Nächsten zu begehren.

Rezension
"Wie immer besticht der Philosoph Fernando Savater auch in den 'Zehn Geboten' durch seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich auszudrücken." (ABC, Madrid)

Zum Autor
Fernando Savater, geboren 1947 in San Sebastián, ist eine der herausragenden Persönlichkeiten der kulturellen und politischen Öffentlichkeit Spaniens. Er studierte und lehrte Philosophie in Madrid, musste aber aus politischen Gründen die Universität verlassen. Als Baske ist er aktiv um eine Vermittlung zwischen ETA und Regierung bemüht. Seit dem Regierungswechsel 2004 ist er Berater Zapateros.
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Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muß. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-04852-8.



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Tausende besuchen jedes Jahr seine Vorlesungen an der "Université Populaire" in Caen. Michel Onfray ist der große Radikale unter den Denkern der Gegenwart. Mit seiner Absage an alle Religionen und dem Plädoyer für ein freies, vernunftbestimmtes Leben entfachte er nicht nur in Frankreich eine leidenschaftliche und kontrovers geführte Debatte.
In den USA werden Homosexuelle von religiösen Eiferern gejagt, der Islam ist stark wie nie, der konservative Papst wird umjubelt: Die Religionen kommen zurück auf die Weltbühne. Eine Katastrophe für jeden selbständig denkenden Menschen, findet Michel Onfray, ein Rückschritt ins Mittelalter. Haben nicht die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam durch die Jahrhunderte eine Blutspur gelegt, alles Leibliche verteufelt, durch Geschichten vom Jenseits ihre Gläubigen im Diesseits im Griff gehalten?
Onfray plädiert für die Abkehr von den Religionen, die die Menschen nicht befreien, sondern einengen, die Staat und Gesellschaft unlegitimiert beeinflussen, oft sogar kontrollieren. Er entwickelt in diesem ebenso scharfen wie unkonventionellen Diskussionsbeitrag eine "Atheologie": Nur diese könne den Menschen geistige Freiheit und Lebensglück zurückgeben.

Zum Autor
Michel Onfray, geboren 1959 in Argentan (Frankreich), Doktor der Philosophie, hat nach 20 Jahren seine Stelle als Philosophielehrer an einem technischen Gymnasium in Caen aufgegeben und 2002 die philosophische Volkshochschule in Caen gegründet, an der er auch unterrichtet. Michel Onfray hat über 15 Bücher publiziert, u.a. "Der Bauch der Philosophen" und "Der sinnliche Philosoph" (Campus). In seinem jüngsten Werk "Traité d’athéologie" (deutscher Titel: "Wir brauchen keinen Gott – Warum man jetzt Atheist sein muß") setzt sich Onfray für einen offensiven Atheismus ein, der die Residuen jüdisch-christlichen Denkens im Alltagsleben (und die Irrationalität des Islam) aufzeigt und durch Rationalität und gelebte Diesseitigkeit bekämpft.
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Ralf Konersmann: Kulturelle Tatsachen. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29374-5.

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Die Kultur ist eine Welt von Tatsachen. Das sagt sich leicht und klingt überzeugend. Die Frage ist aber, was wir erwarten, wenn wir von Tatsachen sprechen. In Abhebung von positivistisch getönten Wissenskulturen des 19. Jahrhunderts begannen die frühen Kulturphilosophen, ein eigenes Verständnis von Faktizität zu entwickeln. Den Schlüssel fanden Georg Simmel und Ernst Cassirer mit dem Konzept des Werks. Seither müssen wir uns die Kultur als etwas denken, das sich indirekt und auf Umwegen manifestiert, und zwar in den Tatsachen des von Menschen Gemachten.
Die Analyse kultureller Tatsachen führt ins Zentrum philosophischer und kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung. Die in diesem Band versammelten Studien greifen das historische, durch unglückselige Oppositionsbildungen abgedrängte Formulierungsangebot der Kulturphilosophie auf und erneuern es unter veränderten Bedingungen. Behandelt werden nicht nur systematische Aspekte, sondern auch rezeptionstheoretische Fragen sowie Formen und Figuren des Wissens.
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Franziska Schößler: Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft. Eine Einführung. UTB Uni-Taschenbücher Bd.2765. UTB Francke 2006. ISBN: 3-8252-2765-0.

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Die Einführung präsentiert einschlägige Theoriemodelle einer kulturwissenschaftlichen Literaturwissenschaft überblicksartig und doch textnah. Ausgehend von den Kulturwissenschaften um 1900 werden aktuelle Ansätze aus den Bereichen New Historicism, Gender und Postcolonial Studies, Anthropologie, Erinnerungstheorien u.a. vorgestellt, zentrale Texte zusammengefasst, die Forschungsdiskussionen nachgezeichnet und die methodischen Möglichkeiten durch Beispiellektüren veranschaulicht. Die behandelten Autoren und Autorinnen werden in kurzen biographischen Abrissen vorgestellt. Zudem geben kommentierte Literaturangaben am Ende der einzelnen Kapitel wertvolle Hinweise für die eigenständige Vertiefung. Zur schnellen Orientierung finden sich am Schluss des Bandes ein Sach- und ein Personenregister sowie ein Glossar, das zentrale Begriffe definiert.
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Julian Baggini: Der Sinn des Lebens. Philosophie im Alltag. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-24705-9.

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Der englische Philosoph Julian Baggini zeigt: Philosophie kann großen Spaß machen. Wir können sie leicht verstehen und mit ihr die großen Fragen wie die nach dem Sinn des Lebens beantworten. Damit wir mit ihm über die Natur des Menschen nachdenken können, bemüht Baggini nicht einfach nur Thomas Hobbes, sondern den Italowestern eines Sergio Leone. Mit Madonna erläutert er das Selbst und die Seele. Sei es Tschechows "Möwe", der Film "Sunset Boulevard" oder Aristoteles und "Rain Main": Bagginis außergewöhnliches Talent, Philosophie lebendig werden zu lassen, schafft ein Lesevergnügen der besonderen Art.

Rezension
"Ein überaus kluges, kurzweiliges und auch für Laien verständliches Buch zum Thema Sinnsuche." (Oberösterreichische Nachrichten)
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März 2006

Michael Hauskeller: Mögliche Welten. Neue phantastische Reisen durch die Philosophie. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-52818-X.

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Der Optimist hält die Welt für die beste aller möglichen Welten, der Pessimist glaubt, dass das stimmt: Das Buch enthält eine Sammlung philosophischer Merkwürdigkeiten und ist zugleich ein abwechslungsreicher Streifzug durch die Philosophiegeschichte. Vorgestellt werden so phantastisch anmutende, aber durchaus ernsthaft diskutierte Lehren wie die von der Nichtexistenz der Zeit oder des Bewusstseins, der Vorherbestimmtheit von allem, was geschieht, der Leidensunfähigkeit der Tiere oder der besten aller möglichen Welten, in der wir angeblich leben.
Die 24 kurzen Essays erschließen zusammen ein breites Spektrum philosophischer Probleme und Lösungsansätze. Diese phantastischen Reisen durch die Philosophie sind eine unterhaltsame Lektüre für alle, die das Abenteuer Denken zu schätzen wissen.

Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Die beste aller möglichen Welten
- 2. Die Vorratskeller-Theorie der Welt
- 3. Die süße stille Nacht des absoluten Todes
- 4. Das Glück des Gerechten
- 5. Wer Tugend will, muss Eicheln essen
- 6. Das Gefangenendilemma
- 7. Die Widerlegung des Idealismus
- 8. Die adverbiale Theorie der Wahrnehmung
- 9. Gregor Samsa und der Prinz im Schuster
- 10. Plädoyer für die Kindstötung
- 11. Unsinn auf Stelzen
- 12. Das Nichtidentitäts-Problem
- 13. Die widrige Schlussfolgerung und zwei Höllen
- 14. Tier-Maschinen
- 15. Dir geht’s gut, wie geht’s mir?
- 16. Das Chinesisch-Zimmer
- 17. Blaue Dämonen mit langer Nase
- 18. Konstruktion Q
- 19. Die Unwirklichkeit der Zeit
- 20. Ewige Gegenwart
- 21. Que sera, sera
- 22. Buridans Esel
- 23. Laplaces Dämon
- 24. Mit einem Fuß im Feenreich
- Ein Briefwechsel vom Mai 2003 über Sartre und die Mondlandung
- Literaturhinweise
- Namenregister

Zum Autor
Michael Hauskeller, geboren 1964, studierte Philosophie in Dublin, Berkeley und Bonn und lehrt derzeit an der Universität Darmstadt. Außerdem ist er Research Fellow und Lecturer in Philosophy an der Universität Exeter in Südengland. 1997 erhielt er den Schopenhauer-Preis. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Naturphilosophie, Ethik, Ästhetik und Geschichte der Philosophie, unter anderem: "Alfred North Whitehead zur Einführung", "Was das Schöne sei", "Atmosphäre erleben. Philosophische Untersuchungen zur Sinneswahrnehmung", "Ich denke, aber bin ich?" (2004), "Was ist Kunst" (2006).
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Stefan Büttner: Antike Ästhetik. Eine Einführung in die Prinzipien des Schönen. Beck-Verlag 2006. ISBN: 3-406-54092-9.

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Die Prinzipien des Schönen: In der Antike galt nicht nur das sinnlich Wahrnehmbare als schön – es wurde sogar die Auffassung vertreten, dass man erst durch intensive Denktätigkeit – also nach Überwindung dessen, was gemeinhin für schön gehalten werde – zum eigentlichen „Meer des Schönen“ vorstoße. Zu den wichtigen Vertretern des Diskurses über die Schönheit, ihr Wesen und die Möglichkeit, es zu erkennen, gehörten so bedeutende Philosophen wie Platon, Aristoteles und Plotin, deren Positionen bis in die Moderne hineinwirken. So greift Stefan Büttner in seinem Buch über die Prinzipien des Schönen eine überzeitlich aktuelle Frage auf und weist interessante Wege, sie zu beantworten.

Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Platons Ästhetik
- Die Ästhetik des Aristoteles
- Hellenismus und frühe Kaiserzeit
- Die Ästhetik Plotins
- Ausblick
- Danksagung
- Anhang

Zum Autor
Stefan Büttner lehrt als Akademischer Rat Klassische Philologie am Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Konstanz.
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Hans Blumenberg: Arbeit am Mythos. Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Bd.1805. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29405-9.

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"Was meinen wir, was bewegt uns, wenn wir die Welt uns vorstellen? Wie nehmen wir die Zeit – als historische und existentielle Größe – wahr? Welche Bedeutungen führt der Mythos mit sich, und worin besteht seine Bewältigung? Schließlich: wodurch bestimmen sich die Bilder und Gleichnisse, die Techniken und Strategien, mit denen das Leben die Erträglichkeit sichert?
Blumenbergs Buch 'Arbeit am Mythos' erörtert dessen Wert: wiederum unter funktionalen Aspekten. Denn in den mythischen Erzählungen und Parabeln 'überlebt' die Menschheit so gut wie in den handgreiflichen Zurüstungen. Unvertrautes und Unheimliches, Fremdes und Anstößiges changiert zum Hin- und Annehmbaren in der Transposition des Mythos. Die Arbeit des Philosophen aber beruht darauf, dass er diesen Schnitt in seinen Folgen kenntlich macht. So gestaltet Blumenberg das Thema mit philologischer Genauigkeit und mit der Kunst des genialen Exegeten – unüberbietbar in den Partien, die der Prometheus-Mythe mit Blick auf Goethe gewidmet sind." (Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung)

Zum Autor
Hans Blumenberg wurde 1920 in Lübeck geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Philosophie (mit Unterbrechung) in Paderborn, Frankfurt am Main, Hamburg und Kiel. 1947 Promotion zum Dr. phil. und 1950 Habilitation in Kiel. Blumenberg war u. a. von 1962 bis 1967 Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 1963 Mitbegründer der Forschungsgruppe "Poetik und Hermeneutik". 1974 erhielt er den Kuno-Fischer-Preis der Universität Heidelberg, 1980 Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Hans Blumenberg starb am 28. März 1996 in Altenbergen.
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Februar 2006

Susan Neiman: Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-45753-5.

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Wie viel Sinn steckt in einer Welt, in der Unschuldige leiden? Ist das Böse überhaupt verstehbar, und wenn ja, sind wir gar moralisch zu einem solchen Verständnis verpflichtet? Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums in Potsdam, zeigt in ihrer historisch wie systematisch profunden Studie, die bei dem Erdbeben von Lissabon einsetzt und bei Auschwitz und dem 11. September endet, dass diese Fragen die moderne Philosophie von der Frühaufklärung bis in die Gegenwart, von Voltaire bis Hannah Arendt, wie ein roter Faden durchziehen und nachhaltig geprägt haben. Entstanden ist eine Geschichte des Nachdenkens über das Böse, die zugleich eine andere Geschichte der Philosophie ist.
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Isaiah Berlin: Freiheit. Vier Versuche. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2006. ISBN: 3-596-16860-0.

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Isaiah Berlins Buch handelt von einer Idee, die Geschichte gemacht hat, und von den Erfahrungen mit eben dieser Idee und den an sie geknüpften Hoffnungen: Es geht um die Idee der Freiheit als zentralem Begriff politischen Denkens. In vier Studien, die aus seiner souveränen Kenntnis der politischen Philosophie und Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts schöpfen, untersucht Berlin verschiedene Freiheitskonzepte und ihre politischen Implikationen.
Er analysiert die Antriebskräfte des Freiheitsverlangens und wirft Licht auf deren spekulative Überhöhungen, programmatische Eingrenzungen und ideologische Verkürzungen. Berlins Studien sind ein unverzichtbarer Beitrag um Verständnis tief liegender politischer Konflikte unserer Gegenwart.

Zum Autor
Isaiah Berlin, geboren 1909 in Riga, war von 1957 bis 1967 Professor für Sozialphilosophie und Politische Theorie in Oxford, von 1974 bis 1978 Präsident der Britischen Akademie der Wissenschaften.
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Theodor W. Adorno: Zur Lehre von der Geschichte und von der Freiheit. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29385-0.

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Anfang der sechziger Jahre hielt Theodor W. Adorno an der Frankfurter Universität vier Vorlesungen, darunter die Lehre von der Geschichte und von der Freiheit. Inhaltlich handelt es sich um eine Vorstufe der Hegel und Kant gewidmeten Kapitel der Negativen Dialektik (1966), formal um improvisierte, frei gesprochene Vorträge, die es erlauben, dem Philosophen bei der "Arbeit am Begriff" zuzuschauen.
Der Text versammelt alle wichtigen Themen und Motive der Adornoschen Geschichtsphilosophie: das Schlüsselphänomen der Naturbeherrschung, die Kritik des Existenzials der "Geschichtlichkeit" und schließlich Adornos Opposition zum traditionellen Begriff von Wahrheit als einem Bleibenden, Unveränderlichen, Ungeschichtlichen.

Zum Autor
Theodor Wiesengrund (W.) Adorno, geboren 1903, ist einer der herausragenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil, die Vielfalt seiner Themen und seine kritische Auseinandersetzung mit der politischen und geschichtlichen Situation haben ihn über die engen Fachgrenzen der Philosophie und Soziologie hinaus bekannt und zu einem der führenden Intellektuellen gemacht, dessen Schriften, Aphorismen und Gedanken mittlerweile zum festen Bestandteil unseres kulturellen Erbes geworden sind.
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Dieter Sturma (Hrsg.): Philosophie und Neurowissenschaften. Suhrkamp-Verlag 2006. ISBN: 3-518-29370-2.

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Die Neurowissenschaften halten das psychophysische Problem für weitgehend geklärt und unterstellen, dass auch die philosophischen Fragen nach Selbstbewusstsein, Willensfreiheit und menschlichen Handlungen durch die neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse im wesentlichen beantwortet seien. Damit verbinden sich Forderungen nach einem neuen Menschenbild und nach praktischen Konsequenzen für die Erziehung und die Rechtsprechung.
Die Beiträge dieses Bandes unterziehen die philosophischen wie auch die neurowissenschaftlichen Lösungsvorschläge zum psychophysischen Problem einer eingehenden Prüfung und loten dabei auch die Bedingungen für einen fruchtbaren Austausch zwischen Philosophie und Neurowissenschaften aus – ein Austausch, der den jeweiligen disziplinären und methodischen Eigenheiten hinreichend Rechnung trägt.

Zum Herausgeber
Dieter Sturma ist ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Essen. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Philosophie des Geistes, Ethik, Philosophiegeschichte der Neuzeit und Gegenwart.
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Januar 2006

Alfred Brendel: Ausgerechnet ich. Gespräche mit Martin Meyer. Piper-Verlag 2006. ISBN: 3-492-24479-3.

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In seinem siebzigsten Jahr hat sich der weltberühmte Pianist Alfred Brendel den Fragen Martin Meyers gestellt und erzählt von seinem Leben, seiner musikalischen und literarischen Arbeit. Er spricht über seine Lehrjahre, seine Konzerte und Schallplattenaufnahmen, über die ihm wichtigsten Kompositionen, über Fragen der Interpretation und schließlich über sein Schreiben.

Zum Autor
Alfred Brendel, geboren 1931 in Wiesenberg/Nordmähren, entstammt einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie. Er studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz und schloss seine pianistische Ausbildung bei Paul Baumgartner, Edwin Fischer und Eduard Steuermann ab. 1949 begann seine internationale Karriere mit dem Preis beim Busoni-Wettbewerb. Seither konzertiert er in aller Welt. Zahlreiche Plattenaufnahmen. Brendel lebt seit 1970 in London. 2004 erhält er den Ernst von Siemens Musikpreis.
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Januar – Dezember 2005


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Stand: 04. Januar 2007
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