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Dezember
2003 |
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Daniel Defert/Francois Ewald u.a.
(Hrsg.)/Michel Foucault: Schriften, Dits et Ecrits.
4 Bände. Band
3: 1976-1979.
Suhrkamp-Verlag 2003. |
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Zum Buch
Der dritte
Band der großangelegten Edition der 'Dits et Ecrits', die
sämtliche zu Lebzeiten Foucaults publizierten Aufsätze, Interviews
und kleineren Beiträge enthält, bietet eine Vielzahl von Texten,
die um die wirkmächtigen Konzepte der Biopolitik und der
Gouvernementalität kreisen. Kern dieser theoretischen Neuerkundung
ist Foucaults Theorie der Macht, die die bis dahin vorherrschenden
Modelle scharf kritisiert und zu polemischen Diskussionen Anlaß
gab. Der erste Band der Geschichte der Sexualität, dessen
Erscheinen in diesen Zeitraum fällt, entwickelt dieses neue
Konzept der Macht, das bis heute nichts an theoretischer
Sprengkraft eingebüßt hat. Foucaults Auseinandersetzung mit der
Frage der Sexualität kommt in den zahlreichen Interviews,
Aufsätzen und Artikeln, die in dieser Zeit entstanden sind, in
überaus plastischer Weise zum Ausdruck. Ein weiterer Schwerpunkt
liegt auf seinem kontrovers diskutierten politischen Engagement
für das neue religiöse Regime im Iran, eine politische
Stellungnahme, die heute eine ungeahnte Aktualität angenommen hat.
In seinen kleinen Schriften ist Foucault als Denker zu entdecken,
für den eine theoretische Neuerkundung mit der Erörterung
konkreter politischer Fragen notwendig Hand in Hand geht.
Zum Autor
"Den großen
Denker der Krise" nannte Jacques Derrida seinen Lehrer Michel
Foucault (1926-1984). Denn dessen Philosophieren rüttelt an der
Annahme eines verlässlichen Grundes für das
Denken, an der Annahme ewiger und unwandelbarer Wahrheiten. Für
Foucault ist Philosophie "Aktivität, eine Bewegung, mit deren
Hilfe man sich nicht ohne Anstrengung und Zögern von dem frei
macht, was für wahr gilt, und nach anderen Spielregeln sucht".
Verlagsinformation |
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Uwe Schultz: Immanuel Kant.
Rowohlt-Taschenbuch-Verlag 2003 (Überarbeitete
und erweiterte Neuausgabe). |
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Zum Buch
In Königsberg, der Hauptstadt des Herzogtums Preußen, wurde
Immanuel Kant am 22. April 1724 geboren. Die Stadt erlebte zu
Beginn des 18. Jahrhunderts einen raschen wirtschaftlichen
Aufschwung, zumal die Stände meist ihre Unabhängigkeit zu wahren
wussten. Diese Opposition aus ständischer
Freiheit und Verfassung stützte sich auf einen standhaften
Bürgersinn der Handelsherren und Handwerker, zu denen auch der
Vater Kants zählte, der in der Sattlergasse, nahe der
"grünen Brücke",
wohnte.
Zum Autor
Uwe Schultz, Dr. phil., war von 1976 bis 1994 Leiter der Hauptabteilung
"Kulturelles Wort"
beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. 1966 erhielt er den
Kurt-Magnus-Preis der Deutschen Rundfunkanstalten, 1999 den Preis
des deutsch-französischen Kulturrats für Essayistik. Er arbeitet
heute freiberuflich in Paris.
Verlagsinformation
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November
2003 |
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Robert Kurz: Die antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus
zum Krisenimperialismus. Kritik des neuesten linksdeutschen
Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten. Unrast-Verlag
2003. |
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Zum Buch
Nicht erst der 11. September und der Irakkrieg haben die
Ratlosigkeit der radikalen Linken enthüllt. Das Ende von
traditioneller Arbeiterbewegung, Staatssozialismus und nationalen
Befreiungsbewegungen ist noch lange nicht aufgearbeitet.
Unter den Verwesungsprodukten des deutschen Traditionsmarxismus gehört
die antideutsche Strömung zu den unappetitlichsten. Bestimmte
Teile der ehemals radikalen Linken und der antifaschistischen
Szene wollen sich angesichts der globalen Krise gewissermaßen
historisch aus dem Staub machen.
Die kategorial an das warenproduzierende
System und dessen Modernisierungsgeschichte gebundene bisherige
Kritik droht in Apologetik der kapitalistischen Subjektform und
ihrer globalen Krisendiktatur umzuschlagen.
Das Eingedenken an Auschwitz wird dafür missbraucht, ideologisch bei der
imperialen Macht des Krisenkapitalismus anzuheuern, deren
perspektivlose Weltordnungskriege abzusegnen und jegliche soziale
Bewegung als völkisch und antisemitisch zu denunzieren. Die
radikale Kapitalismuskritik wird so nicht zeitgemäß transformiert,
sondern liquidiert, um die bürgerliche
Vernunft zu retten.
In drei Aufsätzen unterzieht Robert Kurz das assoziative theoretische
Blendwerk dieses Denkens einer grundsätzlichen Kritik.
Nachgewiesen wird die Fixierung der Antideutschen auf längst
gegenstandslos gewordene innerkapitalistische Alternativen, ihre
Befangenheit in der repressiven bürgerlichen Aufklärungsideologie
und im Idealismus der Zirkulationssphäre. Daraus resultiert eine
geradezu fanatische Affirmation der kapitalistischen abstrakten
Individualität und der männlich-weißen westlichen Subjektform.
Diese im Kern rassistische, frauenfeindliche und
zwangsheterosexuelle Ideologie mystifiziert das Kapital und pflegt
einen Kult falscher Unmittelbarkeit in der Tradition sehr
deutscher Ideologie von Nietzsche bis Heidegger. Die Antideutschen
sind genau das, was sie anderen vorwerfen zu sein.
Dagegen plädiert der Autor für eine Neuformulierung
emanzipatorischer Kritik, die den Nationalsozialismus als
integralen Bestandteil innerkapitalistischer Entwicklung begreift
und mit der fetischistischen Konstitution der Moderne bricht.
Zum Autor
Robert Kurz, 1943 geboren, lebt als freier Publizist, Journalist und
Referent im Kultur- und Wirtschaftsbereich in Nürnberg. Er ist
Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theoriezeitschrift
'Krisis' und Autor des Buches "Weltordnungskrieg.
Das Ende der Souveränität und die Wandlungen des Imperialismus im
Zeitalter der Globalisierung".
Verlagsinformation |
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Ulrich Beck/Natan Sznaider/Rainer Winter (Hrsg.): Globales
Amerika? Die kulturellen Folgen der Globalisierung. Cultural
Studies Vol. 4. Transcript-Verlag 2003.
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Zum Buch
Seit einigen Jahren wird in den Sozial- und Kulturwissenschaften
international kaum ein Phänomen so lebhaft diskutiert wie das der
Globalisierung. Nachdem die zu Anfang vorherrschende Sichtweise
von Globalisierung als Entwicklung einer homogenen Weltkultur
zunehmend an Evidenz verlor, rücken die lokal unterschiedlichen
kulturellen Praktiken und Perspektiven als Teil von Globalisierung
ins Zentrum des Interesses. Diese Neujustierung des Fokus erlaubt
auch längst überfällige neue Lesarten des vermeintlich einfachen
Verhältnisses von "Amerikanisierung" und Globalisierung.
Dabei wird deutlich, dass die oft als "Amerikanisierung"
wahrgenommene Globalisierung weltweit heterogene Resonanzen
erzeugt, hybride Kulturen, Fluchtlinien und Gegenbewegungen treten
gleichermaßen hervor. Der Band "Globales Amerika?", in dem sich
einige der prominentesten Denker der Globalisierung zu Wort
melden, präsentiert anregende Lektüren dieser bislang wenig
beleuchteten Seite der Globalisierung und leistet damit einen
wichtigen Beitrag zum Verständnis des Problems insgesamt. Für das
21. Jahrhundert erweist sich die Perspektive eines
"methodologischen Kosmopolitismus" (Ulrich Beck) als
richtungweisend.
Zu den Herausgebern
Ulrich Beck ist Professor für Soziologie an der Universität
München und Visiting Centennial Professor an der London School of
Economics and Political Science.
Natan Sznaider lehrt Soziologie am Academic College in Tel-Aviv.
Rainer Winter ist Professor für Medientheorie und Cultural Studies
sowie Direktor des Instituts für Medien und Kommunikationsstudien
an der Universität Klagenfurt.
Verlagsinformation |
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Gilles
Deleuze: Die einsame Insel. Texte und Gespräche 1953 bis
1974. Hrsg. von David Lapoujade. Suhrkamp-Verlag 2003.
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Gilles
Deleuze (1925-1995) gehört zu den großen französischen
Philosophen. Neben seinen Monographien über Denker wie Hume,
Leibniz oder Kant, seinen Beiträgen zur Logik des Sinns, zum
Verhältnis von Differenz und Wiederholung und seinen beiden
Büchern über das Kino hat er immer auch die kleine Form gesucht,
in der er oftmals konziser und direkter über seine philosophischen
Projekte und ihre Implikationen Auskunft gibt. Der erste Band der
Sammlung dieser "Kleinen Schriften" liegt nun vor.
Er vereinigt eine Vielzahl von Texten, die verstreut publiziert
worden sind und hier nun zusammengefasst und zum größten Teil
erstmals auf deutsch erscheinen: von den frühen
Auseinandersetzungen mit Rousseau, Kant, Bergson, Hyppolite über
brillante Essays zu Schriftstellern wie Jarry, Roussel, Cixous zum
Kriminalroman der "serie noire", über Malerei bis hin zu Texten
aus dem Umkreis der zahllosen Debatten über Psychiatrie und
Politik, die sein gemeinsam mit Felix Guattari verfasstes Buch
Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie ausgelöst hat - und
natürlich immer wieder Nietzsche.
In diesen kleinen Texten kommt ein anderer Deleuze zum Vorschein,
ein witziger, pointierter Autor, der über einsame Inseln ebenso zu
schreiben weiß wie über nomadisches Denken und die Psychoanalyse
und in dessen Texten ein "philosophischer Humor" herrscht, "der
auch den Texten seiner heute schreibenden akademischen Kollegen
gut anstünde", wie die Frankfurter Rundschau anlässlich des
Erscheinens der französischen Ausgabe geschrieben hat.
Verlagsinformation |
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Eva Illouz: Der Konsum der Romantik. Liebe und die
kulturellen Widersprüche des Kapitalismus. Frankfurter Beiträge
zur Soziologie und Sozialphilosophie, Band 4. Campus-Verlag 2003.
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Zum Buch
Romantische
Liebe gilt als letztes Refugium in einer kommerzialisierten Welt.
Dieses Buch dagegen beleuchtet, wie sich die Paarbeziehung unter
dem Einfluss des totalen Konsums verändert hat.
Zu den
kulturellen Widersprüchen, die den Kapitalismus kennzeichnen
sollen, gehört der Gegensatz von romantischem Liebesideal und der
kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA preisgekrönte Buch zeigt
dagegen auf, inwiefern die beiden Sphären sich längst
wechselseitig beeinflussen und ineinander übergehen: So, wie die
Konsumsphäre in wachsendem Maße auf die Erzeugung romantischer
Gefühlszustände abzielt, so geraten die Intimbeziehungen immer
stärker in Abhängigkeit von der Inszenierung und dem Erlebnis des
Konsums. Die kollektive Utopie der Liebe, einst als
Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im Prozess ihrer
Verwirklichung zum bevorzugten Ort des kapitalistischen Konsums
geworden.
Rezension
"Was mich an diesem Buch am stärksten beeindruckt, ja fasziniert hat,
ist die Souveränität, mit der hier kühle Beobachtungsgabe und
soziologisches Ethos wieder miteinander verknüpft worden sind:
Gestützt auf Interviews, Werbekampagnen, Frauenmagazine und
Ratgeberliteratur gelingt es Eva Illouz, detailliert die wachsende
Kolonialisierung der Liebe durch Kommerz und Konsum aufzuzeigen,
ohne dabei die hartnäckigen Bemühungen der Subjekte um die
Verwirklichung der romantischen Utopie zu verraten." (Axel Honneth)
Zur Autorin
Eva Illouz ist Dozentin am Fachbereich für Soziologie und
Anthropologie der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zu ihren
Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie der Emotionen, der
Konsumgesellschaft und der Medienkultur. Zuletzt erschien von ihr
"Oprah Winfrey and the Glamour of Misery: An Essay on Popular
Culture" (Columbia University Press, 2003).
Verlagsinformation |
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Oktober
2003 |
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Manfred Kühn:
Kant. Eine Biographie. C.H. Beck-Verlag
2003. |
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Zum Buch
Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724-1804) am 12. Februar 2004
erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biographie
des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und
stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat
gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte
schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte
gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem
Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines
eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im
gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte.
Man nannte Kant den "eleganten Magister". Er war ein ungemein
beliebter Universitätslehrer, charmant und
kontaktfreudig, von Freunden umgeben, gern auf Gesellschaften. Die
bis zur Karikatur verzerrten Klischees vom pedantischen Leben
Kants treffen allenfalls seine späten Jahre. Neben dem Portrait
von Kants Leben und der Einführung in seine
Schriften macht Manfred Kühns Biographie deutlich, wie sehr das
Denken des großen Philosophen von den wichtigen politischen,
kulturellen und intellektuellen Ereignissen seiner Zeit inspiriert
wurde, vom Geniekult des Sturm und Drang, den Schriften David
Humes und Rousseaus bis zu den Ideen der Französischen Revolution.
Sie stellt Kollegen und Freunde Kants vor, Gegner und
Konkurrenten, und natürlich auch den Diener Martin Lampe.
Manfred Kühn bietet ein differenziertes Bild von Kants Leben,
seinem Denken und seiner Zeit.
Rezensionen
"Man kann diese Kant-Biographie ohne Übertreibung als sachlich
fundierteste und in der Präsentation ihres Stoffes lebendigste
aller bisher erschienenen Biographien des Königsberger Philosophen
bezeichnen. Kühn erweist sich als Meister des Genres." (Heiner F.
Klemme, Information Philosophie)
"Kühns Werk ist ausgezeichnet durch die Vielseitigkeit der
Interessen, Ausgewogenheit des Urteils und schriftstellerische
Klarheit. Es verliert sich nie im Detail. Es ist ebenso gründlich
wie innovativ. Ich habe das Buch mit Vergnügen gelesen." (Kurt
Flasch, FAZ)
Verlagsinformation
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Karl Schlögel: Im Raume lesen wir die
Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und
Geopolitik. Hanser-Verlag 2003. |
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Zum Buch
Was sagt uns
der Grundriss einer US-amerikanischen Stadt über den
US-amerikanischen
Traum? Wie haben Eisenbahn, Auto und Flugzeug unseren Sinn für
Distanzen verändert? Auf solche Fragen geben herkömmliche
Geschichtsbücher keine Antwort. Karl Schlögel
findet sie an überraschenden Stellen: in Fahrplänen und
Adressbüchern, auf Landkarten und Grundrissen. Er holt damit die
Geschichte an ihre Schauplätze zurück, macht sie anschaulich,
lebendig und wunderbar lesbar.
Zum Autor
Karl Schlögel, geboren 1948 im Allgäu, hat an der Freien Universität
Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie,
Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert und lehrt an der
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.
Verlagsinformation |
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Michael Thumann (Hrsg.): Der Islam und
der Westen: Navid Kermani, Adam
Garfinkle, Amr Hamzawy u.a. über Säkularisierung und Demokratie im
Islam. Berliner Taschenbuch-Verlag 2003. |
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Zum Buch
Seit dem 11. September 2001 und dem Irakkrieg 2003 ist das
Verhältnis des Westens zur islamischen Welt stark belastet.
Misstrauen und bisweilen Hass verstellen den Blick. Die Anschläge
gegen die USA und der Sturz Saddam Husseins haben viele Fragen
aufgeworfen: Muss nicht der Rechtsstaat vor freien Wahlen
aufgeworfen. Muss nicht der Rechtsstaat vor freien Wahlen kommen?
Lässt sich der Nahe Osten mit Gewalt demokratisieren? Ist der
Islam mit der säkularen Moderne und damit auch mit der Demokratie
vereinbar? Sind Religion und pluralistische Toleranz unaufhebbare
Gegensätze? Lässt sich die Realität muslimischer Gesellschaften
aus dem Koran ableiten?
Diese Fragen stellten internationale Wissenschaftler und
Journalisten in einer Serie der Wochenzeitung "DIE ZEIT" über
Säkularisierung und Demokratie, die in diesem Buch erweitert und
aktualisiert präsentiert wird. Mit Beiträgen von Navid Kermani,
Adam Garfinkle, Ronald D. Asmus, Abbas Beydoun, Amr Hamzawy, Georg
Brunold, Mordechai Lewy, Bassam Tibi, Yasar Nuri Öztürk, Nasr
Hamid Abu Zayd und Michael Thumann.
Zum Herausgeber
Michael Thumann, geboren 1962, studierte Geschichte, Politik und
Slawistik in Berlin, New York und Moskau. Seit 1992 berichtete er
als Korrespondent der ZEIT über Südosteuropa, von 1997 bis 2001
als deren Moskauer Korrespondent über Russland
und Zentralasien. Heute koordiniert Michael Thumann in Hamburg die
außenpolitische Berichterstattung der ZEIT.
Verlagsinformation |
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Christian Wiese/Eric Jacobson
(Hrsg.): Weiterwohnlichkeit der Welt:
Zur Aktualität von Hans Jonas.
Philo-Verlagsgesellschaft 2003. |
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Zum Buch
Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Jonas, dessen
Philosophie eine tiefe Wirkung auf ein weites Spektrum von Lesern
in Europa, Asien und in Amerika entfaltet hat, unternimmt der Band
eine Neubewertung seines herausragenden Beitrags zum
religionsgeschichtlichen und philosophischen Diskurs seiner Zeit.
Erstmals liegt hier der Versuch vor, die vier zentralen Elemente
des Werkes von Hans Jonas in ihrer Gesamtheit und ihrem inneren
Zusammenhang zu beleuchten: deutsch-jüdische Geistesgeschichte des
20. Jahrhunderts, Erforschung der spätantiken Gnosis, Ethik und
Philosophie der Verantwortung für die technologische Zivilisation
sowie theologische Reflexionen nach dem Zivilisationsbruch von
Auschwitz.
Internnational anerkannte Forscherinnen und Forscher arbeiten die
vielfältigen Facetten des Denkens von Hans Jonas heraus, die auch
zu zeitgenössischen intellektuellen Debatten
– etwa zur Ökologie, zur Bioethik
und zum Verhältnis von Religion und Vernunft
– beitragen. Sein
leidenschaftliches Plädoyer für die "Weiterwohnlichkeit der Welt"
ist vor diesem Hintergrund von bleibender Aktualität.
Zum Autor
Dr. theol. Christian Wiese, geboren 1961, ist wissenschaftlicher
Assistent am Lehrstuhl für Judaistik an der Universität Erfurt,
mit den Forschungsschwerpunkten moderne jüdische Geschichte und
jüdische Philosophie.
Verlagsinformation |
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September
2003 |
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Max Horkheimer/Theodor W.
Adorno: Dialektik der Aufklärung, Limitierte Sonderausgabe.
Philosophische Fragmente.
Fischer-Taschenbuch-Verlag
2003. |
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Zum Buch
"Wir hegen keinen Zweifel [...], daß die Freiheit
in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken unabtrennbar ist.
Jedoch glauben wir, genauso deutlich erkannt zu haben, daß der
Begriff weben dieses Denkens, nicht weniger als die konkreten
historischen Formen, die Institutionen der Gesellschaft, in die es
verflochten ist, schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalten,
der heute überall sich ereignet. Nimmt Aufklärung die Reflexion
auf dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie
ihr eigenes Schicksal."
Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfasste
"Dialektik der Aufklärung" ist der wichtigste Text der Kritischen
Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie
des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung
mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer
Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der
modernen Massenkultur. Mit äußerster gedanklicher Schärfe
beleuchten die Autoren die Kehrseite technischen und sozialen
Fortschritts: "Aufklärung" als Herrschaft der Vernunft, als
Unterwerfung der Natur unter die menschlichen Zwecke wird über
sich selbst aufgeklärt.
Zu den Autoren
Theodor W. Adorno, geboren 1903 in Frankfurt am Main, Studium der
Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft in
Frankfurt. 1931 Habilitation bei Paul Tillich, Privatdozent für
Philosophie. 1934 Flucht vor den Nazis nach England, später in die
USA. Ab 1938 Mitglied des Instituts für Sozialforschung, 1949/50
Rückkehr nach Deutschland, 1956-69 Ordinarius an der Frankfurter
Universität. Theodor W. Adorno ist einer der herausragenden
Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der Kritischen
Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der
Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und
Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der
Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil, die
Vielfalt seiner Themen und seine kritische Auseinandersetzung mit
der politischen und geschichtlichen Situation haben ihn über die
engen Fachgrenzen der Philosophie und Soziologie hinaus bekannt
und zu einem der führenden Intellektuellen gemacht, dessen
Schriften, Aphorismen und Gedanken mittlerweile zum festen
Bestandteil unseres kulturellen Erbes geworden sind. Bedeutende
Werke: "Dialektik der Aufklärung", "Minima Moralia", "Negative
Dialektik", "Ästhetische Theorie".
Max Horkheimer, geboren 1895 in Zuffenhausen/Stuttgart, wurde 1930
Ordinarius der Sozialphilosophie und Direktor des Instituts für
Sozialforschung in Frankfurt am Main. 1933 emigrierte er und
errichtete Zweigstellen des Instituts zunächst in Genf, später an
der Ecole Normale Supérieure in Paris, schließlich an der
Columbia-Universität in New York, wohin ihm seine Frankfurter
Mitarbeiter folgten. In der von ihm herausgegebenen "Zeitschrift
für Sozialforschung" setzte Horkheimer die Veröffentlichung seiner
theoretischen Arbeiten fort. Nach Frankfurt zurückgekehrt,
etablierte Horkheimer im Jahre 1950 das Institut für
Sozialforschung neu. Von 1951 an war er für zwei Jahre Rektor der
Johann Wolfgang Goethe-Universität. Max Horkheimer starb 1973.
Verlagsinformation
Weitere Informationen:
-
100. Geburtstag von Theodor W. Adorno –
Buchempfehlungen
-
100. Geburtstag von Theodor W.
Adorno – Biografie und Leseproben
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Peter Bieri: Das Handwerk der Freiheit.
Über die Entdeckung des eigenen Willens. Fischer-Taschenbuch-Verlag
2003. |
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Zum Buch
Was bedeutet es, frei zu sein? Gibt es eine absolute Freiheit des
Willens? Der Philosoph Peter Bieri präsentiert die
unterschiedlichsten Antworten auf die Frage der Willensfreiheit
wie auf einer Bühne: In kleinen, immer wieder abgewandelten Szenen
verstrickt er scheinbar zwingende Vorstellungen von Freiheit so
lange in Widersprüche, bis sich am Ende die Prinzipien einer
wirklichen Freiheit erkennen lassen.
Rezensionen
"Als philosophischer Schriftsteller hat Bieri ein
gedanklich-erzählerisches Gespinst gesponnen, das seine Leser zu
fesseln vermag ..." (Manfred Geier,
Süddeutsche Zeitung)
"Fragt man Wissenschaftslektoren, auf welches Buch eines anderen
Verlags sie in diesem Herbst eifersüchtig werden könnten, so kommt
die Sprache bald auf Peter Bieris neuen Band 'Das Handwerk der
Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens'.
[Das Buch ist] außerordentlich hilfreich bei dem Versuch,
die aufgeworfenen Grundfragen des Selbstverständnisses zu
vertiefen." (Christian Geyer, FAZ)
"Peter Bieri ist seit Jahren dabei, die uralte philosophische
Zwickmühle der Willensfreiheit zu enträtseln. Nun hat er darüber
ein kluges, spannendes Buch geschrieben, das nirgendwo ins
Fachchinesisch abgleitet und zudem (...) verblüffend aktuell ist."
(Johannes Saltzwedel, DER SPIEGEL)
"Ist über Freiheit nicht schon viel, allzu
viel, gesagt worden?
Nein. Das Buch von Peter Bieri entdeckt die Freiheit, die wir
haben – ob wir wollen oder nicht –, wieder neu. Es ist klar bis
zur Schönheit, spannend wie ein Roman, mit Anschauung gesättigt.
Ein notwendiges Buch auch, weil zur Zeit die Versuche, Freiheit
wegzuerklären, hohe Konjunktur haben. Ein befreiendes Buch."
(Rüdiger Safranski)
Verlagsinformation |
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Angela Hausner (Hrsg.): Denkanstöße 2004:
Ein Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft.
Piper-Verlag 2003. |
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Zum
Buch
Zum zwanzigsten Mal erscheint diese charmanteste Einladung zum
Lesen, seit es Bücher gibt. Das erfolgreiche und beliebte Jahrbuch
präsentiert Denkimpulse der namhaftesten Autoren aus dem aktuellen
Sachbuch- und Wissenschaftsprogramm des Verlages. Übersichtlich
nach Themen gegliedert, bringen die Texte Wichtiges und
Wissenswertes – unter anderem von Hans Küng, Sir Karl R. Popper,
Walter Krämer, Peter J. D'Adamo und Gilles Kepel.
Zum Autor
Angela Hausner lebt und arbeitet nach einem
Sprachen- und Journalistikstudium als Herausgeberin, Übersetzerin
und Journalistin in München. Sie gibt die
jährlich erscheinenden "Denkanstöße"
in der Serie Piper heraus.
Verlagsinformation
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August 2003 |
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Ted
Honderich: Nach dem Terror. Ein Traktat. Suhrkamp-Verlag 2003
(vergriffen, KEIN Nachdruck geplant - siehe "Weitere
Informationen") bzw. Melzer-Verlag 2003. |
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Deutsche Erstausgabe im Suhrkamp-Verlag 2003
(vergriffen)
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Deutsche
Zweitausgabe im Melzer-Verlag 2003
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Der
angesehene kanadische Philosoph Ted Honderich zeigt mit diesem
ethisch-politischen Traktat, was man als angewandte philosophische
Ethik bezeichnen könnte. Der Anschlag vom 11. September 2001 wird
zum Anlass genommen, um vergessene ethische Grundfragen neu zu
stellen. Was bezeichnen wir als ein gutes Leben, was als ein
schlechtes? Gibt es eine Skala, das herauszufinden? Ist ein kurzes
Leben schlecht, und ist ein langes Leben, wie wir es in den
Wohlfahrtsstaaten einfordern, per se ein gutes?
"Wie können wir Grausamkeiten gegen andere bewerten? Gibt es
eine Maßeinheit dafür? Gibt es überhaupt noch einen Unterschied
zwischen Krieg und Frieden? Um ins Zentrum dieser Fragen zu
gelangen, kann man nichts Besseres machen, als 'Nach dem Terror'
von Ted Honderich zu lesen." (New York Times)
Verlagsinformation
Weitere Informationen:
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Keine Neuauflage für umstrittenes Honderich-Buch
–
Kurz protestiert, dann ab in den Urlaub!
Von Henryk M. Broder
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Ted Honderich attackiert seine Kritiker
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Terrorism
for humanity: Auszug aus "Nach dem Terror"
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Banning a book: Offener Brief von Ted Honderich
–
Ted
Honderich: A Philosopher in the Trenches
–
Ausgewählte Leserbriefe zur Honderich-Debatte in der FR
–
Neuer Verlag für umstrittenes Buch von Ted
Honderich
–
Kein starker Terrorismus: Ted Honderich
sprach in Leipzig
–
Importware Judenhass: Antisemitismus und
Antizionismus – Eine Begriffsklärung
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In die Irre
geführt: Offener Brief von Norman Paech an
Micha Brumlik
"Honderich lässt es dabei nicht an
altlinker Sehnsucht nach Eindeutigkeit fehlen. Und die führt zum
Kern des Streites: 'Ich für meinen Teil
habe keinen ernsthaften Zweifel, um den prominenten Fall zu
nehmen, dass die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die
Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben. [...]
Diejenigen Palästinenser, die zu unvermeidlichen Tötungen als
Mittel gegriffen haben, waren im Recht, zu versuchen, ihr Volk zu
befreien; und diejenigen, die sich selbst für die Sache ihres
Volkes getötet haben, haben sich in der Tat selbst gerechtfertigt.'
Die Sehnsucht nach moralischer Eindeutigkeit führt geradewegs in
die Rechtfertigung des Terrors. Derlei ist wohl kaum noch als
flapsiger Politjargon oder einschlägige Flugblattrhetorik zu
verharmlosen. Das zeigt sich auch an anderen Stellen:
'Der palästinensische Widerstand hingegen
konnte sich weder auf Flugzeuge noch auf Panzer stützen, sondern
musste sich mit Steinen und Selbstmordattentätern behelfen.'
Wird hier das Selbstmordattentat als soziale Notwehr geadelt, so
schlägt das Ende des Traktats in ein flammendes Bekenntnis um, das
terroristische Gewalt legitimiert." (Harry
Nutt, Frankfurter Rundschau, 06.08.2003)
"Die Beschuldigung, ein Antisemit zu sein, empört mich und
übersteigt mein Fassungsvermögen. Wie konnten die Herausgeber von
'Nach dem Terror' bei den Verlagen der University of Edinburgh und
der Columbia University New York sowie der deutschen Übersetzung
beim Suhrkamp-Verlag meinen Antisemitismus übersehen? Niemand kann
mein Buch lesen und solche Dinge behaupten, sofern er nicht
bereits dem 'Neuen Zionismus' angehört. Sicherlich wird Brumliks
Anklage nun psychoanalytische Untersuchungen der Fragen nach sich
ziehen, warum ich mit einer jüdischen Frau verheiratet war, warum
ich mich wegen des Holocausts weigerte, in Deutschland Vorträge zu
halten usw. Die Unverfrorenheit und Dummheit der Anschuldigung des
Antisemitismus lässt für mich nur einen Schluss zu: nämlich den,
dass es falsch wäre, auch nur einen einzigen Satz in Brumliks
Brief ernst zu nehmen. Darüber hinaus halte ich es für
widerwärtig, mich mit Personen in Beziehung zu setzen, deren
politische Ansichten ich nicht teile. Weiter ist es unwürdig, wenn
versucht wird, Druck auf ein Verlagshaus von exzellentem
internationalen Ruf auszuüben. Solch katastrophale Vergehen an
Wahrheit und Anstand sind mit akademischen Grundsätzen
unvereinbar..." (Ted
Honderich in einem offenen Brief an die
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, als
Antwort auf den von
Micha Brumlik als Leiter des Fritz-Bauer-Institutes erhobenen
Vorwurf, in Honderichs Buch drücke sich philosophischer
Judenhass aus. Frankfurter Rundschau, 08.08.2003) |
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Dirk
Auer/Julia Schulze-Wessel/Lars Rensmann (Hrsg.):
Arendt und
Adorno. Suhrkamp-Verlag 2003. |
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Zum
Buch
Hannah Arendt und Theodor W. Adorno haben sich zeitlebens weder
rezipiert noch geschätzt ("Der kommt mir nichts ins
Haus."
–
Arendt über Adorno). Ihre wechselseitige Ablehnung setzt sich bis
heute in Form von zwei getrennten Rezeptionskulturen fort, die auf
theoretischer Ebene ein "Entweder/Oder" suggerieren und
politisch unterschiedliche Bedürfnisse zu befriedigen scheinen.
Entgegen einer solchen Frontstellung erörtern die einzelnen
Beiträge erstmals systematisch die Frage nach Gemeinsamkeiten und
Unterschieden der theoretischen und zeitdiagnostischen Reflexionen
der beiden PhilosophInnen. Dabei zeigt sich, dass es, über die
Ähnlichkeit der Erfahrungshintergründe hinaus, bisher kaum
beachtete Verbindungslinien zwischen den Werken gibt. Diskutiert
werden insbesondere beider Analysen totaler Herrschaft sowie die
Versuche, Philosophie und politischen Denken nach Auschwitz neu zu
bestimmen.
Zu den HerausgeberInnen
Dirk Auer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Soziologie und Sozialforschung der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.
Lars Rensmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Politikwissenschaft der FU Berlin und Visiting Scholar am
Department of History an der University of California in Berkeley.
Julia Schulze-Wessel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Lehrstuhl "Politische Theorie und Ideengeschichte" an
der Technischen Universität Dresden.
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Christoph Gödde/Thomas
Sprecher (Hrsg.): Theodor W. Adorno/Thomas Mann: Briefwechsel 1943-1955. Fischer-Taschenbuch-Verlag
2003. |
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Zum
Buch
Im Dezember 1945 schrieb Thomas Mann jenen berühmten Brief an Theodor W. Adorno über das Prinzip der Montage in seinem Roman Doktor Faustus, verbunden mit der Einladung, gemeinsam "darüber nachzudenken, wie das Werk
–
ich meine Leverkühns Werk
–
ungefähr ins Werk zu setzen wäre". Die enge Zusammenarbeit an den Spätwerken Adrian Leverkühns
–
Adorno verfasste detaillierte Entwürfe, die im Anhang des Bandes abgedruckt sind
–
wurde zur Grundlage dieser Korrespondenz, die in einer sehr ungewöhnlichen Begegnung von Tradition und Moderne entstand und in diesem Spannungsfeld bis zum Tode des Dichters andauerte.
Thomas Mann schrieb Adorno über die "faszinierende Lektüre" der Minima Moralia und kommentierte ausführlich den Versuch über Wagner,
ein Buch, das er lesen wollte, "wie jemand in der Apokalypse ein Buch ißt, das ihm 'süß wie Honig schmeckt'". Adorno begleitete die letzten Werke Thomas Manns, den
"Erwählten", "Die Betrogene" und die "Wiederaufnahme des Felix Krull", mit eingehenden
Kommentaren und nicht selten mit begeistertem Zuspruch. Selbst sehr private Fragen von entscheidender persönlicher Bedeutung, wie die mit großer Aufrichtigkeit geführte Diskussion um die Rückkehr aus der Emigration, bleiben im Briefwechsel nicht ausgespart.
Rezension
"Der Briefwechsel zwischen Thomas Mann und Theodor Adorno ist das zu Herzen gehende Dokument einer großen Geistesfreundschaft ... Eine Korrespondenz von eindringlicher Tiefe und Schönheit."
Zu den Autoren
Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955.
Theodor W. Adorno wurde 1903 als Theodor Wiesengrund in Frankfurt am Main
geboren. 1931 habilitierte er sich über Kierkegaard in Frankfurt, 1934-49 ging er in die Emigration nach England und den USA, aus der er 1949 nach Deutschland zurückkehrte.
Hier lehrte er dann an der Universität Frankfurt Soziologie und Philosophie und trat auch als
Musiktheoretiker hervor. Gleichzeitig leitete er mit Max
Horkheimer, mit dem er schon vor der Emigration in die USA zusammengearbeitet hatte, das Institut für Sozialforschung in Frankfurt, das zum Zentrum der "Kritischen Theorie", der sogenannten Frankfurter Schule, werden sollte.
Adorno starb 1969 im schweizerischen Visp.
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Juni 2003 |
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Oskar
Negt: Kant und Marx. Ein Epochengespräch. Eine produktive
Aktualisierung von Kant und Marx.
Steidl-Verlag 2003. |
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Zum
Buch
Nach dem triumphalen Sieg des Kapitalismus über den Kommunismus –
was kann uns Marx noch sagen? In einer Zeit hilfloser
Ethikkommissionen und übermächtiger Wirtschaftsinteressen – was
kann uns Kants kategorischer Imperativ bedeuten?
Niemand hat sich in der Geschichte der politischen Philosophie so
intensiv mit den Bedingungen unseres Wissens und Handelns, mit dem
gesellschaftlichen Sein beschäftigt wie Karl Marx. Niemand hat so
intensiv über moralische Gesetzgebung, über die Frage "Was soll
ich tun?" nachgedacht wie Immanuel Kant.
Die Auseinandersetzung mit Marx und Kant, mit der Dialektik von
Sein und Sollen steht seit vierzig Jahren im Mittelpunkt der
philosophischen Überlegungen von Oskar Negt. So nutzte er seine
Abschiedsvorlesung im Juli 2002, die er hier in ausgearbeiteter
Form vorlegt, zu einem Plädoyer für eine Renaissance ihres
Denkens. Das Epochengespräch von Kant und Marx verdeutlicht, wie
sehr Kritik und Selbstkritik ein produktives Medium der
Weltbetrachtung und der Friedenssicherung sein können, wie
viel wir gewinnen, wenn wir Kant und Marx zu unseren
Zeitgenossen machen.
Zum Autor
Oskar Negt, geboren 1934, Studium der
Rechtswissenschaft, Philosophie und Soziologie in Göttingen
und Frankfurt/Main, vor allem bei Max Horkheimer und
Theodor W. Adorno, und war Assistent bei Jürgen Habermas.
Er war von 1970 bis 2002 Professor für Sozialwissenschaften an der Universität
Hannover.
Zahlreiche Veröffentlichungen.
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Joachim
Koch: Megaphilosophie. Philosophie im Zeitalter der Ökonomie.
Steidl-Taschenbuch-Verlag
2003. |
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Zum Buch
"Was heißt, was kann, was soll Philosophie in einer Zeit, in der
sich die großen und universalen Erklärungen der Welt als haltlos,
als am Interesse des einzelnen vorbeigehend und nicht zuletzt als
Voraussetzung politischer Katastrophen herausgestellt haben? Was
heißt Philosophie in einer Zeit, in der das wirtschaftliche
Geschehen mehr als alles andere das Leben bestimmt?"
Megaphilosophie ist mehr als ein Gedankenentwurf zur Deutung der
Welt – sie definiert die Welt und diktiert ihr, wie sie zu sein
hat. Sie verändert die Gesellschaft grundlegend. Im Mittelalter
prägte die Kirche Denken und Verhalten, seit der Aufklärung galt
die Vernunft als Maßstab allen Handelns. Heute spielt diese alles
beherrschende Rolle die Ökonomie: Sie prägt unsere
Vorstellungen von Glück, Liebe und Lebenssinn.
Die Ökonomie stellt einen Absolutheitsanspruch. Nur den Nutzen im
Visier, gibt sie vor, Träume zu verwirklichen. Sie verspricht
viel, doch uneingelöste Versprechen schreibt sie stets dem
persönlichen Versagen und der Schuld eines jeden einzelnen zu. Ihr
Freiheitsbegriff lässt sich auf einen Satz
reduzieren: Wenn du reich bist, bist du frei.
Um den zugleich subtilen und fundamentalen Wirkungen des
Ökonomischen auf die Spur zu kommen, entfaltet Joachim Koch ein
Tableau der Sozial-, Wirtschafts- und Geistesgeschichte der
Moderne. Er erzählt auf fundierte und zugleich spannende Weise,
wie Megaphilosophien entstehen und funktionieren, was die
Megaphilosophie des Ökonomischen verspricht, welche Folgen dies
für die Formen des Zusammenlebens und die Künste hat.
Zum Autor
Dr. Joachim Koch, geboren 1954, studierte Philosophie und
Sozialwissenschaften. Er war unter anderem wissenschaftlicher
Angestellter in Regensburg, Geschäftsführer einer GmbH für
Philosophie und Marketing in Hamburg und Lehrer für Deutsch als
Fremdsprache in Rom. Er lebt in Rom, wo er an einer Internetseite
über Philosophinnen und Philosophen der Gegenwart arbeitet
(http://www.philosophers.com).
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Dieter
Prokop: Mit Adorno gegen Adorno. Negative Dialektik der Kulturindustrie.
VSA-Verlag 2003. |
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Zum
Buch
Dieter Prokops Interesse gilt der Erneuerung der Kulturindustrie-Thesen der Frankfurter Schule. Er wirft ihr vor, dass sie ihr eigenes Programm nicht eingelöst hat und entwickelt die Grundzüge einer Negativen Dialektik der Kulturindustrie: Mit Adorno gegen Adorno.
Im September 2003 jährt sich der hundertste Geburtstag von Theodor W. Adorno. Adorno verkörperte den Typus eines "nonkonformistischen Intellektuellen" im Nachkriegsdeutschland. Im Zentrum seiner Arbeiten aus dieser Zeit standen immer wieder die Motive einer Kritik der Kulturindustrie, wie er sie schon in den 40er Jahren im amerikanischen Exil in der »Dialektik der Aufklärung« zusammen mit Max Horkheimer formuliert hatte. Seine Diagnose: eine jeglicher Kreativität enteignete standardisierte Subjektivität.
Dieter Prokop unternimmt den Versuch, die Warensprache der Kulturindustrie unvoreingenommen zu analysieren und wirft der kritischen Theorie der Kulturindustrie vor, dass sie ihr eigenes Programm nicht eingelöst hat. Die wichtigsten Dimensionen einer neuen Kritik der Kulturindustrie sind für ihn gerade nicht in den Veröffentlichungen Horkheimers und Adornos zu finden, die sich explizit mit Kulturindustrie befassen.
Prokop baut auf den entscheidenden Feldern der kritischen Theorie auf: Identisches und Nichtidentisches, Tauschabstraktion und Produktivkräfte, Positivismuskritik und Theorie kritischer Erfahrung. Er will über der Kritik am "Denken in abstrakter Allgemeinheit" die kreativen Kräfte nicht vergessen, die es in der Kulturindustrie gibt, und nicht nur den "Kult des Faktischen" kritisieren. Doch: "Wenn wir die Kulturindustrie-Kritik kritisieren, folgt daraus kein Lob der Kulturindustrie. Unsere Negation der Negation endet nicht im Positiven. Die Negation muss weitergehen. Sie geht weiter, indem man genau beobachtet" – mit Adorno gegen Adorno!
Zum Autor
Dieter Prokop ist Professor für kritische Medienforschung am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften – Schwerpunkt Kulturindustrie – der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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Theodor
W. Adorno: Die Hauptwerke, 5 Bände. Dialektik der Aufklärung; Minima Moralia; Negative Dialektik; Ästhetische Theorie; Philosophie.
Suhrkamp-Taschenbuch-Verlag 2003. |
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Theodor W. Adorno (1903–1969) ist einer der bedeutendsten
Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als Vertreter der Kritischen
Theorie und der Frankfurter Schule, als Vordenker der
Studentenbewegung, als Essayist, Musikkritiker, Komponist und
Hochschullehrer hat er die Geistesgeschichte nicht nur der
Bundesrepublik entscheidend geprägt. Sein pointierter Stil und die
Vielfalt seiner Themen haben ihn über die engen Fachgrenzen der
Philosophie hinaus bekannt und zu einem der führenden
Intellektuellen gemacht, dessen Schriften, Aphorismen und Gedanken
derart Teil der Kultur geworden sind, dass
sie sich nicht mehr daraus wegdenken lassen.
Zum 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno am 11. September 2003
versammelt diese Kassette seine Hauptwerke und bietet somit eine
preisgünstige Ausgabe der großen Monographien.
Zudem sind nun erstmals alle Bücher der zwanzigbändigen
Taschenbuchausgabe der Gesammelten Schriften auch einzeln
lieferbar.
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George
Steiner: Errata. Bilanz eines Lebens. Deutscher
Taschenbuch-Verlag 2002.
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Zum Autor
Die Autobiographie eines der letzten intellektuellen Kosmopoliten.
Aufgewachsen in Paris und Wien, studierte und lehrte George
Steiner an den renommiertesten amerikanischen und europäischen
Universitäten. Ein Leben lang hat er sich dem Druck der
Spezialisierung entzogen. Dieser konsequenten Haltung verdanken
wir ein eindrucksvolles Oeuvre, das sich mit zentralen Fragen von
Sprache und Literatur, Philosophie und Religion, Musik und
bildender Kunst auseinandersetzt. Dies persönliche Buch George
Steiners macht den inneren Zusammenhang seines Werks anschaulich.
"George Steiner ist nicht nur ein Meister der
Kunstbetrachtung und Muster der Gelehrsamkeit, er ist ein
Schriftsteller von hohen Graden. Ein Buch, das kein Leser
unbelehrt wieder zuschlagen wird." (DIE ZEIT)
Zum Buch
George Steiner, geboren 1929 in Paris, hat seit 1994 den
Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl für Komparatistik an der Universität
Oxford inne. Von ihm sind
u.a. erschienen: "Martin
Heidegger" (1989), "Von realer Gegenwart" (1990) und
"Der Garten des Archimedes" (1997).
Verlagsinformation |
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Mai 2003 |
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Hans
Jonas: Erinnerungen. Nach Gesprächen und mit einem Vorwort
von Rachel Salamander. Herausgegeben und mit einem Nachwort von
Christian Wiese. Insel-Verlag 2003. |
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Zum
100. Geburtstag des großen Philosophen Hans Jonas am 10. Mai 2003
erscheinen seine Lebenserinnerungen. Rachel Salamander hat über
Jahre hinweg zahlreiche Gespräche mit ihm geführt, in denen er
aus seinem Leben erzählte. Auf der Grundlage dieser
Tonbandaufzeichnungen ist ein bewegendes Dokument entstanden über
ein Leben, das fast das ganze 20. Jahrhundert umspannte.
Verlagsinformation
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Theodor
W. Adorno/Max Horkheimer: Briefwechsel 1927-1969. Band 1.
1927-1937. Suhrkamp-Verlag 2003. |
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Unter
den Briefwechseln Adornos ist der sich von 1927 bis 1969
erstreckende mit Max Horkheimer nicht nur der umfänglichste,
sondern auch der aufschlussreichste
für Adornos Biographie und für die interne Arbeit wie die
externen Wirkungen des Instituts für Sozialforschung. Die
vollständige Edition dieses in weiten Teilen unveröffentlichten
Briefwechsels, die auch hier erstmalig edierte Memoranden,
Gutachten, Berichte und Briefe Adornos an Dritte einschließt, ist
nichts weniger als eine Dokumentation der Geschichte der
Kritischen Theorie und eines der zentralen Dokumente der
Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts.
Verlagsinformation
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Slavoj
Žižek: Die Revolution
steht bevor. Dreizehn Versuche nach Lenin.
Suhrkamp-Verlag 2002. |
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Zum
Buch
Wie erscheint uns die gegenwärtige
Gesellschaft aus einer leninistischen Perspektive? Hierbei handelt
es sich keineswegs um eine Rückkehr zu Lenin, sondern um den
Versuch, eine kritische Perspektive auf die gegenwärtige
politische Situation zu gewinnen.
Zum
Autor
Slavoj Žižek, 1949 in Ljubljana geboren, Psychoanalytiker und
Professor für Philosophie, rief schon früh eine Gruppe von
Theoretikern ins Leben, die ihr Denken an den Thesen von Jacques
Lacan schärfte. Die slowenische Lacan-Schule war ein geistiges
Widerstandsnest im orthodoxen Ex-Jugoslawien, und Slavoj Žižek
ging als global operierender Philosophie-Entertainer daraus
hervor. Zahlreiche Publikationen (u.a. "Die Grimassen des
Realen", "Die Metastasen des Genießens", "Das Unbehagen im
Subjekt", "Ein Plädoyer
für die Intoleranz") machten ihn international bekannt.
Verlagsinformation
Rezension:
Friede den Hüten, Krieg den Konzernen (taz, 25.04.2003) |
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April 2003 |
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Michael
Hauskeller: Ich denke, aber bin ich? Phantastische Reisen
durch die Philosophie. C.H. Beck-Verlag 2003. |
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Zum
Buch
Dieses Buch
ist eine Sammlung philosophischer Merkwürdigkeiten. Davon ist die
Geschichte der Philosophie so reich, dass
man leicht den Eindruck haben kann, diese sei nichts weiter als
eine Unterart der phantastischen Literatur.
Aber
phantastisch sind die Ansichten der Philosophen oft nur deshalb,
weil sie Antworten auf Rätsel suchen, die uns, wenn wir uns näher
mit ihr beschäftigen, die Wirklichkeit selbst aufgibt.
Leseprobe
"Wer
würde sich schon mit der Philosophie beschäftigen wollen, wenn
sie uns nur das bestätigen würde, was wir ohnehin schon denken.
Was wir von der Philosophie erwarten, ist ja nicht in erster Linie
die Wahrheit, sondern vor allem, dass es ihr gelingt, unser Denken
in Bewegung zu bringen. Das kann sie aber nur, wenn sie unser
vertrautes Bild der Welt erschüttert, wenn sie uns mit neuen,
ungewohnten Perspektiven konfrontiert, die etwas, das wir bislang
geneigt waren für selbstverständlich zuhalten, mit einem Mal
fragwürdig erscheinen lassen. Wer ein Philosoph werden will,
bemerkte darum einmal Bertrand Russell zu Recht, darf sich nicht
vor Absurditäten fürchten." (Michael Hauskeller, aus der
Einleitung)
Zum Autor
Michael Hauskeller, geboren 1964, studierte Philosophie in Dublin,
Berkeley und Bonn und lehrt derzeit an der Universität Darmstadt.
1997 erhielt er den Schopenhauer-Preis. Zahlreiche Veröffentlichungen
zur Naturphilosophie, Ethik, Ästhetik und Geschichte der
Philosophie
–
u.a.: "Alfred North Whitehead zur Einführung",
"Was das Schöne sei", "Atmosphäre erleben.
Philosophische Untersuchungen zur Sinneswahrnehmung".
Verlagsinformation
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Umberto
Eco: Die Bücher und das Paradies. Über Literatur. Aus dem
Italienischen von Burkhart Kroeber. Hanser-Verlag, März 2003. |
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Zum
Buch
Ohne
Bücher kein Paradies
–
niemand weiß das besser als Umberto Eco:
so schreibt er fesselnd und gelehrt über sein ureigenstes Thema:
die Literatur, die Phantasie und das Erzählen. Von Don Quixote,
von einer Lesart von Dantes Paradies oder von den Paradoxien von
Oscar Wilde handeln seine Aufsätze. Und manchmal nimmt Eco sein
eigenes Werk und sein eigenes Erzählen zum Bezugspunkt seiner Überlegungen
und wirft damit ein deutliches Licht auf sein eigenes Schreiben.
Zum Autor
Umberto Eco
wurde 1932 in
Alessandria geboren und
lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und
promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend
arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier
Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand
und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna.
Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega
(1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne
ernannt.
Er verfasste
zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der
Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des
Mittelalters. Seine Romane
"Der Name der Rose"
und "Das
Foucaultsche Pendel"
sind Welterfolge geworden.
Verlagsinformation |
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Michael
Hardt/Antonio Negri: Empire. Die neue Weltordnung.
Campus-Verlag 2003 (Durchgesehene Studienausgabe). |
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Zum
Buch
Nach einem
Vierteljahrhundert politischer Theoriemüdigkeit haben Hardt und
Negri mit ihrer brillanten, provokanten und heiß diskutierten
Analyse des postmodernen Kapitalismus im Zeitalter der
Globalisierung das Denken wieder in Bewegung gebracht. Der
Hoffnung auf die politische Gestaltbarkeit einer neuen,
gerechteren Weltordnung haben sie damit ein anspruchsvolles
theoretisches Fundament gegeben. Die nun erschienene, günstige
Studienausgabe des Buches macht Empire auch für den kleineren
Geldbeutel interessant.
Rezensionen
"Die
Autoren wollen nichts weniger als Marx' Erzählung der
Weltgeschichte fortsetzen und auf den neuesten Stand ... bringen.
Das ist ihnen so gut gelungen, dass es auch einen überzeugten
Nichtmarxisten ... erfreut, zumal der Versuch handwerklich
hervorragend gearbeitet ist." (Frankfurter
Allgemeine Zeitung)
"Empire (ist) eine grandiose Gesellschaftsanalyse ..., die
unser Unbehagen bündelt und ihm eine Richtung gibt, für die in
der Geschichte
der Philosophie das Wort vom 'guten Leben' steht." (DIE ZEIT)
"Das Jahrzehnt linker Melancholie ist vorüber." (NZZ)
"The next big theory. Empire füllt eine Lücke in den
Humanwissenschaften." (New York Times)
"... ein probates Mittel gegen die neoliberale Depression
..." (literaturen)
"Empire bringt die Geschichte der humanistischen Philosophie,
des Marxismus und der Moderne in einem großartigen politischen
Entwurf zusammen." (The Observer)
Zu den Autoren
Antonio Negri
war Professor für Philosophie in Padua und Paris und Abgeordneter
im italienischen Parlament. Er ist seit den sechziger Jahren einer
der führenden Theoretiker der italienischen Linken und lebt heute
in Rom.
Michael Hardt
ist Professor für Literaturwissenschaft an der Duke University
Durham.
Verlagsinformation
Weitere Informationen:
-
Leseprobe aus dem 1. Kapitel
-
Weiterführende Links
(Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Rezensionen:
-
Empire, Neue Weltordnung
oder alter Imperialismus?
(Conne Island, Leipzig)
-
"Empire" befriedigt
das Bedürfnis nach linker Welterklärung, erklärt aber wenig
(jungle world, 04.09.2002) |
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März 2003 |
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Odo
Marquard: Zukunft braucht Herkunft. Philosophische Essays.
Reihe Reclam. Reclam-Verlag 2003.
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Zum
Buch
Der Philosoph Odo Marquard feiert am 26. Februar seinen 75.
Geburtstag. Seine Studien zeichnen sich durch stilistische Eleganz
aus; auch komplizierte Sachverhalte werden durch seine
geschliffenen, originellen Formulierungen zur ansprechenden
Lektüre. Eine Auswahl seiner wichtigsten und meist gelesenen
Essays (vermehrt durch einen Bonner Vortrag vom Oktober 2001) wird
in diesem "Jubiläumsband" vorgelegt. Inhaltsübersicht
-
Abschied vom Prinzipiellen
-
Inkompetenzkompensationskompetenz
-
Lob des Polytheismus
-
Frage
nach der Frage, auf die die Hermeneutik die Antwort ist
-
Universalgeschichte und Multiversalgeschichte
-
Entlastungen
-
Apologie des Zufälligen
-
Über die Unvermeidlichkeit der
Geisteswissenschaften
-
Loriot lauréat
-
Moratorium des Alltags
-
Einheit und Vielheit
-
Zeit und
Endlichkeit
-
Zukunft braucht
Herkunft
-
Apologie der
Bürgerlichkeit
-
Philosophie des
Stattdessen
-
Skepsis als Philosophie der
Endlichkeit
Verlagsinformation |
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Andreas
Bernard/Ulrich Raulff (Hrsg.): Theodor W. Adorno 'Minima Moralia'
neu gelesen. Suhrkamp-Verlag 2003. |
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Zum Buch
Theodor W. Adorno hat den Deutschen mit den "Minima Moralia"
eines der ganz wenigen und vermutlich das
letzte der philosophischen Volksbücher geschenkt. Wie kaum ein
anderes Buch haben die "Minima Moralia" von Theodor W.
Adorno, 1944 bis 1947 im kalifornischen Exil verfasst, die
intellektuelle Landschaft der jungen Bundesrepublik geprägt.
50 Jahre nach dem ersten Erscheinen haben sich 24 Autoren jeweils
eines der 153 Stücke ausgewählt und mit einem individuellen
Kommentar versehen. So verschieden diese Texte auch ausfallen,
beweisen sie doch zweierlei: die ungebrochene Aktualität von
Adornos schon damals unzeitgemäßem Ansatz, Philosophie zu
betreiben als "Lehre vom richtigen Leben", und: es gibt kein
richtiges Lesen, aber falsche Lektüren.
Zu den
Herausgebern
Andreas Bernard ist Literaturwissenschaftler und fester
Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, Ulrich Raulff ist
leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung und lehrt
Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin.
Klappentext |
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Februar 2003 |
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John
Rawls: Politischer Liberalismus.
Suhrkamp-Verlag 2003. |
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In "Politischer
Liberalismus" stellt John Rawls die in "Eine Theorie der
Gerechtigkeit" (1971) entwickelte vertragstheoretische
Auffassung von Gerechtigkeit als Fairness in den weiteren Kontext
einer allgemeinen Theorie politischer Legitimität und
Gerechtigkeit. Dabei kommt es gegenüber der ursprünglichen
Konzeption zu einer Reihe von Erweiterungen und Korrekturen. Sie
betreffen insbesondere die Stabilität der Gerechtigkeit einer
wohlgeordneten Gesellschaft. Ausgangspunkt des politischen
Liberalismus ist die uneingeschränkte Anerkennung der Möglichkeit
und des Faktums eines vernünftigen Pluralismus.
Im Zentrum des Buches steht die Frage nach der Begründbarkeit
einer politischen Gerechtigkeitskonzeption in einer Gesellschaft,
deren Mitglieder verschiedene und zum Teil entgegengesetzte religiöse
und moralische Wertvorstellungen und Lebensauffassungen vertreten.
Die Idee eines spezifisch politischen Liberalismus hat Rawls
bereits in mehreren Aufsätzen vorgestellt ("Die Idee des
politischen Liberalismus. Aufsätze 1978-1989"). Sein neues Buch
geht über diese bereits vorliegenden Aufsätze deutlich hinaus.
In Auseinandersetzung mit verschiedenen Kritikern (Baier, Dworkin,
Nagel, Raz, Scanlon) bietet es die erste systematisch
ausformulierte Darstellung der Rawlschen Konzeption eines
politischen Liberalismus - und damit seiner Konsensus-Theorie –
und stellt einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Diskussion über
die normativen Grundlagen freiheitlicher und pluralistischer
Demokratien dar.
"Politischer Liberalismus" zeigt, dass pluralistische
Gesellschaften, anders als es hierzulande zum Gemeinplatz des
politisch philosophierenden Feuilletons geworden ist, sehr wohl in
der Lage sind, sich im Prozess demokratischer Selbstauslegung
ihrer eigenen normativen Voraussetzungen zu vergewissern, ohne auf
kontroverse religiöse oder weltanschauliche Vorstellungen zurückzugreifen.
Verlagsinformation |
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Januar 2003 |
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Günter
Helmes/Werner
Köster: Texte zur Medientheorie. Reclam-Verlag
2002. |
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Medien
beeinflussen Erfahrungsmöglichkeiten und Deutungsmuster und sind
Gegenstand und Instrumente von gesellschaftlichen Konflikten.
Anhand von Quellentexten aus zweieinhalb Jahrtausenden wird das
Nachdenken und das Wissen über Medien in seinen Kontexten repräsentiert:
vom alttestamentlichen Bilderverbot bis zu aktuellen Debatten über
Internet, Hypertext und Cyberspace. Die Texte folgen chronologisch
der Medienentwicklung und geben zugleich ein Bild der sie
begleitenden Ideengeschichte.
Verlagsinformation |
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