Philosophie

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Dezember 2003

Daniel Defert/Francois Ewald u.a. (Hrsg.)/Michel Foucault: Schriften, Dits et Ecrits. 4 Bände. Band 3: 1976-1979. Suhrkamp-Verlag 2003.

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Der dritte Band der großangelegten Edition der 'Dits et Ecrits', die sämtliche zu Lebzeiten Foucaults publizierten Aufsätze, Interviews und kleineren Beiträge enthält, bietet eine Vielzahl von Texten, die um die wirkmächtigen Konzepte der Biopolitik und der Gouvernementalität kreisen. Kern dieser theoretischen Neuerkundung ist Foucaults Theorie der Macht, die die bis dahin vorherrschenden Modelle scharf kritisiert und zu polemischen Diskussionen Anlaß gab. Der erste Band der Geschichte der Sexualität, dessen Erscheinen in diesen Zeitraum fällt, entwickelt dieses neue Konzept der Macht, das bis heute nichts an theoretischer Sprengkraft eingebüßt hat. Foucaults Auseinandersetzung mit der Frage der Sexualität kommt in den zahlreichen Interviews, Aufsätzen und Artikeln, die in dieser Zeit entstanden sind, in überaus plastischer Weise zum Ausdruck. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf seinem kontrovers diskutierten politischen Engagement für das neue religiöse Regime im Iran, eine politische Stellungnahme, die heute eine ungeahnte Aktualität angenommen hat. In seinen kleinen Schriften ist Foucault als Denker zu entdecken, für den eine theoretische Neuerkundung mit der Erörterung konkreter politischer Fragen notwendig Hand in Hand geht.

Zum Autor
"Den großen Denker der Krise" nannte Jacques Derrida seinen Lehrer Michel Foucault (1926-1984). Denn dessen Philosophieren rüttelt an der Annahme eines verlässlichen Grundes für das Denken, an der Annahme ewiger und unwandelbarer Wahrheiten. Für Foucault ist Philosophie "Aktivität, eine Bewegung, mit deren Hilfe man sich nicht ohne Anstrengung und Zögern von dem frei macht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht".

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Uwe Schultz: Immanuel Kant. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2003 (Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe).

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In Königsberg, der Hauptstadt des Herzogtums Preußen, wurde Immanuel Kant am 22. April 1724 geboren. Die Stadt erlebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung, zumal die Stände meist ihre Unabhängigkeit zu wahren wussten. Diese Opposition aus ständischer Freiheit und Verfassung stützte sich auf einen standhaften Bürgersinn der Handelsherren und Handwerker, zu denen auch der Vater Kants zählte, der in der Sattlergasse, nahe der "grünen Brücke", wohnte.

Zum Autor
Uwe Schultz, Dr. phil., war von 1976 bis 1994 Leiter der Hauptabteilung "Kulturelles Wort" beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. 1966 erhielt er den Kurt-Magnus-Preis der Deutschen Rundfunkanstalten, 1999 den Preis des deutsch-französischen Kulturrats für Essayistik. Er arbeitet heute freiberuflich in Paris.

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November 2003

Robert Kurz: Die antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus. Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten. Unrast-Verlag 2003.

Cover DIE ANTIDEUTSCHE IDEOLOGIE

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Nicht erst der 11. September und der Irakkrieg haben die Ratlosigkeit der radikalen Linken enthüllt. Das Ende von traditioneller Arbeiterbewegung, Staatssozialismus und nationalen Befreiungsbewegungen ist noch lange nicht aufgearbeitet.
Unter den Verwesungsprodukten des deutschen Traditionsmarxismus gehört die antideutsche Strömung zu den unappetitlichsten. Bestimmte Teile der ehemals radikalen Linken und der antifaschistischen Szene wollen sich angesichts der globalen Krise gewissermaßen historisch aus dem Staub machen.
Die kategorial an das warenproduzierende System und dessen Modernisierungsgeschichte gebundene bisherige Kritik droht in Apologetik der kapitalistischen Subjektform und ihrer globalen Krisendiktatur umzuschlagen. Das Eingedenken an Auschwitz wird dafür missbraucht, ideologisch bei der imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen und jegliche soziale Bewegung als völkisch und antisemitisch zu denunzieren. Die radikale Kapitalismuskritik wird so nicht zeitgemäß transformiert, sondern liquidiert, um die bürgerliche Vernunft zu retten.
In drei Aufsätzen unterzieht Robert Kurz das assoziative theoretische Blendwerk dieses Denkens einer grundsätzlichen Kritik. Nachgewiesen wird die Fixierung der Antideutschen auf längst gegenstandslos gewordene innerkapitalistische Alternativen, ihre Befangenheit in der repressiven bürgerlichen Aufklärungsideologie und im Idealismus der Zirkulationssphäre. Daraus resultiert eine geradezu fanatische Affirmation der kapitalistischen abstrakten Individualität und der männlich-weißen westlichen Subjektform.
Diese im Kern rassistische, frauenfeindliche und zwangsheterosexuelle Ideologie mystifiziert das Kapital und pflegt einen Kult falscher Unmittelbarkeit in der Tradition sehr deutscher Ideologie von Nietzsche bis Heidegger. Die Antideutschen sind genau das, was sie anderen vorwerfen zu sein. Dagegen plädiert der Autor für eine Neuformulierung emanzipatorischer Kritik, die den Nationalsozialismus als integralen Bestandteil innerkapitalistischer Entwicklung begreift und mit der fetischistischen Konstitution der Moderne bricht.

Zum Autor
Robert Kurz, 1943 geboren, lebt als freier Publizist, Journalist und Referent im Kultur- und Wirtschaftsbereich in Nürnberg. Er ist Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theoriezeitschrift 'Krisis' und Autor des Buches "Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung".

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Ulrich Beck/Natan Sznaider/Rainer Winter (Hrsg.): Globales Amerika? Die kulturellen Folgen der Globalisierung. Cultural Studies Vol. 4. Transcript-Verlag 2003.



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Seit einigen Jahren wird in den Sozial- und Kulturwissenschaften international kaum ein Phänomen so lebhaft diskutiert wie das der Globalisierung. Nachdem die zu Anfang vorherrschende Sichtweise von Globalisierung als Entwicklung einer homogenen Weltkultur zunehmend an Evidenz verlor, rücken die lokal unterschiedlichen kulturellen Praktiken und Perspektiven als Teil von Globalisierung ins Zentrum des Interesses. Diese Neujustierung des Fokus erlaubt auch längst überfällige neue Lesarten des vermeintlich einfachen Verhältnisses von "Amerikanisierung" und Globalisierung.
Dabei wird deutlich, dass die oft als "Amerikanisierung" wahrgenommene Globalisierung weltweit heterogene Resonanzen erzeugt, hybride Kulturen, Fluchtlinien und Gegenbewegungen treten gleichermaßen hervor. Der Band "Globales Amerika?", in dem sich einige der prominentesten Denker der Globalisierung zu Wort melden, präsentiert anregende Lektüren dieser bislang wenig beleuchteten Seite der Globalisierung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Problems insgesamt. Für das 21. Jahrhundert erweist sich die Perspektive eines "methodologischen Kosmopolitismus" (Ulrich Beck) als richtungweisend.

Zu den Herausgebern
Ulrich Beck ist Professor für Soziologie an der Universität München und Visiting Centennial Professor an der London School of Economics and Political Science.
Natan Sznaider lehrt Soziologie am Academic College in Tel-Aviv.
Rainer Winter ist Professor für Medientheorie und Cultural Studies sowie Direktor des Instituts für Medien und Kommunikationsstudien an der Universität Klagenfurt.
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Gilles Deleuze: Die einsame Insel. Texte und Gespräche 1953 bis 1974. Hrsg. von David Lapoujade. Suhrkamp-Verlag 2003.

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Gilles Deleuze (1925-1995) gehört zu den großen französischen Philosophen. Neben seinen Monographien über Denker wie Hume, Leibniz oder Kant, seinen Beiträgen zur Logik des Sinns, zum Verhältnis von Differenz und Wiederholung und seinen beiden Büchern über das Kino hat er immer auch die kleine Form gesucht, in der er oftmals konziser und direkter über seine philosophischen Projekte und ihre Implikationen Auskunft gibt. Der erste Band der Sammlung dieser "Kleinen Schriften" liegt nun vor.
Er vereinigt eine Vielzahl von Texten, die verstreut publiziert worden sind und hier nun zusammengefasst und zum größten Teil erstmals auf deutsch erscheinen: von den frühen Auseinandersetzungen mit Rousseau, Kant, Bergson, Hyppolite über brillante Essays zu Schriftstellern wie Jarry, Roussel, Cixous zum Kriminalroman der "serie noire", über Malerei bis hin zu Texten aus dem Umkreis der zahllosen Debatten über Psychiatrie und Politik, die sein gemeinsam mit Felix Guattari verfasstes Buch Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie ausgelöst hat - und natürlich immer wieder Nietzsche.
In diesen kleinen Texten kommt ein anderer Deleuze zum Vorschein, ein witziger, pointierter Autor, der über einsame Inseln ebenso zu schreiben weiß wie über nomadisches Denken und die Psychoanalyse und in dessen Texten ein "philosophischer Humor" herrscht, "der auch den Texten seiner heute schreibenden akademischen Kollegen gut anstünde", wie die Frankfurter Rundschau anlässlich des Erscheinens der französischen Ausgabe geschrieben hat.
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Eva Illouz: Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus. Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie, Band 4. Campus-Verlag 2003.

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Romantische Liebe gilt als letztes Refugium in einer kommerzialisierten Welt. Dieses Buch dagegen beleuchtet, wie sich die Paarbeziehung unter dem Einfluss des totalen Konsums verändert hat.

Zu den kulturellen Widersprüchen, die den Kapitalismus kennzeichnen sollen, gehört der Gegensatz von romantischem Liebesideal und der kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA preisgekrönte Buch zeigt dagegen auf, inwiefern die beiden Sphären sich längst wechselseitig beeinflussen und ineinander übergehen: So, wie die Konsumsphäre in wachsendem Maße auf die Erzeugung romantischer Gefühlszustände abzielt, so geraten die Intimbeziehungen immer stärker in Abhängigkeit von der Inszenierung und dem Erlebnis des Konsums. Die kollektive Utopie der Liebe, einst als Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im Prozess ihrer Verwirklichung zum bevorzugten Ort des kapitalistischen Konsums geworden.

Rezension
"Was mich an diesem Buch am stärksten beeindruckt, ja fasziniert hat, ist die Souveränität, mit der hier kühle Beobachtungsgabe und soziologisches Ethos wieder miteinander verknüpft worden sind: Gestützt auf Interviews, Werbekampagnen, Frauenmagazine und Ratgeberliteratur gelingt es Eva Illouz, detailliert die wachsende Kolonialisierung der Liebe durch Kommerz und Konsum aufzuzeigen, ohne dabei die hartnäckigen Bemühungen der Subjekte um die Verwirklichung der romantischen Utopie zu verraten." (Axel Honneth)

Zur Autorin
Eva Illouz ist Dozentin am Fachbereich für Soziologie und Anthropologie der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie der Emotionen, der Konsumgesellschaft und der Medienkultur. Zuletzt erschien von ihr "Oprah Winfrey and the Glamour of Misery: An Essay on Popular Culture" (Columbia University Press, 2003).

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Oktober 2003

Manfred Kühn: Kant. Eine Biographie. C.H. Beck-Verlag 2003.

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Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724-1804) am 12. Februar 2004 erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biographie des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte.
Man nannte Kant den "eleganten Magister". Er war ein ungemein beliebter Universitätslehrer, charmant und kontaktfreudig, von Freunden umgeben, gern auf Gesellschaften. Die bis zur Karikatur verzerrten Klischees vom pedantischen Leben Kants treffen allenfalls seine späten Jahre. Neben dem Portrait von Kants Leben und der Einführung in seine Schriften macht Manfred Kühns Biographie deutlich, wie sehr das Denken des großen Philosophen von den wichtigen politischen, kulturellen und intellektuellen Ereignissen seiner Zeit inspiriert wurde, vom Geniekult des Sturm und Drang, den Schriften David Humes und Rousseaus bis zu den Ideen der Französischen Revolution. Sie stellt Kollegen und Freunde Kants vor, Gegner und Konkurrenten, und natürlich auch den Diener Martin Lampe.
Manfred Kühn bietet ein differenziertes Bild von Kants Leben, seinem Denken und seiner Zeit.

Rezensionen
"Man kann diese Kant-Biographie ohne Übertreibung als sachlich fundierteste und in der Präsentation ihres Stoffes lebendigste aller bisher erschienenen Biographien des Königsberger Philosophen bezeichnen. Kühn erweist sich als Meister des Genres." (Heiner F. Klemme, Information Philosophie)
"Kühns Werk ist ausgezeichnet durch die Vielseitigkeit der Interessen, Ausgewogenheit des Urteils und schriftstellerische Klarheit. Es verliert sich nie im Detail. Es ist ebenso gründlich wie innovativ. Ich habe das Buch mit Vergnügen gelesen." (Kurt Flasch, FAZ)

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Karl Schlögel: Im Raume lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik. Hanser-Verlag 2003.

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Was sagt uns der Grundriss einer US-amerikanischen Stadt über den US-amerikanischen Traum? Wie haben Eisenbahn, Auto und Flugzeug unseren Sinn für Distanzen verändert? Auf solche Fragen geben herkömmliche Geschichtsbücher keine Antwort. Karl Schlögel findet sie an überraschenden Stellen: in Fahrplänen und Adressbüchern, auf Landkarten und Grundrissen. Er holt damit die Geschichte an ihre Schauplätze zurück, macht sie anschaulich, lebendig und wunderbar lesbar.


Zum Autor
Karl Schlögel, geboren 1948 im Allgäu, hat an der Freien Universität Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert und lehrt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.

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Michael Thumann (Hrsg.): Der Islam und der Westen: Navid Kermani, Adam Garfinkle, Amr Hamzawy u.a. über Säkularisierung und Demokratie im Islam. Berliner Taschenbuch-Verlag 2003.



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Seit dem 11. September 2001 und dem Irakkrieg 2003 ist das Verhältnis des Westens zur islamischen Welt stark belastet. Misstrauen und bisweilen Hass verstellen den Blick. Die Anschläge gegen die USA und der Sturz Saddam Husseins haben viele Fragen aufgeworfen: Muss nicht der Rechtsstaat vor freien Wahlen aufgeworfen. Muss nicht der Rechtsstaat vor freien Wahlen kommen? Lässt sich der Nahe Osten mit Gewalt demokratisieren? Ist der Islam mit der säkularen Moderne und damit auch mit der Demokratie vereinbar? Sind Religion und pluralistische Toleranz unaufhebbare Gegensätze? Lässt sich die Realität muslimischer Gesellschaften aus dem Koran ableiten?
Diese Fragen stellten internationale Wissenschaftler und Journalisten in einer Serie der Wochenzeitung "DIE ZEIT" über Säkularisierung und Demokratie, die in diesem Buch erweitert und aktualisiert präsentiert wird. Mit Beiträgen von Navid Kermani, Adam Garfinkle, Ronald D. Asmus, Abbas Beydoun, Amr Hamzawy, Georg Brunold, Mordechai Lewy, Bassam Tibi, Yasar Nuri Öztürk, Nasr Hamid Abu Zayd und Michael Thumann.

Zum Herausgeber
Michael Thumann, geboren 1962, studierte Geschichte, Politik und Slawistik in Berlin, New York und Moskau. Seit 1992 berichtete er als Korrespondent der ZEIT über Südosteuropa, von 1997 bis 2001 als deren Moskauer Korrespondent über Russland und Zentralasien. Heute koordiniert Michael Thumann in Hamburg die außenpolitische Berichterstattung der ZEIT.

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Christian Wiese/Eric Jacobson (Hrsg.): Weiterwohnlichkeit der Welt: Zur Aktualität von Hans Jonas. Philo-Verlagsgesellschaft 2003.

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Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Jonas, dessen Philosophie eine tiefe Wirkung auf ein weites Spektrum von Lesern in Europa, Asien und in Amerika entfaltet hat, unternimmt der Band eine Neubewertung seines herausragenden Beitrags zum religionsgeschichtlichen und philosophischen Diskurs seiner Zeit. Erstmals liegt hier der Versuch vor, die vier zentralen Elemente des Werkes von Hans Jonas in ihrer Gesamtheit und ihrem inneren Zusammenhang zu beleuchten: deutsch-jüdische Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts, Erforschung der spätantiken Gnosis, Ethik und Philosophie der Verantwortung für die technologische Zivilisation sowie theologische Reflexionen nach dem Zivilisationsbruch von Auschwitz.
Internnational anerkannte Forscherinnen und Forscher arbeiten die vielfältigen Facetten des Denkens von Hans Jonas heraus, die auch zu zeitgenössischen intellektuellen Debatten
etwa zur Ökologie, zur Bioethik und zum Verhältnis von Religion und Vernunft beitragen. Sein leidenschaftliches Plädoyer für die "Weiterwohnlichkeit der Welt" ist vor diesem Hintergrund von bleibender Aktualität.

Zum Autor
Dr. theol. Christian Wiese, geboren 1961, ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Judaistik an der Universität Erfurt, mit den Forschungsschwerpunkten moderne jüdische Geschichte und jüdische Philosophie.

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September 2003

Max Horkheimer/Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung, Limitierte Sonderausgabe. Philosophische Fragmente. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003.



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"Wir hegen keinen Zweifel [...], daß die Freiheit in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken unabtrennbar ist. Jedoch glauben wir, genauso deutlich erkannt zu haben, daß der Begriff weben dieses Denkens, nicht weniger als die konkreten historischen Formen, die Institutionen der Gesellschaft, in die es verflochten ist, schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalten, der heute überall sich ereignet. Nimmt Aufklärung die Reflexion auf dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal."
Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfasste "Dialektik der Aufklärung" ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur. Mit äußerster gedanklicher Schärfe beleuchten die Autoren die Kehrseite technischen und sozialen Fortschritts: "Aufklärung" als Herrschaft der Vernunft, als Unterwerfung der Natur unter die menschlichen Zwecke wird über sich selbst aufgeklärt.

Zu den Autoren
Theodor W. Adorno, geboren 1903 in Frankfurt am Main, Studium der Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft in Frankfurt. 1931 Habilitation bei Paul Tillich, Privatdozent für Philosophie. 1934 Flucht vor den Nazis nach England, später in die USA. Ab 1938 Mitglied des Instituts für Sozialforschung, 1949/50 Rückkehr nach Deutschland, 1956-69 Ordinarius an der Frankfurter Universität. Theodor W. Adorno ist einer der herausragenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil, die Vielfalt seiner Themen und seine kritische Auseinandersetzung mit der politischen und geschichtlichen Situation haben ihn über die engen Fachgrenzen der Philosophie und Soziologie hinaus bekannt und zu einem der führenden Intellektuellen gemacht, dessen Schriften, Aphorismen und Gedanken mittlerweile zum festen Bestandteil unseres kulturellen Erbes geworden sind. Bedeutende Werke: "Dialektik der Aufklärung", "Minima Moralia", "Negative Dialektik", "Ästhetische Theorie".
Max Horkheimer, geboren 1895 in Zuffenhausen/Stuttgart, wurde 1930 Ordinarius der Sozialphilosophie und Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main. 1933 emigrierte er und errichtete Zweigstellen des Instituts zunächst in Genf, später an der Ecole Normale Supérieure in Paris, schließlich an der Columbia-Universität in New York, wohin ihm seine Frankfurter Mitarbeiter folgten. In der von ihm herausgegebenen "Zeitschrift für Sozialforschung" setzte Horkheimer die Veröffentlichung seiner theoretischen Arbeiten fort. Nach Frankfurt zurückgekehrt, etablierte Horkheimer im Jahre 1950 das Institut für Sozialforschung neu. Von 1951 an war er für zwei Jahre Rektor der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Max Horkheimer starb 1973.

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Weitere Informationen:
- 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno – Buchempfehlungen
- 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno – Biografie und Leseproben

Peter Bieri: Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003.

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Was bedeutet es, frei zu sein? Gibt es eine absolute Freiheit des Willens? Der Philosoph Peter Bieri präsentiert die unterschiedlichsten Antworten auf die Frage der Willensfreiheit wie auf einer Bühne: In kleinen, immer wieder abgewandelten Szenen verstrickt er scheinbar zwingende Vorstellungen von Freiheit so lange in Widersprüche, bis sich am Ende die Prinzipien einer wirklichen Freiheit erkennen lassen.

Rezensionen
"Als philosophischer Schriftsteller hat Bieri ein gedanklich-erzählerisches Gespinst gesponnen, das seine Leser zu fesseln vermag ..." (Manfred Geier, Süddeutsche Zeitung)
"Fragt man Wissenschaftslektoren, auf welches Buch eines anderen Verlags sie in diesem Herbst eifersüchtig werden könnten, so kommt die Sprache bald auf Peter Bieris neuen Band 'Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens'. [Das Buch ist] außerordentlich hilfreich bei dem Versuch, die aufgeworfenen Grundfragen des Selbstverständnisses zu vertiefen." (Christian Geyer, FAZ)
"Peter Bieri ist seit Jahren dabei, die uralte philosophische Zwickmühle der Willensfreiheit zu enträtseln. Nun hat er darüber ein kluges, spannendes Buch geschrieben, das nirgendwo ins Fachchinesisch abgleitet und zudem (...) verblüffend aktuell ist." (Johannes Saltzwedel, DER SPIEGEL)
"Ist über Freiheit nicht schon viel, allzu viel, gesagt worden? Nein. Das Buch von Peter Bieri entdeckt die Freiheit, die wir haben – ob wir wollen oder nicht –, wieder neu. Es ist klar bis zur Schönheit, spannend wie ein Roman, mit Anschauung gesättigt. Ein notwendiges Buch auch, weil zur Zeit die Versuche, Freiheit wegzuerklären, hohe Konjunktur haben. Ein befreiendes Buch." (Rüdiger Safranski)

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Angela Hausner (Hrsg.): Denkanstöße 2004: Ein Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft. Piper-Verlag 2003.

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Zum zwanzigsten Mal erscheint diese charmanteste Einladung zum Lesen, seit es Bücher gibt. Das erfolgreiche und beliebte Jahrbuch präsentiert Denkimpulse der namhaftesten Autoren aus dem aktuellen Sachbuch- und Wissenschaftsprogramm des Verlages. Übersichtlich nach Themen gegliedert, bringen die Texte Wichtiges und Wissenswertes – unter anderem von Hans Küng, Sir Karl R. Popper, Walter Krämer, Peter J. D'Adamo und Gilles Kepel.

Zum Autor
Angela Hausner lebt und arbeitet nach einem Sprachen- und Journalistikstudium als Herausgeberin, Übersetzerin und Journalistin in München. Sie gibt die jährlich erscheinenden "Denkanstöße" in der Serie Piper heraus.

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August 2003

Ted Honderich: Nach dem Terror. Ein Traktat. Suhrkamp-Verlag 2003 (vergriffen, KEIN Nachdruck geplant - siehe "Weitere Informationen") bzw. Melzer-Verlag 2003.

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Deutsche Erstausgabe im Suhrkamp-Verlag 2003 (vergriffen)

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Deutsche Zweitausgabe im Melzer-Verlag 2003

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Der angesehene kanadische Philosoph Ted Honderich zeigt mit diesem ethisch-politischen Traktat, was man als angewandte philosophische Ethik bezeichnen könnte. Der Anschlag vom 11. September 2001 wird zum Anlass genommen, um vergessene ethische Grundfragen neu zu stellen. Was bezeichnen wir als ein gutes Leben, was als ein schlechtes? Gibt es eine Skala, das herauszufinden? Ist ein kurzes Leben schlecht, und ist ein langes Leben, wie wir es in den Wohlfahrtsstaaten einfordern, per se ein gutes?
"Wie können wir Grausamkeiten gegen andere bewerten? Gibt es eine Maßeinheit dafür? Gibt es überhaupt noch einen Unterschied zwischen Krieg und Frieden? Um ins Zentrum dieser Fragen zu gelangen, kann man nichts Besseres machen, als 'Nach dem Terror' von Ted Honderich zu lesen." (New York Times)
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Weitere Informationen:
Keine Neuauflage für umstrittenes Honderich-Buch
Kurz protestiert, dann ab in den Urlaub! Von Henryk M. Broder
Ted Honderich attackiert seine Kritiker
Terrorism for humanity: Auszug aus "Nach dem Terror"

Banning a book: Offener Brief von Ted Honderich
Ted Honderich: A Philosopher in the Trenches
Ausgewählte Leserbriefe zur Honderich-Debatte in der FR
Neuer Verlag für umstrittenes Buch von Ted Honderich
Kein starker Terrorismus: Ted Honderich sprach in Leipzig
Importware Judenhass: Antisemitismus und Antizionismus Eine Begriffsklärung
In die Irre geführt: Offener Brief von Norman Paech an Micha Brumlik

"Honderich lässt es dabei nicht an altlinker Sehnsucht nach Eindeutigkeit fehlen. Und die führt zum Kern des Streites: 'Ich für meinen Teil habe keinen ernsthaften Zweifel, um den prominenten Fall zu nehmen, dass die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben. [...] Diejenigen Palästinenser, die zu unvermeidlichen Tötungen als Mittel gegriffen haben, waren im Recht, zu versuchen, ihr Volk zu befreien; und diejenigen, die sich selbst für die Sache ihres Volkes getötet haben, haben sich in der Tat selbst gerechtfertigt.'
Die Sehnsucht nach moralischer Eindeutigkeit führt geradewegs in die Rechtfertigung des Terrors. Derlei ist wohl kaum noch als flapsiger Politjargon oder einschlägige Flugblattrhetorik zu verharmlosen. Das zeigt sich auch an anderen Stellen: 'Der palästinensische Widerstand hingegen konnte sich weder auf Flugzeuge noch auf Panzer stützen, sondern musste sich mit Steinen und Selbstmordattentätern behelfen.' Wird hier das Selbstmordattentat als soziale Notwehr geadelt, so schlägt das Ende des Traktats in ein flammendes Bekenntnis um, das terroristische Gewalt legitimiert." (Harry Nutt, Frankfurter Rundschau, 06.08.2003)

"Die Beschuldigung, ein Antisemit zu sein, empört mich und übersteigt mein Fassungsvermögen. Wie konnten die Herausgeber von 'Nach dem Terror' bei den Verlagen der University of Edinburgh und der Columbia University New York sowie der deutschen Übersetzung beim Suhrkamp-Verlag meinen Antisemitismus übersehen? Niemand kann mein Buch lesen und solche Dinge behaupten, sofern er nicht bereits dem 'Neuen Zionismus' angehört. Sicherlich wird Brumliks Anklage nun psychoanalytische Untersuchungen der Fragen nach sich ziehen, warum ich mit einer jüdischen Frau verheiratet war, warum ich mich wegen des Holocausts weigerte, in Deutschland Vorträge zu halten usw. Die Unverfrorenheit und Dummheit der Anschuldigung des Antisemitismus lässt für mich nur einen Schluss zu: nämlich den, dass es falsch wäre, auch nur einen einzigen Satz in Brumliks Brief ernst zu nehmen. Darüber hinaus halte ich es für widerwärtig, mich mit Personen in Beziehung zu setzen, deren politische Ansichten ich nicht teile. Weiter ist es unwürdig, wenn versucht wird, Druck auf ein Verlagshaus von exzellentem internationalen Ruf auszuüben. Solch katastrophale Vergehen an Wahrheit und Anstand sind mit akademischen Grundsätzen unvereinbar..." (Ted Honderich in einem offenen Brief an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, als Antwort auf den von Micha Brumlik als Leiter des Fritz-Bauer-Institutes erhobenen Vorwurf, in Honderichs Buch drücke sich philosophischer Judenhass aus. Frankfurter Rundschau, 08.08.2003)

Dirk Auer/Julia Schulze-Wessel/Lars Rensmann (Hrsg.): Arendt und Adorno. Suhrkamp-Verlag 2003.

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Hannah Arendt und Theodor W. Adorno haben sich zeitlebens weder rezipiert noch geschätzt ("Der kommt mir nichts ins Haus."
Arendt über Adorno). Ihre wechselseitige Ablehnung setzt sich bis heute in Form von zwei getrennten Rezeptionskulturen fort, die auf theoretischer Ebene ein "Entweder/Oder" suggerieren und politisch unterschiedliche Bedürfnisse zu befriedigen scheinen. Entgegen einer solchen Frontstellung erörtern die einzelnen Beiträge erstmals systematisch die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der theoretischen und zeitdiagnostischen Reflexionen der beiden PhilosophInnen. Dabei zeigt sich, dass es, über die Ähnlichkeit der Erfahrungshintergründe hinaus, bisher kaum beachtete Verbindungslinien zwischen den Werken gibt. Diskutiert werden insbesondere beider Analysen totaler Herrschaft sowie die Versuche, Philosophie und politischen Denken nach Auschwitz neu zu bestimmen.

Zu den HerausgeberInnen
Dirk Auer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie und Sozialforschung der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.
Lars Rensmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin und Visiting Scholar am Department of History an der University of California in Berkeley.
Julia Schulze-Wessel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl "Politische Theorie und Ideengeschichte" an der Technischen Universität Dresden.
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Christoph Gödde/Thomas Sprecher (Hrsg.): Theodor W. Adorno/Thomas Mann: Briefwechsel 1943-1955. Fischer-Taschenbuch-Verlag 2003.



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Im Dezember 1945 schrieb Thomas Mann jenen berühmten Brief an Theodor W. Adorno über das Prinzip der Montage in seinem Roman Doktor Faustus, verbunden mit der Einladung, gemeinsam "darüber nachzudenken, wie das Werk
ich meine Leverkühns Werk ungefähr ins Werk zu setzen wäre". Die enge Zusammenarbeit an den Spätwerken Adrian Leverkühns Adorno verfasste detaillierte Entwürfe, die im Anhang des Bandes abgedruckt sind wurde zur Grundlage dieser Korrespondenz, die in einer sehr ungewöhnlichen Begegnung von Tradition und Moderne entstand und in diesem Spannungsfeld bis zum Tode des Dichters andauerte.
Thomas Mann schrieb Adorno über die "faszinierende Lektüre" der Minima Moralia und kommentierte ausführlich den Versuch über Wagner, ein Buch, das er lesen wollte, "wie jemand in der Apokalypse ein Buch ißt, das ihm 'süß wie Honig schmeckt'". Adorno begleitete die letzten Werke Thomas Manns, den "Erwählten", "Die Betrogene" und die "Wiederaufnahme des Felix Krull", mit eingehenden Kommentaren und nicht selten mit begeistertem Zuspruch. Selbst sehr private Fragen von entscheidender persönlicher Bedeutung, wie die mit großer Aufrichtigkeit geführte Diskussion um die Rückkehr aus der Emigration, bleiben im Briefwechsel nicht ausgespart.

Rezension
"Der Briefwechsel zwischen Thomas Mann und Theodor Adorno ist das zu Herzen gehende Dokument einer großen Geistesfreundschaft ... Eine Korrespondenz von eindringlicher Tiefe und Schönheit."

Zu den Autoren
Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955.
Theodor W. Adorno wurde 1903 als Theodor Wiesengrund in Frankfurt am Main geboren. 1931 habilitierte er sich über Kierkegaard in Frankfurt, 1934-49 ging er in die Emigration nach England und den USA, aus der er 1949 nach Deutschland zurückkehrte. Hier lehrte er dann an der Universität Frankfurt Soziologie und Philosophie und trat auch als Musiktheoretiker hervor. Gleichzeitig leitete er mit Max Horkheimer, mit dem er schon vor der Emigration in die USA zusammengearbeitet hatte, das Institut für Sozialforschung in Frankfurt, das zum Zentrum der "Kritischen Theorie", der sogenannten Frankfurter Schule, werden sollte. Adorno starb 1969 im schweizerischen Visp.
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Juni 2003

Oskar Negt: Kant und Marx. Ein Epochengespräch. Eine produktive Aktualisierung von Kant und Marx. Steidl-Verlag 2003.



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Nach dem triumphalen Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus – was kann uns Marx noch sagen? In einer Zeit hilfloser Ethikkommissionen und übermächtiger Wirtschaftsinteressen – was kann uns Kants kategorischer Imperativ bedeuten?
Niemand hat sich in der Geschichte der politischen Philosophie so intensiv mit den Bedingungen unseres Wissens und Handelns, mit dem gesellschaftlichen Sein beschäftigt wie Karl Marx. Niemand hat so intensiv über moralische Gesetzgebung, über die Frage "Was soll ich tun?" nachgedacht wie Immanuel Kant.
Die Auseinandersetzung mit Marx und Kant, mit der Dialektik von Sein und Sollen steht seit vierzig Jahren im Mittelpunkt der philosophischen Überlegungen von Oskar Negt. So nutzte er seine Abschiedsvorlesung im Juli 2002, die er hier in ausgearbeiteter Form vorlegt, zu einem Plädoyer für eine Renaissance ihres Denkens. Das Epochengespräch von Kant und Marx verdeutlicht, wie sehr Kritik und Selbstkritik ein produktives Medium der Weltbetrachtung und der Friedenssicherung sein können, wie viel wir gewinnen, wenn wir Kant und Marx zu unseren Zeitgenossen machen.

Zum Autor
Oskar Negt, geboren 1934, Studium der Rechtswissenschaft, Philosophie und Soziologie in Göttingen und Frankfurt/Main, vor allem bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, und war Assistent bei Jürgen Habermas. Er war von 1970 bis 2002 Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Hannover. Zahlreiche Veröffentlichungen.
Verlagsinformation

Joachim Koch: Megaphilosophie. Philosophie im Zeitalter der Ökonomie. Steidl-Taschenbuch-Verlag 2003.

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"Was heißt, was kann, was soll Philosophie in einer Zeit, in der sich die großen und universalen Erklärungen der Welt als haltlos, als am Interesse des einzelnen vorbeigehend und nicht zuletzt als Voraussetzung politischer Katastrophen herausgestellt haben? Was heißt Philosophie in einer Zeit, in der das wirtschaftliche Geschehen mehr als alles andere das Leben bestimmt?"
Megaphilosophie ist mehr als ein Gedankenentwurf zur Deutung der Welt – sie definiert die Welt und diktiert ihr, wie sie zu sein hat. Sie verändert die Gesellschaft grundlegend. Im Mittelalter prägte die Kirche Denken und Verhalten, seit der Aufklärung galt die Vernunft als Maßstab allen Handelns. Heute spielt diese alles beherrschende Rolle die Ökonomie: Sie prägt unsere Vorstellungen von Glück, Liebe und Lebenssinn.
Die Ökonomie stellt einen Absolutheitsanspruch. Nur den Nutzen im Visier, gibt sie vor, Träume zu verwirklichen. Sie verspricht viel, doch uneingelöste Versprechen schreibt sie stets dem persönlichen Versagen und der Schuld eines jeden einzelnen zu. Ihr Freiheitsbegriff lässt sich auf einen Satz reduzieren: Wenn du reich bist, bist du frei.
Um den zugleich subtilen und fundamentalen Wirkungen des Ökonomischen auf die Spur zu kommen, entfaltet Joachim Koch ein Tableau der Sozial-, Wirtschafts- und Geistesgeschichte der Moderne. Er erzählt auf fundierte und zugleich spannende Weise, wie Megaphilosophien entstehen und funktionieren, was die Megaphilosophie des Ökonomischen verspricht, welche Folgen dies für die Formen des Zusammenlebens und die Künste hat.

Zum Autor
Dr. Joachim Koch, geboren 1954, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften. Er war unter anderem wissenschaftlicher Angestellter in Regensburg, Geschäftsführer einer GmbH für Philosophie und Marketing in Hamburg und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache in Rom. Er lebt in Rom, wo er an einer Internetseite über Philosophinnen und Philosophen der Gegenwart arbeitet (http://www.philosophers.com).
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Dieter Prokop: Mit Adorno gegen Adorno. Negative Dialektik der Kulturindustrie. VSA-Verlag 2003.

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Dieter Prokops Interesse gilt der Erneuerung der Kulturindustrie-Thesen der Frankfurter Schule. Er wirft ihr vor, dass sie ihr eigenes Programm nicht eingelöst hat und entwickelt die Grundzüge einer Negativen Dialektik der Kulturindustrie: Mit Adorno gegen Adorno.
Im September 2003 jährt sich der hundertste Geburtstag von Theodor W. Adorno. Adorno verkörperte den Typus eines "nonkonformistischen Intellektuellen" im Nachkriegsdeutschland. Im Zentrum seiner Arbeiten aus dieser Zeit standen immer wieder die Motive einer Kritik der Kulturindustrie, wie er sie schon in den 40er Jahren im amerikanischen Exil in der »Dialektik der Aufklärung« zusammen mit Max Horkheimer formuliert hatte. Seine Diagnose: eine jeglicher Kreativität enteignete standardisierte Subjektivität.
Dieter Prokop unternimmt den Versuch, die Warensprache der Kulturindustrie unvoreingenommen zu analysieren und wirft der kritischen Theorie der Kulturindustrie vor, dass sie ihr eigenes Programm nicht eingelöst hat. Die wichtigsten Dimensionen einer neuen Kritik der Kulturindustrie sind für ihn gerade nicht in den Veröffentlichungen Horkheimers und Adornos zu finden, die sich explizit mit Kulturindustrie befassen.
Prokop baut auf den entscheidenden Feldern der kritischen Theorie auf: Identisches und Nichtidentisches, Tauschabstraktion und Produktivkräfte, Positivismuskritik und Theorie kritischer Erfahrung. Er will über der Kritik am "Denken in abstrakter Allgemeinheit" die kreativen Kräfte nicht vergessen, die es in der Kulturindustrie gibt, und nicht nur den "Kult des Faktischen" kritisieren. Doch: "Wenn wir die Kulturindustrie-Kritik kritisieren, folgt daraus kein Lob der Kulturindustrie. Unsere Negation der Negation endet nicht im Positiven. Die Negation muss weitergehen. Sie geht weiter, indem man genau beobachtet" – mit Adorno gegen Adorno!

Zum Autor
Dieter Prokop ist Professor für kritische Medienforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften – Schwerpunkt Kulturindustrie – der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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Theodor W. Adorno: Die Hauptwerke, 5 Bände. Dialektik der Aufklärung; Minima Moralia; Negative Dialektik; Ästhetische Theorie; Philosophie. Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag 2003.



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Theodor W. Adorno (1903–1969) ist einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil und die Vielfalt seiner Themen haben ihn über die engen Fachgrenzen der Philosophie hinaus bekannt und zu einem der führenden Intellektuellen gemacht, dessen Schriften, Aphorismen und Gedanken derart Teil der Kultur geworden sind, dass sie sich nicht mehr daraus wegdenken lassen.
Zum 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno am 11. September 2003 versammelt diese Kassette seine Hauptwerke und bietet somit eine preisgünstige Ausgabe der großen Monographien. Zudem sind nun erstmals alle Bücher der zwanzigbändigen Taschenbuchausgabe der Gesammelten Schriften auch einzeln lieferbar.
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George Steiner: Errata. Bilanz eines Lebens. Deutscher Taschenbuch-Verlag 2002.

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Die Autobiographie eines der letzten intellektuellen Kosmopoliten. Aufgewachsen in Paris und Wien, studierte und lehrte George Steiner an den renommiertesten amerikanischen und europäischen Universitäten. Ein Leben lang hat er sich dem Druck der Spezialisierung entzogen. Dieser konsequenten Haltung verdanken wir ein eindrucksvolles Oeuvre, das sich mit zentralen Fragen von Sprache und Literatur, Philosophie und Religion, Musik und bildender Kunst auseinandersetzt. Dies persönliche Buch George Steiners macht den inneren Zusammenhang seines Werks anschaulich.
"George Steiner ist nicht nur ein Meister der Kunstbetrachtung und Muster der Gelehrsamkeit, er ist ein Schriftsteller von hohen Graden. Ein Buch, das kein Leser unbelehrt wieder zuschlagen wird." (DIE ZEIT)

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George Steiner, geboren 1929 in Paris, hat seit 1994 den Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl für Komparatistik an der Universität Oxford inne. Von ihm sind u.a. erschienen: "Martin Heidegger" (1989), "Von realer Gegenwart" (1990) und "Der Garten des Archimedes" (1997).
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Mai 2003

Hans Jonas: Erinnerungen. Nach Gesprächen und mit einem Vorwort von Rachel Salamander. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Christian Wiese. Insel-Verlag 2003.

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Zum 100. Geburtstag des großen Philosophen Hans Jonas am 10. Mai 2003 erscheinen seine Lebenserinnerungen. Rachel Salamander hat über Jahre hinweg zahlreiche Gespräche mit ihm geführt, in denen er aus seinem Leben erzählte. Auf der Grundlage dieser Tonbandaufzeichnungen ist ein bewegendes Dokument entstanden über ein Leben, das fast das ganze 20. Jahrhundert umspannte.
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Theodor W. Adorno/Max Horkheimer: Briefwechsel 1927-1969. Band 1. 1927-1937. Suhrkamp-Verlag 2003.

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Unter den Briefwechseln Adornos ist der sich von 1927 bis 1969 erstreckende mit Max Horkheimer nicht nur der umfänglichste, sondern auch der aufschlussreichste für Adornos Biographie und für die interne Arbeit wie die externen Wirkungen des Instituts für Sozialforschung. Die vollständige Edition dieses in weiten Teilen unveröffentlichten Briefwechsels, die auch hier erstmalig edierte Memoranden, Gutachten, Berichte und Briefe Adornos an Dritte einschließt, ist nichts weniger als eine Dokumentation der Geschichte der Kritischen Theorie und eines der zentralen Dokumente der Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts.
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Slavoj Žižek: Die Revolution steht bevor. Dreizehn Versuche nach Lenin. Suhrkamp-Verlag 2002.

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Wie erscheint uns die gegenwärtige Gesellschaft aus einer leninistischen Perspektive? Hierbei handelt es sich keineswegs um eine Rückkehr zu Lenin, sondern um den Versuch, eine kritische Perspektive auf die gegenwärtige politische Situation zu gewinnen.

Zum Autor
Slavoj Žižek, 1949 in Ljubljana geboren, Psychoanalytiker und Professor für Philosophie, rief schon früh eine Gruppe von Theoretikern ins Leben, die ihr Denken an den Thesen von Jacques Lacan schärfte. Die slowenische Lacan-Schule war ein geistiges Widerstandsnest im orthodoxen Ex-Jugoslawien, und Slavoj Žižek ging als global operierender Philosophie-Entertainer daraus hervor. Zahlreiche Publikationen (u.a. "Die Grimassen des Realen", "Die Metastasen des Genießens", "Das Unbehagen im Subjekt", "Ein Plädoyer für die Intoleranz") machten ihn international bekannt.

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Rezension: Friede den Hüten, Krieg den Konzernen (taz, 25.04.2003)

April 2003

Michael Hauskeller: Ich denke, aber bin ich? Phantastische Reisen durch die Philosophie. C.H. Beck-Verlag 2003.



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Dieses Buch ist eine Sammlung philosophischer Merkwürdigkeiten. Davon ist die Geschichte der Philosophie so reich, da
ss man leicht den Eindruck haben kann, diese sei nichts weiter als eine Unterart der phantastischen Literatur. Aber phantastisch sind die Ansichten der Philosophen oft nur deshalb, weil sie Antworten auf Rätsel suchen, die uns, wenn wir uns näher mit ihr beschäftigen, die Wirklichkeit selbst aufgibt.

Leseprobe
"Wer würde sich schon mit der Philosophie beschäftigen wollen, wenn sie uns nur das bestätigen würde, was wir ohnehin schon denken. Was wir von der Philosophie erwarten, ist ja nicht in erster Linie die Wahrheit, sondern vor allem, dass es ihr gelingt, unser Denken in Bewegung zu bringen. Das kann sie aber nur, wenn sie unser vertrautes Bild der Welt erschüttert, wenn sie uns mit neuen, ungewohnten Perspektiven konfrontiert, die etwas, das wir bislang geneigt waren für selbstverständlich zuhalten, mit einem Mal fragwürdig erscheinen lassen. Wer ein Philosoph werden will, bemerkte darum einmal Bertrand Russell zu Recht, darf sich nicht vor Absurditäten fürchten." (Michael Hauskeller, aus der Einleitung)

Zum Autor
Michael Hauskeller, geboren 1964, studierte Philosophie in Dublin, Berkeley und Bonn und lehrt derzeit an der Universität Darmstadt. 1997 erhielt er den Schopenhauer-Preis. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Naturphilosophie, Ethik, Ästhetik und Geschichte der Philosophie
u.a.: "Alfred North Whitehead zur Einführung", "Was das Schöne sei", "Atmosphäre erleben. Philosophische Untersuchungen zur Sinneswahrnehmung".
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Umberto Eco: Die Bücher und das Paradies. Über Literatur. Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber. Hanser-Verlag, März 2003.



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Ohne Bücher kein Paradies
niemand weiß das besser als Umberto Eco: so schreibt er fesselnd und gelehrt über sein ureigenstes Thema: die Literatur, die Phantasie und das Erzählen. Von Don Quixote, von einer Lesart von Dantes Paradies oder von den Paradoxien von Oscar Wilde handeln seine Aufsätze. Und manchmal nimmt Eco sein eigenes Werk und sein eigenes Erzählen zum Bezugspunkt seiner Überlegungen und wirft damit ein deutliches Licht auf sein eigenes Schreiben.

Zum Autor
Umberto Eco wurde 1932 in
Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.

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Michael Hardt/Antonio Negri: Empire. Die neue Weltordnung. Campus-Verlag 2003 (Durchgesehene Studienausgabe).



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Nach einem Vierteljahrhundert politischer Theoriemüdigkeit haben Hardt und Negri mit ihrer brillanten, provokanten und heiß diskutierten Analyse des postmodernen Kapitalismus im Zeitalter der Globalisierung das Denken wieder in Bewegung gebracht. Der Hoffnung auf die politische Gestaltbarkeit einer neuen, gerechteren Weltordnung haben sie damit ein anspruchsvolles theoretisches Fundament gegeben. Die nun erschienene, günstige Studienausgabe des Buches macht Empire auch für den kleineren Geldbeutel interessant.

Rezensionen

"Die Autoren wollen nichts weniger als Marx' Erzählung der Weltgeschichte fortsetzen und auf den neuesten Stand ... bringen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass es auch einen überzeugten Nichtmarxisten ... erfreut, zumal der Versuch handwerklich hervorragend gearbeitet ist." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Empire (ist) eine grandiose Gesellschaftsanalyse ..., die unser Unbehagen bündelt und ihm eine Richtung gibt, für die in der G
eschichte der Philosophie das Wort vom 'guten Leben' steht." (DIE ZEIT)
"Das Jahrzehnt linker Melancholie ist vorüber." (NZZ)
"The next big theory. Empire füllt eine Lücke in den Humanwissenschaften." (New York Times)
"... ein probates Mittel gegen die neoliberale Depression ..." (literaturen)
"Empire bringt die Geschichte der humanistischen Philosophie, des Marxismus und der Moderne in einem großartigen politischen Entwurf zusammen." (The Observer)

Zu den Autoren
Antonio Negri war Professor für Philosophie in Padua und Paris und Abgeordneter im italienischen Parlament. Er ist seit den sechziger Jahren einer der führenden Theoretiker der italienischen Linken und lebt heute in Rom.
Michael Hardt ist Professor für Literaturwissenschaft an der Duke University Durham.
Verlagsinformation

Weitere Informationen:
- Leseprobe aus dem 1. Kapitel

-
Weiterführende Links (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Rezensionen:
- Empire, Neue Weltordnung oder alter Imperialismus?
(Conne Island, Leipzig)
-
"Empire" befriedigt das Bedürfnis nach linker Welterklärung, erklärt aber wenig (jungle world, 04.09.2002)

März 2003

Odo Marquard: Zukunft braucht Herkunft. Philosophische Essays. Reihe Reclam. Reclam-Verlag 2003.



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Der Philosoph Odo Marquard feiert am 26. Februar seinen 75. Geburtstag. Seine Studien zeichnen sich durch stilistische Eleganz aus; auch komplizierte Sachverhalte werden durch seine geschliffenen, originellen Formulierungen zur ansprechenden Lektüre. Eine Auswahl seiner wichtigsten und meist gelesenen Essays (vermehrt durch einen Bonner Vortrag vom Oktober 2001) wird in diesem "Jubiläumsband" vorgelegt.

Inhaltsübersicht

  • Abschied vom Prinzipiellen

  • Inkompetenzkompensationskompetenz

  • Lob des Polytheismus

  • Frage nach der Frage, auf die die Hermeneutik die Antwort ist

  • Universalgeschichte und Multiversalgeschichte

  • Entlastungen

  • Apologie des Zufälligen

  • Über die Unvermeidlichkeit der Geisteswissenschaften

  • Loriot lauréat

  • Moratorium des Alltags

  • Einheit und Vielheit

  • Zeit und Endlichkeit

  • Zukunft braucht Herkunft

  • Apologie der Bürgerlichkeit

  • Philosophie des Stattdessen

  • Skepsis als Philosophie der Endlichkeit

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Andreas Bernard/Ulrich Raulff (Hrsg.): Theodor W. Adorno 'Minima Moralia' neu gelesen. Suhrkamp-Verlag 2003.



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Theodor W. Adorno hat den Deutschen mit den "Minima Moralia" eines der ganz wenigen und vermutlich das letzte der philosophischen Volksbücher geschenkt. Wie kaum ein anderes Buch haben die "Minima Moralia" von Theodor W. Adorno, 1944 bis 1947 im kalifornischen Exil verfasst, die intellektuelle Landschaft der jungen Bundesrepublik geprägt.
50 Jahre nach dem ersten Erscheinen haben sich 24 Autoren jeweils eines der 153 Stücke ausgewählt und mit einem individuellen Kommentar versehen. So verschieden diese Texte auch ausfallen, beweisen sie doch zweierlei: die ungebrochene Aktualität von Adornos schon damals unzeitgemäßem Ansatz, Philosophie zu betreiben als "Lehre vom richtigen Leben", und: es gibt kein richtiges Lesen, aber falsche Lektüren.

Zu den Herausgebern
Andreas Bernard ist Literaturwissenschaftler und fester Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, Ulrich Raulff ist leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung und lehrt Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin.
Klappentext

Februar 2003

John Rawls: Politischer Liberalismus. Suhrkamp-Verlag 2003.



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In "Politischer Liberalismus" stellt John Rawls die in "Eine Theorie der Gerechtigkeit" (1971) entwickelte vertragstheoretische Auffassung von Gerechtigkeit als Fairness in den weiteren Kontext einer allgemeinen Theorie politischer Legitimität und Gerechtigkeit. Dabei kommt es gegenüber der ursprünglichen Konzeption zu einer Reihe von Erweiterungen und Korrekturen. Sie betreffen insbesondere die Stabilität der Gerechtigkeit einer wohlgeordneten Gesellschaft. Ausgangspunkt des politischen Liberalismus ist die uneingeschränkte Anerkennung der Möglichkeit und des Faktums eines vernünftigen Pluralismus.
Im Zentrum des Buches steht die Frage nach der Begründbarkeit einer politischen Gerechtigkeitskonzeption in einer Gesellschaft, deren Mitglieder verschiedene und zum Teil entgegengesetzte religiöse und moralische Wertvorstellungen und Lebensauffassungen vertreten.
Die Idee eines spezifisch politischen Liberalismus hat Rawls bereits in mehreren Aufsätzen vorgestellt ("Die Idee des politischen Liberalismus. Aufsätze 1978-1989"). Sein neues Buch geht über diese bereits vorliegenden Aufsätze deutlich hinaus. In Auseinandersetzung mit verschiedenen Kritikern (Baier, Dworkin, Nagel, Raz, Scanlon) bietet es die erste systematisch ausformulierte Darstellung der Rawlschen Konzeption eines politischen Liberalismus - und damit seiner Konsensus-Theorie – und stellt einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Diskussion über die normativen Grundlagen freiheitlicher und pluralistischer Demokratien dar.
"Politischer Liberalismus" zeigt, dass pluralistische Gesellschaften, anders als es hierzulande zum Gemeinplatz des politisch philosophierenden Feuilletons geworden ist, sehr wohl in der Lage sind, sich im Prozess demokratischer Selbstauslegung ihrer eigenen normativen Voraussetzungen zu vergewissern, ohne auf kontroverse religiöse oder weltanschauliche Vorstellungen zurückzugreifen.

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Januar 2003

Günter Helmes/Werner Köster: Texte zur Medientheorie. Reclam-Verlag 2002.

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Medien beeinflussen Erfahrungsmöglichkeiten und Deutungsmuster und sind Gegenstand und Instrumente von gesellschaftlichen Konflikten. Anhand von Quellentexten aus zweieinhalb Jahrtausenden wird das Nachdenken und das Wissen über Medien in seinen Kontexten repräsentiert: vom alttestamentlichen Bilderverbot bis zu aktuellen Debatten über Internet, Hypertext und Cyberspace. Die Texte folgen chronologisch der Medienentwicklung und geben zugleich ein Bild der sie begleitenden Ideengeschichte.
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Stand: 20. Mai 2005
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